27.06.2025
TYP-1-DIABETES

1921: Nach zwei Exits startet Fredrik Debong einen eigenen VC

Mit mySugr 2017 und HiHealth dieses Jahr im April hat Fredrik Debong zwei erfolgreiche Exits geschafft. Mit Nineteen Twenty-One startete er nun einen VC in seinem Spezialgebiet: Typ-1-Diabetes.
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Fredrik Debong hat sich auch mit seinem VC-Fonds 1921 der Mission
Fredrik Debong hat sich auch mit seinem VC-Fonds 1921 der Mission "make diabetes suck less" verschrieben | Porträt: (c) 1921 / Hintergrund :(c) Sweet Life via Unsplash

Es ist eine berührende Geschichte, die immer wieder aufs neue in den sozialen Medien die Runde macht: Im Jahr 1922 kamen zwei Wissenschaftler in Kanada zu einer speziellen Kinder-Klinik. Sie betraten einen Saal, in dem bewusstlose Kinder Bett an Bett aneinandergereiht lagen, deren Eltern dazu gezwungen waren, auf den vermeintlich unausweichlichen Tod ihrer Lieben zu warten. Die beiden Forscher injizierten den Kindern ein neuartiges Medikament. Und als sie beim letzten Bett angekommen waren, waren die ersten Kinder bereits wieder bei Bewusstsein – und konnten weiterleben.

Medizinischer Durchbruch im Jahr 1921

Die beiden Wissenschaftler waren Frederick Banting und Charles Best. Und die Substanz, die sie den Kindern spritzten, war Insulin. Banting und Best hatten dieses im Jahr davor, 1921, erstmals erfolgreich isoliert und an Patient:innen mit Typ-1-Diabetes getestet. Die chronische Stoffwechselerkrankung, an der auch all die Kinder in der Klinik litten, verhindert, dass der Körper selbst das lebenswichtige Insulin herstellt. Mit der Arbeit der beiden Forscher wurde sie erstmals behandelbar.

„Make diabetes suck less“

Auch knapp mehr als 100 Jahre später ist Typ-1-Diabetes nicht heilbar, aber, dank Generationen weiterer Forscher:innen – und auch Unternehmer:innen – gut managebar. Einer dieser Unternehmer ist Fredrik Debong. Der gebürtige Schwede ist selbst Typ-1-Diabetiker und hat seine unternehmerische Karriere in großen Teilen einem einfach formulierten Ziel gewidmet: „Make diabetes suck less“. Das ist der Werbespruch des von ihm mitgegründeten Wiener Unternehmens mySugr, mit dem 2017 der große Exit an den Schweizer Pharma-Riesen Roche gelang – brutkasten berichtete. Und der Satz steht in leicht abgewandelter Form auch auf der Homepage seines neuen Projekts, dem VC Nineteen Twenty-One (1921).

„Wir befinden uns an einem weiteren Knotenpunkt“

Bevor Debong dorthin kam, legte er erst diesen April mit dem Wiener InsurTech-Startup HiHealth einen weiteren Exit hin, wie brutkasten berichtete. Nun geht er mit der Investmentgesellschaft, deren Name sehr deutlich auf die Mission hindeutet, unter die Fonds-Manager:innen. 1921 will in die nächste Welle von Technologien investieren, die das Leben mit Typ-1-Diabetes verbessern.

„Wir befinden uns an einem weiteren Knotenpunkt. Wellen des Wandels wirken sich auf die Therapie, unsere Denkweise, die Forschung und die Industrie aus: ein schrumpfendes Gesundheitssystem, GLP-1-Therapien, Spitzen-Diabetes-Technologien und das Erkennen unseres Bias in Bezug auf Geschlecht und ethnische Herkunft“, schreibt Debong in einem Blog-Artikel.

1921: „nicht riesiger“ EuVECA-Fonds investiert bis zu 1,5 Mio. Euro pro Runde

Wie groß das Volumen von 1921 wird, wurde aktuell noch nicht bekanntgegeben. Das erste Closing ist abgeschlossen, aber das Fundraising läuft weiter. Doch der Fonds sei „nicht riesig“, heißt es auf der Page. Eine gewisse Summe dürfte aber durchaus schon zusammengekommen sein. Man tätige Investments zwischen 200.000 und 1,5 Millionen Euro von der Pre-Seed-Phase bis zu ausgewählten Series-A-Runden. Zumindest 70 Prozent davon müssen innerhalb der EU passieren – 1921 ist als EuVECA-Fonds registriert und entspricht den Kriterien als Alternativer Investmentfonds Manager (AIFM).

