04.12.2023

Aviloo erhält Millionen-Investment von der Invest AG und Raiffeisen

Die Invest AG investiert gemeinsam mit der Raiffeisen KMU Invest AG in das Batterie-Diagnostik-Startup Aviloo.
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Aviloo, Invest AG
(c) Invest AG - (v.l.n.r. Manuel Kienbacher (Invest AG), Christoph Hikes (Invest AG), Wolfgang Berger (Aviloo), Marcus Berger (Aviloo), Nikolaus Mayerhofer (AVILOO), Sebastian Wiener (Raiffeisen KMU Invest AG).

Das 2018 in Österreich gegründete E-Tech-Scaleup Aviloo mit Sitz in Wiener Neudorf erhält eine Kapitalerhöhung durch ein erneutes Investment der Invest AG gemeinsam mit der Raiffeisen KMU Invest AG. Der Entwickler einer Batteriediagnose für Elektro- und PlugIn-Hybrid-Autos schließt damit nach 2022 – brutkasten berichtete – eine weitere Kapitalerhöhung ab.

Über die genaue Summe wurde Stillschweigen vereinbart, es handelt sich aber um einen einstelligen Millionenbetrag, wie brutkasten in Erfahrung bringen konnte.

Aviloo: In 15 Märkten aktiv

In Österreich arbeitet Aviloo mit den Mobilitätsclubs ÖAMTC und ARBÖ zusammen, in Deutschland mit GTÜ, ADAC sowie TÜV Süd und TÜV Nord. Seit dem Einstieg der Invest AG, damals gemeinsam mit dem EIC Fund (European Innovation Council) im Mai 2022, konnte das Unternehmen seinen Vertrieb auf Frankreich, Großbritannien, die USA und Australien ausweiten.

Damit ist Aviloo mittlerweile weltweit auf insgesamt 15 Märkten präsent. Mithilfe der aktuellen Kapitalerhöhung soll die internationale Expansion weiter vorangetrieben und die Vertriebsstruktur ausgebaut werden. Der Fokus liegt dabei vor allem auf den USA und Asien.

Zur Erklärung: Angesichts der Bedeutung des Zustands von Antriebsbatterien für den Wert von Elektrofahrzeugen ermöglichen die Aviloo Premium Batterietests eine Überprüfung durch Mechaniker:innen, Händler:innen und Privatpersonen. Diese Tests wurden den Prüfkriterien der TÜV Austria unterzogen.

Zusätzlich bietet der seit Mitte 2022 erhältliche „Aviloo Flash Test“ eine zeitsparende Möglichkeit, die Funktionsfähigkeit von Antriebsbatterien in nur drei Minuten zu überprüfen, wie das Unternehmen betont. Der Test liefere eine umfassende Analyse der Batteriefunktionalität, ohne das Fahrzeug zu bewegen.

Nachhaltige Mobilität

„Seit dem ersten Investment durch die Invest AG vor 18 Monaten war unser Fortschritt enorm. Wir haben nicht nur unsere unangefochtene globale Spitzenposition im Bereich der EV-Batteriediagnose behauptet, sondern auch bedeutend ausgebaut. Darüber hinaus sind wir stolz darauf, weitere Kooperationspartner gewonnen zu haben, darunter auch Auto- und Batteriezellhersteller“, sagt Marcus Berger, Gesellschafter und CEO der Aviloo GmbH.

Christoph Hikes, Vorstand Invest AG ergänzt: „Die Invest AG sieht in jeder Beteiligung nicht nur Zahlen, sondern auch die Möglichkeit, Innovation und Fortschritt zu fördern. Aviloo verkörpert diesen Geist der Veränderung im Bereich der E-Mobilität. Wir sind stolz darauf, Aviloo nun schon fast zwei Jahre auf einem klaren Erfolgsweg begleiten zu dürfen und durch die Kapitalerhöhung den Weg zur nachhaltigen Mobilität auch weiter mitgestalten zu können.“

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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