06.03.2026
FANCY BY NATURE

Zwischen Süßigkeit und Functional Food: Grazer Startup setzt auf Ballaststoff-Trend

Fermentation ist in der Food-Szene längst etabliert, war bisher aber meist auf Gemüse oder Getränke beschränkt. Das steirische Startup Fancy by Nature nutzt ein jahrtausendealtes Verfahren aus Vietnam für Bio-Früchte und will damit eine neue Snack-Kategorie im westlichen Markt einführen. Verkaufsargument sind dabei unter anderem der hohe Gehalt an Ballaststoffen und eine laut Startup positive Auswirkung auf die Darmgesundheit.
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Fancy-by-Nature-Gründer Robert Mörth | (c) Fancy by Nature
Fancy-by-Nature-Gründer Robert Mörth | (c) Fancy by Nature

Hinter dem Grazer Food-Startup Fancy by Nature steht Robert Mörth. Bevor er unter die Food-Gründer ging, war er mehr als 20 Jahre lang mit seiner eigenen Werbeagentur im Geschäft. Der Wunsch nach einer eigenen, nachhaltigen und sinnstiftenden Brand sei jedoch immer lauter geworden, schreibt der Gründer auf seiner Website. Die zündende Idee fand Mörth schließlich am anderen Ende der Welt.

„Es war ein Zufall, der mein Leben aber komplett verändert hat“, blickt Mörth auf die Anfänge zurück. Auf einer Reise habe er sich „in Vietnam in eine ururalte Fermentationsmethode verliebt“. Fasziniert vom Geschmack und der Optik der nach alter Tradition fermentierten, tiefschwarzen Früchte, beschloss er 2023, das Konzept für den westlichen Markt zu adaptieren.

„Schwarzes Gold“ für den Darm

Der technologische Kern des Startups liegt in der Verbindung von traditionellem Handwerk und moderner Lebensmitteltechnologie. Bei dem Prozess werden handgepflückte Bio-Früchte – konkret unterschiedliche Zitrusfrüchte sowie Apfel – mit Honig und Milchsäurebakterien veredelt und haltbar gemacht. Durch die Fermentation verfärben sich die Früchte komplett schwarz, weswegen das Startup dem Produkt den Spitznamen „schwarzes Gold“ gibt.

Profitieren will Fancy by Nature vom aktuell wieder verstärkten Food-Trend zu einer ballaststoffreichen Ernährung. Das kontrollierte Verfahren soll sicherstellen, dass das natürliche Pektin der Früchte als wertvoller, löslicher Ballaststoff erhalten bleibt. Dem Unternehmen zufolge regt das Produkt das Wachstum nützlicher Bakterien an, unterstützt eine gesunde Darmflora und liefert hochkonzentrierte bioaktive Substanzen wie Antioxidantien. Zudem sei die Frucht durch die Fermentation quasi „vor-verdaut“ und dadurch auch bei Unverträglichkeiten leicht bekömmlich.

Positionierung in der Nische

Mit seinem Ansatz möchte Fancy by Nature eine neue Kategorie im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel etablieren. Das Startup will sich dabei strategisch in der Nische zwischen Süßigkeiten und stark angereicherten Functional-Food-Produkten positionieren. Angeboten werden die Snacks entweder pur oder in Bio-Zartbitterschokolade dragiert.

Produziert wird direkt in der Steiermark. Der Weg in den Handel war für das junge Unternehmen jedoch kein einfacher, wie der Gründer sagt: „Monate voller Arbeit, Rückschläge, Zweifel, Nächte, in denen ich am liebsten alles hingeschmissen hätte, aber eben trotzdem weitergemacht“, so Mörth. Gekauft werden kann der Snack aktuell im Online-Shop des Startups. Dort gibt es unterschiedlich große Sets mit verschiedenen Sorten beginnend bei 7,90 Euro für drei Packungen.

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DiLT Analytics
© DiLT Analytics

DiLT Analytics hat eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Sie setzt sich aus einem Equity-Investment von Noctua Science Ventures und einer Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Programms Seedfinancing – Deep Tech zusammen. Mit dem Geld möchte das 2021 gegründete Spinoff der TU Graz sein Team ausbauen und FaciliMind, seine Software zur automatisierten Fehlerdiagnose in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, zu weiteren Betreibern großer Gebäudeportfolios bringen

DiLT Analytics: „Substanziell wachsen“

Noctua Science Ventures ist ein Wiener Deep-Tech-Fonds und ein Joint Venture von Speedinvest und den Technischen Universitäten Österreichs. Der Fonds investiert gezielt in Ausgründungen, deren Produkt auf langjähriger Forschung beruht.

