18.02.2020

2 Minuten 2 Millionen Folge 3: Gschwandtner folgt Gründern hinter die Bühne

In der dritten Folge der aktuellen Staffel von "2 Minuten 2 Millionen" ging es um frische Luft, Dosen nageln und Zwiebel-Sauger. Zudem nahm sich ein Juror aus dem Investoren-Rennen, obwohl er auf einen Deal hoffte, während ein Gründer gleich mit zwei unterschiedlichen Angeboten Heim ging.
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2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) PULS 4/Gerry Frank - Das Getränke-Startup frank juice von Marco Gariboldi und Daniel Andreoli bekam bei der Beratung Unterstützung von Ex-Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner.
kooperation

Die Ersten in der dritten Folge der aktuellen Staffel von „2 Minuten 2 Millionen“ waren Ulrike Bergmann und Karin Breiteneder, die Gründerinnen von HauDrauf – der brutkasten berichtete im Vorfeld. Bei ihrem Produkt handelt es sich um ein „nachhaltiges“ Spiel, welches das Alu-Müllvolumen verringern soll. Es funktioniert ähnlich wie „Nageln“, nur das statt einem handelsüblichen Nagel Getränkedosen mit einem Hammer bearbeitet werden. Damit würden die Aluminium-Behälter um rund 80 Prozent verkleinert, so die Gründerinnen. Sie forderten für ihre „Dosenpresse“ 100.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile.

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HauDrauf: Skepsis überwiegt beim ersten 2 Minuten 2 Millionen-Pitch

Während dem Pitch der Gründerinnen gab es bereits so manchen skeptischen Blick der Juroren. Da half auch die Erklärung wenig, dass das Spiel für Veranstaltungen wie Festivals oder Zelt-Feste gedacht sei; und eine kleinere Version für Daheim. Nachhaltigkeitsexperte Martin Rohla zeigte sich sehr skeptisch, ob der Spaßfaktor lange anhalten würde, während Ex-Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner, Mediashop-Chefin Katharina Schneider und Winzer Leo Hillinger im Studio munter drauf loshämmerten und das Spiel ausprobierten.

2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) PULS 4/Gerry Frank – Nageln einmal anders: das Startup Hau Drauf soll Alu-Müllvolumen reduizieren.

400 HauDraufs pro Monat

Danach zweifelte Hillinger die Bewertung an, da das Startup erst am Anfang stehe und bis dato noch kein Produkt verkauft habe. Bergmann konterte mit eigens angestellten Überlegungen: Der Break-Even-Point solle mit einer Verkaufszahl von 200 Stück HauDraufs pro Monat bald erreicht sein. Sie wünsche sich, mit Hilfe eines Investors auf 400 verkaufte Stück im gleichen Zeitraum zu gelangen, was ihrer Rechnung nach eine EBIT Marge von 20 Prozent ergeben würde. Im deutsch-österreichischen Markt hielt sie dieses Vorhaben für realistisch.

„Kein Investment-Case“

Bau-Tycoon Hans Peter Haselsteiner unterbrach die Gründerin und zeigte eine andere Sichtweise auf: Er kenne das berühmte Nagelspiel zwar, wisse aber von Niemandem, der Zuhause einen solchen Holzstock hätte. Die Zielgruppe würde sich demnach nur auf Zelt- und Feuerwehr-Feste beziehen. Und mit diesem Wissen hätten die Gründerinnen auf eine Firmenbewertung kommen müssen, die nur einen Schluss hätte zulassen können: Jemanden zu bitten beim Vertrieb zu helfen und dafür eine großzügige Provision anzubieten, statt Geld dafür zu verlangen. „Ihr seid kein Investment-Case“ sagte er und ging als potentieller Investor dahin.

Mit Null Verkäufen keine Millionen-Bewertung

Rohla indes riet den Gründerinnen nochmal den Markt zu überdenken. So viele Zeltfeste im Monat gebe es in Österreich und Deutschland nicht. Auch er ging ohne Angebot. Schneider warf als Rat ein, ihr Produkt zuerst einem kleinen Test-Markt zu unterziehen und dann mit reellen Zahlen auf Investoren zuzugehen. Gschwandtner meinte, dass man mit Null Verkäufen keine Million-Bewertung ausrufen dürfe. Kein Deal für HauDrauf.

