07.03.2016

Goldman Sachs macht „AIG“ zu Afrikas erstem Unicorn

Bei den Worten Startup und Unicorn denkt man zugegebenerweise nicht unmittelbar an Afrika. Doch der Markt wächst. Die African Internet Group (AIG) schafft es durch ein Investment von Goldman Sachs zum ersten Unicorn des Kontinents zu werden.
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Die Africa Internet Group (AIG) wird dank einem Goldman-Sachs Investment zum ersten Unicorn Afrikas. screenshot africainternetgroup.com

Wilde Tiere in der Savanne oder schreckliche Bürgerkriege – damit wird Afrika wohl eher assoziiert als mit Unicorns und einer Startup-Szene. Doch es gibt sie. In der jüngsten Vergangenheit fließt immer mehr Kapital zur „Africa Internet Group (AIG)“ – einer afrikanischen Unternehmensgruppe, zu der unter anderem der nigeranische Onlinehändler „Jumia“ und noch neun andere e-Ventures gehören.

300 Millionen Euro von Förderern

Am Anfang der Woche verkündete die AIG, Förderungen in Höhe von 300 Millionen Euro erhalten zu haben. Die Gelder kamen von Unternehmen wie der Investmentbank „Goldman Sachs“ und dem Telekommunikationsunternehmen „MTN„. „Im Zuge dieser Finanzierungsrunde erreichen wir eine Unternehmensbewertung von mehr als 1 Milliarde Euro und werden somit Afrikas erstes Startup-Unicorn„, sagt AIG-CEO Sacha Poignonnec.

„Wir werden Afrikas erstes Unicorn.“

Investment zeigt von Vertrauen in den Markt

Jumia ist ganz klar AIGs bestes Pferd im Stall. Der Onlinehändler bekam im Zeitraum von 2012-2014 mehr als 200 Millionen US-Dollar und wird aktuell auf einen Wert von 555 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das Investment spiegelt das wachsende Vertrauen in den afrikanischen Markt wider. AIG hat in den letzten Jahren ein sehr gutes Startup-Netzwerk aller Branchen aufgebaut. Dazu zählen:

  • „Jovago“ im Bereich Hotellerie
  • „Zando“ im Bereich Mode
  • „Everjobs“ im Bereich Arbeitsanstellung
  • „Lamudi“ im Bereich Immobilien
  • „EasyTaxi“ im Bereich Transport

+++Mehr zum Thema: Startup aus OÖ produziert faire Kleidung in Nigeria+++

Zweites Unicorn steht bevor

Die Dynamiken des afrikanischen Marktes werden unterstrichen, denn ein zweites Startup steht ebenfalls kurz davor, zum Unicorn zu werden. Das Fintech-Startup „Interswitch“ wird vielleicht ebenfalls bald die 1-Milliarde-Hürde überschreiten. Interswitch stammt ebenfalls aus Nigeria. Das 174-Millionen-Einwohner Land ist Afrikas stärkste Volkswirtschaft und der größte Öl-Produzent des Kontinents.

+++Mehr zum Thema: Club der Unicorns wächst+++

Hier geht’s zur AIG.

Quelle: Techcrunch

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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