02.02.2026
KI AUS ÖSTERREICH

Abseits großer Labore: Wiener Forscher entwickelt KI-Modell „Noeum“

Ein in Wien entwickeltes KI-Sprachmodell erreicht in ersten Benchmark-Vergleichen Top-Platzierungen – entstanden ohne Investoren, Fördermittel oder Forschungsteam.
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KI Entwickler Bledar Ramo (c) privat

Große KI-Sprachmodelle entstehen in der Regel in gut finanzierten Forschungslabors mit umfangreichen Rechenressourcen. In Wien ist nun ein Projekt vorgestellt worden, das diesem Muster widerspricht. Mit Noeum wurde ein kompaktes KI-Sprachmodell veröffentlicht, das in Benchmark-Vergleichen mit internationalen Modellen der sogenannten Nano-Kategorie mithalten kann.

Entwickelt wurde Noeum vom in Wien ansässigen KI-Forscher Bledar Ramo. Das Projekt entstand bislang ohne institutionelle Förderung, Risikokapital oder ein Team. Nach Angaben des Entwicklers handelt es sich um eine vollständig eigenfinanzierte Forschungsinitiative.

Entwicklung außerhalb etablierter Strukturen

Noeum befinde sich aktuell in einer frühen Forschungsphase, eine formale Unternehmensstruktur existiere noch nicht, ebenso wenig ein erweitertes Entwicklerteam. Die bisher angefallenen direkten Kosten beziffert Ramo auf rund 2.000 Euro, vor allem für Rechenleistung und Serverinfrastruktur.

„Das Projekt ist derzeit vollständig eigenfinanziert und wurde ausschließlich von mir selbst entwickelt“, erklärt Ramo. Perspektivisch werde jedoch geprüft, ob und in welcher Form sich daraus ein Startup entwickeln lasse.

Nano-Modell als technischer Nachweis

Die aktuell veröffentlichte Version trägt den Namen Noeum-1-Nano. Dabei handelt es sich um ein besonders kleines Sprachmodell, das auf Effizienz und lokale Ausführung ausgelegt ist. Solche Modelle werden häufig dort eingesetzt, wo Rechenressourcen begrenzt sind oder Daten nicht in externe Cloud-Infrastrukturen ausgelagert werden sollen.

Noeum-1-Nano wurde mit mehreren internationalen Modellen ähnlicher Größe verglichen, darunter Qwen 0.5B, TinyLlama und BLOOM-1B. In diesen Vergleichen erreichte das Wiener Modell laut Ramo in zwei Benchmark-Kategorien den ersten Platz und zeigte insgesamt eine konkurrenzfähige Leistung, obwohl es mit deutlich weniger Trainingsdaten und Rechenbudget trainiert wurde.

Das Nano-Modell sei dabei vor allem als Machbarkeitsnachweis zu verstehen. Ziel sei es, zu zeigen, dass sich leistungsfähige Sprachmodelle auch mit begrenzten Mitteln entwickeln lassen.

Fokus auf Effizienz und Verlässlichkeit

Inhaltlich setzt Noeum weniger auf Größe als auf Effizienz und Zuverlässigkeit. Geplant seien zusätzliche technische Mechanismen, die insbesondere für fachlich anspruchsvolle oder sicherheitskritische Anwendungen relevant sein sollen. Dazu zählen Verifikationsschichten für technisch-naturwissenschaftliche Antworten sowie sogenannte rekursive Reasoning-Architekturen, die Fehler während der Inferenz erkennen und korrigieren sollen.

Nach Einschätzung des Entwicklers fehlen solche Mechanismen bei vielen heute verbreiteten Sprachmodellen, was deren Einsatz in sensiblen Bereichen einschränke. Entsprechend richtet sich Noeum nicht primär an den Massenmarkt, sondern an spezialisierte Anwendungen.

Lokale KI für sensible Einsatzbereiche

Noeum ist Open Source und so konzipiert, dass es vollständig ohne Cloud-Anbindung betrieben werden kann. Das sei insbesondere für Branchen relevant, in denen Datenschutz, geistiges Eigentum oder regulatorische Anforderungen eine zentrale Rolle spielen.

Als mögliche Einsatzfelder nennt Ramo unter anderem Pharma, Logistik und Verteidigung. In diesen Bereichen werde zunehmend nach KI-Systemen gesucht, die auch in abgeschotteten oder instabilen Netzumgebungen zuverlässig funktionieren.

„Gerade diese Branchen benötigen On-Device-Intelligenz, um vollständige Datensouveränität zu gewährleisten“, so Ramo.

Nächste Schritte noch offen

Langfristig ist vorgesehen, auf Basis von Noeum ein größeres, voll skaliertes Modell zu entwickeln. Dieses soll multimodal, mehrsprachig und mit erweiterten Reasoning-Funktionen ausgestattet sein. Für die Umsetzung dieses Schritts wären jedoch zusätzliche Ressourcen notwendig.

