Work In Out: EMS-Training im Büro gegen Krankenstand
Statistisch sind 70 Prozent der Mitarbeiter kaum zu betrieblichen Sportaktivitäten zu bewegen. Das Startup "Work In Out" will mit der EMS-Technologie Sport ins Büro bringen. Mitarbeiter vor dem Krankenstand bewahren, durch Sport während der Arbeitszeit.
Krankenstände von Mitarbeitern können Unternehmen teuer zu stehen kommen. Das Kärtner Startup „Work In Out“ hat sich Mitarbeiter-Gesundheit zum Thema gemacht und setzt dabei auf EMS-Technologie.
Trainieren während der Arbeitszeit
Beim EMS-Training fließen elektrische Impulse durch den Körper, wodurch die Muskeln gestärkt werden. Im Bereich des „Personal Trainings“ ist die Methode längst angekommen. „Work In Out“ will das Konzept jetzt in Firmen bringen. „Man trägt den EMS-Anzug unter der Arbeitskleidung, wie eine Art Skiunterwäsche. Die weiterentwickelte Technik des Systems lässt das zu. Während der eigentlichen Bürotätigkeit, kann somit auch Sport getrieben werden“, sagt Gründer Stefan Ebner.
Geschäftsmodell und Franchise-Ziel
Geld will „Work In Out“ nicht mit den Anzügen verdienen, die werden ohnehin zugekauft. „Wir bieten den Kunden umfangreiche Zusatzleistungen in Form von Know-How. Ernährungspläne, Betreuung bei Übungen, Zusammenstellen von Trainingsplänen„, so Ebner. Das große Ziel ist ein Franchise-System aufzubauen. Damit Trainer und Berater in ganz Österreich das Konzept verkaufen können.
EMS-Technologie jetzt kabellos
Bisher fanden EMS-Trainings nur in dafür geeigneten Studios statt. Die am Anzug befestigten Elektroden waren via Kabel mit einem eigenen Standcomputer verbunden. Mit der weiterentwickelten Technologie kann EMS-Training überall praktiziert werden. Die Elektroden sind mittlerweile in den Anzug eingenäht. Der Standcomputer hat sich zu einem Gerät in Handygröße entwickelt, das man sich an die Hüfte schnallt. Somit sind Kabel nicht länger notwendig. Die Intensität des Stroms wird mittels Smartphone oder Tablet gesteuert.
„Wir waren in Österreich die Ersten die EMS-Training angeboten haben – jetzt wollen wir bei der Weiterentwicklung auch die Ersten sein.“
300 € für EMS-Anzug
Der EMS-Anzug besteht aus zwei Teilen – Oberteil und Hose. Dieser kostet je nach Hersteller 300-400 Euro. Das Steuergerät, das man sich an die Hüfte klippt kostet 1500-2500 Euro. Um die Investitionskosten für die Firmen nicht explodieren zu lassen, plant Work In Out ein Leihsystem. „Eine Firma mit ca. 50 Mitarbeitern kauft beispielsweise vier Steuergeräte und mittels Online-Buchungssystem und Zeitbeschränkungen werden diese in der Firma ausgehändigt“, so Ebner.
Die Jungunternehmer rund um Work In Out betreiben selbst drei Fitnessstudios in Kärnten, bei denen sie seit sechs Jahren auf die EMS-Technologie setzen. Sie gehörten zu den ersten Fitnessstudio-Betreibern in Österreich, die dieses Training ins Programm aufnahmen.
Mehr Spinoffs und weniger Transfer-Personal? ECN warnt vor finanziellen Kürzungen beim Wissenstransfer
530 Startups und Spinoffs haben die Partnerhochschulen des Entrepreneurship Center Network im Vorjahr betreut, um 16 Prozent mehr als 2024. Bei der 6. ECN-Konferenz haben die Hochschulen einen Maßnahmenplan erarbeitet. Im brutkasten-Talk warnen ECN-Gründer Rudolf Dömötör und Sara Matt von der Universität Innsbruck zugleich davor, ausgerechnet jetzt beim Transfer zu kürzen.
Mehr Spinoffs und weniger Transfer-Personal? ECN warnt vor finanziellen Kürzungen beim Wissenstransfer
530 Startups und Spinoffs haben die Partnerhochschulen des Entrepreneurship Center Network im Vorjahr betreut, um 16 Prozent mehr als 2024. Bei der 6. ECN-Konferenz haben die Hochschulen einen Maßnahmenplan erarbeitet. Im brutkasten-Talk warnen ECN-Gründer Rudolf Dömötör und Sara Matt von der Universität Innsbruck zugleich davor, ausgerechnet jetzt beim Transfer zu kürzen.
Zwei Tage lang haben die Entrepreneurship-Verantwortlichen der österreichischen Hochschulen am 13. und 14. Oktober an der Universität Wien und der WU Wien darüber beraten, wie Ausgründungen aus der Wissenschaft leichter gelingen können. Das Entrepreneurship Center Network (ECN), das inzwischen 36 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen verbindet, hat rund um seine sechste Konferenz auch neue Zahlen veröffentlicht: 2025 wurden 530 studentische Startups und akademische Spinoffs an den Partnerhochschulen betreut, ein Jahr davor waren es 457.
