01.11.2016

WUndertalk mit Florian Kandler

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(c) WU Gründerzentrum

Florian Kandler hat in den letzten neun Jahren drei Unternehmen gegründet. Zwei davon waren Start-ups mit Risikokapitalfinanzierung von gesamt über 3 Millionen Euro. Mit mehr als 20 Millionen Downloads ist Ulmon mit seiner Reise-App CityMaps2Go – Ulmon wohl sein bekanntestes Venture, für das er 2011 auch sechs Monate im Silicon Valley Fundraising und Business Development machte.

Bevor er sein erstes Unternehmen gründete ging er für 4 Jahre nach Deutschland in den Vertrieb einer IT Firma, um dort „verkaufen zu lernen – eine Kompetenz, die jeder Gründer braucht“, wie er sagt.

Seit Herbst 2016 spricht er in seinem Podcast Startup Milestones mit erfolgreichen europäischen Gründern über deren Erfolge und Probleme und versucht, ihnen die besten Tipps und Erfolgsrezepte für seine Zuhörer zu entlocken.

Florian Kandler studierte an der Uni Wien, TU Wien und Technical University of Denmark Wirtschaftsinformatik und schrieb im E-Commerce Competence Center seine Doktorarbeit über Virtuelle Unternehmen. Als Mitgründer der studentischen Initiative „idex.at – Idea Exchange Austria“ engagierte sich Florian Kandler schon während seiner Studienzeit dafür, Gründer der WU und TU zu unterstützen und zu vernetzen.

Hol Dir Inspiration für Deine eigene Karriereplanung, erfahre mehr über eine spannende Gründergeschichte und lerne Florian Kandler persönlich kennen.

Hard Facts

Wann? 5.12.2016, 17.30 Uhr – 19.00 Uhr

Wo? WU Gründerzentrum, Welthandelsplatz 2, 1020 Wien

Hier geht´s zum Facebook Event: Facebook.com/WUndertalk

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Matteo Rosoli, CEO von eustella © eustella

„In den USA wird gerade die Ära der Superintelligenz ausgerufen. Europa darf dabei nicht zuschauen“, sagt Matteo Rosoli, CEO von eustella. Das Wiener Startup hat am 20. Oktober die Version 1.5 seiner Plattform für KI-Agenten veröffentlicht. Sie läuft nach eigenen Angaben auf rein europäischer Cloud-Infrastruktur.

Nachtraining statt Neuentwicklung

Eustella entwickelt kein Sprachmodell von Grund auf. Stattdessen setzt das Team auf offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, und entwickelt sie mit eigenen Daten und Verfahren weiter. Ausgangspunkt ist laut Aussendung „das chinesische Basismodell Qwen 3.8 27B”. Die leistungsstärksten offenen Modelle stammten demnach „derzeit überwiegend aus China”. Das Nachtraining soll auch deren Voreingenommenheit reduzieren.

Ergebnisse aus eigener Messung

Wie viel das Nachtraining bringt, hat eustella selbst gemessen, mit 14 gängigen Leistungstests für KI-Modelle (Benchmarks). Laut Unternehmen schneidet v1.5 in allen 14 besser ab als das Basismodell, im Schnitt um fünf Punkte. Am deutlichsten fällt der Zuwachs beim Programmieren (LiveCodeBench, plus 17,1 Punkte), beim Befolgen komplexer Anweisungen (IFBench, plus 10,9) und in mehrstufigen Gesprächen (MultiChallenge, plus 10,8) aus.

Im Vergleich mit US-Modellen zieht eustella folgende Bilanz: v1.5 erreicht mit 27 Milliarden Parametern bei LiveCodeBench 89,1 Prozent, fast identisch mit Claude Opus 5 (89,0). GPT-5.6 Sol kommt auf 82,6. Bei GPQA Diamond, einem Test mit naturwissenschaftlichen Expertenfragen, liegt eustella mit 92,6 Prozent hinter Claude Opus 5 (93,9). Beim Verstehen langer Dokumente (AA-LCR) führt v1.5 laut eigenen Angaben mit 87,5 Prozent vor Claude Opus 5 (79,0) und GPT-5.6 Sol (84,0).

Auch gegenüber dem französischen Anbieter Mistral liegt v1.5 laut eustella in allen sieben vergleichbaren Benchmarks vorn, obwohl Mistral Medium 3.5 rund fünfmal so viele Parameter habe.

Die im Sommer verglichenen Modelle sind allerdings nicht mehr die aktuellsten ihrer Anbieter. Anthropic hat mit Fable 5.1 (seit 1. September) und Opus 5.5 (seit 22. September) zwei jüngere Modelle veröffentlicht. Auch OpenAI und Mistral haben mittlerweile neue Modelle vorgestellt.

Vom Launch zur Unternehmensplattform

Vorgestellt hat eustella seine App am 24. Juni. Beim Start im Juni waren es knapp 5.000 Nutzer:innen, jetzt mehr als 22.000. Die KI-Agenten unterstützen mehrstufige Aufgaben wie Recherchen, Präsentationen oder Reiseplanung. Ende August folgte laut eustella eine Optimierung, die das Achtfache an Nutzung zum gleichen Preis ermöglicht. Mit v1.5 kommen Team- und Enterprise-Pläne: „Orbit” kostet 20 Euro pro Nutzer:in und Monat, „Constellation” mit vierfachem Nutzungsvolumen 80 Euro. Die ersten 25 Partner:innen haben bereits API-Zugriff.

Eigene Technologie in Planung

„Wir haben diesen Sommer gezeigt, dass ein europäisches Team mit offenen Modellen und eigener Forschung an die Weltspitze heranrücken kann”, sagt Rosoli. v1.5 sei „erst der Anfang”. Weitere Forschung ist in Vorbereitung, eigene KI-Technologie will eustella Schritt für Schritt entwickeln.

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