09.06.2022

„Zukunft am Land ist digital“: Über 10.000 Euro Preisgeld winken bei Hackathon

Beim Hackathon "Vernetztes Leben am Land" von 30. auf 31. Juli sollen Lösungen für sehr konkrete Problemstellungen gefunden werden.
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Beim Hackathon sollen in 24 Stunden Lösungen für konkrete Problemstellungen erarbeitet werden
Beim Hackathon sollen in 24 Stunden Lösungen für konkrete Problemstellungen erarbeitet werden | (c) Engage Media
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„Die Ideen in den Gemeinden sind da. Da gibt es super progressive Kräfte und denen wollen wir ein Event bieten, wo das Anklang findet“, sagt Hackathon-Experte Florian Bauer, Gründer und CEO von Engage Media. Er spricht vom <Coding Austria> Hackathon „Vernetztes Leben am Land“ von 30. auf 31. Juli, der gemeinsam vom brutkasten, dem österreichischen Notariat und RUBICON IT veranstaltet und von Bauer mit Engage Media umgesetzt wird.

„Wir wollen, dass sich ganz Österreich trifft und zusammen an konkreten Problemen arbeitet“

„Das Notariat ist ein fester Bestandteil in den Gemeinden und ist somit auch in das Geschehen direkt eingebunden. Wir sehen es als unsere Verantwortung, hier einen entsprechenden Beitrag zu leisten und einen Nährboden zu schaffen für eine digitale Zukunft. Denn eines ist klar: Die Zukunft am Land ist digital! Und das wollen wir fördern“, betont Manfred Guttmann, Geschäftsführer von NTB SOLUTIONS, IT-Dienstleister des österreichischen Notariats. Florian Bauer ergänzt: „Wir wollen, dass sich ganz Österreich trifft und zusammen an konkreten Problemen arbeitet, die alle betreffen“.

Video-Talk zum Hackathon:

Wolfgang Zak, Head of Department Business Projects bei RUBICON IT, skizziert eine dieser Herausforderungen: „Viele Leute ziehen aufs Land und stehen dann vor der Frage, wie sie Anschluss finden können, wie sich einbringen können und wie sie erfahren, wo was passiert“. Aktuell würde die Kommunikation meist noch analog passieren. Daher sei eines der Themen beim Hackathon, eine Art digitales schwarzes Brett für Gemeinden zu schaffen: „Da geht es um unterschiedlichste Dinge, egal ob man einen Yoga-Kurs anbietet und Teilnehmer:innen sucht, oder das ideale Bus-Ticket finden will“.

Von „Digitale Gemeinde“ bis „Have Fun“: 5 Themen für den Hackathon

Für den Hackathon wurden fünf Themen definiert:

  • Digitale Gemeinde – bringing people together
  • Breaking Boundaries – creating new digital opportunities 
  • Sustainable life – saving resources for tomorrow
  • Mobility outside cities – finding new ways for transportation
  • Have Fun – connect people for sports and cultural activities

Wie kann man sich den fünften Punkt „Have Fun“ vorstellen? Dazu Guttmann: „Wir wollen das Leben einfacher und angenehmer gestalten und Spaß soll das Ganze auch noch machen. Wir haben noch keine konkreten Vorstellungen, wie wir das hinbekommen wollen. Wir laden die Hackathon-Teilnehmer:innen dazu ein, sich hier den Kopf zu zerbrechen und sich kreative Ideen zu überlegen“.

Diverse Zielgruppe für facettenreiche Projekte

Die Hackathon-Teilnehmer:innen können aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen. Konkret angesprochen sind nicht nur Visionäre aus den Gemeinden, Entwickler, Programmierer und „Hands On People“, sondern auch Marketeers. „Gute Ideen sind immer nur so gut, wie man sie präsentiert“, sagt dazu Bauer. Und er erläutert: „Wenn man schon ein Team hat, etwa weil man gemeinsam studiert, oder zusammen arbeitet, ist es immer gut, wenn es verschiedene Facetten darin gibt. Man kann sich aber auch allein anmelden und wir helfen beim Formen neuer Teams“.