Strategiearbeit im Fokus
Auch die Konferenz selbst ist gewachsen. „Als wir 2021 die erste ECN-Konferenz hier in Wien organisiert haben, hatten wir so 25 bis 30 Teilnehmer, und heuer waren über 80 Teilnehmende dabei”, sagt Rudolf Dömötör, Direktor des WU Entrepreneurship Center und Gründer des Netzwerks, im brutkasten-Talk. Statt Keynotes und Workshops gab es heuer Strategiearbeit: In Kleingruppen wurden zuerst die größten Probleme bei Ausgründungen gesammelt, dann ein Wunschzustand formuliert und daraus Maßnahmen abgeleitet.
(c) Ruiz Cruz
Mehr Role Models?
Diskutiert wurde dabei auch, wen das Thema überhaupt erreicht. Sara Matt, Leiterin der Transferstelle Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Innsbruck, sieht die bisherigen Role Models fast ausschließlich im MINT-Bereich. „Ganz viele helle Köpfe kommen nicht aus der Technik, sondern aus den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die muss man auch abholen.“ Und nicht jede Person mit unternehmerischen Fähigkeiten müsse ein eigenes Unternehmen gründen: „Die könnten zum Beispiel Betriebsnachfolgen übernehmen oder in bestehenden Unternehmen Innovation vorantreiben.”
Im Rahmen der Konferenz wurde – in Anwesenheit von Sektionschef Elmar Pichl aus dem BMFWF – auch der neue Ausgründungsrahmen für diese sog. SHAPE-Disziplinen vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy, also für Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die Künste. Dieser Rahmen ergänzt den 2024 erarbeiteten Ausgründungsrahmen für den technischen und naturwissenschaftlichen Bereich.
Die Frage des Budgets?
Die Ergebnisse der Konferenz treffen auf einen schwierigen Moment. Wie sich das Universitätsbudget in den nächsten Jahren entwickelt, ist offen, mehr Geld wird es nach Einschätzung von Dömötör wohl nicht geben. Die Frage sei, wo gespart werde: bei etablierten Bereichen oder im Transfer, „der noch nicht so etabliert ist und auch keine starke Lobby in Budgetdiskussionen hat”. Das Budget sei deshalb ein Leitmotiv der Konferenz gewesen: „Was können wir tun, um dieses weiterhin zwar größer werdende, aber immer noch zarte Pflänzlein, das in den letzten fünf bis zehn Jahren entstanden ist, zu schützen?”
(c) Ruiz Cruz
Matt beobachtet die Folgen bereits. An einigen Universitäten sei das Personal im Transferbereich zurückgefahren worden. „Das finde ich einen falschen Ansatz, weil gerade jetzt müssen wir darauf achten, Innovation voranzutreiben.” Dass überall gespart werden müsse, sehe sie ein, „aber für die langfristige Sicht eines Wirtschaftsstandortes ist es nicht die richtige Entscheidung, an der Innovation zu sparen”.
Konkret bedauert Matt, dass es im Herbst keine Fellowship-Ausschreibung gab. Eine Handvoll Forscher:innen an ihrer Universität hätte gerne eingereicht. Wenn man in dieser Situation doch die akademische Karriere wähle, sei das nachvollziehbar, weil man es sich auf dem Weg dorthin kaum leisten könne, ein paar Jahre für einen unternehmerischen Versuch liegen zu lassen. Eine bei der Konferenz diskutierte Maßnahme sei deshalb ein Forschungsfreisemester, „damit diese Entscheidung nicht so früh fallen muss: Unternehmertum oder Forscherkarriere”.
Gründen soll in der akademischen Laufbahn zählen
Genau an diesem Punkt setzt der Maßnahmenplan an, den das ECN aus der Konferenz ableitet und Ende des Jahres veröffentlichen will. Gründen soll ein gleichwertiger Karriereweg werden, der auch in der akademischen Laufbahn anerkannt wird. „Kulturwandel bedarf auch der entsprechenden Incentives”, sagt Dömötör. „Wie wird es von meiner Uni gewürdigt, wenn ich gründe? Werde ich nur für die traditionellen Kernaufgaben einer Universität belohnt, Forschung und Lehre, oder wird auch die Third Mission stärker berücksichtigt?” In den letzten Jahren habe es eine positive Entwicklung gegeben, „aber da ist immer noch Luft”.
Der zweite Kernpunkt richtet sich an den Gesetzgeber: Das ECN fordert einen klaren Rechtsrahmen für Ausgründungen im Universitätsgesetz (UG) und im Fachhochschulgesetz (FHG). Dazu kommen österreichweite Standards für IP und Beteiligungen sowie Entrepreneurship Education für alle Studierenden. Die Details sollen im Plan Ende des Jahres folgen.
Verbündete in der Politik?
Unterstützung erhofft sich das ECN aus der Politik. Elisabeth Zehetner, Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, stellte sich bei einem Kamingespräch den Fragen der Community. Für Dömötör „ein sehr wertschätzendes Signal”. Man nehme aus dem Gespräch mit, „in ihr eine Verbündete zu haben”. Für die Änderungen an UG und FHG, die das ECN anstrebt, ist allerdings nicht ihr Ressort zuständig, sondern das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung.
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