08.01.2024

2 Minuten 2 Millionen: Eveline Steinberger wird neue Investorin

Eveline Steinberger bringt als neues 2 Minuten 2 Millionen-Jury-Mitglied jahrelange Erfahrung als Tech-Investorin mit.
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Eveline Steinberger-Kern
Eveline Steinberger | Foto beigestellt

In den vergangenen Jahren holte sich Puls4 für die Investment-Show 2 Minuten 2 Millionen immer wieder Quereinsteiger:innen im Bereich Startup-Investments in die Jury. Auf die nun präsentierte neue Jurorin trifft das definitiv nicht zu. Eveline Steinberger bringt jahrelange Erfahrung als Startup-Investorin und auch -Gründerin mit. Sie wird in der 11. Staffel des Show-Formats, die am 30. Jänner startet, neben Hans Peter Haselsteiner, Katharina Schneider, Heinrich Prokop und Christian Jäger zu sehen sein.

Eveline Steinberger: Energie- und Tech-Investorin in der Consumer-Product-Show

„Ich möchte mit meinem Engagement bei #2min2mio jungen Menschen Mut machen, sich mit Innovation und nachhaltigen Technologien zu beschäftigen und ihre Ideen auch zu verwirklichen“, kommentiert Steinberger in einer Aussendung. Ihr bisheriger Investment-Fokus liegt klar im Energie- und Tech-Bereich. Ob sie in der sehr Consumer-Product-lastigen Show auf ihre Kosten kommt, bleibt also abzuwarten.

Beteiligung beim größten österreichischen Startup-Exit mit Blue Minds

Das bekannteste Unternehmen von Eveline Steinberger ist die Blue Minds Group, die sie gemeinsam mit Bernhard Raberger leitet. Mit deren Investment-Vehikel ist sie an mehreren heimischen Startups beteiligt. Mit einer Beteiligung an has.to.be war Blue Minds auch beim bis dato größten bekannten heimischen Startup-Exit dabei. Stark engagiert ist die Investorin auch in Israel, wo sie mit Foresight Energy unter anderem ein eigenes Energie-Analyse-Startup betreibt.

2 Minuten 2 Millionen-Co-Juror Haselsteiner als ehemaliger Geschäftspartner

Mit einem ihrer neuen Co-Investoren bei 2 Minuten 2 Millionen hat Steinberger beruflich schon öfter zu tun gehabt: Hans Peter Haselsteiner. Er übernahm 2019 die Mehrheit ihres Wiener Startups Energy Hero und stieg danach auch bei der Blue Minds Holding ein. Laut aktuellen Firmenbuchdaten ist seine ZMH GmbH dort gegenwärtig aber nicht mehr beteiligt.

Zwei Ex-Bundeskanzler früher bei Steinbergers Blue Minds beteiligt

Ebenfalls ehemals beteiligt waren zwei heimische Ex-Bundeskanzler: Alfred Gusenbauer über die Gesellschaft Peak Pride, die er damals gemeinsam mit Haselsteiner betrieb, und Christian Kern. Letzterer ist Steinbergers Ex-Mann und war nach seiner politischen Karriere auch vier Jahre lang Co-Geschäftsführer bei Blue Minds. Er schied 2022 als geschäftsführender Gesellschafter aus.

Auch Geschäftsbeziehungen zu Bernd Hinteregger

Und noch mit einem weiteren 2 Minuten 2 Millionen-Akteur unterhält Steinberger-Kern bereits Geschäftsbeziehungen. Hotelier Bernd Hinteregger, der in der neuen Staffel das „Kärnten-Start-Up-Ticket“ vergibt, ist Teilhaber bei der oben genannten Foresight Energy, wie brutkasten berichtete.

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Context64.ai CEO & Founder Marko Lah (r.) mit COO Jan Bernasch (l.)

Das steirische Startup Context64.ai, gegründet von Marko Lah, hat sich auf die Bereitstellung horizontaler und industrieagnostischer KI-Infrastruktur spezialisiert. Erst Anfang des Jahres ging das Unternehmen mit der deutschen 3DSE Management Consultants GmbH eine strategische Allianz ein – brutkasten berichtete. Nun stellen die Grazer die technologische Plattform für die neue „Data2AI“-Produktlinie des deutschen Softwareentwicklers Emposo bereit.

Klare Rollenverteilung

Die Rollenverteilung bei der Kooperation ist klar: Context64 stellt die Plattform, Emposo baut daraus fertige Kundenlösungen. Emposo ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Hays Holding. Während der Mutterkonzern Hays primär als weltweit agierender Personaldienstleister im Recruiting-Bereich bekannt ist, konzentriert sich Emposo als spezialisierter Lösungsanbieter auf IT- und Engineering-Dienstleistungen sowie die Abwicklung von Werk- und Serviceverträgen. Nach einer einjährigen Pilotphase wurde die Zusammenarbeit mit dem Grazer Startup nun fest verankert.

Strukturierte Daten statt KI-Halluzinationen

Der Software-Stack von Context64.ai setzt beim sogenannten Kontextproblem herkömmlicher Sprachmodelle an. Über den „Data Context Hub“ werden verteilte Unternehmensdaten – darunter Anforderungen, Stücklisten und Qualitätsdaten – in einem Knowledge Graph miteinander vernetzt.

Die ergänzende Komponente „M4AI“ (Memory for AI) ermöglicht KI-Agenten den gezielten Zugriff auf dieses strukturierte Wissen. Dadurch navigieren die Agenten entlang der realen Unternehmensstruktur, anstatt isolierte Dokumente zu durchsuchen. Das soll Verarbeitungszeiten verkürzen, Fehlantworten (Halluzinationen) minimieren und den Ressourceneinsatz senken.

Pilotprojekt im Automobil-Sektor

Als ersten produktiven Anwendungsfall nennen die Unternehmen ein Projekt aus dem Automobil-Engineering, bei dem ausführbare Testfälle automatisiert aus Spezifikationen und Signaldaten erzeugt werden. Laut Aussendung führte der Einsatz der Software in dem langjährigen Kundenprogramm zu einer siebenfachen Produktivitätssteigerung gegenüber der zuvor wochenlangen manuellen Erstellung.

Context64.ai-Gründer Marko Lah sieht in dem Projekt ein übergeordnetes Muster für den Markt: „KI selbst wird zur Commodity – entscheidend ist, was darunter liegt: die saubere Vernetzung von Daten über Systemgrenzen hinweg, Präzision, effizienter Token-Einsatz.“, argumentiert er. „Die Domänenexperten sitzen bereits in den Unternehmen. Was fehlt, ist die Infrastruktur, dieses Wissen mit KI zu verbinden – die liefern wir als Plattform.“

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