22.02.2018

Start me up Monday: „Perfektionismus ist total kontraproduktiv“

Am Montag, den 19. Februar, fand der erste Start me up Monday 2018 an der FH Technikum Wien statt. Mehr als 100 Gäste waren dabei. Das Startup ToolSense präsentierte sein Business Model und ließ mit plakativen Aussagen zum Startup-Leben aufhorchen.
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FH Technikum Wien: Mehr als 100 Gäste waren beim ersten Start me up Monday 2018 dabei.
(c) FH Technikum Wien: Mehr als 100 Gäste waren beim ersten Start me up Monday 2018 dabei.

„Unsere Programme und Aktivitäten steigern die Employability unserer Studierenden, bieten einen neuen Weg des Technologietransfers und gleichzeitig übernehmen wir damit eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung“, sagt Thomas Faast, der an der FH Technikum Wien die Entrepreneurship-Agenden innehat. Für die FH sei der Fokus auf Startups Teil des eigenen Innovationsmanagements. Neben einem eigenen Mentoring-Programm, welches das Startup ToolSense gerade durchläuft, pflegt die FH eine enge Kooperation mit INiTS. Einen guten Einblick konnten mehr als 100 Gäste vergangenen Montag am ersten Start me up Monday des Jahres bekommen.

+++ Thomas Faast über den Startup Inkubator der FH Technikum Wien +++

Internet der Dinge: „Hype noch nicht am Zenit“

Eingangs gab Birgit Pohn, Lehrende an der FH Technikum, eine Einführung in das Thema IoT. Rund 42 Milliarden Geräte seien derzeit miteinander verbunden. Und sie alle, egal, welchen Usecase sie erfüllen, liefern Daten, die man sammeln, aggregieren und interpretieren könne. Nach dem sogenannten Hype Cycle Model sei man damit jedoch noch nicht am Zenit angelangt – der Hype um die „Vernetzung der Dinge“ ginge weiter. Eine einheitliche Definition von IoT sei hingegen schwierig zu finden. Die gängigste: IoT ist die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet, sodass diese selbstständig kommunizieren.

FH Technikum Wien: Birgit Pohn auf der Bühne beim Start me up Monday
(c) FH Technikum Wien: Birgit Pohn auf der Bühne beim Start me up Monday

Die Anwendungsfelder von IoT seien dabei breit gefächert: von E-Health über Mobility, die Prozesssteuerung in Fabriken, dem Einzelhandel bis hin zur Energiebranche. Als ein Beispiel für eine gängige IoT Anwendung nannte Pohn den Amazon Button, der als programmierbarer IoT-Button Unternehmen ermöglicht, sich in das IoT-Netz von Amazon einzuklinken.

„Man geht raus und kriegt jeden Tag eins in die Goschn. Perfektionismus ist total kontraproduktiv.“

ToolSense im Startup-Talk beim Start me up Monday

Als Höhepunkt des Abends gab ToolSense, das IoT-Startup aus Studierenden der FH Technikum Wien, Einblick in das Startup-Leben und ließ mit plakativen Aussagen aufhorchen. Auf die Publikumsfrage, wie denn der Alltag eines Jungunternehmens sei, antworteten die Gründer Stefan Öttl und Alexander Manafi ungeschminkt: „Man muss es in sich haben, man geht raus und kriegt jeden Tag eins in die Goschn“. Auch sie kennen also den sogenannten „Startup Rollercoaster“: „Am Anfang findest du deine Idee geil, gehst raus und keinen interessiert es. Dann musst du dein Produkt adaptieren. Perfektionismus ist da total kontraproduktiv – du musst agil bleiben“, sagt Manafi.

ToolSense habe mittlerweile jedoch die Anfangsschwierigkeiten überwunden und könne stolz auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken – mit der Aufnahme ins Mentoring-Programm der FH, einem mittleren sechsstelligen Investment und der Wahl zum IoT-Startup des Jahres beim Futurezone Award 2017.

ADEVO: Schaufenster als Werbeträger

Unter dem Schirm der Fachhochschule will auch ein anderes Startup den Schritt zur Unternehmensgründung wagen: ADEVO. Die Masterstudenten im Bereich Innovations- und Technologiemanagement wollen die digitale Werbung von Österreich aus revolutionieren. Mittels Rückprojektionen mit Beamern sollen Schaufenster in Zukunft nicht mehr nur die Ware in der Auslage zeigen, sondern als Projektionsfläche zu Werbeträgern gemacht werden. Das Startup ist derzeit auf der Suche nach Entwicklern – Beteiligung nicht ausgeschlossen.

Narrow Band IoT versus LoRaWAN

Zum Abschluss des Abends präsentierten Stefan Imre von T-Mobile Austria und der FH-Lehrende Mathias Ballner IoT-basierte Technologien. Während T-Mobile verstärkt auf Narrowband IoT setzt und dieses 2018 in ganz Österreich ausrollt, stellte Ballner das sogenannte LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) vor. Ziel beider Technologien ist es, den Stromverbrauch und die benötigten Datenmengen zu reduzieren, eine tiefe Gebäudedurchdringung zu erreichen und die Kosten nachhaltig zu senken. (PA/red)

+++ Wiener Blockchain-Startup in IoT-Verband mit Cisco und Bosch +++


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Fünf der RBI Global FinTech Scouts gaben uns Einblicke in die aktuellen globalen FinTech-Trends (vl.): Vel Vasic, Aditi Subbarao, Ken Thomas, Scarlett Sieber und Nnanna Ijezie | (c) brutkasten / Dervisevic

„Die große Stärke des Programms ist Neugier. Es geht darum, das Beste aus der ganzen Welt zusammenzutragen und dann zu nutzen“, sagt Aditi Subbarao, Enterprise Account Director beim US-AI-Data-Cloud-Anbieter Snowflake, im Gespräch mit brutkasten. Sie spricht über das Global FinTech-Scouts Program der Raiffeisen Bank International (RBI), für das sie seit dem Start vergangenes Jahr als Expertin fungiert. Ziel ist es, die wichtigsten Erkenntnisse im FinTech-Bereich von globalen Top-Expert:innen zusammenzutragen und für die gesamte RBI-Gruppe – und damit im ganzen CEE-Raum – nutzbar zu machen.

