22.01.2025
NEUES PFANDSYSTEM

Neues Pfandsystem: Wiener Startup bringbag erleichtert das Sammeln von PET-Flaschen

Austrinken, zerdrücken, draufsteigen, wegschmeißen. Leere PET-Flaschen und Getränkedosen landen ab jetzt nicht mehr wertlos im Mülleimer, sondern im österreichweiten Pfandsystem. Ein Wiener Gründer will das mit einer neu entwickelten Vorrichtung unterstützen.
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Gernot Glasl, Entwickler des bringbag-Flaschensammlers (c) 0916 Werbeagentur

Fertig getrunken, zerdrückt und drauf gestiegen. Und je flacher, desto mehr passen in den Müll. Jahrzehnte lang hat man sich dieser Technik bedient, um ausgetrunkene PET-Flaschen schnell und platzsparend entsorgen zu können. Auch, wenn wir wissen, dass es Umwelt und Klima nicht unbedingt guttut, sie unrecycelt in den Restmüll zu schmeißen.

Doch die Entsorgung und Verwertung von PET-Flaschen und Getränkedosen nehmen seit Anfang 2025 neue Dimensionen an: Auf Plastikflaschen und Dosen gibt es seit diesem Jänner nämlich einen 25-Cent-Pfand. Das besagt die erst kürzlich in Kraft getretene Neuerung im heimischen Pfandsystem – der sogenannte „Einwegpfand“.

Zusätzlich zum Produktpreis muss nun der Pfand in Höhe von 25 Cent für alle geschlossenen Getränkeverpackungen aus Kunststoff oder Metall mit einer Füllmenge von 0,1 bis drei Liter bezahlt werden. Bei ordnungsgemäßer Rückgabe an Verkaufsstellen bekommen Konsument:innen diesen Preis wieder zurück. So wie man es bisher von Glasflaschen gewohnt ist.

„Zurückgeben, statt achtlos wegwerfen“

„Durch das Pfand haben die Verpackungen einen Wert“, heißt es auf der E-Government-Plattform der österreichischen Bundesregierung dazu. „Dieser Wert schafft einen Anreiz, die Verpackungen zurückgeben, statt sie achtlos wegzuwerfen.“

Ziel sei es in erster Linie, die Sammelquote von PET-Flaschen und Getränkedosen zu erhöhen. Damit sollen folgende Ziele erreicht werden: Bis zum Jahr 2025 sollen mindestens 80 Prozent, bis 2027 mindestens 90 Prozent der gekauften PET-Flaschen und Dosen über das neue Pfandsystem recycelt werden. Das entspricht etwa 1,44 Milliarden recycelten PET-Flaschen pro Jahr. Die aktuelle Pfand-Quote liege bei 70 Prozent, heißt es. Weitere Informationen dazu finden sich hier.

Bis zu 28 PET-Flaschen sammeln

Mit der Neuerung will man „einen bewussten Umgang mit Ressourcen und Rohstoffen“ fördern. Dazu möchte auch das Wiener Startup „bringbag“ einen Beitrag leisten. Das Startup hat nämlich den sogenannten „bringbag-Flaschensammler“ entwickelt.

Konsument:innen können damit ihre leer getrunkenen PET-Flaschen „ordnungsgemäß sammeln“ und „unbeschädigt zu den Sammelstellen“ zurückbringen, heißt es vom Startup. Statt leere PET-Flaschen in Kartons zu stapeln oder anders zu horten, sollen diese „platzsparend im bringbag-Flaschensammler verwahrt“ werden.

Bis zu 28 PET-Flaschen soll der Sammelbehälter fassen können. Die Flaschen müssen dafür nicht zerdrückt oder verformt werden, was für die Erkennung von Rücknahmeautomaten entscheidend ist, schreibt das Startup.

Praktisch für „urbanes Publikum“

Vor allem für „urbanes Publikum“ ließen sich PET-Flaschen so leichter sammeln und transportieren: „Mit dem bringbag Flaschensammler bieten wir eine einfache Lösung für das neue Pfandsystem und stellen sicher, dass jede Flasche problemlos zurückgegeben werden kann und der Pfandbetrag erstattet wird“, sagt Gernot Glasl, Gründer der 0916 Werbeagentur und Entwickler des Flaschensammlers.