Zwiebolino: Mit Staubsauger gegen Tränen

Thomas Alföldi ist ein Erfinder. Seine erste Idee, ein „Autoscheiben-Innen-Reinigungsgerät“, verkaufte sich einst über 2,5 Millionen Mal. Mit seinem neuesten Produkt Zwiebolino kämpft er nun gegen Tränen in der Küche. Das Gerät saugt während dem Zwiebelschälen die entweichenden Schwefel-Gase des Lauchgewächses ab, bevor jene die Augen erreichen. Er und Sohn Matthias stellten im Studio den „Zwiebel-Staubsauger“ vor und forderten 200.000 Euro für 25 Prozent Beteiligung.

Zeit reif für Zwiebolino?

Der Gründer, der bereits zwei schwere Verkehrsunfälle überlebt hatte, erklärte, warum Zwiebolino bisher nicht verkauft wurde. Durch seine Schicksalsschläge habe er das Produkt zurückstellen und sich um die erste Erfolgsidee, das Auto-Reinigungsgerät, kümmern müssen. Nun scheine jedoch die Zeit reif, den Schwefel-Sauger auf den Markt zu bringen: Die Produktentwicklung sei ebenso abgeschlossen, wie auch der Werkzeugbau dafür. 6.000 Stück der Maschine lägen nun in seiner Garage bereit.

Gründer versucht Einstieg für 2 Minuten 2 Millionen-Juroren zu versüßen

Haselsteiner nannte anschließend den Zwiebolino einen „umgekehrten Fön“, bevor der Erfinder erklärte, wie seine hohe Firmenbewertung zustande komme. Sie richte sich nach den Umsätzen seiner GmbH namens Carwic, die den „Autoreiniger“ vertrieben und damit 3,5 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet hatte. Alföldi hatte diesen Trumpf längst im Ärmel und versicherte den Investoren, dass sie bei einem Einstieg auch an jedem weiteren Verkauf seines Erfolgsprodukts „partizipieren“ würden. Er sehe für Zwiebolino ähnliche Erfolgschancen.

Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) PULS 4/Gerry Frank – Thomas Alföldi (re.) versucht nach schweren Schicksalsschlägen mit seinem Unternehmen neu durchzustarten.

Vier weniger

Hillinger sagte dennoch als erster Investor ab. Auch Haselsteiner, der sich als Zwiebel Gourmet zeigte, ging ohne Angebot. Gschwandtner zweifelte am Produkt allgemein und gab ihm wenig Chancen. Rohla hingegen meinte, es gebe schon einen Markt für Zwiebolino, er könne aber persönlich Nichts als Hilfe beitragen. So blieb nur Katharina Schneider über.

Das alte Umsatz-Problem

Sie nannte das Produkt einen Problemlöser und meinte, es würde perfekt zu Mediashop passen. Allerdings könne sie keine 200.000 Euro investieren in eine Firma mit Null-Umsatz. Daraufhin gab der Gründer nicht auf und kämpfte.

Fehler eingesehen

Er wies daraufhin, dass das Investment bei 50.000 verkauften Zwiebolinos wieder drin wäre und seine erste Erfindung rund 300.000 Mal im Jahr über den Ladentisch gegangen war. Schneider betonte, man können nicht eine heutige Bewertung auf eine Firma, die vor mehreren Jahren Umsatz gemacht hatte, beziehen. Alföldi schien seinen Fehler einzusehen und meinte geknickt, er verstehe es.

Doch noch Partnerin gefunden

Just da schaltete sich Hillinger ein und meinte, die beiden Beteiligten sollten sich anderweitig einigen. Schlussendlich kam es zwischen dem Gründer und der Investorin zu einem 50.000 Euro Einmalinvestment, einer Vetriebskooperation plus einer Provision für jedes verkaufte Stück.

Bioxi: Gründer-Rückkehr zu 2 Minuten 2 Millionen

Der Dritte bei „2 Minuten 2 Millionen“ war ein alter Bekannter, der mit BMB-Schimmel bereits in der fünften Staffel einen Auftritt hatte. Gerhard Brandners Anti-Schimmel-Spray zog damals Schneider als Investorin mit 50 Prozent Anteile an Land. Dieses Mal war der Gründer mit Bioxi dabei – der brutkasten berichtete im Vorfeld.

