27.11.2025
EU-REGULIERUNG

21bitcoin: Salzburger Startup erhält MiCAR-Lizenz

Die aus Salzburg stammende Bitcoin-Plattform 21bitcoin rund um die beiden Gründer Dominik Seibold (CTO) und Daniel Winklhammer (CEO) hat eine wichtige Lizenz der Finanzmarktaufsicht (FMA) erhalten.
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die 21bitcoin-Gründer Dominik Seibold und Daniel Winklhamme
die 21bitcoin-Gründer Dominik Seibold und Daniel Winklhammer | Foto: 21bitcoin

Sie ermöglicht es Krypto-Unternehmen, ihre Dienstleistungen im gesamten EWR-Raum – und damit potenziell 500 Mio. Menschen – anzubieten: die MiCAR-Lizenz (Markets in Crypto-Assets Regulation) für Crypto Asset Service Provider (CASP). Beantragt wird sie bei den nationalstaatlichen Behörden und in Österreich haben sie unter anderem Bitpanda, ByBit oder erst im Oktober der Schweizer Anbieter CryptoNow erhalten. Nun kommt erstmals in Österreich auch ein Bitcoin-Only-Unternehmen dazu: Die Salzburger FIOR Digital GmbH, besser bekannt unter dem Namen der von ihr betriebenen Plattform 21bitcoin.

„Wir haben uns über die letzten Jahre hinweg extrem stark entwickelt und sehen vor uns eine der spannendsten Phasen unserer bisherigen Unternehmensgeschichte. Mit der MiCAR-CASP-Lizenz öffnen wir nicht nur den europäischen Markt, sondern auch die traditionelle Finanzwelt für Bitcoin. Unser Ziel ist es, 21bitcoin als den ersten Anbieter eines ganzheitlichen Bitcoin-Finanzökosystems in Europa zu etablieren“, kommentierte Daniel Winklhammer, Gründer und CEO von 21bitcoin, den Erhalt der Lizenz in einer Aussendung.

100.000 Kunden und Handelsvolumen von 500 Mio. Euro

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 100.000 Kunden und weist ein Jahres-Handelsvolumen von 500 Millionen Euro auf. Neben dem Standort in Salzburg gibt es zwei weitere in Wien und München. Umsatz und Nutzerzahl hätten sich in den vergangenen zwei Jahren „mehr als verzehnfacht“, wie 21bitcoin schreibt. Mit der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte hat das Unternehmen seit 2023 einen Investor aus der traditionellen Finanzbranche (brutkasten berichtete)

Mit dem Erhalt der Lizenz kommunizierte das Unternehmen auch einen Ausblick auf 2026: Geplant sind unter anderem Bitcoin-besicherte Kredite, die mit Anteilseigner Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte sowie mit Sopra Financial Technology umgesetzt werden. Den Start dieses Pilotprojekts hatte das Unternehmen bereits im Oktober angekündigt (brutkasten berichtete). Daneben arbeitet 21bitcoin auch einer an Whitelabel-Lösung, die sich an Banken und Finanzdienstleister richten soll.

Außerdem will man künftig auch Bitcoinkäufe speziell für Unternehmen anbieten, wie es etwa auch der Grazer Konkurrent Coinfinity bereits macht (brutkasten berichtete). Mit „21Private Service“ bietet 21bitcoin zudem eine Lösung speziell für vermögende Privatkunden ab einer Investitionssumme von 100.000 Euro, auf die man „weiterhin einen besonderen Fokus“ legen will.

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Deepentix
© tecnet equity - (v.l.) Investor Kambis Kohansal Vajargah, Endri Deliu, Morteza Amini und Altan Nar (alle Deepentix) sowie Peter Buchinger (tecnet equity).

