22.09.2021

createF: Woman-Only-Startup Show lässt Zusehende via Blockchain investieren

Filmemacherin Franziska Pohlmann will mit createF nicht nur mit dem Fokus auf Frauen einen Gegenentwurf zu den großen Startup-Shows liefern.
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Franziska Pohlmann (3.v.l.) mit ihrem Kern-Team | (c) createF
Franziska Pohlmann (3.v.l.) mit ihrem Kern-Team | (c) createF

Bis Mitte August konnten Gründerinnen sich bewerben, nun im September laufen die Dreharbeiten, „wenig später“ soll die erste Staffel von createF ausgestrahlt werden. Die neue Woman-Only-Startup-Show der deutschen Filmemacherin Franziska Pohlmann, für die es schon mehr als 100 Bewerbungen gab, wird allerdings nicht im Fernsehen laufen, sondern auf Youtube. „Ehrlicherweise habe ich das Projekt vielen Sendeanstalten gepitcht – das Interesse ist groß und es liegen wohl in den meisten Redaktionen Konzepte zu ‚Female Entrepreneurship‘ oder ‚Female Empowerment‘ – nur werden fast alle in die Nischenschublade gesteckt“, erzählt sie dem deutschen Magazin t3n in einem Interview. Youtube ermögliche dafür „einen demokratischen Zugang für alle“.

createF: „nicht nur eine kurzweilige und plakative Produkt- und Startup-Vorstellung“

Einen Gegenentwurf zu „Die Höhle der Löwen“, „2 Minuten 2 Millionen“ und Co soll createF nicht nur mit dem Fokus auf Frauen liefern. Die Serie zeige den Prozess hin zur Unternehmensgründung, die Entwicklung von Produkt oder Dienstleistung und vor allem die Persönlichkeit hinter der Idee, sagt Pohlmann, „nicht nur eine kurzweilige und plakative Produkt- und Startup-Vorstellung“. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sei die durchgehende Begleitung durch Investorinnen. „Die meisten Investments werden nicht ad hoc getätigt, sondern nach eingehendem Kennenlernen. Genau diese authentische Perspektive zeigt die Sendung. Mit jeder Menge Entertainment und wertvoller, persönlicher Insights der Gründerinnen und Investorinnen“, meint die Filmemacherin. Sie wolle das Publikum begeistern, ohne dabei reißerisch werden zu müssen.

„Entweder schon in der ersten Staffel oder in der nachfolgenden“ soll es auch für Zuseher:innen die Möglichkeit geben, in die vorgestellten Startups zu investieren. „Aktuell sind wir dabei, ein Blockchain-basiertes, partizipatives Tool zu entwickeln, das den Zuschauenden die Möglichkeit gibt, direkt in die Ideen zu investieren, die sie überzeugt haben. Uns geht es nicht nur auf Gründungsebene darum, innovative Ideen und Experimentierfreudigkeit zu fördern, sondern auch auf Investment-Seite neue Wege zu gehen“, sagt Pohlmann dazu gegenüber t3n. Diese Wege sollen „mehr Teilhabe ermöglichen, damit wir kollektiv mehr bewegen können“.

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DiLT Analytics
© DiLT Analytics

DiLT Analytics hat eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Sie setzt sich aus einem Equity-Investment von Noctua Science Ventures und einer Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Programms Seedfinancing – Deep Tech zusammen. Mit dem Geld möchte das 2021 gegründete Spinoff der TU Graz sein Team ausbauen und FaciliMind, seine Software zur automatisierten Fehlerdiagnose in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, zu weiteren Betreibern großer Gebäudeportfolios bringen

DiLT Analytics: „Substanziell wachsen“

Noctua Science Ventures ist ein Wiener Deep-Tech-Fonds und ein Joint Venture von Speedinvest und den Technischen Universitäten Österreichs. Der Fonds investiert gezielt in Ausgründungen, deren Produkt auf langjähriger Forschung beruht.

