Wiener KI-Startup thinkers.ai startet Kooperation mit Ontec AI
Das Wiener KI-Startup thinkers.ai startet eine Kooperation mit dem Technologieunternehmen Ontec AI, um Unternehmen bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz zu begleiten. Dabei werden externe Datenanalysen mit internen Unternehmensdaten verknüpft, um KI-Anwendungen gezielt umzusetzen.
Das Wiener KI-Startup thinkers.ai schlug 2022 medial auf, als es als technologisch unabhängige Suchmaschine in Europa damals den Europa-Staatspreis in der Kategorie “Innovation und Digitalisierung” gewann. Und eine nicht näher bezifferte Finanzierungsrunde mit zehn Investor:innen aus Deutschland, Österreich und den USA abgeschlossen hat. Vor kurzem versprach es eine KI-Roadmap für Unternehmen in fünf Tagen (AI Fast Track) erstellen zu können – brutkasten berichtete. Nun startet man eine Kooperation mit dem Wiener Technologieunternehmen Ontec AI.
thinkers.ai: KI und Managementlogik
Mit ihrer neuen Kooperation wollen beide Unternehmen eine effektive Vorgehensweise schaffen, die Künstliche Intelligenz mit Managementlogik vereint und mit der Unternehmen KI nicht nur verstehen, sondern gezielt, sicher und strategisch steuern können sollen.
Thinkers.ai liefert dabei die Basis: Eine KI-gestützte Technologie, die präzise Daten aus sämtlichen externen Quellen – also aus dem Web, Datenbanken und Plattformen – strukturiert, interpretiert und direkt für Unternehmensentscheidungen nutzbar macht. Ontec AI bringe sein tiefes Verständnis für interne Unternehmensdaten, Prozesse und die technische Umsetzung konkreter KI-Use-Cases ein.
„Ordnung schaffen“
„Wir schaffen Ordnung in einem Umfeld, das sich täglich neu erfindet“, sagt Isabell Claus, CEO von thinkers.ai. „Unternehmen brauchen jetzt keine breite Tool-Welt, sondern Orientierung, Integration und einen effektiven Anwendungs-Push gegenüber ihrer – meist internationalen – Wettbewerber. Dafür müssen sie neben vielen anderen komplexen Themen zum Beispiel besser managen können, welche KI-Anwendungen wirklich Wert schaffen – und welche nur Energie kosten.“
Und Christian Casari, Head of Partnerships & Sales bei Ontec, ergänzt: „Der ‚AI Fast Track‘ (Anm.: von thinkers.ai) bringt die nötige Klarheit in ein Thema, in dem viele Unternehmen dringend Orientierung suchen. Ein essenzielles Fundament für Entscheidungen sind Informationen aus internen Daten. Unser Ziel ist es, diese niederschwellig zugänglich zu machen und damit die Erfolgsgrundlage für die Zukunft zu schaffen.“
MPC²: Warum Stahlkonzerne und Chemie-Riesen auf ein steirisches Startup setzen
Das Leobener Startup MPC² will mit seiner portablen Korrosionsprüfung den Weltmarkt erobern und wird dabei auch von der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt. Wir sprachen mit Gründer Manuel Prohaska.
MPC²: Warum Stahlkonzerne und Chemie-Riesen auf ein steirisches Startup setzen
Das Leobener Startup MPC² will mit seiner portablen Korrosionsprüfung den Weltmarkt erobern und wird dabei auch von der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt. Wir sprachen mit Gründer Manuel Prohaska.
Manuel Prohaska ist Gründer von MPC² | (c) LA-Cinematics / MPC²
Es ist eines dieser Themen, mit denen sich Normalverbraucher:innen im Alltag zwar nicht beschäftigen, die aber letztlich indirekt alle betreffen: Korrosionsprüfung. Oder sehr vereinfacht gesagt: Rohre müssen leckagefrei sein und bleiben, vor allem dort, wo nicht nur sinnbildlich mit Hochdruck gearbeitet wird.
Doch die Überprüfung der Korrosionsbeständigkeit kritischer Komponenten bei bestehenden Anlagen ist mit dem derzeitigen Standard-Prozedere schwierig bis schlicht unmöglich. „Die regelmäßige Korrosionsprüfung ist in manchen Märkten und Anwendungen verpflichtend, kann jedoch verlässlich nur im Labor durchgeführt werden. Dazu müssen Bauteile ausgebaut werden, was teilweise einfach nicht möglich ist. Daher behilft man sich oft mit separaten ‚Qualifizierungsstücken‘, vor allem während der Fertigung der Komponenten. Und dann dauert die Überprüfung im Labor mindestens eine, oftmals bis zu sechs Wochen“, sagt Manuel Prohaska, Gründer des steirischen Startups MPC².
