22.07.2024
MOBILITY

WSF: Sanierung von OÖ-Fahrrad-Startup scheitert

Das 2020 gegründete Unternehmen WSF mit Sitz in Regau rutschte Ende April in die Insolvenz. Eine geplante Sanierung scheiterte nun allerdings.
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Die Werkshalle von WSF Bicycle Technology in Regau | (c) WSF/Sabrina Perauer-Wallinger
Die Werkshalle von WSF Bicycle Technology in Regau | Foto: WSF/Sabrina Perauer-Wallinger

Erst im Feber diesen Jahres verkündete WSF Bicycle Technology mit Sitz im oberösterreichischen Regau Wachstumszahlen für 2023. So sei die Zahl der Mitarbeiter:innen am Standort Regau innerhalb von sechs Monaten von 40 auf über 50 gestiegen. Weitere Einstellungen seien geplant. Ebenfalls im Feber hatte das Unternehmen angekündigt, sein Produktionsvolumen bis 2026 von circa 25.000 auf 100.000 (E-)Bikes pro Jahr steigern zu wollen (brutkasten berichtete).

WSF musste im April Insolvenz anmelden

Nur wenige Monate nach dieser Ankündigung folgte dann eine überraschende Nachricht: Das Unternehmen rund um die beiden Gründer Roland Wallmannsberger und Alexander Schnöll muss Insolvenz anmelden.

Laut AKV hatte das Unternehmen zum Zeitpunkt des Insovenzantrags Verbindlichkeiten in der Höhe von zwei Millionen Euro. Demgegenüber standen Vermögenswerte in der Höhe von 175.000 Euro. Bereits im Zuge des Insolvenzantrags hieß es, dass WSF die Anzahl seiner Mitarbeiter:innen auf 15 reduzierte und eine Sanierung geplant sei (brutkasten berichtete).

Sanierung wurde in Konkurs umgewandelt

Die Sanierung ist nun allerdings gescheitert, wie krone.at am Sonntag berichtete. Der Betrieb des auf Fahrräder spezialisierten Lohnfertigers sei mittlerweile auch eingestellt worden. Als Grund wird laut dem Medienbericht der weitere Rückgang bei Aufträgen genannt. Eine Anfrage von brutkasten an das Unternehmen zu den Hintergründen blieb vorerst noch unbeantwortet.

Zudem liegt laut krone.at ein Gutachten zu den restlichen Vermögenswerten von WSF vor. Dieses umfasst derzeit 210 Positionen. Zu den Gegenständen sollen unter anderem Fahrradzubehör oder Werkzeuge zählen. Bis zum 26. Juli können nun dazu Angebote beim zuständigen Masseverwalter abgeben werden.


*Disclaimer: Sofern eine Stellungnahme vom Unternehmen zu den Hintergründen erfolgt, wird diese hier ergänzt.

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Matteo Rosoli, CEO von eustella © eustella

„In den USA wird gerade die Ära der Superintelligenz ausgerufen. Europa darf dabei nicht zuschauen“, sagt Matteo Rosoli, CEO von eustella. Das Wiener Startup hat am 20. Oktober die Version 1.5 seiner Plattform für KI-Agenten veröffentlicht. Sie läuft nach eigenen Angaben auf rein europäischer Cloud-Infrastruktur.

Nachtraining statt Neuentwicklung

Eustella entwickelt kein Sprachmodell von Grund auf. Stattdessen setzt das Team auf offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, und entwickelt sie mit eigenen Daten und Verfahren weiter. Ausgangspunkt ist laut Aussendung „das chinesische Basismodell Qwen 3.8 27B”. Die leistungsstärksten offenen Modelle stammten demnach „derzeit überwiegend aus China”. Das Nachtraining soll auch deren Voreingenommenheit reduzieren.

Ergebnisse aus eigener Messung

Wie viel das Nachtraining bringt, hat eustella selbst gemessen, mit 14 gängigen Leistungstests für KI-Modelle (Benchmarks). Laut Unternehmen schneidet v1.5 in allen 14 besser ab als das Basismodell, im Schnitt um fünf Punkte. Am deutlichsten fällt der Zuwachs beim Programmieren (LiveCodeBench, plus 17,1 Punkte), beim Befolgen komplexer Anweisungen (IFBench, plus 10,9) und in mehrstufigen Gesprächen (MultiChallenge, plus 10,8) aus.

Im Vergleich mit US-Modellen zieht eustella folgende Bilanz: v1.5 erreicht mit 27 Milliarden Parametern bei LiveCodeBench 89,1 Prozent, fast identisch mit Claude Opus 5 (89,0). GPT-5.6 Sol kommt auf 82,6. Bei GPQA Diamond, einem Test mit naturwissenschaftlichen Expertenfragen, liegt eustella mit 92,6 Prozent hinter Claude Opus 5 (93,9). Beim Verstehen langer Dokumente (AA-LCR) führt v1.5 laut eigenen Angaben mit 87,5 Prozent vor Claude Opus 5 (79,0) und GPT-5.6 Sol (84,0).

Auch gegenüber dem französischen Anbieter Mistral liegt v1.5 laut eustella in allen sieben vergleichbaren Benchmarks vorn, obwohl Mistral Medium 3.5 rund fünfmal so viele Parameter habe.

Die im Sommer verglichenen Modelle sind allerdings nicht mehr die aktuellsten ihrer Anbieter. Anthropic hat mit Fable 5.1 (seit 1. September) und Opus 5.5 (seit 22. September) zwei jüngere Modelle veröffentlicht. Auch OpenAI und Mistral haben mittlerweile neue Modelle vorgestellt.

Vom Launch zur Unternehmensplattform

Vorgestellt hat eustella seine App am 24. Juni. Beim Start im Juni waren es knapp 5.000 Nutzer:innen, jetzt mehr als 22.000. Die KI-Agenten unterstützen mehrstufige Aufgaben wie Recherchen, Präsentationen oder Reiseplanung. Ende August folgte laut eustella eine Optimierung, die das Achtfache an Nutzung zum gleichen Preis ermöglicht. Mit v1.5 kommen Team- und Enterprise-Pläne: „Orbit” kostet 20 Euro pro Nutzer:in und Monat, „Constellation” mit vierfachem Nutzungsvolumen 80 Euro. Die ersten 25 Partner:innen haben bereits API-Zugriff.

Eigene Technologie in Planung

„Wir haben diesen Sommer gezeigt, dass ein europäisches Team mit offenen Modellen und eigener Forschung an die Weltspitze heranrücken kann”, sagt Rosoli. v1.5 sei „erst der Anfang”. Weitere Forschung ist in Vorbereitung, eigene KI-Technologie will eustella Schritt für Schritt entwickeln.

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