Zwei Forderungen des Gründers

Dabei handelt es sich um einen probiotischen Luft-Erfrischer. Das Produkt mache die Luft sauber, ohne sie mit anderen Gerüchen zu überdecken. An Schwebeteilchen und Feinstaub anhaftende Mikroorganismen und Geruchsgeber würden oxidieren und zerstört werden. Die Luft würde im Anschluss isotonisch wieder aufgebaut. Gemeinsam mit Gattin Sabine und Duftdesigner Paul Divjak pitchte der Gründer im Studio und forderten für zehn Prozent Firmenanteile seiner Brandner Hygiene GmbH (inklusive Anti-Schimmel-Spray) 200.000 Euro oder für einen „Exit vom reinen Luft-Thema“ 150.000 Euro für 50 Prozent.

Schwer greifbar

Für Gschwandtner war das neuestes Produkt der einstigen Gewinner des „Energy Globe Award Niederösterreich“ und des „German Innovation Award 2018“ schwer greifbar. Die Gründer antworteten mit der vielfältigen Anwendungsmöglichkeit von Bioxi, etwa in der Küche oder in der Auto-Klimaanlage.

Kein Klospray 2.0?

Hillingers Vergleich von Bioxi mit einem „modernen Klospray“, ließen die Gründer nicht auf sich sitzen und meinten, der große Unterschied wäre, dass ein Toilettenspray den Geruch übertünche. Sie aber würden den Geruch entfernen. Etwa den Rauch einer Zigarette, wie Schneider feststellte.

Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) PULS 4/Gerry Frank – Das Bioxi-Team rund um Gründer Gerhard Brandner hofftd für seinen probiotischen Luft-Erfrischer auf ein Investment.

Besser ohne Investor?

Gschwandtner ging als erster. Er sah zu wenig Anwendungsmöglichkeiten im B2C-Bereich. Rohla wies danach darauf hin, dass es bei einem Umsatz von 750.000  Euro der Brandner Hygiene GmbH und mit 25 Prozent Profit – wie der Gründer offenbart hatte – klüger wäre, keinen Investor ins Boot zu holen. Sondern zu reinvestieren. Ähnlich hatte bereits sein Vorredner argumentiert.

Erstes 2 Minuten 2 Millionen Angebot weht herein

Hillinger hingegen wollte eine Unternehmensanalyse machen und wäre bei positivem Ausgang dabei. Konkreter wurde er nicht. Haselsteiner dagegen schon: Er bot 260.000 Euro für 26 Prozent Unternehmensanteile.

Haselsteiner deutet mehrere Finanzierungsrunden an

Die Gründer wollten wissen, ob es für sein Angebot Verhandlungsspielraum gebe. Der Bau-Tycoon erklärte, er würde diese Bewertung jetzt durchsetzen wollen, man könne als Startup, das mit ihm kooperiere aber davon ausgehen, dass es eine zweite und dritte Finanzierungsrunde gebe. Er sei ein Partner, auf dem man sich stützen kann. Außerdem, so Haselsteiner weiter, müsse der Erfolg bald absehbar sein: „Ich will ja nicht für meine Erben erfolgreich sein, sondern selbst genießen“.

Katharina Schneider war die letzte in der Runde. Sie sprang auf die zweite Möglichkeit an und bot die 150.000 Euro für 50 Prozent an Bioxi. Der Gründer nahm nach kurzem Überlegen beide Deals an.

+++ Soundhorn-Gründerin Zita Martus: “Verhandlungen mit 2Min2Mio-Investoren laufen noch” +++

frank juice: 300.000 Euro für fünf Prozent Anteile?

Die nächsten bei „2 Minuten 2 Millionen“ waren Daniel Andreoli und Marco Gariboldi. Sie haben mit frank juice kaltgepresste, nicht pasteurisierte Frucht- und Gemüsesäfte entwickelt. Das Duo, das 2019  über drei Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete, verzichtet während des Herstellungsprozesses auf Hitze, wodurch der Saft wie frisch gepresst schmecken soll. Ihre Forderung: 300.000 Euro für fünf Prozent Anteile.