„Die aws-Förderung ergänzt das Investment und ist auf genau diese Phase zugeschnitten: den Schritt von einer erprobten Technologie zu einem Produkt, das sich über viele Standorte hinweg ausrollen lässt“, heißt es per Aussendung. Um im Sinne des Programms aws Seedfinancing – Deep Tech als Deep Tech zu gelten, muss das Vorhaben auf einer „anspruchsvollen technologischen und wissenschaftlichen Herausforderung“ basieren und einen klaren Technologiesprung gegenüber bestehenden Lösungen oder rein inkrementellen Weiterentwicklungen ermöglichen.

„Mit Noctua Science Ventures haben wir einen Partner gefunden, der beides kennt: die technischen Herausforderungen eines Deep-Tech-Produkts und den Weg in die Kommerzialisierung. Für ein junges Spinoff ist das der Best Case. Dass parallel auch die aws-Förderung zugesagt wurde, bestätigt uns, dass FaciliMind und unser Team auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es darum, substanziell zu wachsen“, sagt Theresa Kohl, CEO von DiLT Analytics.

Philipp Stangl, Managing Director von Noctua Science Ventures, ergänzt: „Von unseren vielen Gesprächspartnern erhielten wir ein sehr einheitliches Bild zu DiLT: ein glaubwürdiger, technisch differenzierter Ansatz, umgesetzt von einem Team, mit dem Immobilienprofis gerne zusammenarbeiten. Genau diese Kombination aus Forschungsvorsprung und starker Kundenorientierung ist es, wonach wir in der Pre-Seed-Phase suchen.“

2021 gegründet

DiLT Analytics wurde Ende 2021 von Franz Wotawa und Gerald Schweiger als Spinoff des Instituts für Softwaretechnologie der TU Graz gegründet und ging aus der Forschungsgruppe „Intelligent Systems“ hervor. Erstes größeres Projekt war „Inframonitor“, eine herstellerunabhängige IoT-Datenplattform für den Campus Inffeldgasse der TU Graz.

Seither ist DiLT an mehr als 20 Forschungsprojekten mit über 15 Partnern beteiligt, einige davon FFG-gefördert und gemeinsam mit österreichischen und europäischen Universitäten. Die Ergebnisse fließen über den Forschungszweig DiLT Research direkt in die Produktentwicklung. Geführt wird das Unternehmen heute von Theresa Kohl (CEO), Christopher Gray (Business Development & Strategy), Thomas Hirsch (CTO), Reinhard Pertschy (CPO) und Thomas Schwengler (Head of Software).

Die entwickelte Software FaciliMind analysiert Betriebsdaten von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, erkennt dabei versteckte Fehler und Optimierungspotenziale und liefert Technikteams eine nach Dringlichkeit sortierte Maßnahmenliste, so der Claim. Die Software von DiLT Analytics arbeitet herstellerunabhängig und lässt sich über ein einzelnes Gerät an die bestehende Gebäudeleittechnik anbinden. Dank eines knowledgegraphbasierten Softwarestacks soll sie das digitale Abbild komplexer Anlagen weitgehend automatisiert innerhalb weniger Tage statt monatelanger Handarbeit erstellen können. Zielgruppe sind Betreiber großer Gebäudeportfolios, etwa in der öffentlichen Hand, an Flughäfen sowie in Industrie und Gesundheitswesen.

DiLT Analytics erhielt Preise

Zu den Kunden zählen u.a. die Technischen Universitäten Graz und Wien, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), IG Immobilien Management GmbH und Industriekunden. 2025 wurde DiLT Analytics mit dem DREA Award und dem ÖGUT Umweltpreis ausgezeichnet. Und ist seit September 2026 nach ISO 27001 zertifiziert.

„Wissen über Anlagenbetrieb soll im Unternehmen bleiben“

Neben der Verstärkung des Teams und dem geplanten Rollout möchte DiLT Analytics künftig ein Übersetzungswerkzeug für den BACtwin-Standard als Open Source veröffentlichen und die Diagnose künftig auf weitere Technologien wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeicher ausweiten

„Ein Gebäudeportfolio überdauert seine Dienstleister und oft auch seine erfahrensten Mitarbeitenden“, sagt Kohl. „Unser Ziel ist, dass das Wissen über den Anlagenbetrieb im Unternehmen bleibt und dass Entscheidungen auf verifizierter Datengrundlage statt auf Bauchgefühl und Erinnerung beruhen.“

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