Talentir: Wiener Startup präsentiert britischen Musikvertrieb Cygnus als strategischen Partner
Die Plattform des auf Revenue-Sharing bei YouTube-Videos spezialisierten Blockchain-Fintechs Talentir ist vergangene Woche mit seiner Beta-Phase gestartet. Nun präsentierte das Unternehmen einen britischen Musikvertrieb als Partner.
Das auf Revenue-Sharing bei YouTube-Videos spezialisierte Unternehmen Talentir rund um die beiden Gründer Lukas Sticksel-Steiner und Johannes Kares hat bereits zum Start prominente Namen aus der heimischen Startup-Szene als Investoren gewonnen. Unter anderem sind Bitpanda-CEO Eric Demuth und Storebox-Gründer Johannes Braith bei dem Startup eingestiegen. Erst im April haben die Talentir-Founder das Millioneninvestment kommuniziert (brutkasten berichtete).
Vergangene Woche startete das Fintech mit Unternehmenssitzen in Wien und Zürich mit seiner Beta-Phase. Und nun gab Talentir auch schon seine erste strategische Partnerschaft bekannt – und zwar mit dem britischen Musikvertrieb Cygnus Music.
Dieser übernimmt künftig die Auswertung der Content-ID von YouTube, sodass Talentir genau zuteilen kann, was an die jeweiligen Künstler:innen, Rechtinhaber:innen und Investor:innen geht, wie das Unternehmen auf brutkasten-Anfrage erläuterte. So könne garantiert werden, dass die Zahlungen jeweils exakt erfolgen.
Rechte an Videos werden handelbar und ermöglichen Revenue-Sharing
Grundsätzlich funktioniert die Talentir-Plattform so: YouTube-Videos generieren ab einer gewissen Streaminganzahl Geld. Über die Plattform können die Rechte dieser Videos dann gehandelt werden. Die Folge: Content-Creator:innen können so beispielsweise zukünftige Einnahmen anteilig oder komplett an Fans oder auch Investor:innen verkaufen.
Technisch ermöglicht wird dies über Smart Contracts, die auf der Ethereum-Skalierungslösung Arbitrum laufen. Gegenüber der eigentlichen Ethereum-Blockchain bietet dies den Vorteil deutlich niedrigerer Transaktionsgebühren. Auf den Start der Beta-Phase in der Vorwoche soll im September der Vollbetrieb der Plattform folgen, wie brutkasten aus dem Unternehmen erfuhr.
„Die Partnerschaft mit Cygnus Music bringt einen zusätzlichen Mehrwert für Talentirs Plattform. Der Ruf von Cygnus Music, innovative Label-Tools und einen hervorragenden Kundensupport anzubieten, ergänzt die Vision von Talentir“, kommentiert Talentir-CEO Lukas Steiner-Sticksel die Partnerschaft. Lewis Sinclair, Gründer und Geschäftsführer von Cygnus Music, wiederum sagt: „Die Zusammenarbeit mit Talentir ermöglicht es uns, die Grenzen des Eigentums und des Vertriebs von Musikvideos zu erweitern, wovon Künstler und Fans gleichermaßen profitieren“.
Aus dem Archiv: Millioneninvestment für Talentir – Cofounder Lukas Sticksel-Steiner im Talk (April 2023)
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.
fluctus mit End-to-End
„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.
Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.
„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“
Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.
Wettbewerb steigern
„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“
Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.
„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“
Zielgruppen von fluctus
Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.
Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.
Hürden überwunden
Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“
Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.
Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt
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