27.03.2026
"BEREITS IM AUSTAUSCH"

Zehetner: Österreich prüft Beteiligung an 15-Mrd.-Euro-Dachfonds des EIF

Der European Investment Fund (EIF) will bis zum Sommer das erste Closing seines zweiten Dachfonds ETCI 2 abschließen. Auch Österreich könnte sich daran beteiligen.
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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher

Nicht weniger als 15 Milliarden Euro soll das Volumen des zweiten Dachfonds des European Investment Fund (EIF), ETCI 2, betragen – brutkasten berichtete. ETCI 1 hatte ab 2023 insgesamt 3,9 Milliarden Euro in 14 europäische VC-Fonds mit je mehr als einer Milliarde Euro Volumen investiert. Die zweite Auflage soll in insgesamt 100 Fonds investieren, auch „mittelgroße“ mit einem Volumen ab 300 Millionen Euro.

Geld für EIF-Dachfonds u.a. von „möglichst vielen“ EU-Staaten

Schon diesen Sommer soll das erste Closing mit ETCI 2 erfolgen – eine konkrete dafür angestrebte Summe wurde nicht genannt. Neben 1,25 Milliarden Euro, die der EIF selbst einzahlt, soll das Geld von institutionellen Investoren sowie von „möglichst vielen“ EU-Staaten kommen. Beim ersten Fonds waren Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und die Niederlande an Bord gewesen.

Zehetner: „Prüfen wir, sobald alle Details auf dem Tisch liegen“

Ob Österreich sich diesmal beteiligen wird, ist noch offen, wie eine brutkasten-Anfrage im Büro von Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner ergibt. „Wir schauen uns die Initiative des EIF sehr genau an, das ist definitiv ein spannender und wichtiger Ansatz für mehr Wachstumskapital in Europa. Ob und wie sich Österreich beteiligt, prüfen wir, sobald alle Details auf dem Tisch liegen. Dazu sind wir auch bereits im Austausch auf europäischer Ebene“, so Zehetner gegenüber brutkasten.

Arbeit an österreichischem Dachfonds „mit Hochdruck“

Daneben betont die Staatssekretärin in ihrem Statement auch die Bemühungen, den als „Scale-up Fonds“ titulierten österreichischen Dachfonds auf Schiene zu bringen. Man arbeite „mit Hochdruck“ daran, versichert Zehetner: „Die aws wurde bereits mit den nächsten Umsetzungsschritten betraut.“

Im Jänner hatte die Regierung in ihrer Industriestrategie einen relativ konkreten Zeitplan kommuniziert. Demnach soll der Dachfonds „mit Anfang 2027 operativ tätig“ sein. Im Februar hatte Zehetner dann die Ansiedlung in der aws (Austria Wirtschaftsservice) bekanntgegeben und die nächsten Schritte kommuniziert. Konkret sind das die Gründung einer Umsetzungsgesellschaft und die Ausschreibung eines professionellen Fondsmanagements durch die aws sowie die Ausarbeitung der genauen Investitionsstrategie.

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Das C-Level von Minimist: Robert Andrei Damian (CTO), Anna Greil (COO) und Stephan Hofmann (CEO). | © Minimist

Nach der Finanzierungsrunde in Höhe von rund einer Million Euro im März treibt das Wiener Kreislaufwirtschafts-Startup Minimist seine internationale Expansion voran. Nach dem Markteintritt in Großbritannien kooperiert das Unternehmen nun mit Salvos Stores, dem Einzelhandelszweig der Heilsarmee in Australien.

Salvos: 400 Filialen in Australien und Teil der Heilsarmee

Salvos Stores betreibt landesweit rund 400 Filialen und verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich mehr als 50 Millionen Sachspenden. Als Einzelhandelszweig ist Salvos organisatorisch Teil der Heilsarmee, einer international tätigen evangelischen Freikirche mit sozialem Hilfswerk, die weltweit in Territorien und Divisionen gegliedert ist. Die Erlöse aus dem Verkauf gebrauchter Ware fließen laut Unternehmen in soziale Projekte der Organisation.

Minimists Software soll die Erfassung, die automatisierte Preisfindung und den Multi-Channel-Verkauf von Sachspenden digitalisieren. Salvos verspricht sich dadurch weniger administrativen Aufwand und kürzere Durchlaufzeiten in den Filialen. Ein Pilotprojekt sei laut Minimist erfolgreich abgeschlossen worden.

Minimist COO Anna Greil (links) vor einem der 400 Salvos Stores in Australien © Minimist

WU Ignite Ventures und Seebacher mit je 50.000 Euro

Laut Pressemitteilung investieren mit WU Ignite Ventures und dem Angel-Investor Johannes Seebacher zwei neue Geldgeber:innen in Minimist. Wie Anna Greil im Gespräch mit brutkasten präzisiert, beteiligen sich beide mit jeweils 50.000 Euro.

Insgesamt seien nach der 1-Million-Runde vom März diesen Jahres im Mai nochmals zwischen 150.000 und 200.000 Euro an zusätzlichem Kapital in das Startup geflossen; die übrigen Investor:innen dieser Nachfinanzierung wollten laut Greil nicht genannt werden.

WU-Ignite-Ventures-Co-Geschäftsführer Rudolf Dömötör begründet sein Investment in Minimist: „Re-Commerce wird oft als Nische betrachtet. Stephan, Anna und Robert beweisen mit Minimist das Gegenteil: Sie bauen die Infrastruktur für einen der wirksamsten Hebel der Kreislaufwirtschaft, und zwar in globalem Maßstab.Dass ein Wiener Team mit Salvos Stores einen der größten Charity-Retailer Australiens gewinnt, zeigt, wie ernst dieser Anspruch gemeint ist.“

Von Wien in die Welt

Minimist wurde von Stephan Hofmann und Robert Andrei Damian gegründet. 2025 stieß Anna Greil als Late-Co-Founder und COO dazu. Das Startup sicherte sich bereits mehrere Finanzierungsrunden, unter anderem von Eversports-Gründer Hanno Lippitsch. Die Produktentwicklung bleibt laut Unternehmen in Wien verankert.

CEO Stephan Hofmann sagt zur Expansion: „Wir sind im Kern ein Software-Startup und ein globales Team. Die Welt ist unser Spielfeld, und der Erfolg in Australien zeigt, dass wir durch diesen internationalen Ansatz massiv an Geschwindigkeit gewinnen. Die Skalierbarkeit unserer Technologie kennt keine Grenzen.“

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