N26-Gründer und Prokop als Gast-Juroren

Bei ihrem Pitch waren diesmal zwei Gast-Investoren in der Jury. Maximilian Tayenthal, Mitgründer von N26 und Heinrich Prokop. Sie hörten, wie die beiden pitchenden Deutschen mit ihrem Saft ein Produkt entwickelt haben, bei dem man mehrere Tage auf feste Nahrung verzichtet und sich ausschließlich auf ihre Saftkuren stützt. Auch Suppen und ein Shot-Konzept befinden sich im Sortiment des Startups. Um die komplette Nahrung zu ersetzen, sollten sechs Flaschen pro Tag konsumiert werden.

2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) PULS 4/Gerry Frank – Florian Gschwandtner, hier im Bild mit N26-Co-Founder und Gast-Juror Maximilian Tayenthal, hoffte auf ein Investment für frank juice.

„Wäre billiger gewesen“

Leo Hillinger erwähnte, dass er die beiden Gründer von einem anderen Pitch kenne und er bereits damals hätte einsteigen sollen. Prokop darauf: „Das wäre billiger gewesen“. Der Gast-Juror hakte nach, ob man denn auf die PET-Flaschen verzichten könne. Die Gründer merkten an, dass ihr Produkt-Behälter zu 50 Prozent recyclebar sei und sie auf ihrer Online-Plattform einen kostenlosen Rückversand der Plasitkflaschen anbieten würden.

REWE-Ticket für frank juice

Während dieses Gesprächs meldete sich Trendmanager Markus Kuntke per Zuschaltung zu Wort. Er verteilte an die erfreuten Gründer ein REWE-Startup-Ticket und bewirkte, dass der „Druck“ auf die Investoren einzusteigen, anstieg.

Gschwandtner bereits Teilhaber von frank juice

Interessanter Aspekt dieses Auftritts war, dass Florian Gschwandtner und der Food & Beverage VC Square One Foods, an dem der Juror beteiligt ist, bereits in das Getränke-Startup investiert sind, wie der brutkasten berichtete. Dies machte der Ex-Runtastic-Gründer öffentlich, nahm sich somit aus dem Rennen, da er bereits dabei sei und hoffte auf einen weiteren Investor für das Startup.

500.000 für 2,5 Prozent Anteile?

Dennoch stiegen Prokop und Rohla aus. Der erste, weil ihm die Forderung zu teuer war, der zweite sah das Startup bereits „zu weit“, um helfen zu können. Mitten in der Diskussion zwischen ihm und Hillinger schaltete sich Daniel Zech von Seven Ventures zu, der auch heuer wieder Medienbudget verteilt. Er bot eine halbe Million Euro für 2,5 Prozent Beteiligung.

Zwei Angebote und Gelächter bei 2 Minuten 2 Millionen

Und es ging weiter: Tayenthal fand sowohl die Idee als auch das Team gut und bot danach 100.000 Euro für 1,67 Prozent. Als der N26-Mitgründer erklärte, warum er die hohe Bewertung akzeptiere, gab Hillinger preis, dass er eigentlich die 300.000 gewünschten Euro für zehn Prozent bieten wollte. Dies führte zu allgemeinem Gelächter und Hillinger tat es Tayenthal gleich: zweites Angebot von 100.000 Euro für 1,67 Prozent.

Verfolgt von Gschwandtner…

Mit insgesamt drei Angeboten – plus dem Startup-Ticket im Schlepptau gingen sich die beiden Gründer beraten. Doch sie blieben nicht allein. Ein Novum in der Show: Juror Florian Gschwandtner gesellte sich als bestehender Teilhaber dazu und diskutierte mit. Das Ergebnis: Die Gründer nahmen den N26-Co-Founder Tayenthal und Hillinger mit ins Boot, lehnten aber das Angebot von Daniel Zech ab. Sie würden sich noch nicht bereit fühlen.

+++Update zum Investment in Frank Juice+++

Bad Boy: Männer-Masken bei 2 Minuten 2 Millionen

Den Abschluss dieser Folge von „2 Minuten 2 Millionen“ machte Patrick Sator. Sein Produkt Bad Boy sind Gesichtstuchmasken mit Schaum-Effekt speziell für Männerhaut. Die Masken werden laut Gründer mit natürlichen Essenzen und ohne chemischen Konservierungsstoffen hergestellt. Er forderte für seine Männer-Kosmetik 200.000 Euro für 25 Prozent.

Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) PULS 4/Gerry Frank – Patrick Sator entwickelte mit seinem Startup Bad Boy eine Kosmetik-Maske für Männer.

