17.03.2020

Yoga Junkies: 2 Minuten 2 Millionen-Deal geplatzt – „25,1 Prozent noch sehr viel“

Bei der TV-Startup-Show "2 Minuten 2 Millionen" konnte Yoga Junkies alle fünf Investoren und REWE-Trendmanager Markus Kuntke für sich gewinnen. Nach der Show kam es allerdings zu keinem Deal. Gründerin Hannah Wisniewski erklärt warum.
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Hannah und Tyler Wisniewski erweitern bei Yoga Junkies auch ohne Investoren-Kapital ihr Produkt-Sortiment.
(c) Yoga Junkies - Hannah und Tyler Wisniewski erweitern bei Yoga Junkies auch ohne Investoren-Kapital ihr Produkt-Sortiment.

Fünfmal 15.000 Euro von allen „2 Minuten 2 Millionen“-Investoren, dazu noch ein Trendmanager von REWE, der interessiert daran ist, beim ihrem Startup Yoga Junkies mitzumachen. Besser hätte der Auftritt von Hannah Wisniewski und Ehemann Tyler im TV nicht laufen können. Nach Drehschluss und während der Verhandlungen mit Lead-Investorin Katharina Schneider kristallisierte sich aber heraus, dass es zu keinem Einstieg der Fernseh-Financiers kommen wird.

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Spezial-Edition bei BIPA

„Die Zusage von allen sechs Investoren war wirklich ein großartiger Moment, für den wir bis heute endlos dankbar sind. Für BIPA durften wir eine Yoga Junkies Box namens „BIPA Special Edition“ machen“, sagt Wisniewski: „Nach einigen Gesprächen mit Katharina Schneider haben wir uns dazu entschieden, den Deal aufzuschieben und erstmal weiter auf eigene Faust zu wachsen. Wir konnten weiteres eigenes Eigenkapital auftreiben, um unsere Ziele zu verfolgen“.

Zu hohe abgegebene Anteile in früher Phase

Dem Unternehmen ging es nie um den finanziellen Aspekt, sondern um den Rat und die Expertise der Investoren. „Katharina bot uns auch ohne Investment ihre Unterstützung an. Nachdem 25,1 Prozent abgegebene Anteile in so einer frühen Phase sehr viel ist, entschieden wir uns auf vorerst, von dem Investment abzusehen“, erklärt die Gründerin.

Neue Produkte im Yoga Junkies-Sortiment

Mit dem Geld, das die beiden Gründer inzwischen aufgetrieben haben, wurde das Produktsortiment erweitert. Neben der Surprise-Box, die man monatlich über einen Online-Shop bestellen kann und die Lifesytle-Produkte aus Yoga-Lebenswelten beinhaltet, befinden sich nun neu im Sortiment normale Yogamatten, Reise-Yogamatten und Schmuck mit eigenem Matten-Icon. Ein Teil des Geldes wird zudem für das Yoga Junkies Festival am 26. und 27. September 2020 genutzt werden. Der Rest fürs Marketing und Wachstum.

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(c) Wolfgang Hirt – 25,1 Prozent Anteilsabgabe waren dem Yoga-Startup schlussendlich doch zu viel.

Yoga Junkies steht für „Achtsamkeit, Self-Care und Gesundheit“

„Unsere Box ist vor allem eine Lifestyle Box, die sich um Themen wie Gesundheit, Achtsamkeit, Self-Care und Happiness dreht. Von Schmuck, veganer Beauty, Aromatherapie, Yoga Accessoires, veganen Snacks bis hin zu allem rund ums Wohlbefinden achten wir darauf, dass für jeden was dabei ist. Natürlich erhält jede Box auch ein ‚Yoga Junkies Magazin‘ mit detaillierten Produktbeschreibungen, leckeren Rezepten, tollen Tipps und interessanten Interviews“, erklärt die Gründerin die möglichen Inhalte der Überraschungsbox.

Vom Projektmanagement zum Yoga

Wisniewski, die eine Yogalehrerausbildung in Indien absolvierte und ihr Partner, Gatte und Ex-US-Air Force Pilot Tyler fanden in Ibiza zusammen. Nach einer dreijährigen Fernbeziehung verlegte der ehemalige Soldat seinen Lebensmittelpunkt nach Wien zum Studieren, wie die Founderin sagt: „Schon damals drehten sich alle Uni-Projekte rund um Abo-Boxen, da er das Geschäftsmodell so genial fand. Auch ich entschied mich, meinem Herz zu folgen, indem ich meinen Job als Projektmanagerin kündigte und die Yoga-Ausbildung begann“.

