26.06.2025
NEUKUNDEN

Worklivery: Welser Startup startet Bestell-App für Essen in Wiener Büros

In einer großen Firma Essen zu bestellen kann leicht eine eigene Arbeitskraft erfordern, um alles zu koordinieren. Das Startup worklivery hat dafür eine Lösung entwickelt: eine App, die genau diesen Prozess steuert. Gegründet vor zwei Jahren konnte das Unternehmen nun seine ersten Kunden in Wien an Land ziehen.
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Das Worklivery Team
Das Worklivery Team (c) Worklivery

Wer will wo bestellen, wer bezahlt, und wie regelt man das dann mit dem Geld? Bis alle Mitarbeiter:innen in einer größeren – oder auch kleineren Firma auf ihre Kosten kommen und das essen können, was sie wollen, kann gut und gerne mal ein halber Arbeitstag vergehen. David Huber hat dieses Problem schon während seiner Schulzeit erkannt – und hat 2023 sein Unternehmen worklivery gegründet.

Gemeinsame Pause, individuelles Essen

Eine Bestellplattform, bei der man sich als Unternehmen anmeldet – alle Mitarbeitenden bekommen eine Benachrichtigung, sobald das Team Essen bestellen möchte. Man sucht sich ein Gericht aus, bezahlt mit dem Guthaben und könne trotzdem als Team gemeinsam Mittagspause machen.

Auch für das Unternehmen selbst ist worklivery praktisch: Denn über die App kann man den Mitarbeitenden direkt den Essenszuschuss als Guthaben zur Verfügung stellen – was wiederum zu besserem Employer Branding beitragen würde. Finanzieren würde sich die Plattform über Abonnements, die man als Unternehmen abschließen könne. Als Vermittler:in erhalte man fünf Prozent Provision. Brutkasten hat bereits über das Welser Startup berichtet, als es gegründet wurde.

Neue Kunden über ChatGPT

Bisher war das Startup eher im Großraum Wels aktiv – mit Kunden wie FANUC, ÖAMTC oder BNP Steuerberatungen, um nur einige zu nennen. Jetzt konnte das Unternehmen erstmals auch Kunden in Wien gewinnen – und zwar über ChatGPT. „Die haben genau das Problem auf ChatGPT eingegeben – die hatten nämlich sogar eine eigene Arbeitskraft dafür, die die Essensbestellungen über eine Excel-Liste koordinierte. Und ChatGPT hat dann unser Unternehmen herausgegeben. Da hat unser Programmierer wirklich sehr gute Arbeit im SEO-Bereich geleistet“, freut sich Founder David Huber. Die neu gewonnenen Wiener Kunden sind Inercomp und Powerbot.

Organisches Wachstum

Das Unternehmen war bislang gebootstrapped – und wird es auch bleiben. Bisher gebe es kein Vorhaben, eine Finanzierungsrunde zu starten. Das Startup wachse ganz von alleine „und wir sind ja auch immer noch ganz am Anfang, also haben wir noch genügend Zeit“, so Huber.

Bisher war Mundpropaganda das wichtigste Werkzeug zur Kundengenerierung – jetzt setze man aber ganz aktiv auf Marketing. Damit erhofft sich Huber auch, noch viele neue Unternehmen in Wien gewinnen zu können.

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Bild: KI-generiert / Google Gemini

Die europäischen NATO-Länder werden ihre Verteidigungsausgaben in den kommenden zehn Jahren massiv erhöhen. Neben den direkten Verteidigungsausgaben, die auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen sollen, sind weitere 1,5 Prozent des BIP für sicherheitsrelevante Investitionen vorgesehen: etwa für die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, für den Bevölkerungsschutz oder für Cyber- und Netzwerksicherheit. Europaweit entspricht das jährlich rund 320 Mrd. Euro.

Auch für Österreich als Nicht-NATO-Staat hat das Folgen. Legt man das 1,5-Prozent-Ziel als Referenzmaßstab zugrunde, ergibt sich ein potenzieller jährlicher Investitionsbedarf von rund 7,5 Mrd. Euro. Das geht aus der Studie „Verteidigungsrelevante Infrastruktur als Rückgrat souveräner Sicherheitsvorsorge“ von EY und der deutschen DekaBank hervor.