Das NÖ-Startup Deepentix hat eine Enterprise-KI-Plattform entwickelt, die Unternehmen dabei unterstützen soll, aus Dokumenten wie Studien, Patenten oder internen Berichten einen sogenannten Wissensgraphen aufzubauen – ein Netzwerk aus Fakten und ihren Beziehungen. Dadurch lassen sich Antworten einer Künstlichen Intelligenz bis zum exakten Satz im Ursprungsdokument zurückverfolgen. Gerade in stark regulierten Branchen sei dies entscheidend, weil Aussagen jederzeit belegt und geprüft werden müssen.

Deepentix: Unternehmensdaten in Graphen überführen

Zielgruppe sind etwa Unternehmen in Branchen wie Pharma, Medizintechnik, Versicherungen oder Banken, die täglich mit großen Mengen an Studien, Patenten, Normen und internen Berichten arbeiten. Klassische generative KI liefere dazu zwar schnelle Antworten, könne deren Herkunft jedoch oft nicht lückenlos belegen. Genau hier möchte Deepentix ansetzen und unstrukturierte Unternehmensdaten in einen Wissensgraphen überführen – im Sinn einer nachvollziehbaren Wissensbasis für KI-Anwendungen.

„Wenn Mitarbeitende einer KI blind vertrauen müssen, weil sie deren Antworten nicht überprüfen können, ist das gerade in sensiblen Bereichen ein echtes Risiko. Genau dieses Vertrauensproblem lösen wir, indem wir jede Antwort bis zu ihrem Ursprung im Dokument sichtbar machen“, erklärt Morteza Amini, Mitgründer und CEO von Deepentix.

Mehrere Sprachmodelle

Der Aufbau von Wissensgraphen erfolge Deepentix nach häufig im Rahmen aufwendiger Beratungsprojekte oder über standardisierte Lösungen, die sich nur begrenzt auf einzelne Fachbereiche zuschneiden lassen. Bei Unternehmen, die ihre sensiblen Daten selbst kontrollieren und gleichzeitig präzise Ergebnisse benötigen, stoße dieser Ansatz oft an seine Grenzen. Aus diesem Grund entwickelte das Startup kein Beratungsprojekt für einzelne Kunden, sondern ein Werkzeug, mit dem Unternehmen Wissensgraphen selbst erstellen, betreiben und an ihre Anforderungen anpassen können.

Dabei setzt die Plattform nicht auf ein einziges großes KI-Modell aus der Cloud, sondern auf mehrere kleine, spezialisierte Sprachmodelle, die gezielt auf einzelne Fachbereiche wie Pharma oder Banken trainiert werden. Dadurch sollen die Ergebnisse präziser werden, während die Modelle bei Bedarf direkt auf den eigenen Servern der Unternehmen betrieben werden können.

Dafür gab es nun eine Pre-Seed-Finanzierung in sechsstelliger Höhe, an der sich tecnet equity, der internationale Frühphaseninvestor Rockstart sowie der Business Angel Kambis Kohansal Vajargah beteiligt haben. Das frische Kapital soll vor allem in Forschung und Entwicklung sowie in den Ausbau erster Pilotprojekte in regulierten Branchen fließen.

Deepentix baut Wissensnetz

„Wir verstehen uns nicht als Berater, die für einzelne Kunden ein Wissensnetz bauen, sondern als Technologieanbieter, der Unternehmen die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten und Modelle gibt“, so Amini weiter. „Mit tecnet equity, Rockstart und Business Angel Kambis Kohansal Vajargah haben wir Partner an Bord, die den Weg von Deep-Tech-Startups aus erster Hand kennen. Das gibt uns nicht nur Kapital, sondern auch Zugang zu Netzwerk und Erfahrung, um in dieser Phase die richtigen Schritte zu setzen.“

Peter Buchinger, Investment Associate bei tecnet equity, ergänzt: „Uns hat neben der Technologie vor allem das stark aufgestellte Gründerteam von Deepentix überzeugt. Die Kombination aus wissenschaftlichem Hintergrund und Erfahrung in internationalen Unternehmen war ausschlaggebend, in dieser frühen Phase zu investieren.“

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