23.07.2015

Immer mehr Stars trauen sich: David Beckham investiert in britisches Startup

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© davidbeckham.com: David Beckham kooperiert mit einem britischen Startup.

Justin Timberlake, Lady Gaga, Justin Bieber, Ashton Kutcher und nun auch David Beckham haben nicht nur ihren Promi-Status gemeinsam: Sie investieren in Startups.

David Beckham soll dabei nicht nur bloßer Geldgeber sein, sondern auch Markenbotschafter. Bei über 50 Millionen Facebook Freunden dürfte dies keine allzu großen Schwierigkeiten sein. Eben auf der Social Media Plattform verkündet Beckham auch die News – zusammen mit einem Selfie: „Just completed my first LIVE broadcast on my new app ‪#‎MyEye‬“ – Der Beitrag wurde über 100.000 Mal gelikt und mehr als 700 Mal geteilt.

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Interessant ist etwas anderes in diesem Zusammenhang. Die Facebook-Seite der MyEye App kann vom Rummel auf der Fanseite des Ex-Fussballstars (noch) nicht profitieren. Die Verkündung der Partnerschaft verläuft mit nur 2 Likes im Sand und auch die totalen Fan Likes halten sich aktuell mit nur knapp über 50 im unteren Bereich auf. Auf Instagram sieht es nur leicht besser aus.

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Das junge britische Startup entwickelt ein Service im Live-Video-Streaming-Bereich. Beckham hat zusammen mit anderen Investoren insgesamt 2 Millionen Pounds investiert. Mit der MyEye App können User selbstgedrehte Clips aufnehmen, ansehen und teilen – und zwar live und weltweit.

Hinter dem Startup stehen bereits bekannte Entrepreneure: Co-Founder Mark Betteridge und Lee Musgrave waren zuvor in Führungspositionen bei Rare Ltd., einer überaus erfolgreichen Spieleentwickler-Firma. Eines der Games namens „GoldenEye 007“ wurde 2002 an Microsoft um 375 Millionen US-Dollar verkauft. Der Dritte im Bunde ist Paul Kavanagh, der zuvor im Banking tätig war.

In einer Aussendung kommentiert Beckham das Investment: „Ich halte immer Ausschau nach britischen Unternehmen, die ich unterstützen möchte, nach jenen, die vielleicht die Chance haben, in unserer Welt etwas zu verändern. Ich glaube daran, dass MyEye das Potential hat, die Art und Weise zu verändern, wie die Menschen via Social Media interagieren. Ich habe mir die Partner sehr genau angesehen, mit denen ich zusammen arbeite, und ich bin sehr beeindruckt von Paul, Mark und Lee. Sie haben einen beeindruckenden Hintergrund im Aufbau von Unternehmen und ich bin froh, mit ihnen zusammen nach vorne schauen zu können“.

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Quelle, © MyEye

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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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