12.05.2019

2 Minuten 2 Millionen: „Watschn“ für Hillinger nach beleidigendem Spruch

In Folge 15 dieser Staffel von "2 Minuten 2 Millionen" sah man muskelbepackte Männer, einen High-Tech-Diebstahlschutz und einen Versuch, den Greissler zurückzubringen. Zudem erhielt Juror Leo Hillinger für seine Aussagen Schläge auf den Hinterkopf.
/artikel/2-minuten-2-millionen-15-2020-watschn-fuer-hillinger-spruch
Power Chicken, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls4 / Gerry Frank - Riccardo Spangher und Ex-Mister-Universe Michael Eberhart vermarkten essfertig produziertes Fleisch.
kooperation

Den Beginn in der 15. Folge dieser Staffel von „2 Minuten 2 Millionen“ machten die Brüder Dominique und Nicolas Wenger. Mit ihrer Phantom-Trainingsmaske wollen sie das Training von Sportlern und Sportbegeisterten noch intensiver gestalten. Durch das Nutzen der Maske soll die Kondition gesteigert werden. Der Atemwiderstand, der individuell in vier Stufen einstellbar ist, erschwert das Einatmen  und trainiert dadurch die Atemmuskulatur. Die Forderung für 20 Prozent Beteiligung an Phantom Atheltics: 400.000 Euro.

+++ „2min2mio“-Juror Florian Gschwandtner: „Scheiterten damit bereits bei Adidas“ +++

Drei Millionen Euro Umsatz bei Phantom Athletics

Das Startup hat mit seiner 100 Euro teuren Maske bisher einen Gesamtumsatz von drei Millionen Euro erwirtschaftet und weitere Produkte, wie eine funktionelle Gewichtsweste, Taschen, Bekleidung und Rucksack im Repertoire. Dominique Wenger konnte nach dem Pitch auf alle Fragen zufriedenstellende Antworten geben und strahlte neben Ruhe auch eine große Souveränität aus, die nicht unbemerkt blieb.

Rohla und der Mitmach-Wille

Mediashop-Chefin Katharina Schneider stieg dennoch als erste aus, weil Masken und Sport nicht ihr Gebiet wären. Nachhaltigkeitsexperte Martin Rohla fand sogar die hohe Bewertung in Ordnung und meinte, er würde in einer Kombination mit anderen Juroren gerne investieren.

Phantom Athletics, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls4 / Gerry Frank – Investor Leo Hillinger beim Testen der Trainingsmaske von Phantom Athletics.

Haselsteiner übernimmt

Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner sagte zu, meinte aber, man müsse die Bewertung senken. Allerdings gab er kein konkretes Angebot ab. Dies übernahm dafür Bau-Tycoon Hans Peter Haselsteiner: 300.000 Euro für 26 Prozent Anteile bot er im Namen seiner vier männlichen Kollegen.

Märkte gezielt ansprechen

Wenger sah nach dieser Offerte nicht begeistert aus, als sich plötzlich Daniel Zech von SevenVentures zuschaltete, der auch heuer wieder Medien-Budget verteilt. Er bot zusätzliche 300.000 Euro Media-Budget für vier Prozent. Seine Aussage: Man müsse bei Phantom Atheltics keine breite Kampagne fahren, sondern gezielt den Markt ansprechen und Deutschland anvisieren.

Aufruf zu harter Verhandlung bei „2 Minuten 2 Millionen“

Nach einer kurzen Beratung, während der im Studio Hillinger aufrief, in der Verhandlung „hart“ zu bleiben, kehrte der Gründer mit einem Gegenangebot zurück: 26 Prozent für 400.000 Euro. Zech bekam sofort eine Zusage.

Hin und Her und ein Treffen

Haselsteiner erhöhte danach das Jury-Angebot auf 360.000 für 26 Prozent ohne auf den vorigen Einwand von Hillinger einzugehen oder seine Kollegen miteinzubinden. Er ging sogar weiter und erhöhte im Namen aller Männer schlussendlich auf 380.000 Euro für 26 Prozent. Deal für Phantom Atheltics.

Hillinger wirkte danach aufgrund der höheren Investment-Summer enttäuscht und meinte sogar an Wenger gerichtet: „Die 360.000 Euro hättest du auch gemacht“. Der Gründer verneinte und konterte damit, dass die Investoren wohl auch das 400.000 Euro-Angebot angenommen hätten. Dem wiederum widersprach der Winzer und bekam ein „dann haben wir uns eh gut getroffen“ von Wenger zurück.

