„Hast du dir eh deine Ohren geföhnt?“ – geht es nach dem Wiener Startup earbreeze, soll diese Frage bald zum Standard-Repertoire fürsorglicher Eltern gehören. Sein Gerät, ein kleiner Ohrtrockner, der optisch an einen Ohr-Fieberthermometer erinnert, soll den Eltern nämlich mittelfristig jede Menge Frust ersparen.
Ohrföhn gegen Pilze und Entzündungen
Angewendet werden soll er etwa nach dem Aufenthalt im Bad. „Restfeuchtigkeit in den Ohren nach dem Schwimmen oder nach schweißtreibenden Sportarten wie Radfahren und Laufen in Kombination mit In-Ear-Kopfhörern verursacht nicht nur ein unangenehmes Gefühl – im empfindlichen Bereich zwischen Ohrmuschel und Trommelfell vermehren sich durch das nasse und warme Klima auch Bakterien und Keime besonders gut“, heißt es von earbreeze. Diese Feuchtigkeitsbildung könne vor allem bei Kindern und auch beim Tragen von Hörhilfen zu Problemen wie Pilz- oder Bakterieninfektionen führen. Schmerzhafte Ohrenentzündungen seien oftmals das Resultat, nicht selten komme es auch zu chronischen Verläufen.
Patentierte „Zunge“ als Geheimwaffe
Der Ohrföhn soll dem zielsicher vorbeugen. „Die patentierte ‚Zunge‘ des earbreeze.dry sorgt für die Verwirbelung des erzeugten körperwarmen Luftstroms, der den äußeren Gehörgang schonend erreicht. Restfeuchtigkeit gelangt durch den angereichten Luftstrom durch das Ohrstück kontrolliert wieder nach außen“, erklärt CEO Franz Renkin. Die Dauer einer Anwendung ist auf 45 Sekunden begrenzt und kann beliebig oft wiederholt werden. Das Unternehmen bietet zwei verschieden große Ohrstücke für unterschiedliche Ohr-Formen an.
earbreeze sponsert Schwimm-Weltmeister
Schon bislang hatte man ein Gerät für rund 100 Euro am Markt. Nun launchte das Startup eine kleinere, günstigere (80 Euro) Version mit weniger mitgelieferten Ohrstücken und dafür einer wasserdichter Verpackung, mit der man vermehrt Sportler:innen ansprechen will. Dazu betätigt sich das Startup auch im Sponsoring – es ist Kopfsponsor des amtierenden Weltmeisters über 400 Meter Freistil, Felix Auböck aus Niederösterreich.
Eustella: Wiener Claude- und ChatGPT-Herausforderer geht in Vollbetrieb
Eustella setzt mit seinem Agentic-AI-Angebot auf Open Source, Mobile First und 100 Prozent Europa - und hat damit große Pläne. Nach der Beta-Phase folgte nun der Launch.
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Eustella-CEO Matteo Rosoli | (c) AI Factory Austria AI:AT/Arman Rastegar
Prominente Investoren wie Hansi Hansmann, Hermann Futter und die 3VC-Gründer Peter Lasinger und Roman Scharf im Publikum, Bitpanda Co-Founder Christian Trummer und Emmi-Co-Founder Johannes Brandstetter – mittlerweile Vice President AI for Science bei Mistral AI – auf der Bühne: Das Launch-Event des Wiener Startups Eustella in der AI Factory Austria AI:AT zog diese und noch weitere Größen der heimischen Innovationsszene an. Der Plan des Unternehmens geht aber weit über die Landesgrenzen hinaus: Man will KI-Nutzer:innen in ganz Europa überzeugen.
„Es gibt mehr als 130 Millionen aktive AI-User in Europa, aber kaum europäische Alternativen, vor allem nicht für Konsumentinnen und Konsumenten und vor allem nicht im Agent-Bereich“, sagt CEO Matteo Rosoli beim Launch-Event. Der KI-Experte – übrigens ein Absolvent des High-Potential-Programms der Wiener HTL Spengergasse – hat das Unternehmen gemeinsam mit Alexander Maitz, Jakob Steinschaden und Bastian Kellhofer gegründet. Das Konzept: Ein Agentic-AI-Angebot, das mit den US-Riesen mithalten kann, aber zu 100 Prozent in Europa gehosted ist – etwa bei Ionos in Berlin oder Scaleway in Paris.