Zu hohe Bewertung

Die Formel für seine Gesichtsreiniger hat ein Unternehmen aus Taiwan unter Mitwirkung von Sator entwickelt – der brutkasten berichtete. Die Maske beginne nach wenigen Sekunden zu schäumen und habe einen Revitalisierungs-Effekt. Der Gründer wirkte souverän, musste aber bei 10.000 Euro Umsatz seines Handels-Einzelunternehmens (die GmbH befand sich zu dem Zeitpunkt erst in Gründung) die ausgerufene Bewertung erklären. Seine Maske wäre einzigartig am Markt, so die Antwort.

Haselsteiner: „Lächerlich“

Haselsteiner empfand diese Idee für einen Mann als „lächerlich“ und ging als erster ohne Angebot. Auch Gschwandtner zweifelte daran, dass sich Gesichtsmasken für Männer durchsetzen können. Rohla dachte ähnlich und glaubte nicht daran, dass das Investment in absehbarer Zeit zurück käme.

„Nichts da“

Auch Schneider hatte harsche Kritik für den Gründer übrig. Jeder der einsteige, würde in ein Unternehmen investieren, „wo Nichts da wäre“. Man müsse es selbst mit aufbauen. Auch sie ging und es blieb Hillinger über.

Dieser meinte, er könne, da er selbst eine Kosmetik-Marke betreibe, nicht bei Bad Boy einsteigen. Er fände die Idee prinzipiell gut, machte aber auch kein Angebot. Kein Deal für Bad Boy.


⇒ Hau Drauf

⇒ Carwic

⇒ Bioxi

⇒ frank juice

⇒ Bad Boy

⇒ Puls4/2Min2Mio

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Der Startup-Hub Tabakfabrik in Linz © Tabakfabrik Linz Peter Hofstaetter

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Jung, zufrieden und KI-affin

Ein Blick auf die Ergebnisse des Austrian Startup Monitor 2025 zeigt: Mit seinen 442 Startup-Gründungen seit 2015 liegt Oberösterreich mit 12 Prozent aller Gründungen österreichweit zwar weit hinter dem dominanten Hub Wien (46,5 Prozent), aber nahezu gleichauf mit der zweitplatzierten Steiermark (12,4 Prozent). Während das Bundesland beim Anteil an Scaleups (9,1 Prozent) oder Spinoffs (15,9 Prozent) an sämtlichen Gründungen und noch mehr beim Gründerinnen-Anteil (7,4 Prozent) nicht an die heimischen Spitzenreiter herankommt, stechen drei Statistiken positiv hervor:

  • 37% – Oberösterreich hat laut Austrian Startup Monitor 2025 mit 37 Prozent der Gründer:innen, die bei der erstmaligen Gründung unter 25 Jahre alt waren, eine im Vergleich (Österreich-Schnitt: 25,6 Prozent) sehr junge Founder-Community.
  • 74% – 74 Prozent der oberösterreichischen Startups nennen KI als für sie wichtigste Schlüsseltechnologie — auch das ist ein Spitzenwert innerhalb Österreichs, knapp vor Wien (72,7 Prozent).
  • 7,2 Punkte – Kein anderes Bundesland kommt in der Frage nach dem Standort auf eine so hohe Weiterempfehlungsrate: Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt Oberösterreich mit durchschnittlich 7,2 Punkten österreichweit auf Platz eins und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 6,2.

Startups und Scaleups: Die Aushängeschilder

Oberösterreich brachte schon eine ganze Reihe großer Startups und Scaleups hervor. Bei manchen liegt der Exit mittlerweile lange zurück, etwa bei Dynatrace oder Runtastic, bei anderen wie Agilox ein paar Jahre, bei Tractive ist er erst kürzlich (in Rekordhöhe) erfolgt. Wieder andere, etwa der von Analysten milliardenbewertete Spezialist für Sicherheitslösungen Loxone oder das Spacetech Peak Technology, sind der Scaleup-Phase bereits entwachsen und haben sich endgültig als große Player am Weltmarkt etabliert. Es gibt aber auch einige aktive „heiße Eisen“ — rechts vier herausragende Beispiele.