Bereits vier Investments getätigt – eines an Wiener Startup mit Fredrik Debong als Co-Founder

Und vier Investments hat 1921 bereits getätigt. Mit Syntactiq ist auch ein Wiener Startup dabei, bei dem Fredrik Debong Co-Founder ist – neben CEO Lukas Schuster, der große Teile seiner Karriere bei mySugr verbrachte. Syntactiq nutzt AI zur Datenaufbereitung für die Forschung. Hinzu kommen Investments in die Startups OneTwenty aus der Schweiz, Lapsi aus den Niederlanden und OnaLabs aus Spanien. „Jedes dieser Unternehmen verkörpert unsere Mission: die Nutzung von Deep Tech und Community, um medizinische Innovationen voranzutreiben und Herausforderungen für Menschen und Bevölkerungsgruppen mit Typ-1-Diabetes zu lösen“, kommentiert Debong.

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Wenn sich Anfang Juli Investor:innen aus 33 Nationen in Kitzbühel versammeln, dann nicht für Pitch-Marathons, sondern für Gespräche am Berg: Das World Venture Forum (WVF) ging heuer von 6. bis 11. Juli in seine zwölfte Ausgabe – unter dem Motto „Vectors of Change“. Den heutigen Namen trägt die Veranstaltung seit vier Jahren, davor lief sie als Venture Week. Das Format ist bewusst klein gehalten: Rund 200 Teilnehmer:innen, die laut Veranstalter ein Kapital von mehr als 40 Milliarden Euro repräsentieren, verteilen sich über eine Woche auf Themen-Chalets zu Web3, Family Offices, Corporate Innovation und Impact. Dazu kommen ein Golfturnier, eine Trekking-Tour auf die Streif und die Gala im K3 KitzKongress samt Award-Verleihung. Am Donnerstag und Freitag verschmilzt das Programm traditionell mit dem Business Angel Summit, dem Jahrestreffen der österreichischen Angel-Szene.

Hinter dem Event steht Berthold Baurek-Karlic, Gründer und CEO von Venionaire Capital, der das Forum vor zwölf Jahren mit ins Leben gerufen hat. brutkasten traf ihn vor Ort zum Gespräch – über die Anfänge als Golfrunde, die Philosophie hinter dem Format, die neu eingetragene gemeinnützige Stiftung und die Frage, warum Österreich seiner Ansicht nach zehn Jahre in der Standortdebatte verloren hat.


brutkasten: Das World Venture Forum geht mittlerweile in die zwölfte Ausgabe. Wie ist das Ganze entstanden – und wie hängt es mit dem Business Angel Summit zusammen?

Berthold Baurek-Karlic: Vor zwölf Jahren gab es hier in Kitzbühel eine kleine Golfrunde – gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Standortagentur Tirol. Wir haben gesagt: Wir bringen informell lokale und ein, zwei internationale Investoren zusammen und reden darüber, wie wir mehr Kapital mobilisieren und international mehr Augen auf unseren Heimatmarkt und die EU bringen. Das Feedback war sehr gut, es gab Folgeveranstaltungen. Dann hat sich herauskristallisiert, dass es Bedarf an einem Jahrestreffen der Business Angels gibt – stark auf Österreich fokussiert, mit Bayern und Südtirol als Umfeld. Daraus wurde der Business Angel Summit, den wir bis heute in Partnerschaft und Freundschaft begleiten. Wir selbst haben daraus eine europäische Venture Week in Kitzbühel entwickelt – das heutige World Venture Forum. Es beginnt bereits am Montag; am Donnerstag und Freitag verschmilzt das Programm dann mit dem Summit, unserem Partnerevent.

Was ist die DNA des Forums?

