09.02.2026
WIRTSCHAFTSSTANDORT

Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak: „Startups einzubinden ist das Um und Auf“

Interview. Von KI in der Verwaltung über Startup- und Spin-off-Förderung bis hin zur Bewerbung um eine AI-Gigafactory: Wiens Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak spricht über aktuelle Innovationsprojekte und strategische Vorhaben der Stadt. Auch die Ansiedlung von Krypto-Firmen und der Ausbau des Life-Science-Standorts stehen im Fokus.
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Barbara Novak | (c) brutkasten
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In Wien werden derzeit mehrere größere Technologie- und Innovationsprojekte parallel vorangetrieben, die unter anderem im Regierungsprogramm der Stadtregierung aus SPÖ und Neos verankert sind. Dazu zählen Initiativen im Bereich Künstliche Intelligenz, Maßnahmen zur Förderung von Startups und universitären Spin-offs sowie der geplante Ausbau des Life Science Centers und die Bewerbung um eine europäische AI-Gigafactory (brutkasten berichtete).

Im Vorfeld der Wiener Innovationskonferenz, die am Mittwoch im Wiener Rathaus stattfindet, haben wir mit Wiens Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak über die Innovationsaktivitäten der Stadt Wien gesprochen – über KI-Projekte, Startup- und Spin-off-Förderung, die Ansiedlung von Krypto-Firmen sowie über strategische Infrastrukturvorhaben.


brutkasten: Bereits in ihrer KI-Strategie aus dem Jahr 2019 hat die Stadt Wien Künstliche Intelligenz als zentrales Zukunftsthema definiert. Welche konkreten KI-Use-Cases werden derzeit in der Wiener Verwaltung umgesetzt?

Barbara Novak: Jede Form von neuer Technologie ist natürlich etwas, das in Wien und in der Verwaltung sehr rasch ankommt. Wir waren ja schon bei den Anfängen des E-Governments sehr gut aufgestellt und hatten immer eine sehr engagierte IT-Truppe, die sich früh mit neuen Technologien beschäftigt hat. 

Aktuell versuchen wir vor allem, unsere bereits digitalisierten Prozesse mit KI weiter zu verfeinern und zu beschleunigen. Wir arbeiten zum Beispiel an Projekten wie der digitalen Baueinreichung, die mit starker KI-Unterstützung funktioniert. Dabei geht es darum, Daten zu erfassen, abzugleichen und Genehmigungsprozesse effizienter zu gestalten. Das sind klassische Verwaltungsabläufe, die dadurch deutlich schneller werden.

Wir setzen KI auch in Bereichen ein, in denen es sehr viele gleichartige Prozesse gibt, etwa dort, wo viele Bescheide erstellt werden müssen. Gerade in der Bescheiderstellung unterstützt KI bereits. Darüber hinaus nutzen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Wien KI auch im Arbeitsalltag, zum Beispiel für die Erstellung unterschiedlicher Textsorten. Das funktioniert gut und wird gut angenommen.

Inwieweit werden Startups in diese KI-Strategie der Stadt eingebunden – auch vor dem Hintergrund technologischer Souveränität?

Das ist ein ganz zentraler Punkt. Die Wirtschaftsagentur Wien hat hier schon seit vielen Jahren eine Förderschiene im Bereich Digitalisierung und hat KI sehr rasch in ihre Programme integriert. Es wurden zahlreiche Projekte aus der Unternehmerschaft unterstützt, sowohl von Startups als auch von etablierten Unternehmen, die ihre Produkte weiterentwickeln.

Wien hat zudem seit Jahren eine gut funktionierende Startup-Szene, die sich gerade im KI-Bereich sehr dynamisch entwickelt. Viele Förderungen kommen auch vom Bund, etwa über AWS oder die FFG. 

Was wir als Stadt zusätzlich beitragen können, ist, Räume zu schaffen, in denen Startups, etablierte Unternehmen und Wissenschaft noch stärker zusammenkommen. Diese drei Komponenten braucht es, um nachhaltige Innovationen zu schaffen, und genau hier wollen wir stärker vernetzen.

