22.08.2018

Startup School: Y Combinator nimmt versehentlich 15.000 Startups auf

Der Silicon Valley Accelerator Y Combinator nimmt nach einer E-Mail-Panne alle 15.000 Bewerber-Startups in sein Unterprogramm Startup School auf. Man sehe den Fehler als eine Chance.
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Y Combinator Startup School 15.000 Startups versehentlich aufgenommen
(c) Y Combinator: Ein Kurs im Hauptprogramm

Es war wohl ein Wechselbad der Gefühle für mehr als 11.000 Startups, die sich für die Startup School des renommierten Silicon Valley Accelerators Y Combinator beworben hatten. Zuerst wurden sie per Mail benachrichtigt, dass sie aufgenommen sind. Kurze Zeit später kam die Benachrichtigung, dass es sich um einen Fehler handle, und sie doch nicht dabei seien. Und ebenfalls wenig später hieß es dann, sie seien doch aufgenommen.

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„We screwed up“

Was war passiert? Laut Y Combinator aufgrund eines technischen Fehlers („we screwed up“) erhielten alle mehr als 15.000 Bewerber-Startups einen „Letter of Acceptance“. Tatsächlich war „nur“ die ohnehin sehr sportliche Menge von etwa 3700 Startups für das Startup School-Programm ausgewählt worden. Die schlechte Stimmung auf Twitter und Co., nach der zweiten Mail, die über den Fehler aufklärte, wollte man dann offenbar auch nicht so belassen. „Wir haben uns entschieden, diesen Fehler als Chance zu nutzen und etwas neues zu probieren“, hieß es dann in der dritten Mail. Man werde einen Weg finden, das zu handhaben.

Auszug aus der dritten Mail

Zweiklassengesellschaft in der Startup School

Teil dieses Weges scheint eine Art Zweiklassengesellschaft innerhalb der Startup School zu sein. Nur die 3700 ursprünglich angenommenen Startups bekommen den vollen Leistungsumfang mit Mentoring durch Y Combinator Alumni – u.a. drei der vier Co-Founder des Wiener Startups Gustav. Den zusätzlich Aufgenommenen stehen die Kursmaterialien und das exklusive Community Forum zur Verfügung. Ebenso sind sie im Rennen um einen 10.000 US-Dollar-Bonus (equity free), der 100 mal vergeben wird.

Kleine Schwester des Accelerators

Die Startup School richtet sich primär an frühphasige Startups. Die Gründung muss noch nicht zwingend erfolgt sein, muss aber zumindest in Gange sein. Der zehn Wochen lange Kurs, der Basics vermitteln soll, ist für TeilnehmerInnen kostenlos. Im Gegensatz zum großen Y Combinator Accelerator-Programm werden von den Startups keine Anteile genommen. Dem Vernehmen nach haben es diesmal zahlreiche österreichische Startups ins Programm geschafft. Wie viele davon zu den 3700 „Kern-TeilnehmerInnen“ zählen, ist der Redaktion gegenwärtig noch nicht bekannt.

⇒ Offizielles Statement von Y Combinator

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Wir sprachen zur Paketabgabe mit (vl.) Johannes Braith, Petra Dobrocka und Georg Weiss | (c) brutkasten / byrd / quivo / Hintergrund / (c) RoseBox via Unsplash
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Bereits seit der Veröffentlichung des Ministerialentwurfs zu einer neuen Paketsteuer im Mai trifft diese in der öffentlichen Diskussion auf Kritik. Vorgesehen ist eine Abgabe von zwei Euro pro zugestelltem Paket, die ab dem 1. Oktober 2026 von großen Online-Handelsplattformen mit einem Jahresumsatz ab 100 Millionen Euro eingehoben werden soll. Nachdem das vorparlamentarische Begutachtungsverfahren zum Gesetzesentwurf am 26. Mai 2026 offiziell geendet hat, geht die Vorlage im nächsten Schritt in die Debatte und finale Abstimmung im Nationalrat.

Mit den prognostizierten Einnahmen von jährlich rund 280 Millionen Euro will die Bundesregierung die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel teilweise gegenfinanzieren. Zudem wolle man den lokalen stationären Handel gegenüber den internationalen E-Commerce-Riesen stärken, so die Argumentation. Und auch der Umweltschutzaspekt wird seitens der Regierung ins Treffen geführt. Diese Begründung lassen viele Kritiker:innen aber nicht gelten.