Mehr als 10.000 Euro Preisgeld und Einladung zum Forum Alpbach zu holen

Der <Coding Austria> Hackathon „Vernetztes Leben am Land“ startet am 30. Juli um 10 Uhr und läuft bis 31. Juli um 17 Uhr. Er findet im RUBICON IT-Office im 1. Bezirk in Wien statt – zur Verpflegung wurde ein Koch organisiert. Dabei winken mehrere Geldpreise: Das erstplatzierte Team bekommt 4.000 Euro, für den zweiten Platz gibt es 2.500 Euro und für den dritten 1.000 Euro.

Weiters winken als Preis eine Einladung zum Forum Alpbach und drei Sonderpreise, die mit je 1.000 Euro belohnt werden. Bei der Open Source Challenge werden Teams gefördert, die ihr Konzept komplett Open Source gestalten. Bei der Diversity Challenge werden besonders diverse Teams gewürdigt. Und mit der Register Challenge werden Teams belohnt, die ein Register wie das Firmenbuch oder Grundbuch für ihr Projekt heranziehen.

Die Anmeldephase läuft bis 7. Juli um 19:00 Uhr.

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Staatspreis Innovation 2026
© Austria Wirtschaftsservice GmbH/APA-Fotoservice/Martin Lusser.

Am 4. November verlieh Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus Elisabeth Zehetner den Staatspreis Innovation 2026 an die EV Group (EVG) aus Oberösterreich für das Projekt „IR LayerRelease – Technologie revolutioniert Mikrochip-Skalierung“. Der Staatspreis Innovation wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) von der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) organisiert und wurde in diesem Jahr bereits zum 46. Mal vergeben.

„Nanometergenaues Trennen und Transferieren von Siliziumschichten“

„Österreich verfügt über hervorragende Forschung, kluge Köpfe und Unternehmen, die sich mit ihren Ideen weltweit behaupten. Unser Anspruch ist, aus dieser Stärke noch mehr erfolgreiche Produkte, Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze im Land entstehen zu lassen. EV Group zeigt eindrucksvoll, wie das gelingt: Mit seiner Technologie gestaltet das Unternehmen aus Oberösterreich die Zukunft der Mikrochipindustrie mit. Als Wirtschaftsministerium wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass noch mehr Unternehmen diesen Weg gehen können – von der Forschung bis zum internationalen Markterfolg“, sagt Zehetner.

Das prämierte Projekt der EVG soll das nanometergenaue Trennen und Transferieren dünnster Siliziumschichten mit elektronischen Schaltkreisen ermöglichen – ohne thermische Belastung empfindlicher Strukturen. Die Technologie erweitere zentrale Prozesse der Halbleiterfertigung und schaffe neue Möglichkeiten für 3D-Integration und Chip-Stapelung. Dadurch würden leistungsfähigere und energieeffizientere Mikrochips für Anwendungen wie KI und High-Performance Computing realisierbar, heißt es.

Weitere Nominierungen für den Staatspreis Innovation 2026

Neben der EV Group (EVG) wurden fünf weitere österreichische Unternehmen nominiert. Die Kärntner Anexia Holding GmbH entwickelte eine Open-Source-basierte Virtualisierungsplattform, die einen raschen Wechsel von proprietären Systemen ohne Betriebsunterbrechung ermögliche und auf digitale Souveränität abziele. AT & S aus der Steiermark wurde für Halbleiter nominiert, die direkt in Leiterplatten integriert werden und so eine kompakte, effiziente Stromversorgung für Hochleistungsprozessoren in KI-Rechenzentren ermöglichen sollen.

Brantner green solution aus Niederösterreich präsentierte eine Anlage, die „erstmals hochreines Glas aus Müllverbrennungsrückständen zurückgewinnt und wieder als Rohstoff nutzbar macht“. Infineon Technologies Austria, ebenfalls aus Kärnten, wurde für eine Technologieplattform nominiert, die Entwicklung und industrielle Fertigung für praxistaugliche Quantencomputer verbindet. Und das Wiener Unternehmen VRVis GmbH stellt mit „scenarify“ eine webbasierte 3D-Simulation vor, die schnelle und realitätsnahe Analysen von Hochwasser- und Starkregenereignissen möglich macht.

Sonderpreis Econovius

Im Rahmen des Staatspreises Innovation wurde von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) der Sonderpreis Econovius an Farm-ING Smart Farm Equipment FlexCo verliehen. Statt flächendeckender Ausbringung erkennt das System der Horner Firma (NÖ.) Unkräuter in Echtzeit und behandelt gezielt nur die betroffenen Pflanzen. Kamerasensorik, KI und präzise gesteuerte Düsen reduzieren eigenen Angaben zufolge den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um bis zu 95 Prozent.