Trainingsmaske mittlerweile nutzbar zum Schutz gegen Corona

Da die Aufzeichnung einige Zeit zurücklag und Covid-19 noch kein Thema war, adaptierte das Startup mittlerweile seine Maske für die heutigen Zeiten. Die Trainingsmaske ist nun auch inklusive Filter zum Schutz vor dem Virus erhältlich.

⇒ Wie wir erfuhren ist der in der Sendung geschlossene Deal nicht durch. Die Verhandlungen liegen auf Eis – zum Artikel

Power Chicken: Mister Universum bei „2 Minuten 2 Millionen“

Als nächstes gab es bei „2 Minuten 2 Millionen“ nackte Haut zu sehen: Michael Eberhart, der ehemalige Mister Universe, und Riccardo Spangher stellten ihr schmackhaftes und proteinreiches Power Chicken vor. Das aus Österreich stammende Hühnerfleisch „für Sportler und Ernährungsbewusste“ ist essfertig produziert und sowohl warm als auch kalt genießbar. Durch schonendes, steriles Garen soll die Mahlzeit zudem auch ein Jahr ungekühlt haltbar sein. Die Forderung der beiden Gründer, die in Hühnerkostümen und oben ohne pitchten: 60.000 Euro für 25 Prozent.

Power Chicken, Mister Universe, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls4 / Gerry Frank – Riccardo Spangher und Mister Universe Michael Eberhart haben ein lange haltbares und essfertiges Hühnergericht erfunden.

Nicht biologisch

Hillinger verkündete gleich nach der Vorstellung, er habe auch mal so muskulös ausgesehen, während Rohla meinte, das Kostüm würde den Auftritt etwas stören. Danach erfuhr man, dass das Produkt eine Mischung aus Brustfilet und Oberkeule ist, allerdings nicht aus biologischer Landwirtschaft.

Leicht zu kopieren

Hillinger fand die Idee trotzdem gut und würde Kunde werden, wollte aber aufgrund von möglicher Kopiergefahr seitens der Konkurrenz nicht investieren. Auch Rohla stieg aus dem selben Grund aus.

Merkur und Billa-Ticket

Die Absagenkette setzte sich mit Gschwandtner fort. Er gab den Rat, schnell an der „Brand“ zu arbeiten und die Marke aufzubauen. Danach meldete sich Markus Kuntke zu Wort. Der Trendmanager verteilt in dieser Staffel wieder das REWE-Startup-Ticket. So auch an Power Chicken. Danach stiegen allerdings Schneider und Haselsteiner aus. Kein Deal für Power Chicken.

Reeloq: Schutzsicherung für Cams und Phones

Lukas Watzinger und Julia Schadinger aus der Steiermark waren die nächsten bei „2 Minuten 2 Millionen“. Sie wollen mit ihrem Startup finanziellen Fiaskos beim Wandern, Sporteln oder Arbeiten entgegenwirken. Mit Reeloq haben sie eine Vorrichtung entwickelt, die jegliches Equipment wie „Action-Cams“ oder Smartphones sicher an seine Besitzer bindet, ohne dabei deren Einsatz zu behindern. Nach dem Anbringen am sogenannten Reeloq kann das Gerät durch ein ausziehbares Seil inklusive patentiertem Sperrmechanismus einfach in Betrieb genommen werden. Danach zieht sich das Seil wieder ein. Die Gründer forderten 50.000 Euro für 16,6 Prozent Beteiligung.

Erstes Angebot für Reeloq und einer dieser Hillinger-Sprüche

Gschwandtner nannte das Produkt smart und erkannte, dass Reeloq mit jedem Mobiltelefon (mit Hülle) kompatibel sei. Nach der Festlegung der Zielgruppe auf aktive Personen wie Bergsteiger, erkannte Haselsteiner, dass man auch andere Dinge, wie ein Maßband, befestigen kann. Deshalb bot er 75.000 Euro für 25,1 Prozent. Danach schwiegen alle einige Zeit, bis Hillinger wieder mit einem seiner „Sprüche“ auffiel und das Duo zwar lobte, Schadinger aber als „Marketing-Tante“ bezeichnete.

