12.12.2025
WÄRMEPUMPEN

Heizma: strategische Partnerschaft mit Heiztechnik-Riese Viesmann

Das Wiener Startup Heizma verkündet den Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit Viessmann Climate Solutions und ein konkretes Ziel für 2026.
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Das Heizma-Team bei Viessmann | (c) Heizma
Das Heizma-Team bei Viessmann | (c) Heizma

Das Wiener Startup Heizma hat ein durchaus spannendes zweites Jahr hinter sich. 2024 gestartet hatte es durch rapides Wachstum im ersten Jahr auf sich aufmerksam gemacht. So hatte man im Hauptgeschäftsfeld, der Installation von Wärmepumpen, Aufträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als zehn Millionen Euro verbuchen können. Mit der Regierungsbildung und dem deutlichen Sparkurs seit Beginn dieses Jahrs fielen aber öffentliche Förderungen für Wärmepumpen weg, von denen Heizma profitiert hatte.

Millioneninvestment im April, Stellenabbau im August

Unbeirrt davon holte das bis dahin gebootstrappte Startup sich im April 2,5 Millionen Euro Investment, um den Wachstumskurs fortzusetzen (brutkasten berichtete) – mittlerweile hat man neben Wärmepumpen auch Photovoltaik im Angebot und eine Übernahme hinter sich. Im August verkündete Heizma dann einen Stellenabbau von 30 Prozent – und betonte, dass dies lediglich der Effizienzsteigerung diene.

Viessmann wird „Main Partner“ von Heizma bei Wärmepumpen

Jetzt gibt es weitere News vom Startup: Die zwei Co-Founder Michael Kowatschew und Alexander Valtingojer verkündeten via LinkedIn den Abschluss einer strategischen Partnerschaft mit dem deutschen Heiztechnik-Riesen Viessmann, einem der Marktführer im Wärmepumpen-Bereich. „Nach intensiven Verhandlungen mit allen großen Wärmepumpen-Herstellern freuen wir uns, Viessmann als unseren Main Partner für 2026 präsentieren zu dürfen“, schreibt Kowatschew.

Ziel: 1.000 Häuser im kommenden Jahr

„2026 schalten wir einen Gang hinauf. Starke Partner sind dafür entscheidend – und Viessmann ist genau so einer“ schreibt Valtingojer. Wie dieses „einen Gang hinaufschalten“ gemeint ist, gießen die beiden auch in eine konkrete Zahl: Kommendes Jahr wolle man mehr als 1.000 Häuser „elektrifizieren“, also mit Wärmepumpen bzw. Photovoltaik versorgen. Und beide wiederholen bei der Gelegenheit das in der Startup-Welt beliebte Mantra: „Just getting started!“

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Fahne der Europäischen Union
Foto: Adobe Stock

Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll hat Digitale Souveränität in einer Aussendung vom letzten Herbst klar zusammengefasst: „Digitale Souveränität heißt, dass Europa selbst entscheidet, wie es seine Technologien nutzt, Daten schützt und Innovationen gestaltet – unabhängig, sicher und im Einklang mit unseren Werten.“

Um Europas Digitale Souveränität zu sichern, stellt Brüssel heute das Gesetzespaket „European Tech Sovereignty“ vor, das die eigene Tech-Branche stärken und die Abhängigkeit von den größten Playern USA und China verringern soll.

Mit dem schrittweisen Inkrafttreten des EU AI Acts und neuen Souveränitätsgesetzen wandelt sich die Wichtigkeit des Themas: Der Gedanke der Digitalen Souveränität sowie der Unabhängigkeit von Tech-Riesen hat in Brüssel längst Einzug gefunden.

Der Cloud & AI Development Act: Eine Übersicht

Der EU AI Act, der 2024 in Kraft trat, reguliert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Europa streng nach Risikostufen, um Anwendern Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit zu garantieren.

Demgegenüber erlaubt der amerikanische Cloud Act den US-Behörden den Zugriff auf Daten von US-Tech-Konzernen, völlig unabhängig davon, in welchem Land diese Server physisch stehen. Wenn eine US-Behörde zum Beispiel Daten von Microsoft fordert, muss Microsoft diese laut US-Recht herausgeben – selbst wenn die Daten auf einem Server in Frankfurt liegen.

Als europäische Antwort darauf führt der Cloud and AI Development Act (CADA) nun ein verbindliches Bewertungssystem (SEAL) für öffentliche Ausschreibungen ein. Dieses Gesetz verpflichtet sensible staatliche Sektoren dazu, bevorzugt rein europäische Cloud-Infrastrukturen zu nutzen, die gegen ausländische Datenzugriffe rechtlich immun sind. Dadurch setzt sich in Zukunft nicht mehr das beste Preis-Leistung-Angebot durch, sondern es muss für besonders kritische Sektoren eine europäische Lösung verwendet werden.

Das Praxisbeispiel Qwant

Laut dem Nachrichtenportal Politico fordern auch die EU-Abgeordneten selbst mehr digitale Souveränität. Dabei soll statt der amerikanischen Suchmaschine Google in Zukunft das französische Qwant als Standard-Suchmaschine im EU-Parlament verwendet werden. Laut einer internen Mitteilung an die Abgeordneten, die Politico vorliegt, erfolgt dieser Schritt im Einklang mit der Verpflichtung des Parlaments zu „digitaler Souveränität und dem Schutz der personenbezogenen Daten von Nutzern“. Die Abgeordneten dürften schon letztes Jahr mehr Unabhängigkeit im Unternehmen gefordert haben.

Auch auf nationaler Ebene von Bedeutung

Zurück in Österreich. Auch hier sorgt die Digitale Souveränität am Mittwoch in der Bundesratssitzung für Gesprächsstoff.

Seitdem die geopolitische Lage gekippt ist, habe Europa bitter gelernt, was es heißt, im Energiebereich nicht souverän zu sein, sagte Staatssekretär Alexander Pröll. „Genau diesen Fehler dürfen wir bei digitalen Technologien kein zweites Mal machen.“ Daten, Clouds und Künstliche Intelligenz (KI) seien die Ressourcen des Jahrhunderts. Wer sie kontrolliert, habe die Macht. Wer sich abhängig macht, werde erpressbar, so Pröll. 

Gehen die Meinungen der österreichischen Parteien normalerweise auseinander, zeigt sich bei diesem Thema Einigkeit: Die Digitale Souveränität sollte auf allen Ebenen angedacht werden und die aktuelle digitale Abhängigkeit von ausländischen – insbesondere US-amerikanischen – Technologieanbietern, stelle ein massives Problem dar.

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