Barbara Novak, Amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales | (c) brutkasten

Gibt es dafür konkrete Vorhaben?

Ein Beispiel dafür ist das Life Science Center, in dem KI eine zentrale Rolle spielt, insbesondere für die Life-Science- und Pharmaindustrie. Dort wird Raum für Forschung geschaffen, in enger Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachhochschulen. Gleichzeitig sollen Startups dort ihre ersten Schritte machen können, und auch große, etablierte Pharmaunternehmen werden an einem Standort zusammengeführt.

Wien gilt bekanntlich als starker Life-Science-Standort. Wo liegen die USPs im Vergleich zu Städten wie München, Kopenhagen und Zürich?

Wien punktet vor allem mit zwei Faktoren. Erstens sind wir eine große Universitäts- und Fachhochschulstadt mit hoher Forschungsdichte, insbesondere in der Grundlagen- und angewandten Forschung. Die Forschungsquote ist die höchste österreichweit. Zweitens verfügen wir über qualifizierte Arbeitskräfte, auch mit einem hohen Frauenanteil. Das ist für den Life-Science-Bereich entscheidend. Große Investitionen, etwa von internationalen Pharmaunternehmen wie Boehringer Ingelheim oder Takeda, stärken den Standort zusätzlich.

Das Life Science Center Vienna soll Forschung und Verwertung stärker verbinden. Wie sieht das konkret aus?

Das Life Science Center ist ein Ecosystem, in dem Life Sciences und KI zusammengeführt werden. Es entstehen Labor- und Forschungsflächen, gleichzeitig werden Startups angesiedelt, die von Beginn an von etablierten Unternehmen begleitet werden. Die Boehringer Ingelheim Stiftung hat bereits einen großen Teil der Flächen angemietet. Ziel ist es, Vernetzung zu schaffen und Innovationen schneller in marktfähige Produkte zu bringen.

Ein weiteres Projekt ist das KICK-Lab. Inwieweit werden in diesem KI-Labor der Stadt Wien auch Startups eingebunden?

Startups einzubinden ist in allen Projekten und Programmen das Um und Auf. Es geht darum, den Link zwischen Forschung, Innovation und praxisnaher Umsetzung sicherzustellen. Neue Produkte entstehen genau an dieser Schnittstelle. Was wir künftig noch stärker brauchen, ist Unterstützung in der Scaleup-Phase. Also nicht nur bei der Gründung, sondern auch dann, wenn es um Markterweiterung und Wachstum geht. Hier sehen wir noch zusätzlichen Bedarf.

Wien wird sich auch um eine AI Gigafactory bewerben. Es gibt europaweit mittlerweile sehr viele Bewerbungen. Warum sollte Wien den Zuschlag bekommen?

Wien ist in mehrfacher Hinsicht ein sehr guter IT-Standort. Wir haben hier eine große Branche, die stetig wächst und hohe Wertschöpfung sowie Beschäftigung bringt. Das schafft ein gutes Umfeld für eine solche Gigafactory. Wir wissen außerdem, dass der Bedarf an Rechenzentrumsleistungen in den kommenden Jahren massiv steigen wird. Viele bestehende Rechenzentren kommen in eine Phase der Erneuerung und Re-Investition. Gleichzeitig wächst der Bedarf insbesondere im Zusammenhang mit KI und zukünftigen Technologien wie der Quantentechnologie.

Ein wesentlicher Vorteil Wiens ist die Infrastruktur. Wir verfügen über stabile Stromnetze, was nicht überall selbstverständlich ist. Außerdem haben wir ein geschlossenes Fernwärmenetz in sehr hoher Qualität. Das ist ein echtes Asset, denn es gibt nur wenige Städte oder Regionen mit einem solchen System. Bei einer AI Gigafactory fällt sehr viel Abwärme an, mit der bis zu 200.000 Haushalte versorgt werden könnten. Das wäre ein wesentlicher Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärme und stellt eine klassische Win-win-Situation dar.