Community-Aufbau und Pflege

Das Unternehmer-Paar plant in nächster Zeit ihre Social-Media-Kanäle dazu zu nutzen, die eigene Community stärker miteinander zu vernetzen. Die Mittel dazu: Kostenlose Yoga-Klassen und Tutorials.

Yoga Junkies-Festival im Herbst

„Diese gleichgesinnten Herzen möchten wir auch im echten Leben zusammenbringen, weshalb wir das Yoga Junkies Festival auf die Beine stellen. Das Festival ist für jeden, der coole Trends, veganes Food, Newcomer Labels, Healthy Living und natürlich Yoga liebt. Es wird Yogaklassen, Workshops, einen Yoga Lifestyle Markt und sogar eine Afterparty geben“, freut sich Wisniewski bereits auf den Herbst.

Auch andere Investoren-Angebote

In der Zwischenezeit gab auch andere Investoren-Angebote für Yoga Junkies. Diese wurden aber vorerst abgelehnt: Wisniewski dazu: „Mir ist es wichtig, dass wir unser Wort gegenüber den ‚2 Minuten 2 Millionen‘-Investoren halten. Also wenn wir jemandem ins Boot holen, dann sie“.


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Mit ihrer Reverse-Mentoring-Agentur forciert Ines Hanusch Zukunftssicherheit in Wirtschaft und Politik. © brutkasten

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Wir leben in einer paradoxen Arbeitswelt: Führungskräfte werden für ihr über Jahrzehnte angesammeltes Wissen bezahlt doch exakt dieses Erfahrungswissen kann angesichts rasanter technologischer und kultureller Umbrüche zum blinden Fleck werden. Genau hier setzt eine Methodik an, die traditionelle Rollenbilder auf den Kopf stellt: Reverse Mentoring.

Ines Hanusch, Gründerin der Reverse-Mentoring-Agentur bond & grow, begleitet Unternehmen und Politik bei diesem Paradigmenwechsel. Für sie ist der Kerngedanke simpel, aber radikal: „Beim klassischen Mentoring lernt die Jüngere von der Erfahreneren. Beim Reverse Mentoring ist es umgekehrt: Die Führungskraft sitzt in der Lernenden-Position gezielt, strukturiert und vor allem nicht nebenbei.“

Kein Kaffeetratsch und keine Therapie

Doch was genau ist Reverse Mentoring in der Praxis? Hanusch wird nicht müde zu betonen, was es nicht ist: Es sei kein lockeres Kaffeegespräch, kein Coaching mit einer einzigen Zielvorgabe und schon gar keine Therapie. Auch der oft gehörte Einwand, man könne sich doch einfach mit den eigenen Kindern austauschen, greift für die Expertin ins Leere: „Mit den eigenen Kindern teile ich eine Sozialisation, ein Machtgefälle, ob ich will oder nicht.

Das Kind wird mir vieles nicht sagen, und ich werde vieles nicht hören wollen.“ Wahre Wirkung entstehe erst durch psychologische Sicherheit ohne persönliche Verstrickung eine Atmosphäre, in der ein junger Mensch kein Interesse daran hat, zu gefallen, sondern ehrlich zu sein.

Der Blick von innen: Reibung als Chance

In klassischen Organisationen verhindert die Hierarchie oft genau jenen Raum der psychologischen Sicherheit, in dem ungefiltert und ohne Angst vor Konsequenzen gesprochen werden kann. Ines Hanusch beschreibt das systematische Dilemma eindrücklich: Je weiter Führungskräfte auf der Karriereleiter nach oben klettern, desto mehr manifestiert sich die Angst vor Inkompetenz und Statusverlust. „Wenn Top-Entscheider:innen plötzlich von jemandem lernen, der dreißig Jahre jünger ist, entsteht unweigerlich intensive Emotion, Irritation und Reibung“ – doch exakt in diesen Momenten verankert sich laut Hanusch der größte Lerneffekt.

Wie sich dieser Rollentausch in der Realität anfühlt, schildert eine 21-jährige Mentorin, die im Rahmen von bond & grow Top-Entscheider:innen begleitet. Kristin Barnowsky sieht in ihrer Aufgabe eine enorme Verantwortung: Für sie bedeutet Reverse Mentoring, erfahrenen Führungskräften neue Perspektiven mit auf den Weg zu geben und dabei auch hin und wieder Reibung zu erzeugen“. Nervosität vor dem ersten Aufeinandertreffen ist keine Seltenheit, wie sie verrät. Ihr persönlicher mentaler Trick für das erste Meeting? „Ich stelle mir einfach vor, dass die Person mich bereits mag und ich sie auch. Dadurch gehe ich wesentlich natürlicher, authentischer und positiver in das Gespräch.“

Die größte Herausforderung im laufenden Prozess ist für sie das Gespür dafür, wie tief man in die Glaubenssätze des Mentees eindringen darf. Wenn auf Mentee-Seite Widerstand entsteht, stecke dahinter oft eine unbewusste Angst; etwa das Gefühl, nicht gehört oder gesehen zu werden. Es erfordere Empathie und präzises Timing, unangenehme Themen anzusprechen, ohne die Führungskraft emotional zu überfordern, erklärt die 21-Jährige.

