16.04.2020

Startup-Corona-Paket: So reagieren Österreichs Gründer und Investoren

Der brutkasten hat Meinungen von Österreichs Gründern und Investoren zum Startup-Paket im Rahmen der Coronakrise eingeholt.
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Startup-Corona-Paket
(c) venionairecapital / hansmann /kacy / startup300 / wearedevelopers Künsztler / Prodanovic / AustrianStartups

Am 16. April hat die Bundesregierung ein Paket zur Unterstützung der österreichischen Startups in der Coronakrise vorgestellt. Der brutkasten hat sich in der Community umgehört, wie diese Maßnahmen zur Unterstützung der österreichischen Gründer und Investoren aufgefasst werden.

+++Michael Altrichter wird Startup-Beauftragter im Wirtschaftsministerium+++

Dieser Artikel wird laufend mit Input aktualisiert. 

Markus Raunig | Austrian Startups

Das heute angekündigte Hilfspaket für Startups ist ein wichtiger Schritt, um den Innovationsstandort Österreich während der Coronakrise zu erhalten. Es freut uns, dass die Bundesregierung die speziellen Herausforderungen von Startups erkannt hat und mit konkreten Maßnahmen helfen will.

Besonders der Startup Hilfsfonds schafft kräftige Investitionsanreize, um entstehende Finanzierungslücken zu schließen und besonders bei kleinen und mittleren Startups die dringend benötigte Liquidität wiederherzustellen. Eine schnelle und unbürokratische Abwicklung ist daher jetzt umso wichtiger.

Hansi Hansmann | Business Angel

Der Hund liegt im Detail begraben – im Moment kann man das Paket noch nicht beurteilen. Wenn die Details so sind, dass Startups leicht, schnelle und ohne große administrative Hürden davon Gebrauch machen können, ist das Paket in Ordnung.

Selma Prodanovic | 1MillionStartups

Es ist ein entscheidender Schritt, um in erste Linie die Innovationskraft des Landes beizubehalten bzw. voranzutreiben, sowie auch Arbeitsplätze zu sichern. Dabei ist die Kombination zwischen privaten Investoren und Staat besonders wichtig.

Rudolf Kinsky | AVCO

Die AVCO begrüßt und unterstützt die heute bekanntgegebenen Maßnahmen, die u.a. auch in dem von AVCO, aaia und AustrianStartups entwickelten Corona-Hilfspaket für Startups vorgeschlagen wurden. Über die genaue Ausgestaltung müssen wir allerdings noch mehr erfahren. Wichtig wird sein, dass die Investitionskriterien einem marktwirtschaftlichen Best Practice entsprechen.

Das Management des VC Fonds sollte mit nachvollziehbare Kriterien und in einem transparenten Prozess ausgewählt werden. Gleichzeitig stellen sich für den VC Fonds viele Fragen, z.B., wie können 50 Millionen Euro nur in österreichische Startups und mit einer guten Risikostreuung investiert werden. Wer sollen die Investoren sein? Wie soll die Garantie funktionieren?

Der Covid-Startup-Hilfsfonds ist als Matching-Topf konzipiert. Auch hier geht es um die Frage, nach welchen Kriterien die Vergaben laufen?

Wir freuen uns über die Ernennung eines Startup-Beauftragten in der Person von Michael Altrichter und auf die Zusammenarbeit mit ihm.

Lisa Fassl | Female Founders und AAIA

Die Tatsache, dass es ein eigenes Hilfspaket für Startups gibt, zeigt, dass das Thema in der Bundesregierung angekommen ist und wir als Szene an Relevanz gewinnen. Viele der Inputs, die aus der Community gekommen sind, wurden in dem Paket aktiv adressiert. Danke an dieser Stelle an alle die dazu beigetragen haben.

Gleichzeitig ist aber hoffentlich klar, dass dieses Paket eine kurzfristige Hilfe darstellt. Um den Startup-Standort langfristig zu positionieren und die Chancen, die sich durch Corona ergeben, zu nutzen, braucht es eine ganzheitliche Betrachtung und eine sinnvolle Strategie. Diese muss alle Aspekte des unternehmerischen Lifecycles – von Entrepreneurial Education bis Exit – beinhalten.

