Iraklis Kordomatis, Mathias Linkerhand und Florian Dall kommen aus dem Consulting-Bereich und haben im Mai des heutigen Jahres ihre Jobs verlassen, um sich ihrem Startup Vollzeit zu widmen. YourStyle nutzt Künstliche Intelligenz, um aus Posts heraus die jeweiligen Produkte zu finden und zu verlinken. Ihr Outfit-Crawler greift dabei auf über eineinhalb Millionen Artikeln aus Partnershops zu und schlägt Usern lokale Shops vor, in denen man das gewünschte Kleidungsstück erhält.
YourStyle als Einnahmequelle für „Content Creators“
Neben den Kooperationspartnern haben die Gründer auch Influencer-Plattformen in ihre Argusaugen gefasst. „Aktuell haben wir nur Instagram integriert, wollen aber bald noch weitere wie etwa TikTok anschließen. Alternativ können Influencer auch ein eigenes YourStyle-Konto erstellen“, erklärt Dall. „Wir schließen ständig neue Partnershops an, um unser Produktuniversum zu vergrößern.“
Abseits des Tracking-Services für User bietet das Startup auch Fashion-Bloggern eine zusätzliche Einnahmequelle. Jedes Mal, wenn aus einem Post heraus etwas gekauft wird, bekommt der Ersteller eine Provision, so das Modell: „Damit werden auch ‚Content Creators‘ fair und transparent entlohnt, brauchen keine Mindestgröße und auch keine eigenen Werbeverträge“, führt Dall aus.
Nächster Schritt: USA
Die Idee für ihr „gebootstrapptes“ Startup haben die drei Gründer schon längere Zeit in sich getragen, verfügen aber jetzt über die nötige KI für ihr Vorhaben. Die mittlerweile auch derart ausgereift sei, dass man bereits den nächsten Schritt andenken könne. Dall dazu: „Aktuell rekrutieren wir Influencer im DACH-Raum und sondieren auch in Spanien und Großbritannien. Ab Jänner möchten wir in den USA starten. Und befinden uns dafür auf Investorensuche.“
Baristakaffee auf Knopfdruck: Wie zwei Industriedesigner aus Österreich die Kaffeewelt aufmischen wollen
Kaffee-Rezepte aus der Cloud, abgestimmt auf jede Bohne: Das Tiroler Startup datum.coffee baut ein offenes System aus Espressomaschine, Mühle und Plattform, das Röstereien, Community und Kaffeeliebhaber:innen verbindet. Wir haben die Gründer in Kitzbühel am Business Angel Summit getroffen.
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Das Gründerteam von datum.coffee: Christoph Konheisner (links) und Nikolaus Potapow (rechts). Foto: datum.coffee
Es gibt Dinge, die im Jahr 2026 einfach zusammengehören: das Rennrad und der Espresso danach. Beide sind vom Nischenhobby zum Lifestyle-Statement aufgestiegen, beide haben ihre eigene Fachsprache und Preisklassen nach oben offen. Doch während das Rennrad losfährt, sobald man aufsteigt, ist guter Kaffee zu Hause bisher eine Wissenschaft für sich. Specialty Coffee boomt, aber in der eigenen Küche bleibt oft nur die Wahl zwischen komplexen Siebträgermaschinen mit unzähligen Einstellungen und Vollautomaten, die geschmacklich enttäuschen. Genau hier setzt das Innsbrucker Startup datum.coffee an.
„Wir machen Kaffee in Siebträgerqualität, aber ohne, dass du 1.000 Einstellungen machen musst, jedes Mal, wenn du die Kaffeebohne wechselst“, bringt es Mitgründer Nikolaus Potapow auf den Punkt. Gemeinsam mit Christoph Konheisner hat er 2025 datum.coffee gegründet. Kennengelernt haben sich die beiden Industriedesigner vor rund zehn Jahren an einer HTL. Seither kamen sie vom Thema nicht mehr los. Nach Jahren bei Haushaltsgeräte- und Kaffeemaschinenherstellern beschlossen sie vor zweieinhalb Jahren, die Sache grundlegend neu anzugehen.
Foto statt Fummelei
Kern des Konzepts ist ein offenes Kaffee-Ökosystem aus Espressomaschine, Mühle und digitaler Rezeptplattform. Nutzer:innen fotografieren die Verpackung ihrer Kaffeebohnen, den Rest erledigt das System. Die passenden Parameter (Mahlgrad, Brühdruck, Temperatur, Kaffeemenge, Flow) sind als Rezept auf der Plattform hinterlegt und werden per Bluetooth auf die Geräte gespielt. So sitzt laut den Gründern schon der erste Espresso. Mühle und Maschine kommunizieren dabei miteinander und optimieren die Extraktion in Echtzeit.
(c) datum.coffee
Die Rezepte stammen einerseits von Partner-Röstereien, andererseits aus der Community. Siebträgerqualität heißt für das Team: gleicher Siebdurchmesser, gleicher Druck, gleiche Temperatur wie bei klassischen Maschinen. Über offene Schnittstellen sollen sich künftig auch andere Hersteller einklinken. So positioniert sich datum.coffee als universelle Schnittstelle zwischen Röstereien, Kaffeeliebhaber:innen und ihren Maschinen.
Mit High-End-Boliden wie einer La Marzocco will man bewusst nicht konkurrieren. Die Zielgruppe sind vielmehr jene, die sich bisher nicht an eine Siebträgermaschine herangetraut haben, ohne die Nerds auszuschließen: Wer will, kann dank verbauter Sensoren jeden Parameter selbst justieren.
Aufgeteilt haben sich die beiden Gründer entlang ihrer Stärken: Konheisner verantwortet die technische Entwicklung, Potapow Marketing und Kommunikation. „Design entsteht viel im gemeinsamen Austausch“, betont Konheisner. Vom Standort Innsbruck zeigt er sich überzeugt. Das Ökosystem sei „klein und fein“, man kenne rasch jede:n im Netzwerk. Aktuell laufen Community-Aufbau und Social-Media-Kampagnen parallel zur Produktentwicklung.
Prototypen, Patente und ein YouTube-Ritterschlag
Datum.coffee steckt noch in der Entwicklung, ist aber weiter als viele Hardware-Startups: Aktuell läuft die dritte, voll funktionsfähige Prototypen-Generation, bereits mit Röstereien und Kund:innen erprobt. Vier Patentanmeldungen sowie Marken- und Design-IP von den USA bis Singapur sichern die Idee ab. Partner-Röstereien in Österreich und Deutschland sind an Bord, Förderungen von über 200.000 Euro (aus dem Boost.Up!-Programm von Startup Tirol sowie einer größeren Landesförderung gemeinsam mit der Universität Innsbruck und Maschinenbau Grissemann Kufstein) fließen in die serienreife Entwicklung.
Auch Fachpublikum wurde bereits aufmerksam: Der Basler Kaffee-YouTube-Kanal „Kaffeemacher“, einer der reichweitenstärksten im deutschsprachigen Raum, kürte datum.coffee nach Angaben des Startups zum „Highlight der World of Coffee Brüssel 2026“. Zudem planen die Gründer für Ende 2026 eine Kickstarter-Kampagne. Preislich zielt das Bundle aus Maschine und Mühle im Vorverkauf auf 1.000 bis 1.500 Euro, also dort, wo Einsteiger-Siebträger und Mittelklasse-Vollautomaten liegen. Woher der Name? „Es ist Zeit für Veränderung in der Kaffeewelt“, sagt Potapow.
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