Darüber hinaus haben wir starke Partnerschaften im CEE-Raum und gute Kooperationen mit anderen Städten, die uns auch ihre Unterstützung für die Bewerbung zugesichert haben.

Die KI-Gigafactory ist mit enormen Investitionen verbunden. Medien berichten, dass etwa ein Drittel davon von der öffentlichen Hand kommen soll. Wie steht es hier um die Investionsbereichtschaft der Stadt Wien?

Das werden wir uns sehr genau ansehen. Die Rahmenbedingungen haben sich seit dem ersten Informationscall im Sommer deutlich verändert. Die finalen Unterlagen liegen noch nicht vor, da der offizielle Call erst starten wird.

Klar ist: Investitionen der Stadt wird es geben, insbesondere im Bereich der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur. Darüber hinaus geht es auch um die Abnahme von Rechenzentrumsleistungen, die wir wiederum als Förderung an Fachhochschulen, Universitäten, Unternehmen und Startups weitergeben wollen. Über konkrete Größenordnungen an Investitionen kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen.

Barbara Novak im Gespräch mit Martin Pacher, stv. Chefredakteur von brutkasten | (c) brutkasten

Im vergangenen Jahr gab es einen Rekord bei Förderanträgen. Woran liegt das?

Einerseits wird sehr viel gegründet in Wien. Der Frauenanteil bei Gründungen steigt, und es findet sehr viel Innovation statt. Andererseits sehen wir auch eine hohe Bereitschaft, wieder zu investieren – etwa in Nahversorgung, Gewerbe, aber auch in innovatives Handwerk. Es ist viel Bewegung und Motivation da, und wir freuen uns, dass die Wirtschaftsagentur Wien hier als Partnerin stark angenommen wird.

Wie stellt man sicher, dass diese Gründungen auch nachhaltig weitergeführt werden?

Förderungen sind immer mit Bedingungen verbunden, aber es gehört auch dazu, Risiko einzugehen. Gerade bei Startups kann man nicht immer garantieren, dass ein Business Case aufgeht. Aber das ist Teil einer Lernkultur. Wichtig ist, dass man Innovation ermöglicht und auch bereit ist, in frühen Phasen Risiko zu tragen.

Ein wichtiges internationales Event ist die ViennaUP. Welche Bilanz ziehen Sie in Bezug auf die Ansiedlung?

Die ViennaUP ist ein echter Leuchtturm im Startup- und Technologie-Eventbereich. Viele Unternehmen haben dort Partnerinnen und Partner gefunden oder ihre Innovationen präsentieren können. Nicht alle bleiben dauerhaft in Wien, aber wir schaffen eine Bühne, auf der Matching zwischen Ideen, Startups, Business Cases und Investorinnen und Investoren möglich wird. Das ist ein großer Mehrwert.

Wien entwickelt sich zunehmend zu einem Krypto-Standort. KuCoin, Bitget und andere Plattformen kommen nach Wien und eröffnen hier ihren EU-Sitz. Wie nehmen Sie diese Entwicklung aktuell wahr?

Tatsächlich siedeln sich viele Krypto-Unternehmen in Wien an. Das liegt vor allem an klaren regulatorischen Rahmenbedingungen. Wien bietet Stabilität und Sicherheit in einem Bereich, der international noch sehr volatil ist. Das macht den Standort attraktiv. Wir stehen auch im direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Branche und relevanten Netzwerken.

Abschließend: Wo soll Wien als Innovationsstandort im Jahr 2030 stehen?

Ich möchte, dass Wien in den Spitzentechnologien First Mover ist – etwa in den Life Sciences, in der Quantentechnologie und in Nachhaltigkeits- und Umwelttechnologien. Wien hat durch starke Daseinsvorsorge hervorragende Voraussetzungen, um neue Technologien zu testen und umzusetzen. Wenn wir es schaffen, bei diesen Entwicklungen früh dabei zu sein, sichern wir nachhaltiges Wachstum und hohe Lebensqualität.

