12.10.2017

„Smartchurch“: Erzdiözese Wien startet „1000Kirchen“-App

Unter den Schäfchen der katholischen Kirche sind immer mehr Smartphone-Nutzer. Daher wurde von der Erzdiözese Wien nun die "1000Kirchen"-App gelauncht.
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(c) Lisa-Maria Trauer: Kardinal Christoph Schönborn bei der Präsentation der App.

„Im letzten Jahr haben 430.000 Nutzer über mobile Dienste auf die Website der Erzdiözese zugegriffen, auch um Gottesdienste zu suchen“, erklärt Carl Rauch, Leiter des Medienhauses der Erzdiözese Wien. Die heimische katholische Kirche will nun den Smartphone-Nutzern unter ihren Schäfchen ein entsprechendes Service bieten. Mit der kostenlosen „1000Kirchen“-App, die für iOS und Android verfügbar ist, können sich User die nächsten katholischen Gottesdienste rund um ihren Standort anzeigen lassen. „Die 1000Kirchen App ist wirklich Smartchurch für Smartphones“, sagt Kardinal Christoph Schönborn bei einer Pressekonferenz zum Release.

+++ Kirchen-Startup der Erzdiözese Wien soll Familien erreichen +++

Wo ist die nächste Messe und wie komme ich da hin?

Mehr als 1000 Kirchen und Kapellen gibt es auf dem Gebiet der Erzdiözese Wien, das neben der Stadt Wien auch das östliche Niederösterreich umfasst. Das Angebot an Gottesdiensten ist dementsprechend groß. Die „1000Kirchen“-App soll helfen, den Überblick zu bewahren und alle bevorstehenden Gottesdienste in der Umgebung des Users auf Knopfdruck zu finden. Zu jedem dabei aufscheinenden Gottesdienst-Standort gibt es weiterführende Informationen. Mit der App kann man sich auch den Weg dorthin anzeigen lassen. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass alle Menschen überall und jederzeit zur nächsten Messe finden können“, sagt Carl Rauch.

„Die Menschen werden immer mobiler. Die Kirche auch“

In Kooperation mit der Agentur Fluxguide hat das Webteam der Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Wien in den letzten Monaten die App für iOs und Android entwickelt, sie ist kostenlos im AppStore und im Google PlayStore erhältlich. „Dabei greifen wir auf die Daten der Pfarren im System des Webportals der Erzdiözese Wien zu“, erklärt Andreas Kastenmeier, Bereichsleiter Online & Social Media des diözesanen Medienhauses. Die einzelnen Pfarren müssen die Daten dabei laufend aktualisieren. „Die Menschen werden immer mobiler. Die Kirche auch“, sagt Kardinal Schönborn. (PA/red)


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V.l.n.r.: Damian Izdebski, techbold Gründer und Hauptaktionär; Matthias Stieber und Gerald Reitmayr, Vorstände der techbold technology group AG © techbold

Eine Geschichte, die das Leben schreibt: „Zwölf Jahre lang war ich ‚der mit der Pleite‘. Ab heute bin ich ‚der mit dem Comeback'“, sagt Damian Izdebski Freitagmorgen gegenüber brutkasten. Sein 2015 gegründetes Unternehmen techbold technology group AG wird von der deutschen accompio Gruppe übernommen – zu einer Bewertung von knapp 40 Millionen Euro, wie brutkasten in Erfahrung brachte. 2014 hatte Izdebski mit seinem damaligen Unternehmen DiTech Insolvenz anmelden müssen, was damals landesweit für Schlagzeilen sorgte.

28 Millionen Euro Umsatz im Mittelstand

Techbold ist auf IT-Outsourcing, Cloud-Lösungen sowie Cybersecurity für kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert. Über das letzte Jahrzehnt akquirierte das IT-Unternehmen ganze 18 Unternehmen, um seine Expansion voranzutreiben wie brutkasten engmaschig verfolgte. Nun wird techbold selbst zum Gekauften. Die entsprechenden Verträge wurden bereits unterzeichnet, der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständige Wettbewerbsbehörde, wie das Unternehmen heute morgen per Aussendung mitteilte.

