03.07.2024
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

1,5 Milliarden Bewertung in Aussicht: Magic.dev vor neuer Kapitalrunde

Es scheint ein neues Unicorn im Anmarsch zu sein: Laut Reuters steht Magic.dev vor einer großen Kapitalrunde.
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Eric Steinberger (CEO) und Sebastian De Ro (CTO)
Eric Steinberger (CEO) und Sebastian De Ro (CTO) | Foto: Magic.dev

Magic.dev von Eric Steinberger (CEO) und Sebastian De Ro (CTO) konnte sich im Februar dieses Jahres ein 117 Mio. US-Dollar-Investment sichern, wie brutkasten berichtete. Den Lead in der Finanzierungsrunde, an der auch der Google VC CapitalG beteiligt war, übernahm damals der ehemalige Github-CEO Nat Friedman.

Heute berichtet die Nachrichtenagentur Reuters darüber, dass sich das KI-Startup der beiden Wiener Founder mit Sitz in San Francisco in Gesprächen befindet, um über 200 Millionen Dollar in einer Finanzierungsrunde aufzubringen. Dabei würde die Bewertung auf 1,5 Mrd. US-Dollar ansteigen (eine Verdreifachung zum letzten Firmenwert) und das Unternehmen zum Unicorn werden. Reuters bezieht sich dabei auf drei anonyme Quellen.

Magic.dev: Nat Friedman und Google dabei

Das Startup, das etwa 20 Mitarbeiter:innen beschäftigt, wurde nach Angaben von PitchBook zuletzt mit 500 Millionen US-Dollar bewertet. Seit seiner Gründung im Jahr 2022 hat das Unternehmen insgesamt 140 Millionen US-Dollar von Kapitalgebern erhalten.

Magic.dev entwickelt eine KI-basierte Assistenz-Software für Developer:innen. Dieses soll nach Anspruch des Unternehmens wie ein menschlicher Software-Engineer kommunizieren können – und die Entwickler:innen beim Coden unterstützen. Die Software basiert auf Large Language Models (LLMs). Magic.dev verfolgt damit einen ähnlichen Ansatz wie GitHubs Produkt Autopilot. Und geht sogar einen Schritt weiter.

More Data

Das Startup trainiert Sprachmodelle für codingspezifische Aufgaben. Ein Aufwand, der kostenintensiv ist, da Daten, Chips und Strom gekauft werden müssen. Magic.dev plant, seine Finanzmittel für die Verbesserung seiner eigenen Modelle zu verwenden, die „long context windows“ (Anm.: helfen AI-Modellen während einer Sitzung Informationen abzurufen) unterstützen und sich auf KI-Systeme beziehen, die mehr Daten in einer Abfrage verarbeiten können, so die Quellen gegenüber Reuters.

Oder präziser gesagt: Während GitHub Copilot oder ChatGPT von OpenAI Vorschläge zur Vervollständigung von Codezeilen machen können, besteht die nächste Grenze für Programmierassistenten darin, ganze Softwareanwendungen ohne menschliche Hilfe zu entwerfen und zu schreiben. Dies sei das Ziel der beiden Wiener Founder.

Magic.dev hebt sich ab

Die Fähigkeit von Magic.dev, eine große Menge an Kontext auf einmal zu verstehen und zu verarbeiten, sei seinem innovativen Design zu verdanken, das über das traditionelle „Transformer-Modell“ hinausgehe, das üblicherweise in großen Sprachmodellen wie den GPT-Modellen von OpenAI verwendet wird.

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© Wiener Börse/Nik Pichler

Österreichische Unternehmen setzten im bisherigen Jahresverlauf 2026 positive Impulse am Kapitalmarkt, auch wenn die Belebung noch nicht alle Marktsegmente erfasste. Wie das aktuelle IPO Barometer der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY zeigt, stehen vier Neuzugänge an der Wiener Börse, ein neuer ATX-Rekord sowie zwei Börsengänge österreichischer Unternehmen im Ausland zu Buche.