Die Sammel-Vorrichtung sei überdies wiederverwendbar und biete Platz für PET-Flaschen mit einem Volumen von 0,5 bis zwei Liter. „Unser Ziel ist es, den Österreicherinnen und Österreichern den Übergang zum neuen Pfandsystem so einfach wie möglich zu machen“, so der Gründer weiter.

Dosen-Halterung in Entwicklung

Auch für Personalisierung ist gesorgt: So lässt sich der bringbag Flaschensammler auch als „Werbemittel“ gestalten, wie Gründer Glasl kommentiert. Die Sammel-Vorrichtung könne nach Belieben bedruckt werden – sei es mit Logos, Sprüchen oder spezifischen Designs. Glasl spricht hierbei von „einem alltäglichen Begleiter mit Werbewirkung“.

Zusätzlich soll sich bald eine Getränkedosen-Halterung im Sortiment von bringbag befinden: das sogenannte „Canboard“. Es soll Platz für bis zu 40 Alu-Dosen bieten, heißt es auf der Website des Startups. Aktuell befindet sich die Vorrichtung noch in Entwicklung.

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Peter Steinberger auf der Bühne des VivaTech Theater in Paris | Foto: Martin Pacher

Es ist der zweite Tag der VivaTech und Paris führt der Tech-Welt vor, wie groß ein Heimspiel sein kann. Seit 2016 lädt die Messe, gegründet von Publicis-Veteran Maurice Lévy und der Les-Echos-Gruppe, einmal im Jahr an die Porte de Versailles. Zur zehnten, der Jubiläumsausgabe, ist sie noch eine Spur größer: Europas wichtigstes Startup- und Tech-Event erwartet rund 180.000 Besucher:innen, 15.000 Startups, 4.000 Investor:innen und mehr als 450 Speaker:innen auf vier Bühnen. Das Leitthema klingt programmatisch: „Artificial Intelligence: impact, not illusion.“ Deutschland ist „Country of the Year“ und schickt die größte Delegation der VivaTech-Geschichte.

Über drei Stockwerke der neuen Halle 7 verteilt sich das Who-is-Who der Branche. Tags zuvor füllte Amazon- und Blue-Origin-Gründer Jeff Bezos, inzwischen auch Co-CEO der KI-Industrieschmiede Prometheus, das große VivaTech Theater. An diesem Donnerstag teilen sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Indiens Premierminister Narendra Modi die politische Bühne, Modi frisch vom G7-Gipfel im französischen Evian, wo er mit Donald Trump unter anderem über Künstliche Intelligenz beraten hatte. Dazwischen Konzernlenker:innen von LVMH bis Alibaba, EU-Kommissarin Henna Virkkunen und Deutschlands Digitalminister Karsten Wildberger.

Ein Österreicher unter den „Top Voices“

Wer auf die Website der VivaTech schaut, findet ihn unter den „Top Voices“: Gleich neben Jeff Bezos ist dort Peter Steinberger gelistet. Zwischen all den globalen Namen sticht der gebürtige Oberösterreicher ins Auge. In der Entwickler:innen-Szene seit Jahren als „steipete“ bekannt, hat er mit dem viralen Open-Source-Agenten OpenClaw internationale Bekanntheit erlangt und wird hier auf der VivaTech wie ein Popstar gefeiert. Vom Wiener Startup PSPDFKit, das er mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut hatte, ist er längst weitergezogen: Seit Februar gehört er bei OpenAI zum Team rund um den Coding-Agenten Codex.

Peter Steinberger (links) und OpenAI-Manager Thibault Sottiaux beim Panel „The Agentic Enterprise“ auf der VivaTech 2026 in Paris | Foto(c) Martin Pacher | brutkasten

Sein Panel findet im VivaTech Theater statt, dem größten Saal des Geländes. Wer einen Platz will, muss sich lange anstellen. Unter den Wartenden auch Fans, die in OpenClaw-Shirts extra aus Wien angereist sind, um ihr Idol zu sehen.