Reeloq, 2 Minuten 2 Millionen, Martin Rohla, Leo Hillinger, Katharina Scheider, Hans Peter Haselsteiner, Florian Gschwandtner
(c) Puls4 / Gerry Frank – Julia Schadinger und Lukas Watzinger stellten mit Reeloq ein Anti-Drop-System vor.

Zwei „Watschn“ für Hillinger

Daraufhin bekam er von Katharina Schneider „eine über den Schädel“ und eine zweite als er die mangelnde Schönschrift des Gründers auf einer personalisierten Karte kritisierte. Als es wieder ernst wurde, meinte der Winzer er würde dem Gründer-Paar gerne, so gut es ging, helfen, aber nicht investieren. Nachdem Rohla ausgestiegen war, erzählte Gschwandtner, auch er hätte ein Angebot im Sinn gehabt, allerdings deutlich unter dem von Haselsteiner. Daher ließ er es bleiben.

Neue Zieldefinition von Haselsteiner

Katharina Schneider wies darauf hin, dass der Markt für Reeloq größer wäre, als die Gründer denken würden und pries ihre starken Vertriebsmöglichkeiten auf Mediashop. Sie stieg bei Haselsteiners Angebot ein und wollte teilen. Dies nahmen beide Gründer rasch an und erfuhren von den Erwartungen des Bau-Tycoons: „Das Patent muss halten“, sagte Haselsteiner und definierte ein unabdingbares Ziel für das Startup. „In drei Jahren darf keine Polizeiuniform, kein STRABAG-Anzug oder keine Feuerwehr-Kleidung ohne Reeloq sein“, sprach er und schlug mit beiden Gründern ein. Deal.

⇒ Wie der brutkasten erfuhr, ist der Deal noch nicht durch, das Produkt ist allerdings inzwischen am Markt – zum Artikel

Ögreissler: Der Belgier aus Marchfeld

Peter, der Belgier aus dem Marchfeld, hat die Greißlerei neu „erfunden“. Beim Ögreissler werden regionale Lebensmittel direkt bei den Erzeugern je nach Kundenbestellung gesammelt und danach per E-Auto oder Fahrrad freitags geliefert. Der Gründer, der den Nachnamen Comhaire trägt und jahrelang als Unternehmensberater tätig war, lud bei seinem Pitch gleich alle fünf Juroren zum Einstieg ein und forderte insgesamt 250.000 Euro für 25 Prozent.

Ein IT-Unternehmen

Der Founder sah sein Startup als IT-Unternehmen, denn er wolle „überall Ögreissler aufsetzen und per Lizenz die Software vergeben“. Comhaire erzählte davon, dass Bauern extra für die Kooperation mit Ögreissler ihren Erntetag auf Freitag gelegt hätten, damit die Produkte frisch bei Kunden ankommen.

 Hillinger, Gschwandtner, Schneider, Haselsteiner, Rohla, Kuntke, Zech, REWE, Startup
(c) Puls4 / Gerry Frank – Ein Belgier aus dem Marchfeld namens Peter Comhaire versucht die Greisslerei wieder zu beleben.

„Nur im kleinen Kreis machbar“

Haselsteiner zweifelte daran, dass es möglich wäre, ein derartiges Netzwerk zu etablieren. Er halte das Geschäftsmodell nur im kleinsten Kreise für machbar. Er und Schneider stiegen aus. Gschwandtner glaubte nicht an die Skalierbarkeit und ging ebenso ohne Angebot.

Markt da?

Hillinger war der vierte der ging und so blieb Martin Rohla über. Der Nachhaltigkeitsexperte bezeichnete das Projekt als großartig, allerdings war er zu unsicher, ob der Markt dafür wirklich da sei. Kein Deal für Ögreissler.

Instalock: Ein High-Tech-Radschloss bei „2 Minuten 2 Millionen“

Dino Eicher, Mentalist, und Victoria Banken, Gründerin von „Mov-e-now“ (E-Tuktuks), präsentierten ihre Lösung in Sachen Diebstahlschutz für E-Bikes. Instalock, ein Hightech-Fahrradschloss, ist IoT-tauglich und kann über Bluetooth per Smartphone entsperrt werden. Ein integrierter RFID-Chip öffnet das Bike auch mit leerem Handy-Akku. Das Produkt verfügt über eine GPS/GPRS-Funktion und ermöglich es, alle Radtouren zu „tracken“. Zudem besitzt Instalock eine eingebaute Alarmanlage, sodass, falls ein Rad unbefugt bewegt wird, das Gerät die Umgebung mit 120 Dezibel alarmiert. Die Forderung des Mentalisten und der Gründerin: 200.000 Euro für zehn Prozent Firmenanteile.

