14.12.2022

4Gamechangers: Datum für 2023 steht fest

Unter dem Motto "The Power of Cooperation" veranstalten ProSiebenSat.1 PULS 4 Gruppe und der ORF das diesjährige 4Gamechangers-Festival vom 15. bis 17. Mai in der Marx-Halle in Wien.
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ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, 4Gamechangers-Director Nina Kaiser und ProSiebenSat1-PULS4-Geschäftsführer Markus Breitenecker
ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, 4Gamechangers-Director Nina Kaiser und ProSiebenSat1-PULS4-Geschäftsführer Markus Breitenecker | Foto: © Monika Fellner

Das 4Gamechangers-Festival in Wien gilt als Fixpunkt in der heimischen Innovationsszene. Ausgerichtet wird es von der ProSiebenSat1 PULS4 Gruppe, seit diesem Jahr ist – wie berichtet – aber auch der ORF als Co-Veranstalter mit dabei. Auch 2023 bleibt diese Kooperation aufrecht. Die beiden Medienunternehmen haben nun erste Details für das kommende Jahr bekanntgegeben: Abgehalten wird das Festival vom 15. bis 17. Mai in der Marx-Halle in Wien – und zwar unter dem Motto „The Power of Cooperation“. Übertragen wird das Festival auf PULS24, im ORF und über die Streaming-App ZAPPN.

Die Veranstalter versprechen für dieses Jahr „ein außergewöhnliches Festival-Programm mit nationalen und  internationalen Top-Stars, hochkarätigen Persönlichkeiten und Speaker:innen sowie innovativen Keynotes und spannenden Panels“.  Bekannt sind bereits fünf inhatliche Schwerpunkte: Digitalisierung und Medien, Female Power, Sustainability, Entrepreneurship sowie Arbeitswelt & Bildung.

ORF-Generaldirektor sieht „Stärkung des Medienstandorts“

„Im letzten Jahr hat 4Gamechangers durch die Co-Partnerschaft mit dem ORF auch eine medienpolitische Hürde aus dem Weg geräumt“, wird ProSiebenSat1-PULS4-Geschäftsführer Markus Breitenecker in einer Aussendung zitiert. Man arbeite partnerschaftlich an der Vision, Menschen zusammenbringen, die die Welt verbessern wollen, um ihnen und den relevanten Themen unserer Zeit die große Bühne zu bieten. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann wiederum sieht in der Zusammenarbeit „einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung und Stärkung des Medienstandortes Österreich“.

Earlybird-Tickets für 2023 sind ab sofort über die Website des Festivals erhältlich. In diesem Jahr verzeichnete das 4Gamechangers-Festival 4.000 Gäste. Zu den Speaker:innen zählten unter anderem der Schauspieler George Clooney, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Das dreitätige Festival fand im dieses Jahr zwei Tage virtuell und einen Tag in der Marx-Halle statt.

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Wir sprachen zur Paketabgabe mit (vl.) Johannes Braith, Petra Dobrocka und Georg Weiss | (c) brutkasten / byrd / quivo / Hintergrund / (c) RoseBox via Unsplash
Wir sprachen zur Paketabgabe mit (vl.) Johannes Braith, Petra Dobrocka und Georg Weiss | (c) brutkasten / byrd / quivo / Hintergrund / (c) RoseBox via Unsplash

Bereits seit der Veröffentlichung des Ministerialentwurfs zu einer neuen Paketsteuer im Mai trifft diese in der öffentlichen Diskussion auf Kritik. Vorgesehen ist eine Abgabe von zwei Euro pro zugestelltem Paket, die ab dem 1. Oktober 2026 von großen Online-Handelsplattformen mit einem Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro eingehoben werden soll. Nachdem das vorparlamentarische Begutachtungsverfahren zum Gesetzesentwurf am 26. Mai 2026 offiziell geendet hat, geht die Vorlage im nächsten Schritt in die Debatte und finale Abstimmung im Nationalrat.

Mit den prognostizierten Einnahmen von jährlich rund 280 Millionen Euro will die Bundesregierung die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel teilweise gegenfinanzieren. Zudem wolle man den lokalen stationären Handel gegenüber den internationalen E-Commerce-Riesen stärken, so die Argumentation. Und auch der Umweltschutzaspekt wird seitens der Regierung ins Treffen geführt. Diese Begründung lassen viele Kritiker:innen aber nicht gelten.