Korrosionsprüfung direkt vor Ort in Stunden statt Wochen
Mit dem patentierten System „Corrosion Ray“ arbeiten er und sein Team an einer Lösung. „Wir versuchen, die Korrosionsprüfung zu revolutionieren, indem wir sie zum Kunden bringen, anstatt der Kunde die Proben zu uns ins Labor“, sagt Prohaska. Mit dem mobilen Gerät lassen sich Rohre und insbesondere deren Schweißnähte ohne Beschädigung direkt vor Ort prüfen. „Wir nutzen dazu elektrochemische Methoden und liefern Ergebnisse, die qualitativ und vor allem quantitativ Laborergebnissen entsprechen“, so der Gründer.
Nicht nur die Überprüfungszeit lasse sich damit von Wochen auf Stunden reduzieren. „Auch der Umweltaspekt ist nicht zu vernachlässigen. Wir sparen mit der Methode im Vergleich zur konventionellen Auslagerungsprüfung 99 Prozent der Energie, brauchen kaum Chemikalien und deutlich weniger Wasser“, sagt Prohaska. Für Kunden sei aber der finanzielle Aspekt am entscheidendsten. „Bei großen Anlagen bedeutet ein Tag Ausfall sechs- bis siebenstellige Einbußen“.
„Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit“
Prohaska weiß sehr genau, wovon er spricht. In seinen früheren beruflichen Stationen baute der studierte Werkstoff- und Korrosionswissenschaftler nicht nur genau die fachliche Expertise auf, die er jetzt mit MPC² umsetzt. Als Geschäftsführer von Betrieben mit mehreren Hundert Mitarbeiter:innen lernte er auch die betriebswirtschaftliche Seite genau kennen.
(c) LA-Cinematics / MPC²
Aktuell befindet sich „Corrosion Ray“ aber noch im fortgeschrittenen Prototypen-Stadium. Die Technologie dahinter nicht: Schon jetzt setzen mehrere Stahlkonzerne, Komponenten-Hersteller und Chemie-Riesen, die auch die Zielgruppe für das neue System sind, auf die bestehenden Korrosionsprüfungs-Angebote von MPC² – teilweise mit sechsstelligen Auftragseingängen. „Wir haben einen speziellen Prüfstand, mit dem wir unsere Methode auch mit konventionellen Korrosionsprüfungen vergleichen. Wir sind mit unserer Prüfmethodik einfach näher an der Wahrheit, als mit den alten Methoden, die lange dauern und gleichzeitig relativ ungenau sind“, so Prohaska.
Mit Predictive Maintenance auf den Weltmarkt
Momentan ist das Angebot mit diesem Prüfstand noch der lukrativste Geschäftsbereich des Unternehmens. In den kommenden Jahren soll sich das ändern. Bis 2035 will MPC² auf 60 Millionen Euro Jahresumsatz anwachsen. Davon soll „Corrosion Ray“ laut Plan 65 bis 70 Prozent bringen. Technologisch soll dann der Bereich Predictive Maintenance im Zentrum stehen. „Wir können Kunden schon jetzt sehr genau sagen, wo es in ein paar Jahren Probleme beim Material geben wird. Mit den Daten, die wir jetzt dazu sammeln, wollen wir diese Lebensdauer-Vorhersage mit Hilfe von KI künftig noch deutlich präziser machen“, erklärt Prohaska.
Um diese Ziele umzusetzen, will das vierköpfige Team in einem ersten Schritt 600.000 Euro Investment-Kapital aufnehmen, mit dem die Kleinserienfertigung von „Corrosion Ray“ aufgebaut werden soll. „Wir halten schon jetzt Ausschau nach strategischen Investoren. Noch wichtiger werden die, wenn es in einigen Jahren an die große Produktion geht“, sagt der Gründer. Dann sei auch eine größere Kapitalrunde geplant.
aws als größter Fördergeber – „sonst wären wir nicht so weit gekommen“
Bislang finanziert sich das Unternehmen aus den eigenen Umsätzen und aus Förderungen. Dank der hohen Auftragseingänge werden kommendes Jahr die Unternehmenseinnahmen erstmals den Förderbetrag übersteigen. Dennoch sei man noch auf die Fördergelder angewiesen. „Den mit Abstand größten Anteil beim Fördervolumen hatten die Programme aws Preseed und aws Seedfinancing – Deep Tech“, erzählt Prohaska. „Das war extrem wichtig, sonst wären wir nicht so weit gekommen.“ Dabei betont der Gründer auch das Service: „Wenn man etwas gebraucht hat, waren sie immer da.“
Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.
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