Dobrocka: „wird nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben“

Auch unter Gründer:innen heimischer Startups und Scaleups im Logistik-Bereich, die für brutkasten erreichbar waren, herrscht breite Ablehnung gegenüber der Paketabgabe. Dabei ist es nicht die Zielsetzung, die kritisiert wird. „Grundsätzlich finde ich es begrüßenswert über Maßnahmen zu diskutieren, die den österreichischen Markt vor einer Flut an ausländischen Sendungen schützen und österreichische Unternehmer stärken. Aber diese Maßnahme tut das nicht“, meint etwa Petra Dobrocka, Co-Founderin und CCO des Wiener Logistik-Scaleups byrd. „Selbst wenn ein heimischer Händler die Ware in Österreich verpackt und mit der österreichischen Post an einen österreichischen Kunden schickt: Sobald der Verkauf über einen Marktplatz wie Amazon läuft, greift die Steuer.“ Die Maßnahme werde letztlich „nur das Angebot verringern und die Kosten für österreichische Kunden in die Höhe treiben.“

Braith: „Emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen“

Ähnlich argumentiert auch Storebox-Co-Founder und CEO Johannes Braith. Er führt zusätzlich eine ökologische Perspektive ins Treffen. „Wir brauchen aus meiner Sicht weniger Symbolpolitik und mehr intelligente Steuerung. Wenn Politik Lenkungswirkung ernst meint, dann sollte sie emissionsärmere Zustellformen gezielt begünstigen und nicht pauschal jede Form des Versandhandels verteuern“, so der Gründer. Das Gesetz unterscheide nämlich zu wenig zwischen emissionsintensiven und emissionsarmen Zustellmodellen. Klassische Haustürzustellung sei ineffizient und verursache Retourenverkehr und Parkdruck, meint Braith und führt Click-&-Collect-Modelle mit gebündelter Anlieferung ins Treffen, wie sie auch sein Unternehmen umsetzt.

Weiß: EU-Regelung statt „Alleingang“

Georg Weiß, Co-Founder und CEO des Wiener Logistik-Scaleups Quivo, würde in dem Zusammenhang lieber eine europäische Lösung sehen. „Auf EU-Ebene gibt es ja auch Vorschläge, etwa Zölle für Kleinpakete unter 150 Euro einzuführen, um den europäischen Markt vor Billigprodukten zu schützen. Das halte ich für die sinnvollere Maßnahme, als aus Österreich heraus einen Alleingang zu machen und eine Zwei-Euro-Paketgebühr einzuführen“, so der Gründer gegenüber brutkasten.

AustrianStartups: Nachteile für Startups und Scaleups befürchtet

Kritik an der Paketsteuer kommt auch von AustrianStartups. „Wer Österreich als Innovationsstandort stärken will, kann nicht gleichzeitig die Vertriebskanäle innovativer Unternehmen im E-Commerce belasten. In der aktuellen Form würde der Entwurf vor allem Startups, Scaleups und KMUs treffen, die über Plattformen verkaufen oder aus Österreich versenden“, meint man dort. Auch befürchtet man potenzielle Probleme für Scaleups in der Branche, weil ein gleitender Übergang bei der Umsatzschwelle fehle: „Für Scaleups, die gerade die 100-Millionen-Euro-Grenze überschreiten, bedeutet das einen abrupten Kostenschock in genau der Phase, in der sie skalieren wollen.“

Kaminski: „Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll“

Zudem hebt AustrianStartups eine besondere Problematik im Secondhand- und Refurbishment-Bereich hervor und zitiert dazu refurbed-Co-Founder Kilian Kaminski: „Bei einem refurbishten iPhone beispielsweise ist der Produktpreis zwar relativ hoch, aber die Marge für Refurbisher ist sehr gering. So eine Abgabe kann nicht einfach weitergegeben werden. Das Resultat: Preise im Reuse-Bereich steigen, neue Billigwaren nicht. Das ist das Gegenteil von dem, was erreicht werden soll. Falls die Abgabe kommt, braucht es zwingend eine Ausnahmeregelung für Secondhand und Refurbished.“

AustrianStartups forderte daher bereits im Mai „eine Rücknahme des Entwurfs in seiner aktuellen Form“. Sollte dies nicht passieren jedenfalls aber eine „Prüfung eines EU-weiten Rahmens statt eines österreichischen Alleingangs“ und eine Ausnahmeregelung für Secondhand, Refurbished und Reuse.

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