25.02.2026
EXPERT:INNEN

WU Ignite Ventures setzt Investment Committee für Frühphasen-Startups ein

Die Investmentgesellschaft WU Ignite Ventures der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) richtet ein Investment Committee ein. Ein Gremium aus Expert:innen soll künftig die Finanzierung von WU-Startups in der Frühphase begleiten und professionalisieren.
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Das Investment Committee: Christian Polster, Simon Tretter, Hannah Wundsam und Johanna Konrad. | © WU

Mit dem neuen Committee baut WU Ignite Ventures seine Investmentplattform weiter aus und will Governance, Geschwindigkeit und Entscheidungsqualität stärken. Das Gremium bündelt unternehmerische, technologische und strategische Expertise aus dem Startup-Ökosystem. Ziel sei es, “universitätsnahe Pre-Seed-Spin-offs schnell, transparent und konsequent founder-orientiert zu finanzieren und zu begleiten”, heißt es in einer Presseaussendung.

Zentrale Finanzierungslücke

WU Ignite Ventures möchte eine zentrale Finanzierungslücke adressieren: die Phase unmittelbar nach der Gründungsentscheidung, in der aus akademischen Ideen tragfähige Geschäftsmodelle entstehen sollen. Gerade hier fehle häufig frühes Kapital, unternehmerisches Sparring und Zugang zu belastbaren Netzwerken.

Pro Jahr sollen bis zu acht Teams mit jeweils bis zu 50.000 Euro unterstützt werden. Voraussetzung ist ein klarer WU-Bezug im Gründungsteam – etwa durch Studierende, Alumni oder Faculty. Die Investments erfolgen über SAFE-Verträge (Simple Agreement for Future Equity) und werden durch Supportangebote sowie Zugang zum Netzwerk und zu Programmen des WU Entrepreneurship Centers ergänzt. 

Von der Idee zum marktfähigen Unternehmen

Mit frühphasigem Kapital, operativer Unterstützung und Zugang zum universitären Startup-Ökosystem will die Investmentgesellschaft die Voraussetzungen schaffen, damit aus Ideen schneller marktfähige Unternehmen werden. Das Investment Committee soll dabei sicherstellen, dass “Investmententscheidungen fundiert, nachvollziehbar und praxisnah getroffen werden”, heißt es. 

„Mit WU Ignite Ventures investieren wir bewusst in der sensibelsten Phase eines Startups – dort, wo Geschwindigkeit, Klarheit und verlässliche Partner besonders wichtig sind. Das Investment Committee bringt genau diese Perspektive ein: fundierte Entscheidungskompetenz, Praxisnähe und ein starkes Netzwerk für die Teams“, sagt Rudolf Dömötör, Co-Geschäftsführer von WU Ignite Ventures und Direktor des WU Entrepreneurship Centers.

Die Mitglieder des Investment Committees

Neben klar definierten Kriterien bringe das Gremium vor allem eigene Gründungs- und Skalierungserfahrung in die qualitative Bewertung von Teams, Märkten, Produktreife und Umsetzungsrisiken ein. Das Investment Committee setzt sich aus folgenden Personen zusammen:

  • Johanna Konrad, WU-Alumna und Managing Director bei Moody’s, begleitete zuvor als COO und Board Member die Skalierung und den Exit von kompany. Sie bringt Erfahrung in Strategie, Operations und Unternehmensaufbau ein.
  • Christian Polster, ebenfalls WU-Alumnus, ist Co-Founder von Radar Cyber Security (Exit an Materna) und verstärkt das Committee vor allem in Technologie- und Produktfragen.
  • Simon Tretter, Co-Founder von hokify (Exit an karriere.at) und One100, bringt Expertise im Aufbau digitaler Geschäftsmodelle sowie einen starken Tech-Fokus ein.
  • Den Vorsitz übernimmt Hannah Wundsam, Managing Director von AustrianStartups und Board Member des European Startup Network. Ihr Schwerpunkt liegt auf Founder Readiness, Talententwicklung und den Dynamiken des europäischen Startup-Ökosystems.

„Wir wollen Entscheidungen so treffen, wie es starke Gründer:innen verdienen: schnell, transparent und mit Verständnis für die besonderen Herausforderungen der Frühphase. WU Ignite Ventures entwickelt hier ein Modell mit Signalwirkung – und wir freuen uns, dazu beitragen zu können“, sagt Wundsam.