Storyblok

Die Storyblok-Founders Alexander Feiglstorfer und Dominik Angerer. © Storyblok

Mit mehreren Mega-Investments, zuletzt einer 80-Millionen-US-Dollar-Runde im Jahr 2024, steht Storyblok aus Linz auf der exklusiven Liste der heimischen „Soonicorns“ und ist damit das Scaleup-Aushängeschild Oberösterreichs. Mit seinem Headless-CMS kann das Scaleup Referenzen wie Netflix, Tesla und Adidas vorweisen.

neoom

Zu den herausstechenden Scaleups Oberösterreichs zählt auch das auf Energielösungen spezialisierte Unternehmen neoom aus Freistadt. Auf sich aufmerksam machte es mit mehreren achtstelligen Investmentrunden, darunter eine 25-Millionen-Euro-Series-B-Runde 2023. Der Außenumsatz ist laut Unternehmensangaben indes neunstellig.

Walter Kreisel ©neoom

hello again

Entstanden im Runtastic-Umfeld ist hello again aus Leonding längst selbst eine Größe. Das Scaleup ist Marktführer im DACH-Raum bei Kundenbindungs-Apps und erreicht über diese mehr als 16 Millionen Endnutzer:innen. Unter den mehr als 1.000 Unternehmenskunden sind etwa Deichmann, Müller und Klipp.

Franz Tretter © hello again

Blockpit

Und noch einmal Linz: Blockpit hat mit seinem Steuer-Tool erfolgreich eine Nische im gigantischen Krypto-Markt besetzt, die vor allem in der EU von Bedeutung ist. Das Linzer Scaleup ist in seinem Bereich Marktführer im DACH-Raum und hat seine Lösung bei Playern wie Bitpanda und Bybit EU integriert.

Florian Wimmer © Blockpit

Vielseitiges Ökosystem

Wer in Oberösterreich ein Startup gründet, kann neben den bundesweiten Angeboten auf eine ganze Reihe von landesspezifischen Unterstützungsmöglichkeiten zurückgreifen.

Viele davon, etwa der Tech-Inkubator tech2b, der Co-Working-Anbieter Tech Harbor, der auch umfassende Werkstattflächen bereitstellt, und der Kreativwirtschafts-Spezialist creative region, haben gemeinsam mit den oberösterreichischen Unis und FHs, der Wirtschaftskammer und weiteren Playern eine zentrale Anlaufstelle geschaffen: hub’ert. Dort können Startups die passende Unterstützung bzw. die passenden Unterstützungen für ihr Business finden.

Oberösterreichische Startups profitieren nicht nur von der Fülle an einzelnen Angeboten, sondern auch von der Vernetzung zwischen diesen. Dabei spielt — wie sollte es anders sein? — auch die Industrie eine entscheidende Rolle, zum Beispiel über Pier4 von tech2b, das Startups mit etablierten Unternehmen vernetzt. Und wer etwa im MedTech-Inkubator von tech2b ist, findet damit bereits Anschluss an den Medizintechnik-Cluster Oberösterreich.

Teil dieses Ökosystems, wenn auch nicht Teil von hub’ert, ist auch die Startrampe der Sparkasse Oberösterreich mit Sitz in der Linzer Tabakfabrik. Sie bietet unter anderem einen Accelerator, Workspace und Beratung bei Businessplänen und Finanzierung.

Finanzierung

Wer in Oberösterreich Kapital für sein Startup braucht, wird sowohl bei öffentlichen als auch privaten Geldgebern fündig. Mit Business Upper Austria hat auch Oberösterreich eine landeseigene Förderstelle; und mit dem OÖ Gründerfonds und dem Landes-VC OÖ HightechFonds zwei weitere Finanzierungsvehikel.

Auf privater Seite sind es vor allem erfolgreiche Gründer:innen, die über ihre Vehikel als Investor:innen agieren. Heraus stechen hier die Runtastic-Gründer mit ihrer gemeinsamen Investmentgesellschaft 8eyes, aber etwa auch Tractive-Gründer Michael Hurnaus, der schon vor seinem Rekord-Exit (siehe Abschnitt zu Exits) als Business Angel agierte. Mit startup300 nahm zudem das bislang wohl ambitionierteste heimische Angel-Netzwerk seinen Ausgang in Linz, zog sich aber bereits vor einigen Jahren schrittweise wieder zurück.

Auch Österreichs nach Assets under Management größter Private-Equity-Investor hat seinen Sitz in Oberösterreich: die Invest AG der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich. Sie hat ein breites Portfolio unterschiedlicher Unternehmen, wobei Startup-Finanzierungen in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle spielen.