„Das ist nicht spezifisch fürs Coding“

Auf der Bühne dann ein Mann, der so gar nicht nach Rummel klingt. Steinberger spricht ruhig, zurückhaltend, bescheiden. Neben der technologischen Souveränität ist Agentic AI eines der großen Themen dieser Jubiläumsausgabe, und genau darum dreht sich sein Panel „The Agentic Enterprise: From Software Development to Everyday Work“, gemeinsam mit Thibault Sottiaux, der bei OpenAI Produkt und Plattform verantwortet.

Sottiaux‘ Kernthese: Was einen Coding-Agenten gut mache, sei nicht das Programmieren selbst, sondern die Fähigkeit, breiten Kontext zu erfassen und über lange Zeit präzise auf ein Ziel hinzuarbeiten. „Das ist nicht spezifisch fürs Coding“, sagt er. So solle aus dem Entwickler:innen-Werkzeug Codex ein Agent für Finanz-, Marketing- und Büroarbeit werden. Die Nutzung wachse nach seinen Worten derzeit schneller in Europa als in den USA.

Volles Haus: Peter Steinberger und Thibault Sottiaux (OpenAI) auf dem VivaTech Theater, der größten Bühne der Messe. Hier hatten zuvor auch Jeff Bezos und später Indiens Premierminister Narendra Modi gesprochen, der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt | (c) Martin Pacher / brutkasten

Ein Agent für das Haus in Wien

Dann ist Steinberger an der Reihe, und er macht das Abstrakte greifbar, indem er von sich selbst erzählt. Er trenne bewusst mehrere Agenten-Kontexte: einen privaten, der alles über ihn wisse, einen für sein Haus in Wien, mit dem er etwa die Kameras kontrolliere und „manchmal meiner Putzfrau einen Streich spiele“, und einen für die Arbeit. Mit der heutigen Technik liefere ein spezialisierter Agent noch deutlich bessere und vorhersehbarere Ergebnisse als ein einzelner Alleskönner. Je mehr Kontext man dem Modell gebe, desto verlässlicher werde es.

„Das größte Hindernis ist die Vorstellungskraft“

Das größte Hindernis sei ohnehin nicht die Technik, sondern die Vorstellungskraft, „imagination“, wie er sagt. Die Lücke zwischen dem, was die Modelle könnten, und dem, was Menschen tatsächlich mit ihnen anstellten, sei so groß wie nie. Selbst ein Werkzeug wie OpenClaw hätte Monate früher entstehen können, sei aber schlicht niemandem eingefallen. Er verweist auf seinen eigenen, anfangs belächelten Blogpost vom Jahresende, in dem er beschrieb, Code zu schreiben, ohne ihn überhaupt zu lesen. Für das Jahr 2030 entwirft er daraus ein radikales Bild: eine Milliarde Programmierer:innen, die nicht wüssten, dass sie programmieren, weil sie ihre Agenten nur noch um Lösungen bäten.

Peter Steinberger unter seinen Fans bei der VivaTech 2026 in Paris. Fotos: brutkasten / Martin Pacher

Die Europa-Pointe zum Schluss

Und dann, fast beiläufig, die Pointe, die über der ganzen Messe schwebt. Auf Europa angesprochen, sagt ausgerechnet jener Mann, der zuletzt mit Verweis auf zu viel Regulierung in die USA gezogen ist, er liebe es, „dass wir Mistral haben“. In europäischen Startups stecke etwas „zutiefst Menschliches“, sie seien „in etwas Realem verwurzelt“. Als die Moderatorin fragt, ob er eines Tages zurückkehre, weicht Steinberger aus: „Vielleicht. Ich bin ohnehin ständig hier.“

Am Ende steigt er von der Bühne und wird sofort von Fans umzingelt, die Handys gezückt, Selfie um Selfie, bis das Sicherheitspersonal dazwischengeht. Peter lächelt und lässt den Rummel um seine Person über sich ergehen. Hinaus geht es schließlich über einen Seitenausgang.

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