Drei Wirkungsbereiche

Das Gremium soll vor allem in drei Bereichen wirken: bei Investmententscheidungen in der Pre-Seed-Phase, bei punktuellem Post-Investment-Support durch Expertise und Netzwerk sowie durch strategischen Input zu Technologietrends, Fokusfeldern und Portfolioentwicklung.

„WU Ignite Ventures ist ein strategisches Instrument der WU, um Unternehmertum sichtbar zu stärken und universitäre Ausgründungen systematisch zu ermöglichen. Das Investment Committee sichert dabei die Qualität der Frühphasenfinanzierung und stärkt den Transfer zwischen Universität, Wirtschaft und Gesellschaft. Besonders freut mich, dass vier WU Alumni ihre Erfahrung nun an ihre Alma Mater zurückgeben und die nächste Generation von Gründer:innen unterstützen“, sagt Harald Badinger, Vizerektor der WU Wien und Co-Geschäftsführer von WU Ignite Ventures.

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Rendering der Anlage in Bruck an der Leitha | (c) OMV Aktiengesellschaft
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Während man sich im Individualverkehr in den vergangenen Jahren tendenziell von der Idee verabschiedet hat, bleibt Wasserstoff vor allem für Schwerverkehr, Flugverkehr und Industrie eine zentrale Wette in der Energiewende. Konkret grüner Wasserstoff, der mittels Elektrolyse mit Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Mit einer 140-Megawatt-Anlage im niederösterreichischen Bruck an der Leitha will der heimische Energieriese OMV im Joint Venture mit Masdar aus Abu Dhabi eine der größten Anlagen Europas bauen (brutkasten berichtete zuletzt über eine Förderzusage durch die aws über 123 Mio. Euro).

Direkte Pipeline zur Raffinerie Schwechat

Ab Ende 2027 soll die Anlage bis zu 23.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren und diesen direkt über eine 22 Kilometer lange Pipeline in die OMV-Raffinerie Schwechat liefern. Dort wird dieser dann in der Produktion von Kraftstoffen und chemischen Produkten eingesetzt und soll die direkten Emissionen um zehn Prozent bzw. 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr reduzieren. „Die Produktion von grünem Wasserstoff in Österreich ermöglicht es uns, den Einsatz nachhaltigerer Energie in unserer Produktion sowie für unsere innovativen Produkte zu erhöhen. Der Bau einer der größten Anlagen für grünen Wasserstoff in Europa ist ein wichtiger Meilenstein bei der Dekarbonisierung unserer industriellen Prozesse“, meint dazu Reinhard Florey, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und CFO von OMV.

EIB-Darlehen: Nehammer betont Bedeutung für Souveränität

Die Kosten für den Bau der Anlage in Bruck an der Leitha sind mit insgesamt 600 Millionen Euro veranschlagt. Nach der genannten Förderung durch die aws holt sich die OMV nun den größten Brocken des notwendigen Budgets – 450 Millionen Euro – in Form eines Darlehens der Europäischen Investitionsbank (EIB). „Die Darlehenszusage der Europäischen Investitionsbank ist ein starkes Signal für das Vertrauen in die Transformationsstrategie von OMV und unsere Fähigkeit, Großprojekte umzusetzen, die zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen“, kommentiert Florey.

Reinhard Florey und Karl Nehammer beim Signing | (c) OMV Aktiengesellschaft

EIB-Vizepräsident und Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer betont in einem Statement die Relevanz für die europäische Souveränität. „Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein des Übergangs zu einem wettbewerbsfähigen, klimaneutralen und sicheren Energiesystem für Europa“, so Nehammer. „Diese Investition legt zudem den Grundstein für die künftige Produktion von nachhaltigen Flugkraftstoffen und unterstützt damit die Klima- und Energiesicherheitsziele der EU.“

OMV: „Netto-Null-Emissionen“-Ziel für 2050

Im Rahmen ihrer „Strategie 2030“ strebt die OMV bis Ende des Jahrzehnts eine Wasserstoff-Produktionskapazität von rund 900.000 Tonnen an. Dazu sind bereits kleinere Anlagen an verschiedenen europäischen Standorten in Betrieb. Anlagen für nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel) und hydriertes Pflanzenöl (Hydrotreated Vegetable Oil) befinden sich in Umsetzung. Bis 2050 hat sich der Konzern das Ziel „Netto-Null-Emissionen“ gesetzt.

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