Hohe Produktionskosten

Produziert wird Instalock in China und hat Produktionskosten von über 100 Euro – bei einem VK von 300 Euro. Bisher gingen 350 Vorbestellungen für den Radschutz ein. Als Eicher bekanntgab, dass Instalock zur mov-e-now UG gehöre und man über eine Gründung einer eigenen GmbH nur für das Schloss nachdenke, hakte Hillinger gleich nach.

 Hillinger, Gschwandtner, Schneider, Haselsteiner, Rohla, Kuntke, Zech, REWE, Startup
(c) Puls4 / Gerry Frank – Bei Instalock handelt es sich um einen hochtechnologischen Diebstahlschutz.

Verwirrung ums Angebot

Der Wein-Guru meinte, man könne keine zwei Millionen Bewertung für eine GmbH aufrufen, die noch gar nichts habe. Daraufhin kam es zu einer regen Diskussion über das bestehende Unternehmen und warum man nicht mit Instalock dort bleibe. Kurzfristig gab es Verwirrung, was denn nun alles für ein Investment angeboten werde, die alte GmbH, die erst zu schaffende oder nur das Produkt –  bis schließlich die Gründer ihr Angebot mit den Worten „alles zusammen“ erneuerten. Dann aber könne man an den 200.000 Euro für zehn Prozent Anteile nicht mehr viel „rütteln“, sagte Banken.

Patentrecht sitzt in China

Danach kam jedoch heraus, dass der Produzent der beiden Gründer in China das Patentrecht besitzt und die beiden „nur“ eine Nutzungslizenz für Europa haben. Haselsteiner stieg aus, er beteilige sich nicht an Handelsunternehmen. Gschwandtner sagte, seine positive Aufregung aufgrund des tollen Produkts hätte im Laufe des Diskurses immer mehr abgenommen, da es sich „nur“ um eine „Lizenzsache“ handelt. Er verstehe das Vorhaben, nannte aber die Bewertung nicht lukrativ und sehr risikoreich.

Falscher Eindruck für „2 Minuten 2 Millionen“-Jury

Auch Hillinger ging ohne Deal-Vorschlag. Schneider folgte, da die Rechte für IoT und anderen Features in China lägen. Und Martin Rohla kritisierte – egal ob wissentlich oder unwissentlich geschehen – den aufgebauten Eindruck, den Banken und Eicher erweckt hätten: Die Erfinder des High-Tech-Produkts zu sein. Kein Deal für Instalock.


⇒ Instalock

⇒ Ögreissler

⇒ Phantom Atheltics

⇒ Reeloq

⇒ Power Chicken (Seite temporär stillgelegt)

⇒ PULS 4/2min2mio

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Erfolgreiche Skalierung ist das Ziel jedes Startups. Bekanntlich schaffen das bei weitem nicht alle, doch auch hierzulande wird die Gruppe jener, denen der Sprung zum starken Wachstum gelungen ist, immer größer – und das auch unter bekanntlich teils widrigen Bedingungen.

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Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

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Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

Enpulsion

Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly

Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

Flinn AI

Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
Das Founder-Team von Flinn | © Flinn

Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

fonio.ai

fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

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v.l.: Die Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer mit CTO Janko Glavić | (c) Helferline

Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

ParityQC

Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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AI Summaries

2 Minuten 2 Millionen: „Watschn“ für Hillinger nach beleidigendem Spruch

  • Phantom Atheltics bietet Trainingsmaske die den den Atemmusker verstärkt trainiert und mittlerweile auch als Corona-Schutz dient.
  • Die Jury kam in den Genuss eines Pitches von Mister Universe Eberhard mit seinem Power Chicken.
  • Peter, der Belgier aus dem Marchfeld, hat die Greißlerei neu erfunden und möchte ein landesweites Netzwerk von Ögreisslern etablieren.
  • Reeloq ist ein Anti-Drop-System, das wohl einen größeren Markt hat, als bisher gedacht.
  • Instalock begeisterte vor alle Tech-Fan Florian Gschwandtner, allerdings gab es ein Problem…

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