Der monumentale Knotenpunkt

Was hub’ert auf der organisatorischen Ebene ist, ist die Tabakfabrik Linz auf der physischen: Nicht alle, aber viele Fäden des oberösterreichischen Startup-Ökosystems laufen in der ehemaligen Fabrik zusammen — wo sonst in der Industriestadt? Auf den nicht weniger als 80.000 Quadratmetern Nutzfläche haben nicht nur zahlreiche Ökosystem-Player, sondern auch eine große Zahl an Startups ihren Sitz. Auch das einstmals denkbar ambitionierte Projekt startup300 wählte die Tabakfabrik als Hauptquartier — und betreibt hier heute unter anderem noch den Co-Working-Bereich factory300.

© Tabakfabrik Linz Peter Hofstätter

Spinoff-Schmieden und Österreichs jüngste Uni

Mit der IT:U (Interdisciplinary Transformation University Austria) hat Österreichs jüngste öffentliche Universität ihren Sitz in Linz. Neben einem neuen inhaltlichen Fokus auf digitaler Transformation und neuen Wegen in der Lehre setzt die IT:U von Beginn an auch auf eine Spinoff-Strategie. Dabei kann sie in Oberösterreich durchaus auf ein starkes Ökosystem aufbauen: Sowohl die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) als auch die FH Oberösterreich können jeweils eine ganze Reihe erfolgreicher Spin-offs vorweisen. Außerdem setzen beide stark auf die Zusammenarbeit mit Industrie und Wirtschaft. Besonders deutlich wird das im Softwarepark Hagenberg: Dort betreibt die JKU Forschungsinstitute und die FH OÖ ihren IT-Lehr-Standort und den Coworking- und Inkubationsspace Bytewerk. Dabei werden Synergien mit dem außeruniversitären Comet-Zentrum Software Competence Center Hagenberg und mehreren Konzernen und großen Playern am Standort gelebt.

KI-Forschung von Weltrang

Wer die oberösterreichische Universitätslandschaft durch die Innovationsbrille betrachtet, kommt an KI-Koryphäe Sepp Hochreiter nicht vorbei. Der gebürtige Bayer gilt mit seiner Arbeit über Long Short-Term Memory (LSTM) als einer der globalen Wegbereiter der modernen KI. Bereits seit 2006 lehrt er an der JKU und leitet dort das Institut für Machine Learning. Bei der Lehre belässt Hochreiter es aber nicht: Mit dem Spinoff NXAI arbeitet er an der nächsten KI-Grundlage „xLSTM“ (Extended Long Short-Term Memory). Die ist wiederum Basis für spezialisierte KI-Modelle, die die globalen Größen in der jeweiligen Nische übertreffen. Der Schwerpunkt ist dabei — auch hier zeigt sich das oberösterreichische Ökosystem — Industrial AI. In diesem Feld bewegt sich auch das NXAI-Spinout Emmi AI, das mit seinem Exit an den französischen KI-Riesen Mistral dieses Jahr für Aufsehen sorgte.

Doch auch abseits der JKU entstehen in Oberösterreich KI-Startups, etwa das Linzer Unternehmen Straion, das dieses Jahr eine Seed-Finanzierungsrunde im Millionenbereich abschloss. Die Plattform des Startups stellt sicher, dass KI-generierter Code interne Standards, Sicherheitsanforderungen und Architekturvorgaben von Unternehmen einhält und damit „enterprise-ready“ ist.

Katrin Freihofner, Straion

Das Exit-Bundesland

Der oben erwähnte Verkauf von Emmi AI an Mistral um kolportierte mehr als 300 Millionen Euro war spektakulär — ist aber bei Weitem nicht der einzige große oberösterreichische Startup-Exit. Ebenfalls dieses Jahr gelang dem Paschinger Haustier-Tracking-Scaleup Tractive mit dem Verkauf an die italienische Bending Spoons um kolportierte 900 Millionen US-Dollar der vermutlich größte Übernahmedeal der heimischen Startup-Geschichte. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatte der Exit von Runtastic an Adidas um 220 Millionen Euro maßgeblich zum ersten großen Startup-Hype in Österreich beigetragen. Die vier Runtastic-Gründer — Florian Gschwandtner, René Giretzlehner, Christian Kaar und Alfred Luger — wurden danach nicht nur über ihre Beteiligungsgesellschaft 8eyes selbst zu wichtigen Ökosystem-Playern: Tractive etwa wurde von Gschwandtner mitgegründet; bei Scaleups wie hello again waren die vier Gründer von Beginn an als Investoren an Bord.