„Die heute nominierten und ausgezeichneten Unternehmen stehen stellvertretend für die Innovationskraft unseres Standorts. Sie zeigen, wie aus Ideen durch Know-how, Unternehmergeist sowie Forschung und Entwicklung marktfähige Lösungen entstehen, die Wertschöpfung schaffen und Österreich im internationalen Wettbewerb stärken“, sagt WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein. „Solche Erfolgsgeschichten machen Mut und verdeutlichen, welches Potenzial in unserer Wirtschaft steckt. Als Wirtschaftskammer und Partnerin der Unternehmen setzen wir uns auch weiterhin dafür ein, dass Innovationen die bestmöglichen Rahmenbedingungen vorfinden.“

Für den Econovius waren außerdem zwei weitere Unternehmen nominiert: die Augmenterra aus Salzburg mit der „Motion Intelligence Platform (Augmenterra Observer)“ sowie die Genspeed Biotech aus Oberösterreich, die an einer schnellen und präzisen Diagnostik von Infektionen nach Gelenksimplantationen arbeitet.

VERENA-Preis

Den diesjährigen Sonderpreis VERENA (VERBUND E-Novation Award) erhielt die Ecolyte GmbH in Kooperation mit der Technischen Universität Graz mit dem Projekt „VanillaFlow and beyond“.

Im Rahmen dessen entwickelt das Grazer Unternehmen mithilfe Künstlicher Intelligenz neuartige Moleküle und papierbasierte Membranen für Redox-Flow-Batterien. Die Kombination aus intelligentem Moleküldesign und nachhaltigen Materialien soll kostengünstige, recycelbare und biologisch abbaubare Energiespeicher für eine erneuerbare Energieversorgung ermöglichen.

Mit dem von VERBUND gestifteten Sonderpreis werden Unternehmen ausgezeichnet, die in den Bereichen Elektrizitäts- und Energiesysteme, Energieeffizienz/-management, erneuerbare Energien und E-Mobilität innovative Projekte mit Universitäten, Fachhochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen umgesetzt haben.

„Ecolyte denkt Energiespeicherung neu und zeigt, wie Künstliche Intelligenz die Entwicklung nachhaltiger Energietechnologien beschleunigen kann“, sagt Franz Zöchbauer, Managing Director VERBUND X. „Die Kombination aus intelligentem Moleküldesign und biologisch abbaubaren Materialien eröffnet neue Wege für leistungsfähige und gleichzeitig ressourcenschonende Speicherlösungen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien und zur Transformation unseres Energiesystems.“

Weitere Nominierte

Für den Sonderpreis VERENA waren außerdem zwei Kooperationsprojekte nominiert: Die Gebauer & Griller Kabelwerke aus Niederösterreich entwickelten gemeinsam mit der TU Wien mit „Power2Flow“ ein flüssigkeitsgekühltes Hochleistungs-Ladesystem für Megawatt Charging. Die Salzburger Meshmakers wiederum stellten gemeinsam mit der FH Salzburg „OctoMesh“ vor, eine souveräne Dateninfrastruktur für KI in der Energiewende.

„Österreich wird nie ein Niedriglohnland sein. Unser Erfolg im internationalen Wettbewerb beruht auf Qualität, Innovation und technologischem Vorsprung. Wie stark wir darin sind, zeigen die EV Group und die weiteren ausgezeichneten Unternehmen. Sie machen ‚Made in Austria‘ weltweit zu einem Qualitätsversprechen. Mit unserer Industriestrategie bauen wir diese Stärken gezielt aus und setzen auf Schlüsseltechnologien wie die Halbleitertechnik. So schaffen wir die Grundlage für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand. Ich gratuliere allen ausgezeichneten Unternehmen herzlich zu ihren herausragenden Leistungen“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Und Ilinka Kajgana, Risikovorständin Erste Bank Österreich (Partner beim Staatspreis Innovation 2026) ergänzt: „Innovation ist Österreichs wichtigste Zukunftsressource. Sie entsteht dort, wo Wissenschaft, Unternehmertum und ein fruchtbares wirtschaftliches Umfeld zusammenkommen. Um ihre größte Kraft entfalten zu können, müssen technologische Fortschritte dem Menschen dienen und echten gesellschaftlichen Nutzen stiften.“

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