09.07.2015

Zum gemeinsamen Musizieren trifft man sich im Online-Proberaum

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Helmut Herglotz ist Gründer und CEO von Sofasession.

Oft entsteht aus einer persönlichen Notwendigkeit ein Business-Modell. So war das auch beim Wiener Startup Sofasession. Helmut Herglotz, der Gründer und CEO, hatte vor ein wenig über zwei Jahren nach einer Möglichkeit gesucht, mit anderen Musikern online zur gleichen Zeit zu proben. Da er ein solches Service nicht gefunden hat, entschloss er sich selbst eine solche Plattform zu gründen. Nachdem man die technischen Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt hat, denkt man nun bereits einige Schritte weiter: Sofasession will 2015 über 30.000 Musiker im „Online-Proberaum“ versammeln und plant außerdem an einem eigenen Musikvertrieb.

In der Musik entscheiden Bruchteile einer Sekunde, ob das Zusammenspiel klappt oder eben nicht, das weiß auch Herglotz: „Die Herausforderung war, Daten so schnell zu übertragen, dass es zu keinen wahrnehmbaren Verzögerungen kommt“. Diese Lösung hat das Unternehmen mit einem eigenen Programm gefunden. Nutzer können dabei sowohl live mit anderen musizieren als auch eigene Lieder aufnehmen und zu Stücken spielen. Die Herausforderungen sind damit aber nicht gänzlich verschwunden, sondern haben sich erst einmal verschoben. Nun aber geht es erstmals an den Aufbau der Userbasis. 1500 Musiker tummeln sich bereits auf der Plattform. Aber es sollen noch viel mehr werden.

Je mehr Nutzer, desto mehr Musikinhalte kommen auf die Plattform und desto interessanter wird es wieder für andere Musiker. Und natürlich ist es auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit: Aktuell ist das Unternehmen mit einer Förderung der Austria Wirtschaftsservice (AWS) noch gut finanziert, neben einer für nächstes Jahr geplanten Investmentrunde sollen heuer aber auch bereits Umsätze von den Nutzern kommen. „Wir sind bis Ende des Jahres finanziert, arbeiten aber bereits an einer Investmentrunde“, bestätigt Herglotz. Das Basisservice ist bei Sofasession kostenlos, wollen Musiker ihre Inhalte aber nur mit ausgesuchten Nutzern teilen und nicht mit der gesamten Gemeinschaft, ist das kostenpflichtig.

Nebenher arbeitet das Unternehmen überdies an neuen Geschäftsmodellen. „Von einem Online-Proberaum geht es immer stärker in Richtung Label“, sagt Herglotz. Denn Musiker stehen nicht nur beim Musizieren vor Problemen. Ist die Musik einmal aufgenommen, muss sie vertrieben werden. Musiker sparen sich damit künftig den Umweg über Tonstudios, und andere Labels sollen künftig über Sofasession ihre Songs auf Plattformen wie iTunes oder Spotify hochladen. Die Einnahmen werden zwischen Musikern und Sofasession geteilt. Herglotz spricht von einem „fairen Split“.

Vorrangig ist aber das Nutzerwachstum. Bis zu 30.000 Musiker werden heuer erwartet. Dafür hat Sofasession ein Büro in Berlin eröffnet und spricht gerade mit einem Partner über einen Einstieg in Asien. Noch wird verhandelt. Einzelheiten sind deshalb unter Verschluss.

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CEO und Co-Founder Matthäus Offner | (c) Find my Werkstatt / Canva

So manche Autofahrer:innen hat wohl schon einmal der Schreck eingeholt, als die Rechnung für das letzte Service geschrieben wurde. Neben hohen Preisen ist es oft schwierig nachzuvollziehen, wie teuer die Reparatur sein darf. Das soll sich nun mit Find my Werkstatt ändern, denn das Wiener Unternehmen möchte Kosten sichtbar und transparent machen. Es stellt dafür digitale Fahrzeugberichte aus, die Autofahrer:innen zeigen, welche Arbeiten laut Wartungsplan vorgesehen sind, welche Ersatzteile benötigt werden und mit welchem Arbeitsaufwand zu rechnen ist.

„Wir machen Informationen zugänglich“

„Wer sein Auto zum Service bringt, weiß meistens nicht, was tatsächlich gemacht werden muss und wie sich die Rechnung zusammensetzt. Genau das wollen wir ändern. Wir machen Informationen zugänglich, die bisher vor allem Werkstätten zur Verfügung standen“, erklärt Matthäus Offner, Geschäftsführer von Find my Werkstatt. Ihm gehören 49 Prozent der Firma, Mehrheitseigentümer ist die pubbles FilmgesmbH.

Find my Werkstatt greift bei seinen Analysen auf technische Fahrzeugdaten, Wartungsvorgaben, Arbeitszeitwerte und aktuelle Ersatzteilpreise zurück. Laut dem Wiener Unternehmen würden die Service- und Reparaturkosten nach einem ähnlichen Prinzip berechnet werden, wie es auch in professionellen Werkstätten üblich sei. Find my Werkstatt betont aber, dass die berechneten Kosten als Orientierung dienen.

Ein Ersatzteil, zwei Preise

„Was mich immer wieder überrascht, sind die enormen Preisunterschiede bei Windschutzscheiben. Für ein und dasselbe Fahrzeug kann eine Windschutzscheibe bei einem Anbieter rund 300 Euro und bei einem anderen weit über 1.000 Euro kosten“, sagt Offner und ergänzt bezüglich der Arbeitskosten: „Der Stundensatz kann von Werkstatt zu Werkstatt um bis zum Dreifachen variieren. Viele Autofahrer wissen gar nicht, wie groß diese Unterschiede tatsächlich sein können.“ Durch Find my Werkstatt sollen Autofahrer:innen Angebote besser einschätzen können und informiertere Entscheidungen treffen.

Die Plattform würde auch beim Gebrauchtwagenkauf wichtige Informationen zur Verfügung stellen, wodurch Folgekosten besser berücksichtigt werden können. „Ein vermeintlich günstiges Auto kann schnell teuer werden, wenn kurz nach dem Kauf größere Wartungen oder Reparaturen anstehen. Wir wollen, dass man solche Kosten bereits vor dem Kauf besser einschätzen kann“, erklärt Offner.

Recherche nach der passenden Werkstatt

Grundsätzlich wurde Find my Werkstatt vor zwei Jahren gegründet, um eine passende Kfz-Werkstatt in der Nähe zu finden. Nutzer:innen können Betriebe anhand von Standort, angebotenen Leistungen und Bewertungen entdecken und direkt kontaktieren. Bisher habe die Firma 20.000 User:innen und mache laut eigenen Angaben heuer einen Umsatz von rund 100.000 Euro.

Vollständig gebootstrappt, jetzt beginnt Investorensuche

Werkstätte, die auf der Plattform aufgeführt werden möchten, zahlen eine Gebühr zwischen 109 Euro und 150 Euro. Je nach Preis ist eine einfache Listung bis hin zur Verfügungstellung einer Software, die den Prozess des Ersatzteilebesorgens vereinfacht, möglich. Aktuell seien rund 4.300 Werkstätten verzeichnet. Auf der anderen Seite bezahlen Autofahrer:innen pro Bericht zwischen 5,90 Euro und 19,90 Euro. Je nach Preis erhalten sie unterschiedlich ausführliche Informationen. Find my Werkstatt ist bisher eigenfinanziert, wobei man aktuell nach großen Investoren wie Versicherungen, Automarken etc. suche.

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