06.12.2024
INVESTMENT

Wohnwagon sichert sich Investment von Epoona und Raiffeisen Beteiligungsholding

Das niederösterreichische Unternehmen Wohnwagon, bekannt für seine nachhaltigen Holzhäuser, gewinnt mit der Beteiligungsgesellschaft Epoona und der Raiffeisen Beteiligungsholding neue Partner dazu.
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Führungsebene: Theresa Mai und Lothar Stadler (c) Wohnwagon
Führungsebene: Theresa Mai und Lothar Stadler (c) Wohnwagon

Im vergangenen Jahr feierte Wohnwagon sein zehnjähriges Jubiläum. Aus der Vision, Wohnen nachhaltiger zu gestalten, entstand ein modulares Wohnkonzept, das auf Ressourcenschonung setzt. Bis heute realisierte das Unternehmen bereits über 150 Projekte in der DACH-Region. Der erste Prototyp wurde damals durch ein Crowdinvestment von 100 Kleininvestor:innen finanziert – brutkasten berichtete.

Nach der Erweiterung der Produktpalette – von Tiny Houses hin zu modularen Massivholzhäusern mit bis zu 500 Quadratmetern Wohnfläche – verkündet Wohnwagon nun das nächste Investment und eine große Veränderung in der Führungsebene.

Fokus auf Wachstum und Optimierung der modularen Bauweise

Mit Epoona und der Raiffeisen Beteiligungsholding als neue Gesellschafter an Bord strebt Wohnwagon einen konsequenten Wachstumskurs an. Im Mittelpunkt bleibt die modulare Bauweise, die nicht nur Nachhaltigkeit, sondern auch eine effiziente und schnelle Bauweise verspricht.

Gründer Christian Frantal betont die langfristigen Ziele des Unternehmens: „Vor zehn Jahren sind wir mit viel Pioniergeist gestartet – nun möchten wir mit unseren neuen Partnern zu einem starken Mittelstandsbetrieb wachsen. Mit der neuen Partnerschaft holen wir viel operatives Know-how, Erfahrung und Finanzierungsmöglichkeiten in das Unternehmen. Ich freue mich auf die nächsten Wachstumsschritte – es ist höchste Zeit für zukunftsfähige Wohnlösungen, auch außerhalb der Nische“.

Wohnwagon erhält Finanzierungspaket von neuen Partnern

Die bisherigen Gesellschafter von Wohnwagon bleiben weiterhin am Unternehmen beteiligt. Die neuen Partner, Epoona und die Raiffeisen Beteiligungsholding, haben im Rahmen der Partnerschaft Anteile der Co-Founder übernommen. Im Gegenzug erhielt Wohnwagon ein Finanzierungspaket zur Unterstützung seines Wachstumskurses. Über die Höhe des Investments wollte das Unternehmen gegenüber brutkasten keine genaueren Angaben machen – es handele sich aber um „ein beachtliches Investment“.

Epoona-Founder Werner Töpfl zeigt sich überzeugt: „Mit unserem Investment stärken wir gezielt Unternehmen, die nachhaltige Werte schaffen. Wohnwagon leistet dabei einen besonderen Beitrag zu den Sustainable Development Goals (SDGs 11-13) der Vereinten Nationen“.

Lothar Stadler verstärkt die Führungsebene

Eine weitere große Veränderung steht bei Wohnwagon in der Geschäftsführung an: Lothar Stadler, Partner bei Epoona, verstärkt das Unternehmen als zweiter Geschäftsführer neben Theresa Mai. Gegenüber brutkasten sagt er: „Wir möchten das Ganze auf die nächste Ebene heben, wir möchten viel effizienter arbeiten und neue Kundengruppen ansprechen wie z.B. Hotels. Das sind alles Dinge, für die ich verantwortlich sein werde“. Momentan sei man unter anderem in Kundengesprächen mit Projektentwicklern aus dem Tourismus in der Steiermark und in Tirol.

Wohnwagon als mobile und nachhaltige Alternative

Theresa Mai und Christian Frantal gründeten Wohnwagon mit Sitz in Gutenstein mit einer klaren Mission: sie wollten ein nachhaltiges und ressourcenschonendes Wohnkonzept entwickeln. Das Resultat sind autarke Holzhäuser, die modular aufgebaut und „auf das Wesentliche reduziert“ sind.