Dobrocka: „wird nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben“

Auch unter Gründer:innen heimischer Startups und Scaleups im Logistik-Bereich, die für brutkasten erreichbar waren, herrscht breite Ablehnung gegenüber der Paketabgabe. Dabei ist es nicht die Zielsetzung, die kritisiert wird. „Grundsätzlich finde ich es begrüßenswert über Maßnahmen zu diskutieren, die den österreichischen Markt vor einer Flut an ausländischen Sendungen schützen und österreichische Unternehmer stärken. Aber diese Maßnahme tut das nicht“, meint etwa Petra Dobrocka, Co-Founderin und CCO des Wiener Logistik-Scaleups byrd. „Selbst wenn ein heimischer Händler die Ware in Österreich verpackt und mit der österreichischen Post an einen österreichischen Kunden schickt: Sobald der Verkauf über einen Marktplatz wie Amazon läuft, greift die Steuer.“ Die Maßnahme werde letztlich „nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben.“

Braith: „Emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen“

Ähnlich argumentiert auch Storebox-Co-Founder und CEO Johannes Braith. Er führt zusätzlich eine ökologische Perspektive ins Treffen. „Wir brauchen aus meiner Sicht weniger Symbolpolitik und mehr intelligente Steuerung. Wenn Politik Lenkungswirkung ernst meint, dann sollte sie emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen und nicht pauschal jede Form des Versandhandels verteuern“, so der Gründer. Das Gesetz unterscheide nämlich zu wenig zwischen emissionsintensiven und emissionsarmen Zustellmodellen. Klassische Haustürzustellung sei ineffizient und verursache Retourenverkehr und Parkdruck, meint Braith und führt Click-&-Collect-Modelle mit gebündelter Anlieferung ins Treffen, wie sie auch sein Unternehmen umsetzt.

Weiß: EU-Regelung statt „Alleingang“

Georg Weiß, Co-Founder und CEO des Wiener Logistik-Scaleups Quivo, würde in dem Zusammenhang lieber eine europäische Lösung sehen. „Auf EU-Ebene gibt es ja auch Vorschläge, etwa Zölle für Kleinpakete unter 150 Euro einzuführen, um den europäischen Markt vor Billigprodukten zu schützen. Das halte ich für die sinnvollere Maßnahme, als aus Österreich heraus einen Alleingang zu machen und eine Zwei-Euro-Paketgebühr einzuführen“, so der Gründer gegenüber brutkasten.

AustrianStartups: Nachteile für Startups und Scaleups befürchtet

Kritik an der Paketsteuer kommt auch von AustrianStartups. „Wer Österreich als Innovationsstandort stärken will, kann nicht gleichzeitig die Vertriebskanäle innovativer Unternehmen im E-Commerce belasten. In der aktuellen Form würde der Entwurf vor allem Startups, Scaleups und KMUs treffen, die über Plattformen verkaufen oder aus Österreich versenden“, meint man dort. Auch befürchtet man potenzielle Probleme für Scaleups in der Branche, weil ein gleitender Übergang bei der Umsatzschwelle fehle: „Für Scaleups, die gerade die 100-Millionen-Euro-Grenze überschreiten, bedeutet das einen abrupten Kostenschock in genau der Phase, in der sie skalieren wollen.“

Kaminski: „Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll“

Zudem hebt AustrianStartups eine besondere Problematik im Secondhand- und Refurbishment-Bereich hervor und zitiert dazu refurbed-Co-Founder Kilian Kaminski: „Bei einem refurbishten iPhone beispielsweise ist der Produktpreis zwar relativ hoch, aber die Marge für Refurbisher ist sehr gering. So eine Abgabe kann nicht einfach weitergegeben werden. Das Resultat: Preise im Reuse-Bereich steigen, neue Billigwaren nicht. Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll. Falls die Abgabe kommt, braucht es zwingend eine Ausnahmeregelung für Secondhand und Refurbished.“

AustrianStartups forderte daher bereits im Mai „eine Rücknahme des Entwurfs in seiner aktuellen Form“. Sollte dies nicht passieren jedenfalls aber eine „Prüfung eines EU-weiten Rahmens statt eines österreichischen Alleingangs“ und eine Ausnahmeregelung für Secondhand, Refurbished und Reuse.

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