19.11.2015

Zano: Europas erfolgreichstes Crowdfunding-Projekt gescheitert

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Aus für Europas erfolgreichstes Crowdfunding-Projekt. (c) www.shutterbug.com

Die Mini-Drohne Zano hat mittels einer Crowdfunding-Kampagne 2,3 Millionen Pfund eingespielt. Das macht sie zum bisher erfolgreichsten europäischen Kickstarter-Projekt. Trotzdem sehen die Entwickler jetzt ein, gescheitert zu sein.

Die Zano-Entwickler haben bis vor kurzem die Hoffnung nicht aufgegeben. Alle Optionen wurden geprüft und professionelle Unterstützung wurde zu Rate gezogen. Nach Problemen, die Drohnen auszuliefern, melden die Betreiber des walisischen Startups endgültig Insolvenz an. Alle, die Geld in das Kickstarter-Projekt investiert hätten, würden in den nächsten Tagen von einem Insolvenzverwalter kontaktiert, heißt es beim Unternehmen.

Die Mini-Drohne hätte sich bequem per Smartphone steuern lassen, HD-Videos aus der Luft machen und natürlich noch coolere Selfies aufnehmen sollen. Zu Jahresbeginn hatte sie in knapp zwei Monaten 2,3 Millionen Pfund eingesammelt. Bis jetzt, elf Monate später, hat die hinter dem Projekt stehende Torquing Group allerdings nur 600 der bestellten 15.000 Zano-Drohnen verschickt.

+++Mehr zum Thema Crowdfunding: Die kuriosesten Kickstarter Projekte+++

Rücktritt des Projekt-Chefs

Der CEO des Startups Ivan Reedman ist vor einer Woche überraschend zurückgetreten. Er begründete dies mit gesundheitlichen Problemen und unüberbrückbaren Differenzen. Schon zu diesem Zeitpunkt war über ein baldiges Scheitern des Zano-Projekts diskutiert worden.

All jene, die eine Zano-Drohne betstellt, aber noch nicht bekommen haben, können im besten Fall damit rechnen, einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen. Kickstarter sieht bei dem Scheitern eines Projekts den Ersteller in der alleinigen Verantwortung. Den enttäuschten Kickstarter-Unterstützern stünden aber rechtliche Wege offen.

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iDWELL-Gründer und CEO Alexander Roth mit COO Anna-Katharina Matzenberger | Foto: iDWELL

Das 2017 gegründete Wiener PropTech iDWELL hat sich frisches Kapital gesichert: Der US-Kapitalgeber Riverside Acceleration Capital (RAC) stellt dem Unternehmen einen siebenstelligen Euro-Betrag zur Verfügung. Anders als bei der Finanzierungsrunde im November 2024 handelt es sich diesmal aber um kein Investment im klassischen Sinn.

„Es handelt sich um eine nicht verwässernde Wachstumsfinanzierung. Die Eigentümerstruktur von iDWELL wird dadurch nicht verändert“, bestätigt Gründer und CEO Alexander Roth auf Anfrage von brutkasten. Zu Laufzeit, exakter Höhe und Rückzahlungsmodell will sich das Unternehmen nicht äußern: Mit RAC sei Stillschweigen vereinbart worden.

RAC verfolgt nach eigener Darstellung zwei Strategien: Minderheitsbeteiligungen über RAC Growth Equity und nicht verwässernde Wachstumsdarlehen über RAC Growth Lending. Nach eigenen Angaben hat der Kapitalgeber seit seiner Gründung 2016 mehr als 100 B2B-Softwareunternehmen unterstützt. RAC ist Teil von The Riverside Company.

Bestandsinvestoren: Unterstützung ja, Beteiligung offen

Im November 2024 hatte iDWELL rund zehn Millionen Euro in einer klassischen Runde aufgenommen (brutkasten berichtete). Lead-Investor war die Amsterdamer Investmentgesellschaft Knight Capital, auch die bestehenden Investoren Flashpoint Venture aus London und Wecken & Cie aus Basel beteiligten sich.

Warum diesmal Fremd- statt Eigenkapital, beantwortet Roth allgemein: „In der aktuellen Unternehmensphase war eine nicht verwässernde Finanzierung die passende Lösung.“ Seit der letzten Runde habe man den Umsatz „signifikant“ gesteigert. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die langjährigen Bestandsinvestoren würden den eingeschlagenen Wachstumskurs „weiterhin voll“ unterstützen. Ob sie sich an der aktuellen Finanzierung beteiligt haben, lässt die Antwort offen.

Auch auf die Frage, wie stark der wiederkehrende Jahresumsatz (ARR) zuletzt gewachsen ist und ob iDWELL heute cash-flow-positiv arbeitet, gibt es keine Zahlen. Man verfüge über eine „solide langfristige Basis“, heißt es dazu.

Kapital fließt in KI-Produkte

Das Geld soll in den Ausbau der KI-gestützten Produktwelt fließen. Ein Schwerpunkt liegt auf „iDWELL Finance“, einer Lösung für automatisiertes Rechnungsmanagement. Sie stammt vom Wiener Startup domonda, an dessen Finanzsoftware sich iDWELL im Dezember 2025 die exklusiven Rechte für die Immobilienbranche gesichert hatte (brutkasten berichtete). Domonda hatte im Juni 2023 Insolvenz angemeldet und wurde zwei Monate später saniert. Nach Angaben von iDWELL setzten Ende 2025 rund 100 Immobilienunternehmen die Lösung ein.

Zweiter Baustein ist die hauseigene KI „Greta-AI“, die Verwaltungs-, Dokumentations- und Rechnungsprozesse automatisieren soll. Christian Stein, Senior Partner bei RAC, verweist auf die Positionierung im deutschsprachigen Raum und das Ökosystem an ERP-Integrationen, mit dem iDWELL die Digitalisierung der professionellen Immobilienverwaltung vorantreiben könne.

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