10.12.2019

4Pioneers: Pioneers kommt als Event-Tag beim 4Gamechangers 2020 zurück

Nachdem im Juli dieses Jahrs das Aus für die Pioneers-Events verkündet wurde, steht nun ein neues Konzept: Der 4Startups-Tag des 4Gamechangers wird 2020 zum "4Pioneers Day". Das Festival dauert kommendes Jahr erstmals vier Tage lang.
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4Pioneers: Pioneers kommt als Event-Tag beim 4Gamechangers 2020 zurück
(c) startup300: Oliver Csendes, COO startup300 und Nina Kaiser, Co-Founder 4Gamechangers

„Aus wirtschaftlichen Gründen“ verkündete Inhaber startup300 dieses Jahr im Juli das Aus für die Pioneers-Events. Seitdem gab es Spekulationen, ob und in welcher Form das Format wiederbelebt wird – so gab es auch Gerüchte zu einem Neustart in der startup300-Heimat Linz. Nun wurde ein zumindest erster Schritt verkündet: Das Format wird kommendes Jahr ins 4Gamechangers in Wien integriert. Als 4Pioneers-Tag macht es den Start des erstmals viertägigen Festivals und ersetzt den „4Startups Day“. Bereits 2019 hatte es eine Kooperation gegeben.

+++ 4gamechangers 2020: 72 Stunden für Aufbau eines Klimaschutz-Startups +++

4Pioneers: „bewährte und bekannte Inhalte des Pioneers Main Events“

„Die Besucher erwarten bewährte und bekannte Inhalte des Pioneers Main Events, das viele Jahre in der der Wiener Hofburg stattgefunden hatte, sowie aus der Erfolgssendung 2 Minuten 2 Millionen und dem 4Startups Day der vergangenen Jahre“, heißt es dazu in einer Aussendung. Geplant seien Pitching-Sessions, Startup-Open-Mics, Startup-Corporate-Collaboration-Formate und „Match & Meets“. Mit dem 4Pioneers Day wende man sich vor allem an Startups, KMU, potenzielle Gründer, VCs, Business Angels, Studenten, innovative Unternehmen und Interessierte, die Zugang zum Startup-Ecosystem suchen.

Csendes: „Neue Konzepte mit neuen Partnern“

„Als wir im Sommer das Pioneers Flagship Event in der Wiener Hofburg pausiert hatten, hat das für großes Aufsehen in der Startup Community gesorgt. Wir haben schon damals betont, dass wir an neuen Konzepten mit neuen Partnern arbeiten und nicht generell das Thema ‚Event‘ für uns streichen“, kommentiert startup300 COO Oliver Csendes, ehemals Pioneers-Geschäftsführer. Nun baue man daher die bereits gute Zusammenarbeit mit ProSiebenSat.1 Puls 4 aus. „Startups sind ein wichtiger Teil des Innovations-Ecosystems und Pioneers hat jahrelange internationale Expertise in dieser Branche“, sagt 4Gamechangers Co-Founder Nina Kaiser.

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Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Im Juli gab das Welser Scaleup Reploid bereits vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 bekannt, wie brutkasten berichtete. Und große Überraschungen gibt es im nun veröffentlichten kompletten Jahresbericht bei den damals genannten Kennzahlen keine:

Der Umsatz stieg demnach von 5,1 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 37,9 Millionen Euro im Jahr 2025, das Betriebsergebnis (EBIT) von 1,1 Millionen auf 12,6 Millionen Euro. Die Bilanzsumme wuchs von 7,7 Millionen auf 48,3 Millionen Euro und das Eigenkapital von 4,7 Millionen auf 19,2 Millionen Euro (jeweils zum Stichtag 31.12.). Unterm Strich stehen 9,4 Millionen Euro Gewinn.

Österreichs Scaleup-Musterschüler?

Die Zahlen sprechen für sich, will man meinen. Ist Reploid also Österreichs Scaleup-Musterschüler, dem starkes Wachstum auf allen Ebenen bei steigender Profitabilität gelingt? Ein genauer Blick in den Jahresbericht abseits der Zahlen, die es in die begleitende Presseaussendung geschafft haben, zeigt ein deutlich differenzierteres Bild.

Hoher Gewinn trifft tief negativen Cashflow

In der Presseaussendung nennt Reploid Umsatz, Betriebsergebnis, Bilanzsumme und Eigenkapital. Der Jahresüberschuss und vor allem die Cashflow-Rechnung finden sich nur im vollständigen Bericht. Und dort zeigt sich, dass die Ertragszahlen deutlich von der tatsächlichen Kassenlage abweichen: Dem ausgewiesenen Gewinn von 9,4 Millionen Euro steht ein Minus von nicht weniger als 6,5 Millionen Euro beim operativen Cashflow gegenüber. Hinzu kamen Abflüsse für Investitionen von rund 6,1 Millionen Euro. Diesen Geldbedarf deckte das Scaleup mit frischem Geld von außen: Über Eigenkapitaleinzahlungen von Investoren sowie neue Kredite holte man sich 2025 insgesamt 12,4 Millionen Euro. Mit Stichtag 31.12.2025 lag der ausgewiesene Kassenbestand bei rund 6.000 Euro, also eine „schwarze Null“.