  • 300 Mio. € – Verkauf von Emmi AI an Mistral
  • 900 Mio. $ – Verkauf von Tractive an Bending Spoons
  • 220 Mio. € – Exit von Runtastic an Adidas

Alte, neue und große Player

Als Industrie-Bundesland beheimatet Oberösterreich bekanntlich Größen wie voestalpine, Miba, KTM, FACC, Lenzing, Greiner oder Engel — um nur ein paar zu nennen. Einige davon sind längst ins Ausland verkauft, haben aber nach wie vor ihren Sitz in Oberösterreich. Hinzu kommen internationale Riesen wie BMW und Siemens, die im Bundesland konzernweit wichtige Standorte betreiben.

Doch auch Tech-Größen sind in Oberösterreich zu finden. In der Schnittmenge zwischen Industrie- und Tech-Unternehmen befindet sich Keba, das mit seinen Lösungen für industrielle Automatisierung zu den globalen Playern im Feld zählt und dabei massiv auf KI setzt — mehr dazu in der Coverstory mit Keba-CEO Christoph Knogler. So wie Keba stammt ebenfalls aus Linz das international erfolgreichste IT-Unternehmen mit Wurzeln in Österreich: Dynatrace. Seinen formellen Sitz hat der Observability-Weltmarktführer, bei dem Co-Founder Bernd Greifeneder nach wie vor CTO ist, zwar schon lange in den USA; der weltweit größte Standort ist jedoch in der Stahlstadt und wurde erst dieses Jahr mit einem neuen Campus erheblich ausgebaut.

Über Industrie und IT hinaus hat Oberösterreich noch ein drittes Aushängeschild: die Ars Electronica. Was 1979 als Festival an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft begann, ist heute eine vierteilige Institution aus Festival, Prix, dem Museum Ars Electronica Center und dem Futurelab. Letzteres ist für das Innovationsökosystem das relevanteste Element: Das Labor entwickelt gemeinsam mit Unternehmen Prototypen und Zukunftskonzepte und schlägt damit die Brücke zurück zur Industrie. Linz trägt seit 2014 den Unesco-Titel „City of Media Arts“.

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AI Summaries

2 Minuten 2 Millionen Folge 3: Gschwandtner folgt Gründern hinter die Bühne

Ulrike Bergmann und Karin Breiteneder, Gründerinnen von Hau Drauf, wollen mit ihrer „Dosenpresse“ auf spielerische Art das Alu-Müllvolumen verringern. Gründer Thomas Alföldi musste nach zwei schweren Verkehrsunfällen sein Unternehmertum auf Eis legen. Nun sieht er die Zeit reif für ein Comeback. Gerhard Brandner war bereits in Staffel fünf erfolgreich als Pitcher dabei. Diesmal versuchte er sein Glück mit einem Luft-Erfrischer. Juror Florian Gschwandtner gab sich als aktueller Teilhaber von frank juice zu erkennen und half bei der Entscheidungsfindung hinter der Bühne mit. Patrick Sator sah die Zeit gekommen, kosmetische Männermasken auf den Markt zu werfen.

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

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2 Minuten 2 Millionen Folge 3: Gschwandtner folgt Gründern hinter die Bühne

Ulrike Bergmann und Karin Breiteneder, Gründerinnen von Hau Drauf, wollen mit ihrer „Dosenpresse“ auf spielerische Art das Alu-Müllvolumen verringern. Gründer Thomas Alföldi musste nach zwei schweren Verkehrsunfällen sein Unternehmertum auf Eis legen. Nun sieht er die Zeit reif für ein Comeback. Gerhard Brandner war bereits in Staffel fünf erfolgreich als Pitcher dabei. Diesmal versuchte er sein Glück mit einem Luft-Erfrischer. Juror Florian Gschwandtner gab sich als aktueller Teilhaber von frank juice zu erkennen und half bei der Entscheidungsfindung hinter der Bühne mit. Patrick Sator sah die Zeit gekommen, kosmetische Männermasken auf den Markt zu werfen.

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