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Erste Kund:innen in Asien gewinnen, Partner finden, Investor:innen treffen: Für österreichische Startups mit China-Ambitionen führt der Weg über Shanghai. Die Metropole zählt zu den dynamischsten Innovationsökosystemen der Welt und gilt als Tor zu einem der größten Konsummärkte überhaupt, mit enormem Potenzial für Skalierung und Marktdurchdringung. Dazu kommt eine starke Basis an hochqualifizierten Fachkräften, die die Stadt zu einem Hotspot für Forschung, Entwicklung und Innovation macht.

Der direkte Zugang zu diesem Ökosystem ist für Startups aus Österreich allerdings alles andere als selbstverständlich. Genau hier setzt der neue Call des Global Incubator Network Austria (GIN) an: Er verspricht strategische Einblicke in den chinesischen Markt, konkrete Geschäftschancen und direkte Kontakte zu den zentralen Akteuren der dortigen Innovations- und Wirtschaftslandschaft.

GO SHANGHAI offen für alle Branchen

Das Internationalisierungsprogramm GO SHANGHAI 2027 richtet sich an österreichische Mid- und Later-Stage-Startups aller Branchen und Technologiefelder, die über die Proof-of-Concept- und Seed-Phase hinaus sind. Angesprochen sind sowohl Teams, die ihre erste internationale Expansion vorbereiten, als auch solche, die ihr Wachstum in Asien beschleunigen wollen.

Die Delegation von GO SHANGHAI 2025 bei der Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing in Shanghai | (c) Global Incubator Network Austria

Die teilnehmenden Startups erwartet eine einwöchige Reise nach Shanghai von 26. bis 30. April 2027, die direkten Zugang zu zentralen Akteuren der chinesischen Innovations- und Wirtschaftslandschaft bietet.

Vorbereitung digital und beim Kick-off-Dinner in Wien

Das Programm ist in zwei Phasen unterteilt. Zunächst erhalten die Startups im Rahmen eines flexiblen, digitalen Onboardings gezielte Einblicke in den chinesischen Markt, um ihre Internationalisierungsstrategie zu schärfen. Über die exklusiven GIN-Video-Masterclasses steht ihnen dafür unbegrenztes Lernmaterial zur Verfügung. Hinzu kommen drei Stunden individuelles IP-Coaching. Den Abschluss der Vorbereitungsphase bildet ein Kick-off-Dinner in Wien, bei dem sich der aktuelle Batch von GO SHANGHAI 2027 vernetzt und final auf die Reise vorbereitet.

Fünf intensive Tage in Shanghai

Der zweite Teil ist die einwöchige Ecosystem-Tour durch Shanghai. Auf dem Programm stehen kuratierte 1:1-Business-Meetings, die vom AußenwirtschaftsCenter Shanghai organisiert werden, Workshops, maßgeschneiderte Networking- und Pitch-Formate wie die Austrian Startup Pitch Night sowie exklusive Unternehmens- und Ökosystem-Besuche. In fünf intensiven Tagen treffen die Teilnehmer:innen auf Branchenexpert:innen, potenzielle Partner:innen, Investor:innen und andere Gründer:innen, um wertvolle Kontakte für die eigene Expansion zu knüpfen.

Reisekostenzuschuss von bis zu 10.000 Euro, mit Gender Bonus bis zu 90 Prozent

GIN übernimmt 80 Prozent der programmspezifischen Kosten für Flug und Unterkunft, mit einer maximalen Fördersumme von 10.000 Euro pro Startup. Mit dem Gender Bonus erhöht sich die Förderquote auf bis zu 90 Prozent. Teilnahmeberechtigt sind österreichische Mid- und Later-Stage-Startups aller Branchen, die folgende Kriterien erfüllen:

  • Erprobtes Geschäftsmodell mit ersten Markterfolgen (Kund:innen, Umsätze)
  • Bereits erfolgte Seed-Investition
  • Funktionierender Prototyp bzw. MVP
  • Einzigartiges Produkt oder Lösung
  • Gründung innerhalb der letzten sieben Jahre (kein hartes K.o.-Kriterium)
  • Konkretes Interesse an Internationalisierung mit Fokus auf Asien und an Vernetzung mit relevanten Stakeholdern

Die Bewerbungsphase für GO SHANGHAI 2027 läuft von 7. September bis 4. Oktober 2026. Interessierte Startups können sich über die Plattform aws Connect anmelden und ihr aktuelles Pitchdeck einreichen. Im Rahmen eines Online-Pitch-Events am 14. Oktober 2026 präsentieren die vorausgewählten Startups vor einer Jury aus nationalen und internationalen GIN-Partner:innen, jeweils zehn Minuten Pitch in Englisch plus Q&A. Die finale Auswahl wird spätestens zwei Wochen nach dem Pitch kommuniziert.


GO SHANGHAI 2027 ist ein Programm des Global Incubator Network Austria (GIN), der gemeinsamen Initiative von Austria Wirtschaftsservice (aws) und Österreichischer Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), und Teil von GO ASIA. Organisiert wird es in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Austria. Weitere Informationen zum aktuellen Call finden Startups hier: https://gin-austria.com/calls/goshanghai2027

Kontakt

Bei Fragen zu GO SHANGHAI oder zum Bewerbungsverfahren können sich Startups an folgenden Kontakt wenden:

My Yen Lau
Project Manager | GO ASIA
T +43 1 501 75 394
E [email protected] | [email protected]

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