15.06.2021

Israel: Startup-Nation hat jetzt einen Entrepreneur als Premier

Naftali Bennett wurde mit Startup-Exits zum Millionär – die größte Chance lehnte er aber ab, um sich der Politik zu widmen.
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Tel Aviv © Unsplash
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Kaum ein anderes Land steht so sehr für Startupkultur wie Israel. Das kleine Land hat laut dem aktuellen Israeli Tech Review mehr als 30 Unicorns und 2020 sammelten israelische Tech-Unternehmen gemeinsam eine Rekordsumme von 9,93 Milliarden Dollar bei Investoren ein. Und nun wird das Land auch von einem ehemaligen Hightech-Unternehmer geführt: Israels neuer Regierungschef Naftali Bennett hat 1999 das Startup Cyota mitbegründet, das 2005 von dem US-Unternehmen RSA Security um 145 Millionen Dollar übernommen wurde. Cyota ist auf die Online-Authentifizierung von Bankkunden spezialisiert.

Politik statt Waze-CEO

Der 49-Jährige gilt als in der Startup-Szene Israels bestens vernetzt – nach dem Exit von Cyota engagierte er sich in weiteren Startups und wurde auch als Investor tätig. Als das Startup Soluto um 100 Millionen Dollar verkauft wurde, war Bennett bereits Wirtschaftsminister – beinahe hätte er mit Waze auch die größte Startup-Erfolgsgeschichte des Landes als CEO leiten können, lehnte aber angeblich ab, um sich der Politik zu widmen. Waze ging 2013 um 900 Millionen Dollar an Google.

Bennett wird das neue Regierungsbündnis mit seiner Yamina-Partei bis 2023 als Premier führen und dann an Yair Lapid von Yesh Atid übergeben. Nach zwölf Jahren musste Langzeit-Premier Benjamin Netanjahu in die Opposition, nachdem die Acht-Parteien-Allianz die Vertrauensfrage in der Knesset knapp gewonnen hatte.

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Jumug, EL MO
(c) Christian Houdrek / EL-MOTION - Karin Tausz (Geschäftsführerin FFG), Paul Brandstätter (Mehrheitseigentümer Jumug Vehicles GmbH), Jürgen Streitner (WKÖ).

Jumug wurde 2022 in Wien gegründet und engagiert sich für nachhaltige Lösungen, die den drängenden Herausforderungen der Verkehrsreduktion im urbanen Raum begegnen sollen. Das Startup ist Teil der Brandstätter Group, zu der auch die Firmen Veloce und Tamburi Postkästen gehören. Zudem ist es Betreiber des Projektes “PNUM Paketzustellung, neues urbanes Modell” und Projektpartner bei “Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich – Wien”, das von beiden Bundesländern gemeinsam mit den Wirtschaftskammern Niederösterreich und Wien vorgelegt und zur Umsetzung beschlossen wurde. Geschäftsführer ist Werner Pumhösel.

Jumug mit Last-Mile-Ökosystem

Zur Erklärung: Die aktuellen Herausforderungen in der Last-Mile-Logistik im urbanen Raum wie steigendes Verkehrsaufkommen, CO2-Emissionen, Fachkräftemangel, steigende Kosten oder Fahrverbote erfordern neue Prozesse in der Zustellung auf der letzten Meile, so das Jumug-Team per Aussendung.

Das klassische Modell der Last-Mile-Logistik mit Logistikzentren am Stadtrand, die Pakete mit Kleintransportern direkt in die Zustellgebiete liefern, stöße an seine Grenzen. Für die letzte Meile brauche es daher einen neuen, effizienten Zustellprozess und nachhaltige Fahrzeuge, die speziell für die innerstädtische Zustellung geeignet sind. Genau hier setzt Jumug CargoScooter mit dem Projekt “PNUM Paketzustellung neues urbanes Modell” an – als erstes Projekt, das umfassend ein neues Last-Mile-Ökosystem entwirft, wie man betont.

Emissionsfreie Paketzustellung

Mit den Jumug CargoScootern werden konkret eine flächendeckend, emissionsfreie und verkehrsreduzierende Paketzustellung für ein Gebiet von über 500.000 Einwohnern in Wien realisiert und ein skalierbares Modell für den weiteren Rollout in Wien und in andere Städte geschaffen. Dadurch werde eine emissionsfreie, verkehrsreduzierende und effizientere Last-Mile-Paketlogistik erreicht und die Lebensqualität in urbanen Gebieten gefördert.

Jumug möchte auch Verkehrsaufkommen reduzieren

Der EL-MO Award hebt seit seiner Gründung im Jahr 2021 kontinuierlich Organisationen hervor, die sich in der E-Mobilitätsbranche hervortun. Er wurde heuer zum vierten Mal vergeben. Überreicht wurde der Preis an Paul Brandstätter, Founder und Mehrheitseigentümer von Jumug, von Jürgen Streitner, WKO und Karin Tausz, Geschäftsführung FFG.

Brandstätter zur Auszeichnung: “Der EL-MO Award bekräftigt unser Engagement für Innovation in einem Ökosystem, das sich zum Ziel gesetzt hat, Verkehrsaufkommen zu reduzieren und emissionsfreie Lieferung von Waren und Gütern zu forcieren.”

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