Wir machen ein Event von Investoren für Investoren. Unser Versprechen ist: Hier sitzt du am Tisch und nicht am Menü. Du gehst nicht in einen Raum, wo auf einen Investor zehn Startups kommen, die Geld wollen. Stattdessen hast du eine entspannte Atmosphäre über mehrere Tage, in der du Vertrauen aufbauen kannst, um international zu co-investieren. Kitzbühel ist dafür wunderbar geeignet: Wir machen den Content am Berg – dort kann keiner weglaufen, und es gibt wenig Ablenkung. Im zwölften Jahr haben wir 33 Nationen versammelt und repräsentiertes Kapital von weit über 40 Milliarden. Gleichzeitig sind wir bewusst klein geblieben, knapp über 200 Teilnehmer – Qualität ist wichtiger als Quantität.

Berthold Baurek-Karlic bei der Eröffnung des Gala Dinners am Mittwoch | (c) World Venture Forum

Seit dem Vorjahr gibt es auch eine Stiftung.

Ja, die World Venture Forum Stiftung, eine gemeinnützige Stiftung nach Bundesstiftungsrecht. Es war unglaublich schwierig, sie zu bekommen – zwei Jahre und zehn Monate. Sie kann nicht wieder aufgelöst werden, sie hat den Anspruch, ewig zu bestehen. Wir mussten aber lernen, dass sie ein Jahr eingetragen sein muss, bis die Spendenabsetzbarkeit greift. Das letzte Jahr war deshalb in Wahrheit die Hölle. Heuer konnten wir mit unserer Charity Auction erstmals Kapital einsammeln – knapp 60.000 Euro. Dazu haben wir mittlerweile Chapter Presidents in 19 Ländern, die das ganze Jahr die lokale mit der internationalen Community vernetzen. Die Stiftung lebt nach einem einfachen Prinzip: Innovation in Isolation ist eine Illusion.

Im Fokus der Stiftung steht Bildung. Was heißt das konkret?

Es geht um Innovations- und Entrepreneurship-Empowerment. Einerseits Capacity Building: Investoren die Skills zu geben, um lokal einen guten Job zu machen und internationale Standards einzuhalten. Andererseits haben wir mit der Hochschule Fresenius ein Programm entwickelt, das Scaleup-Gründern die Werkzeuge gibt, international zu raisen. Am Anfang hast du Friends, Family, Fools und lokale Angels – aber irgendwann brauchst du internationale Investoren, die dir neue Märkte aufmachen. Dort helfen wir.

Der Vorstand der World Venture Forum Stiftung: Alexander Rapatz und Berthold Baurek-Karlic | (c) World Venture Forum

Es sind auch Startups vor Ort. Welche Regeln gelten für sie?

Die Oberregel ist: Hier wird nichts verkauft. Es sind ausschließlich Scaleups vor Ort, in der Regel im Windschatten eines Sponsors – und jeder Founder, der hier ist, hat selbst schon investiert. Ein gutes Beispiel ist Florian Wimmer von Blockpit, der seit Jahren auch als Business Angel aktiv ist. Am Ende soll es keine Verkaufsveranstaltung sein. Die Leute sollen nach Hause gehen und sagen: Ich habe etwas gelernt.

Beim Business Angel Summit wurde viel über die politischen Rahmenbedingungen in Österreich diskutiert. Ist das auch hier Thema?

Wir haben ganz bewusst Martin Ohneberg als Festredner eingeladen und ich bin sehr glücklich über seine Rede. Er hat zu hundert Prozent recht: Wir labern viel zu viel und tun viel zu wenig. Politischer Diskurs ist wichtig, aber wenn wir zehn Jahre über einen Dachfonds diskutieren, haben wir zehn Jahre verloren. Ursprünglich wurde an einem Fund of Funds mit fünf bis zehn Milliarden gearbeitet – heute reden wir über einen Scaleup-Fonds mit 500 Millionen. Wir haben also weniger und zehn Jahre verloren. Am Panel kam die Frage, ob der Staat nicht mehr Geld in Fonds stecken sollte. Die Antwort eines deutschen Scaleup-Gründers war treffend: Viel gescheiter wäre, der Staat würde die Produkte kaufen, die in Europa entstehen – Umsatz ist besser als Eigenkapital.

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