„Die aws-Förderung ergänzt das Investment und ist auf genau diese Phase zugeschnitten: den Schritt von einer erprobten Technologie zu einem Produkt, das sich über viele Standorte hinweg ausrollen lässt“, heißt es per Aussendung. Um im Sinne des Programms aws Seedfinancing – Deep Tech als Deep Tech zu gelten, muss das Vorhaben auf einer „anspruchsvollen technologischen und wissenschaftlichen Herausforderung“ basieren und einen klaren Technologiesprung gegenüber bestehenden Lösungen oder rein inkrementellen Weiterentwicklungen ermöglichen.

„Mit Noctua Science Ventures haben wir einen Partner gefunden, der beides kennt: die technischen Herausforderungen eines Deep-Tech-Produkts und den Weg in die Kommerzialisierung. Für ein junges Spinoff ist das der Best Case. Dass parallel auch die aws-Förderung zugesagt wurde, bestätigt uns, dass FaciliMind und unser Team auf dem richtigen Weg sind. Jetzt geht es darum, substanziell zu wachsen“, sagt Theresa Kohl, CEO von DiLT Analytics.

Philipp Stangl, Managing Director von Noctua Science Ventures, ergänzt: „Von unseren vielen Gesprächspartnern erhielten wir ein sehr einheitliches Bild zu DiLT: ein glaubwürdiger, technisch differenzierter Ansatz, umgesetzt von einem Team, mit dem Immobilienprofis gerne zusammenarbeiten. Genau diese Kombination aus Forschungsvorsprung und starker Kundenorientierung ist es, wonach wir in der Pre-Seed-Phase suchen.“

2021 gegründet

DiLT Analytics wurde Ende 2021 von Franz Wotawa und Gerald Schweiger als Spinoff des Instituts für Softwaretechnologie der TU Graz gegründet und ging aus der Forschungsgruppe „Intelligent Systems“ hervor. Erstes größeres Projekt war „Inframonitor“, eine herstellerunabhängige IoT-Datenplattform für den Campus Inffeldgasse der TU Graz.

Seither ist DiLT an mehr als 20 Forschungsprojekten mit über 15 Partnern beteiligt, einige davon FFG-gefördert und gemeinsam mit österreichischen und europäischen Universitäten. Die Ergebnisse fließen über den Forschungszweig DiLT Research direkt in die Produktentwicklung. Geführt wird das Unternehmen heute von Theresa Kohl (CEO), Christopher Gray (Business Development & Strategy), Thomas Hirsch (CTO), Reinhard Pertschy (CPO) und Thomas Schwengler (Head of Software).

Die entwickelte Software FaciliMind analysiert Betriebsdaten von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen, erkennt dabei versteckte Fehler und Optimierungspotenziale und liefert Technikteams eine nach Dringlichkeit sortierte Maßnahmenliste, so der Claim. Die Software von DiLT Analytics arbeitet herstellerunabhängig und lässt sich über ein einzelnes Gerät an die bestehende Gebäudeleittechnik anbinden. Dank eines knowledgegraphbasierten Softwarestacks soll sie das digitale Abbild komplexer Anlagen weitgehend automatisiert innerhalb weniger Tage statt monatelanger Handarbeit erstellen können. Zielgruppe sind Betreiber großer Gebäudeportfolios, etwa in der öffentlichen Hand, an Flughäfen sowie in Industrie und Gesundheitswesen.

DiLT Analytics erhielt Preise

Zu den Kunden zählen u.a. die Technischen Universitäten Graz und Wien, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), IG Immobilien Management GmbH und Industriekunden. 2025 wurde DiLT Analytics mit dem DREA Award und dem ÖGUT Umweltpreis ausgezeichnet. Und ist seit September 2026 nach ISO 27001 zertifiziert.

„Wissen über Anlagenbetrieb soll im Unternehmen bleiben“

Neben der Verstärkung des Teams und dem geplanten Rollout möchte DiLT Analytics künftig ein Übersetzungswerkzeug für den BACtwin-Standard als Open Source veröffentlichen und die Diagnose künftig auf weitere Technologien wie Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeicher ausweiten

„Ein Gebäudeportfolio überdauert seine Dienstleister und oft auch seine erfahrensten Mitarbeitenden“, sagt Kohl. „Unser Ziel ist, dass das Wissen über den Anlagenbetrieb im Unternehmen bleibt und dass Entscheidungen auf verifizierter Datengrundlage statt auf Bauchgefühl und Erinnerung beruhen.“

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