Im Mai holte die RBI ihre „Scouts“ wieder nach Wien. Brutkasten war vor Ort und bat fünf der Expert:innen, darunter auch Subbarao um ihre Einschätzung zu den aktuell wichtigsten FinTech-Trends.

1. KI-Agenten und die notwendige Datenstrategie

KI-Agenten seien aktuell wenig überraschend das dominierende Thema in den Führungsetagen der Finanzwelt, erklärt Aditi Subbarao. Dabei gehe es um die effiziente und sichere Umsetzung. Und diese sei an strenge technologische Voraussetzungen geknüpft: „Ohne eine solide Datenstrategie gibt es keine KI-Strategie. Unternehmen werden von KI-Agenten nicht profitieren, solange ihre zugrunde liegenden Daten nicht robust und KI-fähig sind“.

Zusätzlich zur Datenqualität sei die Sicherheit der Systeme entscheidend. Subbarao warnt vor unregulierten Modellen: „Selbst bei einer optimalen Datenbasis können ohne sichere, regulierte KI-Agenten mit angemessenen Leitplanken nicht die zuverlässigen und richtlinienkonformen Ergebnisse erzielt werden, die man für seine Kunden will“.

2. Web3 und Payments wachsen zusammen

Ein grundlegender Wandel vollzieht sich auch in der Infrastruktur digitaler Transaktionen, erklärt Vel Vasic, CEO des in Singapur ansässigen FinTech-Venture-Studios OTLRS. Er beobachtet eine zunehmende Verschmelzung etablierter Systeme: „Wir erleben derzeit, wie der traditionelle Zahlungsverkehr und Web3, die früher völlig getrennte Welten waren, konvergieren“.

Die Integration gehe dabei in beide Richtungen. „Zahlreiche Anbieter digitaler Vermögenswerte betrachten den Zahlungsverkehr mittlerweile als zentralen Bestandteil der Customer Journey“, führt Vasic aus. Er prognostiziert für die Branche eine weitreichende Veränderung: „In den kommenden zehn Jahren wird sich dies in Kombination mit künstlicher Intelligenz zu einem nahtlosen Omnichannel-Erlebnis für digitale Zahlungen entwickeln“.

3. Identitätsprüfung im Zeitalter von KI-Betrug

Die schnelle Verbreitung von künstlicher Intelligenz bringt auch neue Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit mit sich. Für Scarlett Sieber, Chief Strategy and Growth Officer beim New Yorker FinTech-Konferenzveranstalter Money20/20, rücken defensive Strategien in den Fokus. „Mein Hauptinteresse gilt der Rolle von Betrug und Identitätsprüfung im Kontext von künstlicher Intelligenz“, erklärt Sieber.

Sie sieht dabei einen direkten Zusammenhang zwischen technologischer Entwicklung und Cyber-Kriminalität: „Mit dem Aufstieg der KI verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg von Betrugsfällen. Infolgedessen spielt die eindeutige Identitätsfeststellung eine wichtigere Rolle als jemals zuvor“.

4. Hyperpersonalisierung durch „Context Pulling“

Im Bereich der Kundenbindung verändert sich die Art und Weise, wie Finanzprodukte angeboten werden, erklärt Ken Thomas, Principal beim Londoner VC BackFuture. Er identifiziert einen Wandel in der Kundenansprache: „Der übergreifende Trend, den ich derzeit beobachte, ist die Hyperpersonalisierung und deren Wechselwirkung mit Banking“.

Die Strategie wandelt sich von traditionellen Marketingmethoden hin zu einer situativen Ansprache: „Wir nennen das ‚Context Pulling‘ anstelle von ‚Product Push‘. Anstatt eine statische Menge an Rewards anzubieten, geht es nun vielmehr darum, den Kunden die richtigen Rewards zur exakt richtigen Zeit zukommen zu lassen, um so die Interaktion und das Engagement zu steigern“.

5. Besserer Zugang zum US-Dollar

Nnanna Ijezie, Product Manager bei Booking.com in Amsterdam, sieht eine starke Nachfrage im Fremdwährungsbereich: „Wir beobachten weltweit einen wachsenden Zugang zum US-Dollar“.
Dieser Trend wird maßgeblich von neuen Marktteilnehmern getrieben. „Startups, FinTechs und Banken arbeiten daran, immer mehr Menschen einen einfacheren, schnelleren und kostengünstigeren Zugang zu dieser Währung zu ermöglichen“, so Ijezie.

Dabei kommen auch neue Technologien zum Einsatz: „Eine der populärsten Methoden, über die derzeit alle sprechen, sind Stablecoins, doch das zugrunde liegende Bedürfnis bleibt, der breiten Masse einen effizienteren Zugang zum US-Dollar zu verschaffen“.

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