12.05.2021

A1 möchte am Weg zur CO2-Neutralität bis 2030 die Zusammenarbeit mit Startups intensivieren

A1 setzt am Weg zur CO2-Neutralität bis 2030 auf die Zusammenarbeit mit Startups. Am Mittwoch kündigte A1-Chef Thomas Arnoldner am Rande einer Studienpräsentation an, dass der Mobilfunkanbieter aktiv nach innovativen Unternehmen mit Nachhaltigkeitslösungen sucht.
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A1
Direktorin EcoAustria, Monika Köppl-Turyna A1 Group CEO, Thomas Arnoldner | © A1/APA Ludwig Schedl

Ein ambitioniertes Klimaziel verfolgt der Telekomanbieter A1. Bis 2030 soll die gesamte Unternehmensgruppe C02-neutral werden. Am Weg zur CO2-Neutralität soll auch die Zusammenarbeit mit Startups forciert werden, die mit innovative Technologien einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das kündigte Thomas Arnoldner, CEO der A1 Telekom Austria Group, am Mittwoch im Rahmen einer Studienpräsentation zur „Digitalisierung und Klimawandel“ an. Mehr über die Ergebnisse der Studie, die von EcoAustria und dem Fraunhofer-Institut durchgeführt wurde, könnt ihr hier lesen.

A1 sucht Startups mit Nachhaltigkeitslösungen

„Wir suchen aktiv nach Startups und in unserem Suchraster spielen Nachhaltigkeitslösungen eine entscheidende Rolle“, so Arnoldner. A1 arbeitet bereits seit mehreren Jahren mit Startups aus dem In- und Ausland zusammen. Zentrale Drehscheibe dafür ist der sogenannte A1-Startup-Campus, über den Startups vom Know-How des Telekomanbieters profitieren sollen und im Idealfall zusätzliche Vertriebskanäle für ihre Produkte und Dienstleistungen aufbauen.

Als Beispiel für eine gelungene Kooperation mit Startups, die mit ihrer Technologie einen Beitrag für den Klimaschutz leisten, nannte Arnoldner Invenium. Das ursprüngliche TU Graz-Spinoff hat sich auf die Analyse von Bewegungsströmen mit Hilfe von anonymisierten Mobilfunkdaten spezialisiert und kann so auch Mobilitätsströme optimieren. Erst Anfang des Jahres erfolgte ein Teilexit an A1.

Im B2C-Bereich verwies der A1-Chef auf die Zusammenarbeit mit dem steirischen Startup EET, das eine Photovoltaik-Anlage für private Haushalte namens SolMate auf den Markt gebracht hat. Die Anlage kann bis zu 20 Prozent der Stromkosten und 6700 Kilogramm CO2 einsparen. Über die Partnerschaft mit dem Mobilfunkanbieter erfolgt der Vertrieb über ausgewählte A1-Shops.

Kooperation mit Glacier und European Green Digital Coalition

Zudem kooperiert der Telekommunikationsanbieter mit dem Wiener Impact-Startup Glacier, das sich auf CO2-Reduktionslösung spezialisiert hat, und ist auch eines der 26 Gründungsmitglieder der European Green Digital Coalition. Im Rahmen dieser Initiative verpflichten sich Unternehmen laufend über ihre Fortschritte im Bereich der CO2-Reduktion, Energie-Effizienz und Kreislaufwirtschaft zu berichten.

Als Beispiele für unternehmensinterne SDG-Aktivitäten nannte der A1-Chef das Recycling von Endgeräten oder das Betreiben eines eignen Photovoltaik-Parks. Zudem setzt das Unternehmen auf Künstliche Intelligenz, um den Stromverbrauch bei Mobilfunkstationen der tatsächlichen Auslastung anzupassen.


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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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