26.07.2023

Woom muss aufgrund von Sicherheitsmängeln Kinderfahrräder zurückrufen

Der österreichische Kinderfahrradherstellers Woom hat einen Produktrückruf seiner Original Modelle der Baujahre 2018 bis 2021 gestartet. Aufgrund von Sicherheitsmängeln besteht Sturzgefahr.
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(c) woom

Woom Bikes für Kinder gelten aufgrund ihrer Robustheit bei Eltern in der Regel als sehr beliebt. Zudem wirbt der Kinderfahrradherstellers bereits seit mehreren Jahren mit einer „hochwertigen Verarbeitung“ der Räder, die „grenzenlosen Fahrspaß“ ermöglichen sollen. Dieser „Fahrspaß“ wird nun allerdings von einem Produktrückruf getrübt. Konkret handelt es sich um die Original Modelle der Baujahre 2018 bis 2021, die mit einer sogenannten „Ein-Schrauben-Vorbauklemmung“ ausgestattet sind.

Woom liefert Lösung für das Problem

Auf der Website des Unternehmens heißt es dazu: „Es besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich bei diesen Modellen der Vorbau, der den Lenker mit der Gabel verbindet, lockern oder lösen kann, was potenziell zu einem Sturz führen könnte.“ Woom ruft dabei alle Kund:innen auf, deren Kinder mit betroffenen woom-Originalrädern unterwegs sind, diese Räder nicht zu verwenden, bis der Vorbau gewartet worden ist.

Mittlerweile bietet das Startup auch einen sogenannten Online-Vorbau-Checker an, damit Kund:innen herausfinden können, ob ihr Fahrrad betroffen ist. Sofern dies der Fall ist, kann kostenlos ein entsprechendes Vorbau-Wartungs-Set bestellt werden, das die nötigen Komponenten zur Wartung des Vorbaus enthält. Nach der Bestellung des Sets erhalten betroffene Kund:innen außerdem eine E-Mail mit einem Gutschein für einen kostenlosen Vorbauservice bei teilnehmenden woom-Händlern.

Auch nach erfolgten Service sollte das Wartungs-Set allerdings aufgehalten werden. Dazu heißt es: „Der darin enthaltene Drehmomentschlüssel ist ideal, um alle Schrauben eures woom Original korrekt anzuziehen“. Mindestens einmal im Jahr sollten nämlich alle Schrauben – auch die der Vorbau-Klemmung – mit dem richtigen Drehmoment nachgezogen werden.

Produktion „teilweise“ nach Europa verlegt

2021 verlagerte der Fahrradhersteller mit Hauptsitz in Klosterneuburg seine Produktion von Asien teilweise zurück nach Europa und eröffnete dafür ein eigenes Werk in Polen. Die vollständige Verlagerung der Produktion von Asien nach Europa sei allerdings nicht geplant, wie CEO Paul Fattinger in einem Gespräch mit brutkasten im Mitte Juli erklärte. „Wir produzieren heute einen Großteil der Menge, die wir in Europa verkaufen, auch in Europa. Allerdings verfügen wir nach wie vor sehr bewusst über Produktionsstätten in Bangladesch und Kambodscha, da die Supply-Chain noch immer sehr asienlastig ist”, so Fattinger damals.

Erst letzte Woche veröffentlichte woom seine groß angelegte Nachhaltigkeitsstrategie. Das Unternehmen hat sich dabei ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Bis zum Jahr 2030 möchte woom den Ausstoß an klimaschädlichen Emissionen um mindestens 42 Prozent reduzieren. Um die Einhaltung der Ziele extern zu prüfen hat sich das Unternehmen zudem der Science Based Targets Initiative angeschlossen.