Wie zufrieden sind Sie mit der Unterstützung des Bundes bei Innovationsthemen?

Ich bin sehr zufrieden, dass es die Industriestrategie gibt und dass Spitzentechnologien klar adressiert werden. Jetzt geht es darum, diese Strategien konsequent umzusetzen – etwa über den FTI-Pakt. Die Richtung stimmt absolut.


Event-Tipp der Redaktion:

Die Wiener Innovationskonferenz bringt am 11. Feber 2026 Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft zusammen – vor Ort im Wiener Rathaus und online.

Unter dem Motto „Zukunft gestalten – Digital. Menschlich. Nachhaltig“ stehen die aktuellen Fragestellungen rund um die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Wien im Mittelpunkt. Wo liegen die großen Hindernisse? Welche Beispiele an mutigen Neuerungen gibt es?

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Das Zyglox-Team in Graz, in der Mitte die Gründer Jakob Moder (links) und Erik Gerstl (rechts). © Zyglox

Rund die Hälfte der Lifecycle-Kosten eines Zuges entfällt auf die Wartung, und davon wiederum mehr als die Hälfte auf Räder, Achsen und Fahrwerk, sagt Jakob Moder. Wie stark diese Bauteile im Betrieb tatsächlich belastet werden, wird bisher aber kaum gemessen. Der Grund ist simpel: Es fehlt an präziser Messtechnik, die im Dauerbetrieb einsetzbar ist. Das Grazer Startup Zyglox will das ändern.

„Die Eisenbahn ist nicht ins 21. Jahrhundert gekommen“

Der Name ist ein Wortspiel: Zyglox, gesprochen „Zügloks“, steht für Messtechnik für Züge und Loks. Dahinter stehen Jakob Moder und Erik Gerstl, die zuvor gemeinsam in der Messtechnik gearbeitet haben. Moder wechselte später in den Eisenbahnbereich und erlebte die Lücke dort aus der Praxis. Was es brauche, sei eine Lösung, „die das einerseits zuverlässig erkennt und gleichzeitig gut applizierbar ist“. Sein Urteil: „Bei der Usability ist die Eisenbahn nicht ins 21. Jahrhundert gekommen.“ Ende 2023 gründeten die beiden Techniker Zyglox in Graz.

Die bisherige Methode mit Dehnmessstreifen sei „einfach zu teuer“, erklärt Moder. Der Zug müsse dafür ein bis zwei Wochen zerlegt und instrumentiert werden, deshalb passiere das nur bei der Zulassung. „Das dauert ein Jahr, diese Technik reinzubringen, die Zulassung durchzuführen, und dann wird es wieder rausgenommen.“ Im laufenden Betrieb bleiben nur Beschleunigungssensoren, wie sie auch in jedem Smartphone stecken. „Das ist von der Datenqualität her ganz was anderes. Unser Sensor ist wie 4K, der Beschleunigungssensor liefert ein verpixeltes Foto von den Zuständen.“

Ein Sensor für Zulassung und Dauerbetrieb

Die Lösung von Zyglox lässt sich ohne größere Änderungen am Bauteil anbringen. „Wir haben eine Plug-and-Play-Lösung, die kann man einfach aufstecken“, sagt Moder. Ein Techniker braucht dafür laut Zyglox 30 Minuten. Der Sensor messe Dehnungen an Achsen, Wellen oder Schienen und liefere „gleiche oder bessere Daten als die Lösungen bisher“. Das Ziel ist ein Universalwerkzeug: genau genug für die Zulassung, aber so ausgelegt, dass es danach auf dem Fahrzeug bleibt und die Kräfte im Rad-Schiene-Kontakt dauerhaft erfasst. „Da gibt es ein großes Anwendungsfeld, denn damit wird auch die Infrastruktur überwacht“, so Moder.

