04.07.2016

Wiener Startup Zizoo: Über 1 Mio. Euro für Online-Bootsvermietung

Die Online-Bootsvermietung Zizoo hat eine Finanzierungsrunde in Millionenhöhe abgeschlossen. Namhafte Investoren wie der aws Gründerfonds, der Venture-Arm des Axel Springer Medienhauses und Mairdumont Ventures gehen sprichwörtlich an Bord. Das neue Kapital soll zur geplanten Expansion in die USA genutz werden.
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(c) BlueOrange Studio - Fotolia.com: Urlaub am Boot dank Zizoo.

Der Bootsvermietungsmarkt ist noch wenig digitalisiert. Eine Vorreiterrolle nimmt in diesem Bereich die Online-Plattform Zizoo ein. Mit dem aws Gründerfonds und Mairdumont Ventures als Lead-Investoren erhält das Portal nun neues Wachstumskapital.

Siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen

Segelboote, Motorboote und Yachten können über Zizoo bequem online gebucht werden. Am Montag gab das Wiener Startup den Abschluss einer siebenstelligen Finanzierungsrunde bekannt. 1,7 Millionen sollen es laut Medienberichten sein. Unter anderem sind Russmedia Digital, Axel Springer Digital Ventures und der Axel Springer Plug and Play Accelerator an Bord.

Mit dem neu investierten Kapital soll die Produktweiterentwicklung vorangetrieben, und der Wachstumskurs beschleunigt werden. „Das ist ein wichtiger Schritt hinsichtlich unserer geplanten US-Expansion“, sagt Anna Banicevic, Gründerin und Geschäftsführerin von Zizoo.

Redaktionstipps

Wachsender Markt für online Bootsvermietung

Anreize für ein Investment gab es allemal: Im vergangenen Jahr konnte Zizoo ein Buchungswachstum von 35 Prozent pro Monat erzielen, bis 2020 wird der adressierte Markt auf 46 Milliarden Euro geschätzt. Derzeit können über die Online-Plattform rund 8.000 Bote in über 25 Ländern gemietet werden, bei Bedarf auch mit einem Bootsführer.

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Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again
Das Founder-Team von hello again rund um Franz Tretter (2.v.l.) | (c) hello again

Mehr als 1.000 Unternehmenskunden mit insgesamt rund 18 Millionen App-User:innen – da steht hello again mit seinem Loyalty-App-Angebot aktuell. Zu den Kunden des Scaleups mit Sitz in Leonding neben Linz zählen große Ketten wie Müller, Deichmann, Klipp, L’Osteria oder Vamed Vitality World ebenso wie zahlreiche kleinere Ketten und Betriebe, wie etwa Leberkas-Pepi.

Im Mittelstand sei man im DACH-Raum Marktführer, sagt Gründer und CEO Franz Tretter gegenüber brutkasten. In der Region liegt bislang auch der klare geografische Fokus. „Wir haben zwar Kunden in 25 Ländern, aber keine Verkaufsteams vor Ort“, erklärt Tretter. Dazu gekommen sei es hauptsächlich über Weiterempfehlung, über Kunden die in weiteren Märkten aktiv sind oder etwa im Fall Südtirols über die kulturelle Nähe.

„Mont Blanc“, noch nicht „Mount Everest“

Doch nun stehen weitere Expansionsschritte bevor. „Wir wollen die Nummer 1 in Europa werden“, so Tretter selbstbewusst. Dafür nahm hello again nun eine größere Summe Kapital auf. Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Emeram steigt mit einem nicht konkret bezifferten achtstelligen Betrag ein. Es sei ein „mittlerer“ achtstelliger Betrag, präzisiert Tretter auf brutkasten-Rückfrage. Das Gründer-Team behalte dabei die Mehrheit und bleibe „im Driver-Seat“.

Dabei habe man mehrere konkrete Angebote gehabt und sich letztlich für die Münchner Gesellschaft entschieden: „Es ist der absolute best case“, so der Gründer. „Das ist schon Oberliga. Es fühlt sich an, als hätten wir den Mount Everest bestiegen“, sagt Tretter, um sich gleich selbst auszubessern: „Oder besser den Mont Blanc. Weil fertig sind wir noch lange nicht, es warten noch viele höhere Gipfel.“ Und schließlich sei ihm in den vergangenen Jahren als Unternehmer auch eines immer mehr bewusst geworden: „Der Weg ist das Ziel.“

Spanien oder Polen als nächster Markt

Und dieser Weg soll nun in weitere europäische Fokusmärkte führen. Konkret teste man aktuell bereits die Märkte Polen und Spanien, um die nächsten großen Schritte auszuloten. Tretter betont aber: „Der DACH-Raum bleibt noch unser größter Wachstumsmarkt. Es gibt noch sehr viel Potenzial.“ Schließlich kommen etwa vier der aktuell rund 18 Millionen App-User:innen aus dem Heimatmarkt Österreich. Entsprechend viel ist im mittlerweile wichtigsten Markt Deutschland noch zu holen.

Die geografische Expansion ist aber nicht die einzige aktuelle Entwicklung. So arbeite man etwa seit Kurzem mit netzwerkübergreifenden Prämien. „Es bekommt also zum Beispiel ein Leberkas-Pepi-Kunde einen Benefit bei Sky angeboten. Das ist ein riesiger Reichweiten-Vorteil“, erklärt Tretter.

Ein weiteres Thema, auf das man stark setze, sei Individualisierung durch KI. „Wir können auf Basis anonymisierter Daten zielgenaue personalisierte Angebote verschicken. Die User bekommen Benefits, die genau gerade relevant für sie sind. Das steigert den Umsatz nachweislich um acht Prozent“, sagt der Gründer. Denn diese Personalisierung sei auch eine „absolute Konsumentenerwartung“.

„Wir waren immer bodenständig“

Der Plan steht also. Das Mindset soll dabei das bewährte bleiben. „Wir waren immer bodenständig. Aber die Dampflok rollt und fährt und fährt“, sagt Tretter. Getreu dem zuvor erwähnten Motto – „der Weg ist das Ziel“ – soll es auch weitergehen. „Wird morgen alles einfacher?“, fragt Tretter in den Raum. „Nein, die nächsten Challenges kommen und wir werden gemeinsam weiter wachsen. Nicht nur das Unternehmen sondern auch die Mitarbeiter.“

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