10.10.2019

KSV1870 steigt als strategischer Investor bei FinTech-Startup FINcredible ein

Der Kreditschutzverband KSV1870 übernimmt als strategischer Investor 25,1 Prozent am Wiener FinTech-Startup FINcredible. Vor allem für das Mieten und Vermieten von Immobilien werden auf Basis der PSD2 Lösungen geboten, die auch den Datenschutz der Mieter gewähren sollen.
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FINcredible checkt Bonität von Mietern mit PSD2 und DSGVO
Das Gründungsteam von FINcredible. (c) FINcredible

Der KSV1870 beteiligt sich zu 25,1 Prozent am Wiener FinTech-Startup FINcredible GmbH, einem Spin-off von Wissenschaftlern der Wirtschaftsuniversität Wien. Es handelt sich dabei um ein strategisches Investment, denn FINcredible arbeitet seit 2017 an Dienstleistungen und Produkten für die Bonitätsprüfung von Kunden – was sich wiederum mit dem Geschäftsfeld des Kreditschutzverbands KSV1870 überschneidet.

+++Zum FinTech-Channel des brutkasten+++

Über die Investmentsumme wurde Stillschweigen vereinbart, heißt es auf Nachfrage des brutkasten von der FINcredible GmbH. Jedenfalls erlaube das Backing durch den strategischen Investor aber eine deutliche Ausweitung des Teams und der Operations, „verbunden mit einer Strategie zur parallelen Entwicklung mehrerer weiterer Produkte und Märkte für digitale Echtzeit Bonitätsprüfungen“.

KSV1870 und FINcredible: Die Vorteile der Kooperation

Die Services von FINcredible basieren auf der neuen EU-weit gültigen Richtlinie namens „Payment Services Directive II“ (PSD2). Das Startup bietet die Möglichkeit, mithilfe von tagesaktuellen Finanzinformationen umfassende und validierte Entscheidungsgrundlagen im ID- und Bonitätsbereich bereitzustellen. Dies wird zum Beispiel bei der Vermietung von Immobilien genutzt, wie das Startup im Rahmen seines MietCheck demonstriert (mehr dazu unter diesem Link). Der KSV1870 wiederum hat den digitalen InfoPass für Mieter generiert, mit dem Mieter gegenüber einem potenziellen Vermieter ihre Bonität belegen können. Hier ist also eine gemeinsame Basis gegeben.

+++KSV1870: Wie Jungunternehmer zahlungsfähige Kunden finden+++

Durch die strategische Beteiligung am Wiener Startup kann der KSV1870 in Zukunft nicht nur rascher auf Marktveränderungen und neue Trends im Bereich der Bonitätsabfrage reagieren, sondern gleichzeitig auch deren Komplexität weiter verringern, heißt es seitens des Kreditschutzverbandes in einer Presseaussendung. Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG, betont, dass der Kreditschutzverband mit den PSD2-basierten Informationen schon jetzt „einen neuen Standard im Bereich der Bonitätsabfrage“ setze und man somit eine hohe Wertschöpfung für die Kunden generiere: „Durch die Partnerschaft mit FINcredible schaffen wir ein Innovationsumfeld, erweitern unser Portfolio und können so die Komplexität unserer Produkte weiter verringern.“

Aus dem Video-Archiv: Was die PSD2 für FinTechs und Banken bedeutet

Wie FINcredible in Kombination mit PSD2 und DSGVO funktioniert

Die Erhebung von Echtzeit-Informationen erfolgt bei FINcredible auf Basis von tagesaktuellen, verifizierten Bankkontodaten. Den Anbietern zufolge ist die Lösung konform mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und legt einen starken Fokus auf die Privatsphäre der Kunden.  So verarbeitet etwa der FINcredible MietCheck auf Basis eines digitalen Kontoauszuges der jeweiligen Hausbank nur jene Daten, die für den Zweck der Bonitätsprüfung tatsächlich notwendig sind, heißt es in der Aussendung

Bevor die Informationen übermittelt werden, bedarf es zudem der aktiven Zustimmung seitens des Kunden, dass die Bank sein Ergebnis bestimmten Dritten zur Verfügung stellen darf. Dabei erhält der Vermieter oder Makler lediglich jene Information, welche die Frage beantworten, ob sich der etwaige Mieter die Wohnung tatsächlich leisten kann – ohne dabei näher auf einzelne Kontobewegungen einzugehen.

