26.07.2016

Yahoo: Ein Pionier, der einst das Internet „geordnet“ hat

Schauplatz 90er-Jahre. Das Internet war neu, unübersichtlich und auch ein bisschen furchteinflößend. Welche Informationen man wo und vor allem wie findet, wussten die wenigsten. Doch dann kam Yahoo. Ein "Web-Portal", das das Internet geordnet hat.
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Als das Internet noch unübersichtlich war, kam Yahoo um es zu ordnen.

Man stelle sich vor, ein Team von Entrepreneuren möchte die Flut von Informationen im Internet bündeln und einen strukturierten Überblick darüber geben. Weiters stelle man sich vor, diese Gruppe Jungunternehmer möchte diese Idee an Venture Capitalists verkaufen. Heutzutage würde diese Idee wohl nicht einmal ein müdes Lächeln ernten. Anders in den Anfängen des Internets. Denn genau das passierte bei Yahoo. Und es passierte mit Erfolg.

Verizon kauft Yahoo

Am Sonntag gab der US-amerikanische Telekommunikationskonzern Verizon bekannt, dass der Deal nun besiegelt sei. 4,8 Milliarden US-Dollar (4,4 Mrd. Euro) waren die Käufer bereit, für das Yahoo-Kerngeschäft zu bezahlen. Kein Schnäppchen, aber dennoch ein gutes Geschäft für Verizon, denn die meisten Analysten schätzten den Wert des Internetriesen auf 6-8 Milliarden US-Dollar.

„It’s just not easy to say what Yahoo is“

Säule des Internets in den 90-ern

In den 90er-Jahren stellte Yahoo so etwas wie die Säule des Internets dar. Sozusagen der Fels in der (Datenflut)-Brandung. Beschrieben wurde die Seite jedoch als „web portal“. Ein „web portal“, das Millionen von Menschen den Einstieg in die Welt des „World Wide Web“ erleichterte. Internetverbindungen waren zu dieser Zeit langsam und unzuverlässig. Es gab keine Smartphones und wer erinnert sich nicht an das das „liebliche“ Einwähl-Geräusch eines 56k-Modems. Doch zu dieser Zeit stellte Yahoo eine spannende Innovation dar.

Ordnung in den Daten-Dschungel

Yahoo hat das Internet in den 90er-Jahren „geordnet“. (c) Screenshot Yahoo

Selbst am Anfang war das Internet schnelllebig und entwickelte sich ständig weiter. Yahoo brachte Ordnung in diesen Daten-Dschungel und fing an das Internet zu kategorisieren. Die Suchmaschinen-Technologie steckte noch in den Kinderschuhen. Genau darin lag wohl der Erfolg von Yahoo. Die Website half Menschen Informationen jene Informationen zu finden, die sie suchten. Und noch viele mehr.

„Eigene Version des Internets“

Yahoo ermöglichte es den Usern mittels My Yahoo eine eigene Version des Webs zu gestalten. Eine personalisierte Seite war schnell und einfach aufgebaut. Email, Wetter, Aktienkurse, Sportergebnisse und ein Nachrichtenticker – alles auf einen Blick. Mit einer einzigen Website behielt man den Überblick über alle relevanten Ereignisse des Tages.

Konkurrenz hat Yahoo abgehängt

Google, Facebook, Twitter und andere Internetseiten haben Yahoo über die Jahre allerdings abgehängt. Unter anderem mit besseren Kommunikationskanälen und effektiveren Mitteln, um an Informationen zu gelangen. Yahoos Untergang wäre vermutlich vermeidbar gewesen, wenn die Firma eine zumindest gleichwertige Suchmaschine wie Google angeboten hätte oder eine ansprechendere Social-Network-Site. Nichtsdestotrotz hat Yahoo als Internetpionier den Grundstein für viele andere erfolgreiche Firmen gelegt.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Er ist seit vielen Jahren einer der obersten Punkte auf der politischen Wunschliste der heimischen Startup-Szene: der Beteiligungsfreibetrag. Das Prinzip ist schnell erklärt: Man kann mit ihm Startup-Investments bis zu einem gewissen jährlichen Betrag von der Steuer absetzen. Das soll einen starken Anreiz schaffen, Risikokapital anderen Veranlagungsformen vorzuziehen und somit mehr privates Kapital für Startups mobilisieren.

Die genaue Ausgestaltung wäre bei einer möglichen Umsetzung Gegenstand politischer Verhandlungen. Die Forderungen aus dem Ökosystem gehen bis zu einem Betrag von 500.000 Euro pro Jahr, wie etwa in der „Vision 2030“ von invest.austria, AustrianStartups, Junge Wirtschaft und StartupNOW aus dem Jahr 2024. Großes internationales Vorbild ist das Vereinigte Königreich, das unter anderem dank eines solchen Modells konstant die mit Abstand höchsten Startup-Investment-Volumina Europas vorweist.

Bei der SPÖ nicht durchzubringen

Doch im Gegensatz zur anderen großen Forderung des heimischen Startup-Ökosystems, dem Dachfonds, der mittlerweile im Entstehen ist, schaffte es der Beteiligungsfreibetrag 2025 nicht ins schwarz-rot-pinke Regierungsprogramm. Hinter vorgehaltener Hand wird der Grund dafür in ÖVP-Kreisen klar benannt: Der Vorschlag sei beim Koalitionspartner SPÖ nicht durchzubringen. Im Frühling 2024, also noch in der Opposition, äußerte sich SPÖ-Chef Andreas Babler, konkret auf das Thema angesprochen, gegenüber brutkasten knapp, aber deutlich: „Steuerbegünstigungen für private Investoren, die in der Regel zu den Top 1 Prozent der Einkommens- und Vermögensverteilung zählen, sind keine Priorität der SPÖ.“

Für Zehetner „nächster logischer Schritt“

On the record ging man dem Thema in der ÖVP seit der Regierungsbildung 2025 dagegen mit Verweis auf die Koalitionsvereinbarung lieber aus dem Weg. Bis jetzt. Denn Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner forderte den Beteiligungsfreibetrag nun via LinkedIn-Posting offen ein. Nach dem Dachfonds wäre dieser, „der nächste logische Schritt“, schreibt sie und führt eine EcoAustria-Studie und internationale Vorbilder ins Treffen.

Unverhoffte Schützenhilfe in der Diskussion

Doch woher kommt der plötzliche Mut zur offenen Forderung entgegen dem koalitionären Konsens? Zehetner bekam Anfang dieser Woche eine Steilvorlage aus Deutschland, über die auch brutkasten berichtete. Dort war es nicht etwa CDU-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, sondern mit Lars Klingbeil der amtierende SPD-Chef, Vizekanzler und Finanzminister, der Steuererleichterungen für Startup-Beteiligungen aufs Tapet brachte.

„Deutschland will mehr privates Kapital für Startups mobilisieren. Österreich sollte das auch tun“, schreibt Zehetner und verweist direkt auf die Ankündigung des SPD-Chefs. Das argumentative Kalkül dahinter liegt auf der Hand: Gegen den Vorstoß des deutschen Parteigenossen, dessen Schützenhilfe für Zehetner wohl unverhofft kam, lässt sich in der österreichischen Sozialdemokratie deutlich schwerer argumentieren, als gegen die Dauerforderung aus der liberalen Ecke. Ob dadurch tatsächlich eine offene Diskussion innerhalb der Koalition angestoßen wird, ist freilich zu bezweifeln.

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