Ein brandaktuelles Thema in dieser Hinsicht: Die Investitionskontrolle, die ausländische Investments in heimische Unternehmen stark regulieren soll. Wenn hier keine entsprechenden Ausnahmen für Startups geschaffen werden, werden wir es nicht schaffen, globale Player aus Österreich heraus zu entwickeln – und dann gehen auch die besten Unterstützungsmaßnahmen ins Leere.

Berthold Baurek-Karlic | Venionaire Capital Ges.m.b.H.

Wir als Marktteilnehmer hatten gebannt auf das Hilfspaket gewartet. Im Vorfeld wurden lange und recht detaillierte Konzepte durch AAIA und AVCO in Abstimmung mit AustriaStartups ausgearbeitet, woraus der einheitliche Tenor hervorkam, dass wir schnelle, unbürokratische Lösungen benötigten. Das vorgestellte Paket liegt erneut stark in den Händen der aws und wir werden sehen, welche Kriterien Startups im Detail erfüllen müssen und wie schnell dann ausgezahlt wird.

Ich finde es großartig, dass die Krise als Chance gesehen wird, um unser Land unternehmerischer und klimaneutraler zu machen. Technologie soll Fortschritt und Innovation bringen, da liegt dieses Thema gesellschaftlich natürlich in unserer aller Interesse. Hohe Arbeitslosigkeit hat bereits in der Finanzkrise ein Welle von Gründungen ausgelöst, das könnte nun auch durch die Viruspandemie passieren – was ich grundsätzlich als Chance sehe. Unter diesem Gesichtspunkt hoffe ich, dass bei Bedarf etwas „Dünger“ – wie BM Gewessler das Programm selbst bezeichnete – für Startups nachgelegt wird.

Der Covid Hilfsfonds soll eine breite Maßnahme werden, ein Zuschuss. Dotiert mit 50 Millionen Euro für Co-Investments von privaten Investoren (ich interpretiere das als „Business Angels“, und vermute, dass Early-Stage-Fonds erneut ausgeschlossen sind), ist dieser Fonds für mich noch ein Fragezeichen. Die Bandbreite von 10.000 bis 80.000 Euro erscheint mir sinnvoll.

Der „Corona Venture Capital Fonds“, mit 50 Millionen Euro, ist ein guter Anfang. Ich finde es gut, dass das Management ausgeschrieben wird. Es ist eine Chance für mehr Diversität unter österreichischen Fondsmanagern, und der Fonds wird wichtiges zusätzliches Kapital in den Markt bringen. Nicht ganz klar ist mir, welche Kriterien in den Veranlagungsrichtlinien des Fonds verankert werden sollen – gesagt wurde „investiert soll in jene werden, die vor der Krise mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Runde hätten abschließen können“ – hier gibt es offenbar noch Spielraum. Wir werden uns etwas kreatives einfallen lassen und hoffen, an der Ausschreibung teilnehmen zu dürfen.

Michael Altrichter wird als Startup Sprecher einen anspruchsvollen Balance-Akt vor sich haben. Er ist als Investor an 37 Startups beteiligt, Aufsichtsrat der Startup300 AG und will unabhängig für das Ökosystem eintreten. Ich denke, das kann gelingen, wird aber eine gute Balance aus Vertretern von  AustrianStartups, AVCO und AAIA in seinem Expertenkomitee benötigen – je breiter er sich hier aufstellt, umso besser wird es sein. Die Frage nach Interessenskonflikten wurde bereits von einem Journalisten – unmittelbar in der Pressekonferenz – gestellt. Das Thema liegt auf der Hand und ist ihm sicherlich bewusst.

Bernhard Lehner | startup300

Es ist sehr erfreulich, dass die Bundesregierung in enger Abstimmung mit der Startup-Szene dieses Paket geschnürt hat. Das ist ein ganz wichtiges Signal, weil wir in den letzten Wochen gesehen haben, dass die bisherigen Corona-Support-Maßnahmen am Bedarf vieler Startups vorbeigehen.

Das muss jetzt Mut machen und ist auch psychologisch ein super Signal! Entscheidend werden die Details der Pakete sein, das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen sehen. Ich hoffe sehr, dass alle Beteiligten die positiven Signale sehen und den Schritt in die richtige Richtung auch anerkennen #thinkpositive #worktogether #startupteamaustria. Ich finde diese Dynamik sehr erfrischend und erfreulich.