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„Der Spagat zwischen Karriere und der Betreuung von Angehörigen betrifft in Österreich derzeit rund 400.000 Erwerbstätige“, erklärt Mitgründer von because we care Andreas Gruber. Bis zum Jahr 2050 soll fast jede fünfte erwerbstätige Person eine Pflegeverantwortung übernehmen müssen, fügt er hinzu. Um diesen wachsenden Druck auf Mitarbeitende und Unternehmen abzufedern, positioniert sich „because we care“ als digitale Informationsplattform für Arbeitgeber:innen.

Das Kernprodukt mit bald 200.000 Zugriffsberechtigten hilft pflegenden Angestellten dabei, sich im hochkomplexen heimischen Pflegesystem zurechtzufinden, Anträge zu stellen und entlastende Schritte einzuleiten. Es gehe laut Gruber darum, sich mit Angehörigen auf das Alter vorzubereiten, „lange bevor jemand zu Hause die Treppe runtergefallen ist“. Ursprünglich unter dem Dach der Organisation „Austria Assisted Living“ angesiedelt, agiert die Plattform seit Ende 2024 als eigenständige GmbH, um den wachsenden Markt gezielter zu adressieren.

Branchenübergreifende Nutzungsrate von zehn Prozent

Wie Gründer Andreas Gruber im Gespräch erklärt, verzeichne man bei den teilnehmenden Unternehmen branchenübergreifend eine stabile Nutzungsrate von etwa zehn Prozent. Dies sei für ihn ein klares Indiz, dass das oft unter der Oberfläche schwelende Thema Angehörigenpflege in der Arbeitswelt „voll präsent“ sei. Bislang lag der Fokus der Plattform vor allem auf Lotsenfunktionen für akut Betroffene.

Im September erweitert das gebootstrappte Startup das Angebot jedoch um ein Modul zur mentalen Prophylaxe. Dieses wurde gemeinsam mit Fachleuten aus Psychologie und Mentaltraining entwickelt und richtet sich gezielt an die gesamte Belegschaft. Ziel ist es, rechtzeitig Strategien gegen psychische Belastungen im Arbeits- und Pflegealltag zu vermitteln.

Umbau der Pflegevermittlung

Neben der inhaltlichen Erweiterung steht das Startup vor einem nächsten großen Schritt: Im Oktober soll das System „because we match“ nach aktueller Testphase mit einem großen Salzburger Pilotkunden live gehen. Dieses adressiert einen zentralen Flaschenhals im System, wie Gruber erklärt: die oft wochenlange Suche nach verfügbaren Pflegediensten. Laut dem Gründer vergehen im Schnitt 60 Tage, bis eine Regelversorgung greift – eine Zeitspanne, in der Angehörige unzähligen Anbietern nachtelefonieren müssen. „Wir drehen dieses System jetzt um“, erklärt er im Interview.

Künftig sollen Suchende eine zentrale, rund um die Uhr erreichbare Hotline anrufen können. Dort erfasst ein KI-Voice-Agent den konkreten pflegerischen Bedarf strukturiert und filtert emotionale Bedürfnisse von harten fachlichen Anforderungen. Pflegedienstleister:innen in der jeweiligen Region sehen diese anonymisierten Gesuche auf der Plattform und können sich anschließend bei den Suchenden vorstellen und ihre Leistungen anbieten.

Sprachgesteuertes CRM für das Back-Office

Gleichzeitig sollen die Leistungserbringer von einer digitalen Entlastung im Hintergrund profitieren. Die Software soll im Idealfall für die mobilen Pflegekräfte als sprachgesteuertes CRM-System fungieren. Einsätze lassen sich direkt per Spracheingabe festhalten, während intelligente Voicemails eingehende Anrufe filtern und priorisieren.

Dieser technische Ansatz soll bürokratische Hürden drastisch reduzieren, den Dienstleister:innen das ungeliebte Backoffice abnehmen und „effizienteres Arbeiten näher am Menschen ermöglichen“. Der Hebel dieser Effizienzsteigerung ist laut Gruber beträchtlich: „Wenn wir jeder Pflegefachkraft 30 oder 40 Minuten Orga am Tag abnehmen, geht sich ein Klient mehr aus.“

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