Techbold beschäftigt mittlerweile mehr als 170 IT-Spezialist:innen an Standorten in Wien, Oberösterreich und dem Burgenland und betreut rund 1.400 Kund:innen. Zuletzt erwirtschaftete die IT-Firma einen Jahresumsatz von rund 28 Millionen Euro. Für Kund:innen sowie laufende Verträge des Wiener Unternehmens soll sich im Tagesgeschäft laut Unternehmensangaben nichts ändern.

Spektakuläres Comeback

Gründer Damian Izdebski, der 2025 die CEO Rolle zurücklegte und danach im Aufsichtsrat tätig war, meint gegenüber brutkasten: „Zum ersten Mal seit 25 Jahren weiß ich nicht, was als Nächstes kommt. Alle, die mich kennen, wissen: Das dauert nicht lange.“

Dem heutigen Erfolg geht eine weniger erfreuliche Geschichte voran. 2014 musste Izdebski mit seinem ehemaligen Unternehmen DiTech Insolvenz anmelden. Ein Schritt mit dem der Gründer sehr offen umgeht: „Beide Schlagzeilen habe ich mir selbst geschrieben – an der zweiten habe ich nur deutlich länger gearbeitet.“ Er fügt hinzu: „In Amerika ist eine Pleite ein Kapitel im Lebenslauf. In Österreich ein Urteil fürs Leben. Ich habe beschlossen, das Urteil nicht anzunehmen.“

Auch Investor und Aufsichtsratmitglied Hermann Futter freut sich vor allem für Izdebski: „Ich habe immer an Damian geglaubt und bin seit fast 20 Jahren mit ihm befreundet. Er hat allen bewiesen, dass man auch in Österreich scheitern und wieder aufstehen kann! Chapeau.“ Und auch für ihn als Investor habe sich der Exit ausgezahlt, so Futter gegenüber brutkasten.

Reaktionen aus dem Umfeld

An techbold beteiligt waren neben Hermann Futter unter anderem auch Niki Futter, Stefan Kalteis und Hansi Hansmann. Letzterer meint zur Übernahme: „Es war ein sehr erfolgreicher Exit, der sich für mich wirklich ausgezahlt hat. Techbold ist ein wachstumstarkes Unternehmen in einem großen Markt, welches auch ordentlich profitabel ist. Das macht die Firma natürlich zu einem attraktiven Übernahmeziel“

Auch Aufsichtsratmitglied Niki Futter, der die Position von 2017 bis 2025 besetzte, meldete sich auf Anfrage zurück: „Das ist ein ganz tolles Ergebnis und ich gratuliere dem Team rund um Damian ganz herzlich und wünsche alles Beste für die weitere Zukunft. Ich freu mich, dass ich dieses Unternehmen über acht Jahre im Aufsichtsrat begleiten durfte.“

Für die Verhandlungen holte sich Izdebski Unterstützung von Thomas Hillebrand und Nico Zaiser vom Wiener M&A-Spezialisten i5invest. „Ich würde mit Thomas und Nico von „i5invest“ jederzeit wieder ein Unternehmen verkaufen. Die Jungs sind so professionell und erfahren – ich durfte in den letzten Wochen so viel von ihnen lernen. Danke dafür!“, sagt er.

Buy-and-Build-Strategie der Käufer

Auf Käuferseite fügt sich die Übernahme in die Expansionsstrategie ein. Accompio agiert als Managed Security Service Provider und beschäftigt an 22 Standorten in Deutschland, Österreich, Ungarn und Bulgarien insgesamt rund 900 IT-Expert:innen. Von der Head of M&A bei accompio Katrin Wollinger-Zepf heißt es gegenüber brutkasten „Es war ein sehr effizienter und konstruktiver Prozess auf absoluter Augenhöhe.“

„Die Übernahme von techbold ist ein weiterer konsequenter Schritt in unserer Buy-and-Build-Strategie: Wir bauen systematisch die führende IT-Services-Plattform im DACH-Raum auf“, führt Georg Willig, CFO der accompio Gruppe, aus. Man suche für den Ausbau gezielt nach unternehmergeführten IT-Dienstleistern mit starker Marktposition und durch den Zukauf aus Wien baut die Gruppe ihre Präsenz in Österreich nun weiter aus.

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