Große offene Forderungen mit Unsicherheitsfaktor im Umsatz

Ein wesentlicher Grund für diese Schere zwischen dem verbuchten Gewinn und dem tatsächlichen Kassenstand liegt in den Verträgen für die Insektenmastanlagen, die das Scaleup für seine Kunden baut. Zwar verbuchte Reploid einen Rekordumsatz von 37,9 Millionen Euro, wartete zum Bilanzstichtag jedoch noch auf erhebliche Kundenzahlungen: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen standen netto, also bereits nach Abzug von Wertberichtigungen, mit rund 18,6 Millionen Euro in der Bilanz.

Ein Unsicherheitsfaktor: Viele Kunden müssen vertraglich erst zahlen, wenn ein behördlicher Baubescheid für die jeweilige Anlage vorliegt. Da Fälligkeit und Zahlungszeitpunkt vieler Forderungen damit unsicher sind, musste Reploid den Wert seiner Forderungen drastisch korrigieren. Zum Bilanzstichtag summierten sich die Wertberichtigungen auf 13,8 Millionen Euro, wovon allein 12,1 Millionen Euro das operative Ergebnis des Jahres 2025 als Aufwand belasteten. Wegen dieser Unsicherheiten stufte der Prüfer Deloitte die Werthaltigkeit der Forderungen im Bericht als „besonders wichtigen Prüfungssachverhalt“ ein.

Viele Geschäfte im eigenen Firmennetzwerk

Auffällig ist zudem eine enge Verflechtung im eigenen Firmennetzwerk. Zu den offenen Kundenforderungen kommen weitere Forderungen von rund 6,5 Millionen Euro gegenüber Tochtergesellschaften, davon rund 2 Millionen Euro aus Lieferungen und Leistungen und der Rest aus Finanzierungen und Verrechnungen, sowie von rund 5,3 Millionen Euro gegenüber Beteiligungsunternehmen der Gruppe. Die Forderungen gegenüber den eigenen Töchtern mussten dabei bereits mit 5,5 Millionen Euro wertberichtigt werden, das entspricht rund 46 Prozent ihres ursprünglichen Werts.

Zusätzlich stiegen die Vermögenswerte durch ein von einer Tochterfirma erworbenes Patentrecht im Wert von knapp 4,8 Millionen Euro. Frisches Geld von außen brachte dieser interne Deal freilich nicht. Zum Stichtag standen zugleich Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von knapp 6 Millionen Euro aus Verrechnungen in den Büchern.

„Kleine Kapitalgesellschaft“ Reploid muss keinen Konzernabschluss vorlegen

Ein weiterer auffälliger Punkt betrifft die Transparenz. Die Bilanzsumme wuchs von 7,7 Millionen auf 48,3 Millionen Euro, die Belegschaft auf Gruppenebene lag per Ende 2025 bei 109 Mitarbeitenden. Dennoch ist das Unternehmen formell weiterhin als „kleine Kapitalgesellschaft“ eingestuft. Zudem greifen laut Bericht die größenabhängigen Befreiungstatbestände des § 246 UGB: Reploid muss daher keinen Konzernabschluss aufstellen. Das tatsächliche Gesamtbild der Finanzen aller in- und ausländischen Tochterfirmen bleibt für die Öffentlichkeit damit teilweise intransparent. Die im aktuellen Bericht veröffentlichte Beteiligungsliste weist jedenfalls bei mehreren Tochtergesellschaften Verluste aus, was das Gesamtbild schärft.

Normaler Vorgang, außergewöhnliche Transparenz

Dass bei derartigem Wachstum ein hoher Kapitalbedarf besteht und es finanzielle Risiken und Unsicherheitsfaktoren gibt, ist bei Scaleups freilich völlig normal. Und auch dass bei den kommunizierten Zahlen eine Auswahl getroffen wird, die das Unternehmen gut dastehen lässt, ist gang und gäbe. Der Unterschied liegt freilich darin, dass Reploid als börsennotiertes Unternehmen höhere Transparenzpflichten hat. Es notiert seit Juli 2025 im direct market plus der Wiener Börse. Für Beobachter:innen bietet Reploids Jahresabschluss 2025 in Kombination mit der Presseaussendung jedenfalls ein spannendes Anschauungsobjekt, wie man mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen hantieren kann.

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4Pioneers: Pioneers kommt als Event-Tag beim 4Gamechangers 2020 zurück

„Aus wirtschaftlichen Gründen“ verkündete Inhaber startup300 dieses Jahr im Juli das Aus für die Pioneers-Events. Nun wurde ein zumindest erster Schritt verkündet: Das Format wird kommendes Jahr ins 4Gamechangers in Wien integriert. Als 4Pioneers-Tag macht es den Start des erstmals viertägigen Festivals und ersetzt den „4Startups Day“. „Die Besucher erwarten bewährte und bekannte Inhalte des Pioneers Main Events, das viele Jahre in der der Wiener Hofburg stattgefunden hatte, sowie aus der Erfolgssendung 2 Minuten 2 Millionen und dem 4Startups Day der vergangenen Jahre“, heißt es dazu in einer Aussendung. Geplant seien Pitching-Sessions, Startup-Open-Mics, Startup-Corporate-Collaboration-Formate und „Match & Meets“. „Startups sind ein wichtiger Teil des Innovations-Ecosystems und Pioneers hat jahrelange internationale Expertise in dieser Branche“, sagt 4Gamechangers Co-Founder Nina Kaiser.

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