08.10.2025
QUALITÄTSLABEL

14 neue österreichische MINT-Netzwerke mit Qualitätslabel ausgezeichnet

Am 7. Oktober wurden im Haus der Industrie zum zweiten Mal 14 MINT-Regionen mit dem Qualitätslabel ausgezeichnet. Mittlerweile engagieren sich insgesamt 28 MINT-Regionen mit über 850 Partner:innen.
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MINT-Region Oststeiermark (Koordination: Regionalentwicklung Oststeiermark GmbH) mit Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner. Foto: aws

Die Initiative „MINT-Regionen“ im Auftrag des Bildungsministeriums (BMBWF) soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken, besonders in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Brutkasten berichtete bereits im vergangenen Jahr über die erste Verleihung des Qualitätslabels an die ersten 14 MINT-Regionen im Haus der Industrie.

Zweite Verleihung im Haus der Industrie

Am gestrigen Nachmittag, dem 7. Oktober 2025, wurden weitere 14 MINT-Regionen im feierlichen Rahmen mit dem Qualitätslabel ausgezeichnet. Das MINT-Regionen Qualitätslabel wird durch das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) gemeinsam mit der als MINT-Regionen Service Hub fungierenden Austria Wirtschaftsservice (aws) und den Kooperationspartnern Industriellenvereinigung, MINTality Stiftung sowie Österreichs Bildungsagentur OeAD vergeben. 

Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: „MINT soll für alle zugänglich gemacht werden. Den 14 neuen MINT-Regionen gratuliere ich herzlich zu Auszeichnung. Mit Ihrem Engagement setzen sie wichtige Akzente für eine zukunftsorientierte und chancengerechte MINT-Landschaft und sind damit zentrale Wegbereiterinnen für chancengerechte Innovation.“ Ein besonderes Anliegen der Bundesministerin ist die Förderung von Frauen und Mädchen im MINT-Bereich.

Auch Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung, betonte die Bedeutung der Initiative angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels: „Weniger MINT-Talente heißen auch weniger Forschung, weniger Innovation und Produktion und damit auch Wohlstand. Darum müssen wir die Jugend gemeinsam weiter für MINT begeistern.“

28 MINT-Regionen mit über 850 Kooperationspartner:innen

Mittlerweile zählt die Initiative 28 MINT-Regionen mit über 850 Kooperationspartner:innen – darunter Bildungs- und Forschungseinrichtungen, private Unternehmen, Vereine und öffentliche Stellen. Bereits über 50.000 Kinder und Jugendliche haben an Projekten und Aktivitäten im Rahmen der Initiative teilgenommen.

Die 14 neu ausgezeichneten MINT-Regionen im Überblick:

  • MINT-Region Oberwart
  • MINT-Region Güssing-Jennersdorf 
  • MINT-Region Donau NÖ-Mitte 
  • MINT-Region Feldspat Quarz und Glimmer 
  • MINT-Region OÖ Zentral 
  • MINT-Region Fuschlsee Mondseeland
  • MINT-Region Oststeiermark 
  • MINT-Region Kitzbühel 
  • MINT-Region Bludenz-Montafon-Brandnertal 
  • MINT-Region Feldkirch
  • MINT-Region Vorderland am Kumma 
  • MINT-Region MINT4All Dornbirn-Hohenems
  • MINT-Region Wien West
  • MINT-Region Favoriten
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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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