Ach ja: Und ich freue mich sehr über den Startup-Beauftragten der Regierung. Das zeigt, dass das Thema ernst genommen wird.

Benjamin Ruschin | WeAreDevelopers

Das von Frau Bundesministerin Margarete Schramböck vorgestellte Startup-Hilfspaket der Bundesregierung ist ein konstruktiver Schritt in die richtige Richtung.

Es muss aber allen Beteiligten klar sein, dass die 150 Millionen Euro nur ein erster Schritt sind und dass die Liquidität beider Maßnahmen – VC-Fonds wie auch COVID-19-Startup Hilfsfonds – in weiteren Etappen nochmals aufgestockt werden muss.

Die Entscheidung, Bernhard Sagmeister und sein Team bei der aws mit dieser wichtigen Maßnahme zu betrauen, ist absolut richtig. Hier sind die Kompetenzen gegeben, die für die operative Umsetzung des Startup-Hilfspakets benötigt werden.

Christoph Boschan | Wiener Börse

Statement der Wiener Börse: Das von der Bundesregierung präsentierte Maßnahmenpaket, das Startups bei der Bewältigung der Coronakrise unterstützen soll, ist ein vielversprechender Schritt. Die erfolgreiche Förderung von Jungunternehmen in Kombination mit dem vorliegenden Regierungsprogramm verspricht eine Stärkung des österreichischen Kapitalmarktes. Das ist im Hinblick auf den Wiederaufbau nach der Krise essenziell. Historisch hat sich gezeigt, Länder mit starken Kapitalmärkten erholen sich rascher von Krisen.

Christoph Boschan, Vorstandsvorsitzender der Wiener Börse: Wer Startup sagt, muss auch Börse sagen. Ohne starken heimischen Kapitalmarkt, können weder jüngere Unternehmen noch ganze Märkte skalieren. Über die Börse sowohl eine Exit- als auch eine breite Beteiligungsmöglichkeit zu schaffen, wird für den Wiederaufbau wichtiger sein denn je. Unternehmen werden das Eigenkapital dringend brauchen.

Das Regierungsprogramm enthält bereits alle Bausteine, damit noch mehr Unternehmen mit dem Finanzierungs-Aufzug ganz nach oben fahren können und nicht im ersten Stock hängen bleiben. Die rasche regulatorische Modernisierung und eine generelle Stärkung der wirtschaftlichen Bildung in Österreich würden diesen Weg mehr Unternehmern zugänglich machen. Eine Einführung der Behaltefrist macht die Beteiligung für die Bevölkerung attraktiver“

Martin Maitz | see:PORT

Das Startup Hilfspaket der Bundesregierung ist auf alle Fälle zu begrüßen, da es Startups, die von der Coronakrise betroffen sind, direkt helfen kann. Diese sind bisher vielfach durch den Rost gefallen. Die Betragshöhe scheint stimmig zu sein, ist aber zum Teil nur ein neuer Name für bestehende Kleider (Hilfsfond).

Der neue VC-Fonds klingt spannend, die Frage wird aber sein, wie schnell er arbeitsfähig wird, da hier die Zeit bei vielen Startups schon sehr drängt.

Wichtig wird es darüber hinaus sein, weitere Verbesserungsschritte für Investoren einzuführen, um privates Kapital zu mobilisieren – Stichwort: Beteiligungsfreibeträge, Verlustverrechunung und so weiter. Dies wird nötig sein, um Startups nachhaltig auf stabile Beine zu stellen und die Investorenszene weiter zu entwickeln. Dass es nun mit Michael Altrichter einen Startup-Beauftragten gibt, ist ein wichtiger symbolischer Schritt. Es wird aber notwendig sein, ihn mit entsprechenden Kompetenzen auszustatten.

Christian Matzinger | OÖ Hightechfonds

Grundsätzlich sehe ich die Initiative positiv, allerdings hat es auch hier einen ordentlichen Haken, wie bei allen übrigen Hilfsprogrammen des Bundes.