Jeder Euro löst 2,45 Euro aus

Die Investitionen stoßen laut Studie in den europäischen NATO-Ländern eine Produktion von insgesamt 822 Mrd. Euro pro Jahr an, 17 Mrd. Euro davon entfallen auf Österreich. Jeder investierte Euro führt demnach zu einem gesamtwirtschaftlichen Impuls von etwa 2,45 Euro. Profitieren dürften vor allem Bauunternehmen, Informations- und Kommunikationsunternehmen, Logistikfirmen sowie die Elektronik- und Elektrotechnikbranche.

Dazu kommen die Beschäftigungseffekte: Sofern die Infrastrukturinvestitionen wie vorgesehen zu ohnehin geplanten Projekten erfolgen, entstehen europaweit 4,4 Millionen Arbeitsplätze. Knapp 1,8 Millionen davon direkt in der Infrastrukturindustrie, ähnlich viele bei Zulieferern. In Österreich wären es rund 75.000 Jobs.

„Investitionen in Infrastruktur, von Mobilität über Energie bis zu Häfen, Flughäfen, Schutzräumen und Cyber-Sicherheit, bilden das Rückgrat militärischer Fähigkeiten“, sagt Axel Preiss, Partner bei EY Österreich und Defence Leader Europe. Die Effekte gingen über den Rüstungssektor hinaus: Solche Investitionen könnten die Konjunktur stärker ankurbeln als Rüstungsinvestitionen im engeren Sinn und bieten zugleich die Chance auf eine Modernisierung von Logistik, Verkehr und Energie.

Investitionsstau und knappe Kassen

Der Bedarf trifft allerdings auf strukturelle Engpässe. In Österreich wie in ganz Europa besteht bereits heute ein hoher Investitionsstau, die zugesagten Mittel müssten zusätzlich und möglichst kurzfristig aufgebracht werden.

Für Matthias Danne, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank, führt daran kein Weg vorbei: „Der Staat wird die hohen Kosten der militärischen Infrastrukturinvestitionen nicht allein schultern können, ohne privates Kapital ist eine ausreichende Resilienz nicht erreichbar.“ Er verweist auf ÖPP-Modelle, die bei deutschen Behörden unbeliebt, international aber etabliert seien. Besonders bei Dual-Use-fähiger Infrastruktur in den Bereichen Energie, Netze, Logistik und Kommunikation ermögliche privates Kapital eine zügigere Skalierung. Auch in Österreich werde verstärkt diskutiert, wie sich privates Kapital für öffentliche Zukunftsprojekte mobilisieren lässt, ergänzt Preiss.

Als weitere Hürden nennt der EY-Partner lange Vorlaufzeiten, komplexe Genehmigungsverfahren und begrenzte kurzfristige Skalierbarkeit. Nötig seien daher beschleunigte Genehmigungen, eine koordinierte zivil-militärische Planung und eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur.

Was das für die heimische Szene bedeutet

Für Österreichs Technologieunternehmen trifft der erwartete Investitionsschub auf ein Feld, das sich gerade erst öffnet. Reine DefenseTech-Startups gibt es hierzulande kaum, die meisten agieren im Dual-Use-Bereich, also mit Produkten, die sich zivil wie militärisch einsetzen lassen. Genau dort setzt auch die Studie an, wenn sie Dual-Use-fähige Infrastruktur in Energie, Netzen, Logistik und Kommunikation als bevorzugtes Feld für privates Kapital nennt. Bewegung kommt zusätzlich von politischer Seite: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat angekündigt, gesetzliche Hürden für die heimische Rüstungs- und DefenseTech-Branche abzubauen, unter der Bedingung, dass die Neutralität gewahrt bleibt.

Erste Finanzierungsrunden zeigen, dass das Thema auch bei Investor:innen ankommt. Das 2025 gegründete Grazer Startup GuardAero, dessen Systeme Drohnenbedrohungen an Militärfahrzeugen autonom erkennen und neutralisieren, holte sich zuletzt ein Seed-Investment im niedrigen Millionenbereich von Angels United und der Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Klemen. Zuvor hatte das Team die „Austrian Defence Innovation Garage 2025“ gewonnen und kooperiert bei Entwicklungstests mit dem Bundesheer. Ob die von EY skizzierten Milliarden tatsächlich auch bei heimischen Startups landen, wird weniger von den Zusagen abhängen als von Genehmigungsverfahren, Vergabepraxis und der Frage, wie schnell Österreich seinen eigenen regulatorischen Rahmen nachschärft.

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