Die Häuser bestehen aus Massivholz, isoliert mit natürlicher Schafwolle, und werden auf Schraubfundamenten errichtet – ganz ohne Beton oder Bodenversiegelung. Dadurch bieten sie laut dem Unternehmen eine umweltfreundliche und mobile Alternative zum klassischen Micro-House. Dank der Verwendung von Naturmaterialien würden die Holzhäuser außerdem nicht nur Ressourcen sparen, sondern auch langfristig Energie- und Wartungskosten reduzieren.

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Sie machte Wien zum beliebten Standort für die EU-Niederlassungen internationaler Krypto-Unternehmen: die EU-Kryptoregulierung MiCAR. Denn die heimische Finanzmarktaufsicht FMA genießt den Ruf, bei der Erteilung der für das Krypto-Geschäft in der EU notwendigen MiCAR-Lizenz hart, aber fair zu sein.

FMA: „MiCAR auch im Enforcement angekommen“

Nach einigen Meldungen rund um die Erteilung solcher Lizenzen – und in einem Fall einer vorübergehenden Sanktionierung – in den vergangenen Monaten, erfolgte nun erstmals die Verhängung einer Strafe wegen eines MiCAR-Verstoßes durch die FMA. „Damit wird sichtbar, dass die MiCAR nicht mehr nur ein Konzessions- und Aufsichtsthema ist, sondern auch im Enforcement angekommen ist“, heißt es von der Behörde in einer Aussendung dazu.

Termin-Fehler und fehlende Telefonnummer und Mail-Adresse

Getroffen hat es ausgerechnet Österreichs Krypto-Regulatorik-Musterschüler Bitpanda. Konkret machte das Wiener Unicorn bei der Veröffentlichung eines Whitepapers im Zuge eines Token-Launchs im vergangenen Jahr einige Termin- bzw. Formfehler, wie aus der Bekanntmachung der FMA hervorgeht: Das Whitepaper hätte laut Regelwerk bis spätestens 20 Werktage vor Veröffentlichung an die FMA übermittelt werden müssen, was nicht passierte; eine Marketingmitteilung zum Whitepaper wurde unerlaubterweise bereits vor dessen Veröffentlichung verbreitet; und in einer weiteren Marketingmitteilung fehlten ein Disclaimer, eine Telefonnummer und eine Mail-Adresse.

„Unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben“

70.000 Euro Strafe wurden letztlich verhängt. Seitens Bitpanda stellt man auf brutkasten-Anfrage klar: „Alle von der FMA aufgezeigten Punkte wurden jeweils unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben. Wir haben uns für eine rasche, einvernehmliche Beendigung des Verfahrens entschieden. Die Veröffentlichung erfolgte nach dem österreichischen MiCA-Vollzugsgesetz. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.“

Zudem betont man beim Scaleup: „Kundengelder, die Sicherheit unserer Plattform oder die Integrität des Bitpanda-Ökosystems waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Aus den beanstandeten Punkten ist unseren Kundinnen und Kunden kein finanzieller Schaden entstanden.“

Analyse: Musterschüler als erster Bestrafter als falsches Signal

Das genau Bitpanda die erste Strafe auf MiCAR-Basis ausfasst, ist nachvollziehbar und könnte dennoch ein falsches Signal aussenden. Als größter heimischer Player, der in seinen Prozessen eng mit der FMA zusammenarbeitet, überrascht es nicht, dass gelegentlich Formfehler nicht nur passieren sondern auch unmittelbar bemerkt werden. Indessen sind einige große internationale Player weiterhin ohne MiCAR-Lizenz am heimischen Markt aktiv und entziehen sich erfolgreich der Strafverfolgung. Dass der Formfehler durch die FMA verfolgt wird ist korrekt und konsequent; dass ausgerechnet Bitpanda damit zum Exempel wird, wird den großen regulatorischen Themen am Krypto-Markt aber nicht gerecht.

In der Aussendung der FMA äußert man sich zu dieser Thematik indirekt und gewohnt sachlich: „Der Umstand, dass es sich um den ersten veröffentlichten MiCAR-Fall handelt, begründet für sich genommen keine Sonderstellung des betroffenen Unternehmens oder der festgestellten Verstöße.“

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