  1. Die 5-Jahresregel ist kein geeignetes Kriterium. Viele Startups, welche jünger als fünf Jahre sind, befinden sich meist noch im Entwicklungsstadium, Prototypenphase oder der Vorbereitung für den Markt. Diese werden vielfach noch über diverse Förderschienen der FFG und dergleichen versorgt.
  2. Probleme gibt es bei Startups (>5 Jahre), welche sich bereits seit kurzem am Markt befinden, allerdings einen Rucksack von Anlaufverlusten mitschleppen und somit durch jegliche Hilfsmaßnahmen fallen, weil sie die URG-Kriterien – Unternehmen in Schwierigkeiten usw. – nicht erfüllen.

Mit der Fünf-Jahresregelung haben diese auch nicht die Chance auf den nunmehr zur Verfügung gestellten Topf. Schade!

Jakob Reiter | The Ventury

Dass es ein Hilspaket speziell für Startups gibt, ist schon ein positives Zeichen in sich und zeigt, dass die Startup-Szene als immer wichtiger erachtet wird und mehr als nur ein „Nice-To-Have“ ist, das man jetzt nicht einfach so hängen lassen kann. Aus einer Umfrage von AustrianStartups geht ja auch klar hervor, dass die heimischen, frühphasigen Startups ganz schön zu kämpfen haben. Das Paket wird sicher nicht allen perfekt helfen können und es werden sicher trotzdem einige durch den Rost fallen, aber es ist sicher ein vernünftige Maßnahme. Weitere Lücken zu schließen wird nun die Herausforderung sein.

René Berger | next march GmbH

Die Initiative der Bundesregierung ist begrüßenswert. Wichtig wird zu sehen, ob die Instrumente im Detail auch auf die notwendige Flexibilität für die sehr unterschiedlichen Realität der Startups mitbringen. Umso eher und einfacher der durch die Coronakrise geschaffene Liquiditätsbedarf gedeckt werden kann, desto besser. Viel wird hier von Details und der Handhabung abhängen.
Als zu kurz gegriffen erachte ich, dass Startups für den Hilfsfonds nicht älter als 5 Jahre sein dürfen. Hier wären 7 Jahre der Realität am Markt wohl angepasster gewesen. Bereits den Kleinkinderschuhen entwachsene Startups werden etwa von den Maßnahmen kaum profitieren und müssen auf andere Liquiditätsquellen vertrauen, um durch die Krise so wenig Schaden wie möglich zu nehmen.
Kurz gesagt: gut für kleine, sehr junge Startups. Startups, die stark wachsen und schon größer sind, haben wenig davon.

NEU: Community-Opinion-Corner

Gerne würden wir natürlich auch eure Meinung zum Startup-Hilfspaket und Michael Altrichter als neuen Startup-Beauftragen wissen. Hierfür haben wir einen Community-Opinion-Corner eingerichtet:

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Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

Dort, wo Technik und Unternehmertum zusammenkommen, kann Großes entstehen. So auch an der TU Wien im „Extended Study on Innovation“-Programm, wo sich das Gründer-Trio, bestehend aus Roman Öfferlbauer, Lukas Hückel und Jonathan Buchinger, zum ersten Mal begegnete. Parallel dazu gründete Öfferlbauer 2023 in seinem Heimatort in Niederösterreich eine Energiegemeinschaft, zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema noch jung und „technisch schwierig abzuwickeln“ war, so Öfferlbauer.

Aus improvisierten Tools und selbst geschriebenen Mini-Scripts für den Eigenbedarf wurde ein Jahr später sonnnig. Eine White-Label-Lösung für Abrechnung, Mitgliedermanagement und Datenanalyse von mittlerweile 30 Energiegemeinschaften in ganz Österreich.

Wenn Strom aus der Nachbarschaft kommt

„Unser Blick war eigentlich immer auf Endverbraucher und Verbraucherinnen fokussiert. Also Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden“, erklärt Öfferlbauer im Interview. Eine Mission, die über die letzten zwei Jahre tausende Haushalte in ganz Österreich erreicht hat. Mittlerweile kann man über sonnnig den generierten Strom auch als Mitarbeiter:innen-Benefit oder Spende abgeben. „Im letzten halben Jahr hat sich da aber auch ziemlich viel auf der anderen Seite, also bei den Energieversorgungsunternehmen, getan“, verrät der Co-Founder.

Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem. In der Regel verbraucht die Kundschaft ihren Strom nach einem Standardprofil, mit dem der jeweilige Versorger seine Stromeinkäufe prognostiziert. Sind die Abnehmer:innen aber Teil einer Energiegemeinschaft, verschiebt sich dieses Profil radikal: Ein großer Teil des Energiebedarfs wird jetzt von der Energiegemeinschaft gedeckt und nur noch die Restmengen werden durch den Energieversorger geliefert. „Der Energieversorger hat die Energiemenge aber schon im Vorhinein eingekauft“ – und müsse sie kurzfristig wieder verkaufen, erklärt Öfferlbauer. Ein teures Ausgleichsenergie-Problem, das mit wachsendem Energy-Sharing-Anteil immer größer wird.

Sonnnig als potenzieller Partner für Energieversorger

Genau hier setzt das neue Produkt an, für das sonnnig gerade die dritte Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) erhalten hat: eine White-Label-Lösung zum Energy Sharing, die Energieversorger direkt in ihr eigenes Kund:innenportal einbinden können. Im Hintergrund liefert sonnnig die Restlastprognose auf 15-Minuten-Basis, damit Versorger gezielter am Großhandel einkaufen können.

Möglich macht das die Prognosefähigkeit, die sonnnig über Jahre mit echten Energiegemeinschaften aufgebaut hat. Ziel ist es, Versorgern einen besseren Einblick in ihre Stromverläufe zu geben und ihnen zu helfen, selbst ein Geschäftsmodell rund um Energy Sharing aufzubauen, auch als Beitrag zur Kund:innenbindung, erklärt Öfferlbauer. Am Markt kommt das gut an: „Energieversorgungsunternehmen spüren das Problem und sind zunehmend auf der Suche nach Lösungen und neuen Geschäftsmodellen im Energy-Sharing-Bereich, deshalb reden sie auf einmal mit uns“, sagt der Co-Founder. Davor sei die Beziehung eher einseitig gewesen. Zwei Pilotbetriebe hat sonnnig für das geförderte Projekt bereits akquiriert und zeigt sich offen für weitere Kooperationen.

Von First bis Seed: Der aws-Weg

Möglich wurde diese Entwicklung durch drei aufeinanderfolgende aws-Förderungen. Mit aws First Incubator, einem Programm für sehr junge Teams, teils noch vor der Firmengründung, kam das Startup zu ersten Beratungsleistungen und Mentoring. Mit aws Preseed – Innovative Solutions wurde zunächst die inhaltliche und wirtschaftliche Machbarkeit des Vorhabens überprüft und der Proof of Concept entwickelt. Darauf aufbauend unterstützt aws Seedfinancing – Innovative Solutions die Weiterentwicklung bis zum Markteintritt sowie die ersten Skalierungsschritte. In diesem Rahmen werden nun der Aufbau und der Launch des neuen B2B-Produkts finanziert.

Erwarteter Boom durch neues Elektrizitätswirtschaftsgesetz

Als besondere Meilensteine nennt Öfferlbauer Referenzprojekte mit bekannten Unternehmen wie Hartl Haus, der Nationalbank-Tochter IG Immobilien oder der Volkshilfe Wien sowie die wiederholte Verdopplung des Jahresumsatzes. Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die geteilte Energiemenge, die über sonnnig abgewickelt wurde, laut eigenen Angaben gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Investor:innen hat das fünfköpfige Team bislang bewusst keine an Bord geholt, da laufende Umsätze und eine halbe Million Euro an lukrierten Entwicklungsförderungen das Team organisch tragen.

Rückenwind kommt bald auch auf politischer Ebene: Im Oktober tritt das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) in Kraft, das Energy Sharing über bilaterale Peer-to-Peer-Verträge statt über eine juristische dritte Instanz wie einen Verein oder eine GmbH erlaubt. Für sonnnig eine freudige Entwicklung: „Das baut natürlich extrem viele Hürden ab. Und deswegen erwarten wir auch einen ziemlichen Boom an neuen Mitgliedern und das nehmen auch Energieversorgungsunternehmen wahr.“


Disclaimer: Der Artikel entstand in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws).

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