25.03.2021

Homeoffice-Paket: Diese Regelungen hat der Nationalrat heute beschlossen

Nach dem steuerrechtlichen Teil im Februar verabschiedete das Parlament nun auch den arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Teil des Homeoffice-Pakets.
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Der zweite Teil des Homeoffice-Pakets wurde im Nationalrat beschlossen.
Der zweite Teil des Homeoffice-Pakets wurde im Nationalrat beschlossen. | Foto: Adobe Stock
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Der Nationalrat hat am Donnerstag die noch ausständigen Teile des Homeoffice-Pakets der Bundesregierung beschlossen. Der steuerrechtliche Teil war bereits im Februar vom Parlament verabschiedet worden – nun folgte auch der arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Teil.

Neben den beiden Regierungsparteien ÖVP und Grüne stimmten auch SPÖ und FPÖ für eine entsprechende Sammelnovelle, die von den Koaltitionsparteien eingebracht worden war. Die Neos übten dagegen Kritik und bezeichneten die neuen Regelungen als „lebensfremd“.

In Kraft treten sollen die Bestimmungen jedenfalls bereits am 1. April – dazu braucht es jetzt nur noch die Zustimmung des Bundesrats. Diese dürfte angesichts der breiten Rückhalts unter den Parteien aber Formsache sein.

Unternehmen müssen erforderliche Arbeitsmittel bereitstellen

Was sind die inhaltlichen Eckpunkte des Pakets? Zunächst einmal wird die Freiwilligkeit von Homeoffice-Vereinbarungen unterstrichen. Außerdem regelt die Novelle auch Ansprüche von Arbeiternehmern – so müssen Unternehmen die erforderlichen Arbeitsmittel wie beispielsweise Laptops bereitstellen, wenn jemand regelmäßig aus dem Homeoffice arbeitet – oder zumindest einen angemessen Kostenersatz leisten. Zu den Arbeitsmitteln zählt in diesem Fall auch die notwendige Internetverbindung.

Gesetzlich festgelegt wird außerdem, dass für die zur Verfügung gestellten Arbeitsmittel keine Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Ist eine Pauschalzahlung fürs Homeoffice vereinbart, fallen bis zu einem Betrag von 300 Euro ebenfalls keine Sozialversicherungsbeiträge an. Geregelt wurde weiters, dass verschiedene Bestimmungen zum Arbeitnehmerschutz auch fürs Homeoffice gelten – wobei Arbeitsinspektoren weiterhin Privatwohnungen nicht betreten dürfen.

Arbeitsminister: Homeoffice erhält erstmals Definition

„Mit dem Maßnahmenpaket erhält das Homeoffice nach gut einem Jahr Krise erstmals eine Definition“, sagte Arbeitsminister Martin Kocher. „Wir haben sichergestellt, dass das Arbeiten im Homeoffice so arbeitnehmerinnen- und arbeitnehmerfreundlich wie möglich gestaltet ist und gleichzeitig die Bedürfnisse der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Berücksichtigung erfahren“. Kocher kündigte außerdem eine „relativ rasche Evaluierung“, orientiert an den Erfahrungen aus der Praxis, an.

Neos: Neue Bestimmungen „lebensfremd“

Während die beiden größeren Oppositionsparteien SPÖ und FPÖ die Novellem im Wesentlichen begrüßten, übten die Neos Kritik. Die neuen Bestimmungen seien nicht nur „lebensfremd“, es würden sich nun auch viele neue Fragen eröffnen, die sich bisher nicht gestellt hätten, sagte Neos-Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker. Anwälte und Gerichte würden damit gut beschäftigt werden. So sei etwa erst zu klären, ob auch Arbeit im eigenen Garten umfasst sei. Loacker hinterfragte außerdem die Definition des Begriffs „digitale Arbeitsmittel“.

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Digicust: Zoll-Startup aus Niederösterreich erhält sechsstelliges Investment

Das in Schwechat angesiedelte Startup Digicust hat sich auf die Digitalisierung von Zollabwicklungen für Spediteure spezialisiert. Im Zuge des Startup Wise Guys SaaS Accelerator erhält das Startup ein sechsstelliges Investment.
/digicust-investment/
Digicust
Das Team von Digicust | (c) Digicust

Die Zollabwicklung ist ein bürokratischer Prozess, der für Spediteure in der Regel viel Zeit in Anspruch nimmt. Teilweise werden Zollerklärungen noch händisch ausgefüllt. Dementsprechend groß ist auch das Potential mit Hilfe von Digitalisierung, derartige Prozesse effizienter zu gestalten. Das niederösterreichische Startup Digicust mit Sitz in Schwechat hat sich genau dies zur Aufgabe gemacht und bietet bereits seit über zwei Jahren eine entsprechende Softwarelösung für Spediteure an. Der sogenannte virtuelle Zollroboter namens Dexter IDP digitalisiert und automatisiert den kompletten Prozess – angefangen von der Übermittlung der Zollunterlagen bis hin zur Erstellung der fertigen Zollanmeldung.

Sechsstelliges Investment für Digicust

Bereits 2020 konnte das Startup für die Entwicklung der Technologie eine Förderung in Höhe von 250.000 Euro an Land ziehen. Nun flogt das erste sechsstellige Investment, wobei sich Startup Wise Guys am niederösterreichischen Unternehmen beteiligt. Dabei handelt es sich um einen B2B-Startup-Accelerator mit Sitz in Estland, den auch Digicust absolvierte.

„Mit der Unterstützung von Startup Wise Guys werden wir unseren Fokus auf die Skalierung und  Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells richten und Kunden industrieübergreifend sowie  weltweit eine Lösung zur automatisierten end-to-end Dokumentenverarbeitung und automatisierten Zollanmeldungen bieten“, so Matthias Pfeiler CMO und Co-Founder.

Darüber hinaus sind Gespräche mit unterschiedlichen Investoren, die bereits an der finalen Finanzierungsrunde interessiert sind am Laufen. „Wir sind in gutem Austausch mit potenziellen Investoren. Das Interesse ist groß, die Schwierigkeit liegt oftmals beim fachlichen Verständnis für das Thema. Unsere Seed-Runde ist zwar mit Ende März abgeschlossen, nehmen jedoch bereits jetzt schon neue Interessenten für die kommende Runde auf“, so Borisav Parmakovic, CEO und Co Founder

Bestandskunden nutzen Software

Mittlerweile verfügt Digicust bereits über einen Kreis an Bestandskunden. Zu ihnen zählen beispielsweise G. Englmayr Zoll & Consulting GmbH aus Oberösterreich, die deutsche Zoll.Ution GmbH sowie Rüdinger Spedition GmbH. Durch diese Kunden hat Digicust die Zollanmeldungen von bereits über 700 Industrieunternehmen indirekt erstellt.

„Dexter IDP ist eine adaptive Anwendung, die es uns ermöglicht, relevante Daten aus PDF Zolldokumenten zu digitalisieren und damit erheblichen Erfassungsaufwand einzusparen, ohne dass  der Benutzer eingreifen muss“, so Christina Heigrodt, Geschäftsführerin der Zoll.Ution GmbH.


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