Für wen das Konzept geeignet ist – und wann es scheitert

Die Zahlen sprechen für sich, doch Reverse Mentoring ist kein Selbstläufer. Laut Hanusch eignet es sich primär für Führungskräfte, die Nichtwissen als Startpunkt und nicht als Schwäche betrachten. In hierarchisch geprägten Unternehmen erfordere das immense Größe. „Statusverlust berührt das Selbstbild direkt, und das ist unbequem“, analysiert Hanusch. Viele Führungskräfte fürchten den Moment, in dem sie erkennen müssen, dass jemand, der viele Jahre jünger ist, über entscheidendes Know-how verfügt – sei es über moderne Arbeitskulturen, neue Konsumgewohnheiten oder schlicht den Umgang mit Unsicherheit in Krisenzeiten.

Wann also scheitert Reverse Mentoring? Die Expertin zieht eine klare Grenze: „Ich rate ab, wenn Unternehmen Reverse Mentoring als Imagemaßnahme einsetzen wollen, ohne wirkliche Bereitschaft, etwas zu verändern.“ Ohne intrinsische Motivation beider Seiten, einen geschützten Rahmen und professionelles Matching wird das Format zur reinen Simulation.

Innovation durch unbefangenes Denken

Wenn die Rahmenbedingungen jedoch stimmen, entpuppt sich Reverse Mentoring als machtvoller Innovationsmotor. In vielen Branchen sind junge Menschen näher an der Zielgruppe oder stellen diese gar selbst dar. Sie spüren kulturelle Trends früher und besitzen den Mut, Unbequemes auszusprechen. Kristin Barnowsky erlebt das regelmäßig in ihren Mentoring-Sessions, etwa wenn es um künstliche Intelligenz, Automatisierung von Workflows oder den Einsatz von Social Media geht. Doch der tiefere Wert liegt oft jenseits der Technologie: Es geht um das Hinterfragen erstarrter Prozesse. „Oft sehen die Dinge, die uns Sorgen machen, nur für uns so aus; aus einer anderen Perspektive sind sie plötzlich Chancen für innovative Veränderungen“, resümiert die Mentorin.

Letztlich profitiert nicht nur die Führungskraft auch die jungen Mentor:innen wachsen, bauen sich ein Netzwerk auf und erleben direkte Selbstwirksamkeit. Die wichtigste Frage für Ines Hanusch: „Was, wenn du von denen lernst, die bisher nicht gefragt wurden? Es tut manchmal weh, sich spiegeln zu lassen. Aber nur so entsteht Fortschritt.“ In einer Wirtschaft, die händeringend nach Fachkräften und neuen Wegen sucht, könnte die Bereitschaft, vom Nachwuchs zu lernen, bald über die Existenz von Unternehmen entscheiden. Oder wie Ines Hanusch sagt: „Wer heute keine Kultur des gegenseitigen Lernens etabliert, verliert morgen den Anschluss bei existenziellen Themen wie Mitarbeiterbindung und Innovation.“

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AI Summaries

Yoga Junkies: 2 Minuten 2 Millionen-Deal geplatzt – „25,1 Prozent noch sehr viel“

  • Fünfmal 15.000 Euro von allen „2 Minuten 2 Millionen“-Investoren, dazu noch ein interessierter Trendmanager von REWE beim Startup mitzumachen.
  • Nach Drehschluss und während der Verhandlungen mit Lead-Investorin Katharina Schneider kristallisierte sich heraus, dass es zu keinem Einstieg der Fernseh-Financiers kommen wird.
  • Für BIPA durften wir eine Yoga Junkies Box namens „BIPA Special Edition“ machen“, sagt Wisniewski: „Nach einigen Gesprächen mit Katharina Schneider haben wir uns dazu entschieden, den Deal aufzuschieben und erstmal weiter auf eigene Faust zu wachsen.
  • Gründer greifen auf Eigenkapital zurück.
  • Ein Teil des Geldes wird zudem für das Yoga Junkies Festival am 26. und 27. September 2020 genutzt werden.

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  • Für BIPA durften wir eine Yoga Junkies Box namens „BIPA Special Edition“ machen“, sagt Wisniewski: „Nach einigen Gesprächen mit Katharina Schneider haben wir uns dazu entschieden, den Deal aufzuschieben und erstmal weiter auf eigene Faust zu wachsen.
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