29.08.2025
"TOTALER KONTRAPUNKT"

Warum AustrianStartups-Co-Chef Adrian Zettl ein Yoga-Studio eröffnet

Er ist eines der bekanntesten Gesichter in der heimischen Startup- und Innovationsszene. Nun startet Adrian Zettl, u.a. Co Managing Director von AustrianStartups, in einem ganz anderen Bereich.
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Adrian Zettl hat schon vor Jahren seine Leidenschaft für Yoga entdeckt | Foto privat
Adrian Zettl hat schon vor Jahren seine Leidenschaft für Yoga entdeckt | Foto privat

Im Startup-Sprech nennt man es wohl einen „Side-Hustle“: Adrian Zettl, unter anderem Co Managing Director von AustrianStartups, beteiligt sich am zweiten Yoga-Studio seiner Partnerin Christina Bruns. Diese betreibt mit TRBY bereits seit 2021 ein Studio in Wien. „Ich trage jetzt direkt bei und helfe bei Business und Marketing“, sagt Zettl gegenüber brutkasten.

„Eine perfekte Ergänzung zum Startup-Hustle und zum ständigen sitzen“

Doch ein „Side-Hustle“ soll es wohl nicht werden, führte doch genau das „Hustling“ Zettl ursprünglich zum Yoga. „Ich praktiziere Yoga seit Jahren. Es ist ein Ausgleich für Herz und Seele, eine perfekte Ergänzung zum Startup-Hustle und zum ständigen Sitzen“, sagt er. Denn es sei eben noch viel mehr als nur Bewegung. „Man setzt sich mit sich selbst auseinander – abseits von Performance-Druck und der Geschwindigkeit der Startup-Welt. Yoga ist uralt und es steckt unglaublich viel Weisheit drin.“

Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, ganz im Sinne des Longevity-Trends, seien auch hinlänglich wissenschaftlich belegt. „Aber“, räumt Zettl ein, „in Wahrheit liegt es natürlich auch an meiner Partnerin Christina. Sie hat ihre Yoga-Schule aufgebaut und inspiriert seit Jahren viele Leute – und hat auch mich inspiriert.“

Ein Monat in Indien

Letztlich habe sich die Gelegenheit „wunderschön ergeben“. „Christina wollte ein zweites Studio aufmachen und ich mache damit eine meiner Leidenschaften zum Beruf. Das mache ich ohnehin schon immer so“, sagt Zettl. Dazu werde er auch eine Ausbildung zum Yoga-Lehrer absolvieren, um „tiefer einzutauchen“. „Im Februar bin ich dazu einen Monat in Indien.“

„Ich bleibe der Startup-Welt treu – da steckt mein Herz.“

Doch Zettl stellt klar: „Fulltime-Yoga-Lehrer werde ich nicht – zumindest vorerst. Ich bleibe der Startup-Welt treu – da steckt mein Herz.“ Bei AustrianStartups, als Lektor an der FH Wien der WKW und mit seiner Beteiligung an der von ihm mitgegründeten Wiener Innovations-Agentur TheVentury beschäftige er sich weiterhin „auf allen Ebenen mit Innovation“. „Jetzt auch dieses kleine Business zu haben, das inhaltlich einen totalen Kontrapunkt setzt, macht einfach Spaß.“

Das kleine Business bedeutet für Zettl auch Hand anzulegen, wo es gebraucht wird. Zuletzt habe er etwa die Theke im neuen Studio gebaut. Der Unternehmer verfolgt dabei jedenfalls ein Ziel, damit das neue Projekt nicht zum Hustle wird: „Ich muss drauf achten, dass ich die Balance halte und Yoga Ausgleich bleibt und nicht nur mehr Business für mich ist.“

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Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb
Gruppenfoto von Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTECH und Eddie Myers, CEO TTTech Systems SE / (c) Nicky Webb

Die Wiener High-Tech-Gruppe TTTech stellt sich neu auf. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 gründet das Unternehmen die TTTech Systems SE, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft, in der die Geschäftsfelder Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur gebündelt werden. Zur kritischen Infrastruktur zählt TTTech etwa Anwendungen in der Energieerzeugung. Laut Aussendung wachsen diese Märkte gerade in Nordamerika und Europa stark.

Das Portfolio der neuen Gesellschaft umfasst Komponenten, Produkte und komplette Plattformlösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen. Zum Einsatz kommen sie nach Unternehmensangaben in Kommunikations- und Avionikarchitekturen von Verkehrsflugzeugen, militärischen Luftfahrzeugen, Advanced-Air-Mobility-Plattformen, Satelliten, Raumfahrzeugen und Trägerraketen. Technologien und Produkte von TTTech kommen unter anderem in der europäischen Trägerrakete Ariane 6 und bei der NASA-Mondmission Artemis II zum Einsatz.

Nächster Schritt nach NXP-Deal und Invest-AG-Einstieg

TTTech ordnet die Gründung als weiteren Schritt seiner langfristigen Wachstumsstrategie ein. Anfang 2025 hatte die Gruppe ihre Anteile an der von ihr mitbegründeten TTTech Auto an NXP verkauft und sich danach stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentriert. Erst im August stieg zudem die Linzer Invest AG mit 11 Prozent bei TTTech ein (brutkasten berichtete).

Das Unternehmen verweist auf die weltweit steigende Nachfrage nach sicheren, resilienten und zunehmend autonomen Technologien. Gleichzeitig würden technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und digitale Resilienz an Bedeutung gewinnen.

„Europa braucht in Bereichen wie Raumfahrt, Verteidigung, kritischer Infrastruktur und industrieller Automatisierung starke Technologieunternehmen mit langfristiger Perspektive. Mit der TTTech Systems SE schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Stärken gezielter einzusetzen und neue Wachstumschancen in internationalen Märkten zu nutzen“, wird Georg Kopetz, CEO und Mitgründer von TTTech, in der Aussendung zitiert.

Eddie Myers wird CEO

An der Spitze der TTTech Systems SE steht Eddie Myers. Er ist am 15. Juli zu TTTech gekommen und derzeit als CEO von TTTech North America tätig. Die Leitung der neuen Gesellschaft übernimmt er mit 1. Oktober zusätzlich. Myers soll laut Aussendung Branchenkenntnisse und Verbindungen in Nordamerika, einen Kernmarkt von TTTech, einbringen und die weltweite Marktpositionierung der Tochter vorantreiben.

Hauptsitz bleibt Wien

Sowohl TTTech als auch die TTTech Systems SE haben ihren Hauptsitz in Wien. Die Stadt soll auch künftig das Zentrum der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gruppe bleiben, ergänzt durch Engineering-Teams in Deutschland, Finnland, Serbien und Rumänien.

Für Kunden, Partner und Lieferanten ändert sich mit dem Übergang der Geschäftsbereiche laut TTTech nichts. Produkte, Dienstleistungen, laufende Projekte und Supportleistungen würden in gewohnter Form fortgeführt. Bestehende Verträge, Zertifizierungen und Geschäftsbeziehungen bleiben demnach gültig, ebenso die bisherigen Ansprechpartner und Prozesse.

„Gleichzeitig steht dieser Schritt für Kontinuität. Unsere Kunden und Partner können weiterhin auf die technologische Exzellenz und Verlässlichkeit vertrauen, für die TTTech seit Jahrzehnten steht“, so Kopetz.

Die TTTech Group beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.200 Mitarbeitende an zwölf Standorten in elf Ländern.

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