05.04.2017

Amlogy: Das Schulbuch wird lebendig

Das Startup Amlogy hat es sich zum Ziel gesetzt, Schulbücher, Plakte und Logos zum Leben zu erwecken. Das funktioniert mit Hilfe von Augmented und Virtual Reality.
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(c) Amlogy: Pilotprojekt mit Schülern

Neun Jahre ist es her, seit Arkadi Jeghiazaryan mit seiner Familie nach Österreich flüchtete. In der Schule hatte er zu Beginn erhebliche Schwierigkeiten, da er die Sprache nicht verstand. „Um eine Sprache zu sprechen, muss man die Sprache verstehen. Bilder versteht man ohne Worte“, weiß Jeghiazaryan heute. 2016 gründete er daher Amlogy, ein Startup, das sich mit Augmented und Virtual Rality in den Bereichen Bildung, Tourismus und Werbung beschäftigt.

Redaktionstipps

AR im Bildungsbereich

(c) Amlogy

Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen möchte Jeghiazaryan den Bildungsbereich revolutionieren. Die Vision: interaktives Lernen dank Augmented Reality. Schulbücher und Arbeitsmaterialien für Lehrende werden mit 3D-Animationen ausgestattet. So werden laut dem Gründer die unterschiedliche Lerntypen gleichzeitig angesprochen. Die Schüler sollen so komplizierte Inhalte schneller, einfacher und nachhaltiger verstehen und wiedergeben können. Derzeit laufen bereits zwei Pilotprojekte mit 130 Schülern.

Flaschen in 3D

(c) Amlogy

Auch in der Werbebranche ist Amlogy aktiv geworden. So entwickelte das Startup erst kürzlich eine Kampagne für Coca-Cola. Mit der sogenannten Arloopa-App erscheint das in Printmedien abgedruckte Bild der Cola Flaschen in 3D. „Sie werden so zum Leben erweckt“, heißt es laut Amlogy.

Ein digitaler Pfad

Letztlich kommt die Technologie auch im Tourismus-Bereich zum Einsatz. Die Vergangenheit einer Gemeinde kann beispielsweise durch den Einsatz von Augmented Reality greifbarer dargestellt werden. Eine Besichtigung wird so zum digitalen Erlebnis für die Besucher.

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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