Fable-5-Sperre „Spitze des Eisbergs“
„Die Sperre von Anthropics Fable 5 war nur die Spitze des Eisbergs der Souveränitäts-Thematik in Europa“, meint Rosoli. Souveränität sei zu einer Frage der Business Continuity und damit zu einer Frage des Überlebens für europäische Unternehmen geworden. Unter anderem wegen der Regulatorik, die, wie der CEO betont, „auch einen guten Zweck“ habe, würden europäische Lösungen vielfach hinter amerikanischen und asiatischen hinterherhinken. Das wolle man ändern: „Wir wollen nicht die europäische Software sein, die nicht so gut funktioniert und nicht so viel Mehrwert bringt. Wir wollen wirklich eine europäische Alternative sein.“
Orchestrierung entscheidend
Dabei baut Eustella kein eigenes KI-Modell, wie es etwa Mistral in Frankreich macht. Das Wiener Startup setzt auf verschiedene Open-Source-Modelle – nicht nur von Mistral, sondern auch von US-Anbietern wie Google und OpenAI. „Entscheidend ist die Orchestrierungsebene“, erklärt Rosoli. Diese „Agent Orchestration“ treffe eine smarte Auswahl, welche Modelle für welchen Zweck optimal passen und halte damit auch den Token-Verbrauch gering. Kombiniert wird das mit einem Mobile-First-Ansatz auf Nutzer:innen-Seite – Stichwort: „Agent in a pocket“.
Kompetitive Preise
Preislich will Eustella nicht nur mithalten, sondern gibt sich kompetitiv: Neben einer stark eingeschränkten Free-Version gibt es Angebote um sechs, 18 bzw. 90 Euro monatlich. „Jeder Anbieter kann kompetitive Preise anbieten. Wir machen das ganz bewusst aus Europa heraus. Der Preis rechnet sich aber auch für uns“, sagt der Gründer. Mit dem 18-Euro-Modell könne man etwa schon „richtig schön ein, zwei große Agents laufen lassen.“
„Beschäftigen uns 50 Prozent unserer Zeit mit AI-Safeguards und Themen wie Prompt Injections“
Das zweite große Verkaufsargument ist Sicherheit: „Die Daten sind bei Eustella sicher. Anders als bei den amerikanischen und asiatischen Anbietern braucht man sich keine Sorgen machen, dass etwas an Werbeanbieter verkauft wird“, sagt der Gründer. Für Sicherheit wolle man aber natürlich auch auf technischer Ebene sorgen. „Wir beschäftigen uns 50 Prozent unserer Zeit mit AI-Safeguards und Themen wie Prompt Injections. Deswegen releasen wir unsere Funktionen auch Schritt für Schritt, um gar keine Angriffsflächen zu ermöglichen“, so Rosoli.
Partnerschaften mit Bitpanda und Geizhals
Abgerundet werden soll das Angebot durch sogenannte Daten-Partnerschaften. Solche gibt es bislang mit dem Wiener Krypto-Unicorn Bitpanda, das über eine Schnittstelle aktuelle und zuverlässige Daten zum Krypto-Markt liefern soll, und mit dem Wiener Portal Geizhals, das valide Preisvergleichsdaten einspeist. Bitpanda-Co-Founder und Chief Scientist Christian Trummer sieht in der Partnerschaft aber noch mehr Potenzial: „Wir erwarten uns sehr viel von Eustella. Agentic Finance ist bei uns ein Riesen-Thema und in der Finanzbranche sind immer Vertrauen und Zuverlässigkeit wichtig.“ In Zukunft wolle man „die Finanzplattform für Agents“ sein. „Eustella ist hier der perfekte Partner für uns“, so der Bitpanda-Gründer.
Bitpanda-Co-Founder Christian Trummer (l.) neben Phillip Maasberg von Ionos | (c) AI Factory Austria AI:AT/Arman Rastegar
„Schauen einmal, dass die Server den Zuwachs an Usern überleben“
Bis dahin liegen aber noch einige Schritte vor dem Wiener Startup. „In den nächsten paar Tagen schauen wir einmal, dass die Server den Zuwachs an Usern überleben“, sagt Rosoli. „Dann werden wir Stück für Stück die Agent-Funktionalitäten aufbauen – dabei gibt es verschiedene Sicherheitsstufen.“ Schon bald soll Eustella etwa voll autonom kleine Essensbestellungen abwickeln können. Für davor gibt aber Co-Founder Jakob Steinschaden das erste konkrete Ziel aus: „Es wäre super, wenn wir im App-Store auf Platz eins landen.“
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