20.02.2024

9am.health: Startup des mySugr-Gründers holt weitere 9,5 Mio. US-Dollar

Das HealthTech-Startup 9am.health rund um Frank Westermann und Anton Kittelberger "erweitert seine Series A-Finanzierungsrunde".
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Frank Westermann und Anton Kittelberger sind die Co-CEOs von 9am.health
Frank Westermann und Anton Kittelberger sind die Co-CEOs von 9am.health | (c) 9am.health

Schon einmal haben Frank Westermann und Anton Kittelberger bewiesen, dass eine digitale Lösung zur Erleichterung des Alltags mit Diabetes einen starken Business -Case darstellt. Westermann war 2012 einer der Gründer des Wiener Startups mySugr, Kittelberger war später CEO von diesem. 2017 gelang damit einer der bis dahin größten Exits der heimischen Startup-Geschichte an den Schweizer Pharma-Riesen Roche. Seit mittlerweile drei Jahren versuchen die beiden mit dem zunächst auf Diabetes Typ 2 spezialisierten Startup 9am.health mit Hauptsitz in den USA, das sie mit Paul Geevarghese und Bernhard Schandl gegründet haben, das bereits Erreichte zu übertreffen.

Corporate VC von Versicherer übernimmt Lead in 9am.health-Finanzierungsrunde

Gleich im Gründungsjahr 2021 holte 9am.health dazu ein Millioneninvestment, 2022 folgte eine Series A-Finanzierungsrunde über 16 Millionen Euro. Nun nahm das Startup weitere 9,5 Millionen US-Dollar auf, wie die US-News-Seite BNN berichtet – nach eigener Darstellung in einer „Erweiterung“ der erwähnten Series A-Runde, sprich: wohl zur selben Bewertung, wie vor fast zwei Jahren. Den Lead übernahm dabei Cigna Group Ventures, der auf HealthTech spezialisierte Corporate VC eines US-Versicherers.

Angebot geht mittlerweile über Diabetes hinaus

Mittlerweile hat 9am.health sein Konzept über Diabetes Typ 2 hinaus auf weitere Felder in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erweitert. Dabei können Nutzer:innen mit der App einen persönlichen Plan erstellen, Labortests arrangieren, Medikamentenverschreibungen bekommen und sich persönliche Beratung holen.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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