27.04.2026
HERZENSPROJEKT

Wunschlist: Über 2500 User:innen, aber keine Absicht zur Monetarisierung

Um dem wiederkehrenden Geschenkechaos in der Familie entgegenzuwirken, hat der Softwareentwickler Hermann Rauschmayr die App „Wunschlist“ entwickelt. Er stellt dabei nicht den Profit, sondern einen vertrauensvollen und transparenten Umgang mit Nutzerdaten ins Zentrum seines Projekts.
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Hermann Rauschmayr und seine Familie sitzen im Garten. Er hält das Handy mit der Wunschlist App in die Kamera
Hermann Rauschmayr und seine Familie präsentieren Wunschlist (c) Peter Schlögl

Mit der App „Wunschlist“ bietet der Familienvater Hermann Rauschmayr eine Lösung für das klassische Geschenkechaos an Feier- oder Geburtstagen. Da reine Absprachen im Verwandtenkreis oft nicht zielführend waren, entschied sich der Niederösterreicher rund eineinhalb Monate vor Weihnachten dazu, das Problem technisch zu lösen. „Doppelkäufe, unzählige Abstimmungen und fehlende Übersicht bei Geschenken innerhalb der Familie führten zur Entwicklung einer zentralen Wunschlisten-Lösung“, fasst Rauschmayr zusammen.

Das Ziel der Anwendung sei laut dem Gründer, in erster Linie die tatsächlichen Wünsche der Kinder zu erfüllen. Wer nach einer Geschenkidee sucht, kann in der App nachsehen und findet dort Vorschläge & Ideen. Neben der simplen Anwendung setzt der Entwickler auf einen vertrauensvollen Umgang mit Daten und verzichtet dabei bewusst auf gängige Monetarisierungsmodelle. Obwohl Rauschmayr durch freiwillig aktivierbare Amazon-Affiliate-Links innerhalb der App Einnahmen generieren könnte, steht die Monetarisierung für ihn nicht im Fokus. Der Entwickler betrachtet die Anwendung vielmehr als Herzensprojekt, bei dem möglicher finanzieller Profit zweitrangig bleibt. Laut Rauschmayr stößt die Plattform auf überraschend starke Resonanz und verzeichnet mittlerweile rund 2.500 User:innen.

Datensparsamkeit im Fokus

Ein zentraler Aspekt von Wunschlist ist die technische Umsetzung im Bereich Datensparsamkeit und Sicherheit. Laut Entwickler Rauschmayr verzichtet die Anwendung vollständig auf klassische Registrierungsprozesse: Es werden weder Benutzernamen noch E-Mail-Adressen oder Passwörter abgefragt. Auf den Einsatz von Analyse-Tools, Drittanbieter-Schnittstellen (APIs) oder SDKs wird bewusst verzichtet, um die Erfassung von Nutzerdaten technisch auszuschließen. „Wir sind einfach in einer Zeit, wo jede App gratis ist, aber in Wahrheit ist sie nicht gratis. Wir verkaufen Benutzerdaten, wir verkaufen private Daten. Wenn ich einen Datenstamm von 20.000 Usern hätte, könnte ich rausfiltern, welche Produkte gerade populär sind. Hier werden sehr viele Daten gesammelt“, so Rauschmayr.

Alternatives App-Modell

Der sehr reduzierte Aufbau der App ist für den Solo-Founder auch eine Reaktion auf den aktuellen Markt: Aus seiner Sicht führen komplexe Datenschutz- und Cookie-Einstellungen bei vielen User:innen mittlerweile eher zu Frustration und Überforderung als zu einem tatsächlichen Schutz. „Die hohe Nachfrage bestätigt, dass viele Menschen nach Alternativen suchen – nach digitalen Tools, die funktionieren, ohne persönliche Daten auszuwerten“, so das Fazit aus dem Umfeld des Projekts.

Die Wunschlist App funktioniert ohne Registrierungsprozesse (c) Peter Schlögl

Die App als Herzensprojekt

Ein weiterer prägender Aspekt von Wunschlist ist die bewusste Entscheidung gegen klassische Monetarisierungsstrategien. Rauschmayr verzichtet nach eigenen Angaben vollständig auf Paywalls, Abonnements oder den branchenüblichen Verkauf von Nutzer- und Verhaltensdaten. Im Vordergrund steht für den Entwickler stattdessen die Lösung eines alltäglichen Problems: Er möchte Familien dabei helfen, ungewollte Geschenke zu vermeiden und gezieltere, nachhaltigere Kaufentscheidungen – wie etwa den Wunsch nach Holz- statt Plastikspielzeug – in der Familie durchzusetzen.

Zwar bietet die App theoretisch Einnahmemöglichkeiten über Amazon-Affiliate-Links, diese sind jedoch transparent gekennzeichnet und lassen sich von den Nutzer: innen bei Bedarf vollständig deaktivieren. Für Rauschmayr, der die Anwendung in seiner Freizeit programmierte, handelt es sich primär um ein „Herzensprojekt“. Sein erklärtes Ziel ist es, eine funktionale und stressfreie Alternative zu kommerziell getriebenen Apps zu bieten, ohne die Nutzer:innen mit Abo-Fallen oder Werbebannern zu überfordern.

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Loxone
© Loxone - Florian Wöss, President der Loxone Electronics GmbH.

Das oberösterreichische Tech-Unternehmen Loxone sah sich am Wochenende einer Cyberattacke gegenüber. Am Sonntag, dem 18. Oktober wurde der Angriff auf interne Unternehmenssysteme festgestellt und eigenen Angaben zufolge schnell reagiert und Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.

Loxone: „Systeme uneingeschränkt verwendbar“

„Wir haben umfassende Untersuchungen vorgenommen: Kundeninstallationen und die für deren Betrieb relevanten Online-Dienste sind nicht betroffen. Nutzerinnen und Nutzer der Loxone-Technologie können ihre Systeme weiterhin uneingeschränkt verwenden“, heißt es laut Aussendung.

Ein wesentlicher Sicherheitsfaktor von Loxone sei das Cloud-free-Prinzip: Die Miniserver, die zentralen Steuerungseinheiten der Gebäudeautomation, arbeiten lokal und eigenständig im jeweiligen Gebäude. Für ihren Betrieb benötigen sie weder eine Verbindung zu Servern von Loxone noch zum Internet. In der aktuellen Situation habe sich das als großer Vorteil erwiesen, denn ein Angriff auf Unternehmenssysteme von Loxone erreicht die Steuerung in den Gebäuden nicht, heißt es.

Aufklärung des Vorfalls im Gange

„Allein in Österreich werden laut Bundeskriminalamt durchschnittlich mehr als 1.200 Fälle pro Woche angezeigt. Unser Anspruch an Qualität und Zuverlässigkeit endet nicht bei unseren Produkten. Er zeigt sich gerade in Momenten wie diesen, in denen unser gesamtes Team verantwortungsvoll, konsequent und transparent mit einer fordernden Situation umgeht“, hält Florian Wöss, President der Loxone Electronics GmbH, fest.

Mittels interner IT-Spezialisten sowie externer Cybersecurity-Experten und IT-Forensiker arbeitet Loxone an der vollständigen Aufklärung des Vorfalls und der Absicherung der Systeme. Die betroffenen Systeme wurden umgehend isoliert und die zuständigen Behörden informiert. Personen, deren Daten nachweislich betroffen sind, werden gemäß den gesetzlichen Vorgaben direkt verständigt.

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