Die zwei Auslands-Listings waren das Unternehmen Asta Energy, das im Jänner in Frankfurt an die Börse ging, sowie Innio Jenbacher mit dem Börsengang im Juni an der Nasdaq. Parallel dazu entwickelte sich der heimische Aktienmarkt stark: Der ATX inklusive Dividenden erreichte am 28. September mit 17.618,00 Punkten ein neues Allzeithoch und liegt seit Jahresbeginn mehr als 30 Prozent im Plus.

Vier Neuzugänge an der Wiener Börse

Am österreichischen Kapitalmarkt verzeichnete die Wiener Börse im laufenden Jahr vier Neuzugänge. Mit dem Handelsstart der Biogena Good Vibes AG am 10. September im Segment direct market plus kam der vierte Neuzugang an die Börse – brutkasten berichtete. Dem Listing ging eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot voraus. Laut Unternehmensangaben zeichneten mehr als 2.300 neue Aktionär:innen Aktien, wobei sich der Mittelzufluss auf fast 18 Mio. Euro belief. Zuvor gingen dieses Jahr die Emerald Horizon AG im standard market (brutkasten berichtete), die FIT Group AG im direct market plus und die K2G Holding AG im direct market an den Wiener Markt.

Ein klassischer IPO eines österreichischen Unternehmens im geregelten Markt wurde im dritten Quartal hingegen nicht verzeichnet. Seit Anfang Juli ist der direct market plus zudem als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert, was insbesondere Wachstumsunternehmen und KMU den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern soll.

„Für nachhaltige Belebung des IPO-Markts braucht es gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen“

„Das dritte Quartal zeigt ein differenziertes Bild: Ein klassischer IPO im geregelten Markt blieb zwar aus, zugleich belegen die Neuzugänge und insbesondere das zusätzliche Listing von Biogena, dass der Kapitalmarkt auch für österreichische Wachstumsunternehmen eine relevante Finanzierungsoption sein kann. Dass mehr als 2.300 neue Aktionärinnen und Aktionäre gewonnen und fast 18 Millionen Euro eingeworben wurden, ist ein positives Signal für die Mobilisierung privaten Kapitals“, analysiert Martina Geisler, Partnerin und Leiterin IPO bei EY Österreich.

„Für eine nachhaltige Belebung des heimischen IPO-Markts braucht es nun eine gut vorbereitete Pipeline börsenreifer Unternehmen. Entscheidend sind eine überzeugende Equity Story, transparente Governance, realistische Bewertungsvorstellungen und die Bereitschaft, den Kapitalmarkt frühzeitig in die Wachstumsstrategie einzubinden. Der EU-KMU-Wachstumsmarkt kann dabei helfen, die Einstiegshürden für kleinere und mittlere Unternehmen zu senken“, so Geisler weiter.

Wer den Kapitalmarkt in Betracht ziehe, müsse daher „frühzeitig Börsenreife herstellen und seine Equity Story klar auf die Bedürfnisse eines internationalen Investorenkreises ausrichten“, heißt es von EY.

Erweiterung im global market

Neben den Neuzugängen erweiterte die Wiener Börse am 9. September den global market – das Handelssegment für bereits an anderen Börsen notierte internationale Aktien – um 45 Titel aus dem Nasdaq 100 und dem S&P 500. Damit sind dort nun erstmals mehr als 1.000 internationale Wertpapiere in Euro, zu Inlandskonditionen und während der Wiener Börsenzeiten handelbar. Bei diesen Einbeziehungen handelt es sich nicht um österreichische IPOs.

Im weltweiten Vergleich blieben die IPO-Märkte im dritten Quartal 2026 mit 367 Börsengängen nahezu stabil (Vorjahresquartal: 374), während das Emissionsvolumen um 79 Prozent auf 93,3 Mrd. US-Dollar stieg. „Die hohen Emissionsvolumina dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erholung des IPO-Markts noch nicht in der Breite angekommen ist. Das dritte Quartal wurde stark von wenigen sehr großen Transaktionen geprägt“, erläutert Geisler.

Weltweit entfielen im dritten Quartal rund 75 Prozent des Platzierungsvolumens auf die Branchen Advanced Manufacturing und Technology. Getragen werde der Markt laut EY von Equity Stories, die auf kritische Infrastruktur und Energie, KI und Robotik sowie Verteidigung einzahlen.

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