Jeden Tag werden auf der Schiene hunderttausende Kilometer zurückgelegt. Zyglox will jeden davon nutzbar machen, um zu lernen, zu verbessern und vorherzusagen. Mit herkömmlichen Methoden war das Erfassen dieser Daten bisher zu teuer, zu langsam und zu aufwendig. © Zyglox

Physik aus dem Trafo, Sensoren aus dem Weltraum

Technisch nutzt Zyglox hochsensitive Magnetfeldsensoren aus der Raumfahrt, das Startup ist Teil eines Downstream-Programms der ESA. Das Prinzip erklärt Moder am Transformator: Der brummt, weil das Magnetfeld des Wechselstroms den Stahl minimal dehnt. „Und wir machen das Umgekehrte: Wenn sich der Stahl dehnt, ändert sich sein Magnetfeld in der Umgebung.“ Ein aktives Messverfahren berücksichtigt dabei den linearen Zusammenhang zwischen Belastung und Sensorsignal. Die Technologie ist patentiert, entwickelt und montiert wird in Graz.

Betreiber als Kunden, Wartung als Hebel

Als primäre Kunden sieht Zyglox die Bahnbetreiber, bei denen die Wartungskosten anfallen. Dazu kommt die Sicherheit: „Es gibt viele Vorfälle, die vielleicht nicht zu einem Unfall führen, wo man aber trotzdem sicherer und zuverlässiger unterwegs wäre, wenn man gutes Condition Monitoring hat.“

Ein kleines Pilotprojekt ist bereits abgeschlossen. Für 2027 ist der Einbau des Systems in Fahrzeuge im regulären Streckenbetrieb geplant, zunächst als Prototyp für einige Wochen Messung. Danach folgt die Zulassung. Ende 2027 soll daraus ein fertiges Produkt werden, erst dann könne die Skalierung beginnen, sagt Moder. An Interesse mangelt es nicht: „Wir können gar nicht alle Pilotprojekte machen“, weil Sensorentwicklung samt Software personalintensiv sei. Ende September zeigt das Team den Prototyp auf der InnoTrans in Berlin, der größten Messe für Schienenfahrzeuge.

Mit aws Preseed und aws Seed vom Effekt zum Produkt

Finanziert hat sich Zyglox bisher aus eigenen Mitteln und über die Austria Wirtschaftsservice (aws). Mit aws Preseed, konkret im Programm „aws Preseed | Seedfinacing – Deep Tech“, hat das Startup die ersten eineinhalb Jahre an der Sensortechnologie getüftelt. „Es hat uns die Möglichkeit gegeben, eine Idee, die bereits validiert war, einfach zu erproben. Einfach Zeit zu haben, weil Hardware dauert ein bisschen, etwa Prototypen zu iterieren“, sagt Moder. Es sei vor allem darum gegangen, „sicherzustellen, dass das dann ein Produkt werden kann“. Seit Mitte 2025 ist Zyglox im Seed-Programm der aws, das voraussichtlich bis Anfang 2028 läuft. Das Team ist inzwischen auf rund sieben Personen gewachsen. Für die Skalierungsphase im kommenden Jahr will sich das Startup nach Investoren umsehen: „Wenn eine Bestellung eintritt oder größer wird, werden wir das mit den aktuellen Mitteln wahrscheinlich nicht mehr stemmen können.“

Standortvorteil Graz

Den Standort Graz sieht Moder als klaren Vorteil: Siemens fertigt hier Fahrwerke, dazu kommen Messdienstleister, Prüfstandbauer und Nextsense. Zyglox sitzt direkt am Campus der TU Graz, mit Zugang zu Prüfständen der Universität und Maschinen der voestalpine. „Die gesamte Infrastruktur ist einzigartig“, sagt Moder. „Im Silicon Valley könnten wir das Produkt wahrscheinlich nicht entwickeln, in Österreich geht es besser. Das ist eigentlich ein bisschen verrückt, aber wir haben hier die optimalen Bedingungen.“


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienkooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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