Laut Christian Ochs, Geschäftsführer und Co-Founder von FINcredible, werden die Daten aus dem abgefragten digitalen Kontoauszug sofort gelöscht, zudem kann das Ergebnis der Prüfung jederzeit aus dem Portal zurückgezogen werden: „Die Kontrolle über die eigenen Daten liegt somit immer beim Kontoinhaber,“ sagt Ochs.

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Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs | (c) Peter Drechsler / SAL

Das österreichische Forschungszentrum Silicon Austria Labs (SAL) hat nach eigenen Angaben das weltweit dünnste bidirektionale 11-Kilowatt-Bordladegerät für Elektroautos entwickelt. Die sogenannte „Tiny Power Box 2.0“ ist nur fünf Zentimeter hoch und soll Autoherstellern neue Möglichkeiten beim Einbau bieten. Entwickelt wurde der Prototyp von Forschungsteams in Villach und Graz gemeinsam mit den Industriepartnern Infineon, AVL, TDK, Fronius und MetaSystem. Das Forschungsprojekt hatte ein Volumen von 7,2 Millionen Euro.

Laden und Strom zurückspeisen

Jedes Elektroauto verfügt über einen sogenannten On-Board-Charger. Dieser wandelt den Wechselstrom aus der Steckdose oder Wallbox in Gleichstrom um, den die Fahrzeugbatterie speichern kann. Die Tiny Power Box 2.0 übernimmt dabei gleich drei Funktionen: Sie lädt die Batterie mit bis zu elf Kilowatt, kann Strom aus dem Fahrzeug zurück ins Haus oder öffentliche Netz speisen und versorgt über einen integrierten Wandler auch das 12-Volt-Bordnetz. Darüber werden unter anderem Beleuchtung, Steuergeräte und Infotainment betrieben. Dafür ist bislang häufig ein separates Bauteil notwendig.

Durch die bidirektionale Funktion könnte ein geparktes Elektroauto künftig auch als Stromspeicher dienen. Beispielsweise ließe sich tagsüber erzeugter Solarstrom in der Fahrzeugbatterie speichern und bei Bedarf wieder im Haushalt nutzen.

Mehr Leistung auf weniger Raum

Die größte Herausforderung bei der Entwicklung sei die Wärme gewesen, die beim Umwandeln des Stroms entsteht, heißt es von SAL. Je kompakter das Ladegerät, desto schwieriger wird es, diese abzuführen.

„Bei 50 Millimetern Bauhöhe liegt die eigentliche Herausforderung in der Wärmeentwicklung, die auf sehr kleinem Raum abgeführt werden muss. Wir haben Kühlung, magnetische Komponenten und Isolation deshalb in kombinierten Designprozessen als ein gemeinsames Gesamtsystem simuliert und entwickelt. Nur so lassen sich 11 Kilowatt bidirektional auf engstem Bauraum umsetzen“, erklärt Christian Mentin, Head of Research Unit System-Level Integration Technologies bei Silicon Austria Labs.

Die Entwicklung baut auf einem Vorgängerprojekt aus dem Jahr 2022 auf. Damals hatte SAL bereits ein kompaktes Ladegerät mit sieben Kilowatt Leistung entwickelt. Die neue Generation erreicht elf Kilowatt und kommt dabei mit einer deutlich geringeren Bauhöhe aus.

Forschungsergebnisse für weitere Anwendungen

Nach dreieinhalb Jahren Forschung liegt die Tiny Power Box 2.0 nun als Prototyp vor. Mit fast allen beteiligten Industriepartnern laufen bereits Folgeprojekte. Dabei sollen die entwickelten Technologien auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen, etwa in der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität, in industriellen Gleichstromnetzen oder bei der Stromversorgung von Rechenzentren.

Ob und wann die Tiny Power Box 2.0 selbst in Serienfahrzeugen eingesetzt werden könnte, ist derzeit offen. Interesse gibt es laut SAL aber bereits von europäischen und internationalen Autoherstellern.

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