29.06.2023

Wohnwagon: Nach einer Dekade modularem Wohnkonzept nun Fokus auf Grundstücke

Das niederösterreichische Startup Wohnwagon wartet zum zehnjährigen Jubiläum mit zwei Neuerungen auf.
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Wohnwagon
(c) Wohnwagon - Theresa Mai und Christian Frantal starteten eine Grundstücksbörse.

Vor zehn Jahren begab sich das Gründerteam von Wohnwagon auf die Suche nach konkreten Lösungen für die Zukunft des Wohnens. 2013 ermöglichte eine Crowdinvesting-Kampagne mit der Unterstützung von über 100 Kleinstinvestoren die Entwicklung des ersten Prototyps. Aus der Idee ist mittlerweile ein Unternehmen mit über 50 Mitarbeiter:innen geworden; und es konnten über 150 Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz realisiert werden. Nämlich „autarke Häuser, die sich im Kreislauf mit der Natur versorgen, gebaut aus nachhaltigen Materialien und reduziert auf das Wesentliche“.

Wohnwagon: Neues Produkt

Die beiden Gründer Theresa Mai und Christian Frantal entwickelten den Wohnwagon als ein modulares Wohnkonzept, das aus Massivholz gebaut und mit Schafwolle gedämmt ist und dank der Aufstellung auf Schraubfundamenten komplett ohne Beton und Bodenversiegelung auskommt.

Nun feierte das Unternehmen sein zehnjähriges Bestehen und stellt zwei Neuerungen vor: den Wohnwagon „Clara“ als modulares Zuhause. Er bietet bis zu zwei getrennte Schlafzimmer, eine helle, großzügige Wohnküche, ein Badezimmer und einen separaten Eingangsbereich. Viele Detaillösungen sollen für ausreichend Stauraum, Rückzugsmöglichkeit und ein loftartiges Wohngefühl in Verbindung mit der Natur sorgen.

Nach einem Baukasten-Prinzip kann hier der Grundriss individuell angepasst und für die eigenen Bedürfnisse optimiert werden. Dank der Photovoltaik-Inselanlage mit intelligenter Steuerung soll zudem ein Autarkie-Grad von bis zu 100 Prozent erreicht werden. Für die Holz-Solarheizung werden pro Jahr etwa zwei Festmeter Holz benötigt, die restliche Energie produziert das Haus selbst.

Grundstücke für modulare Wohnprojekte

Als weiteres Zukunftsfeld möchte man sich bei Wohnwagon auf die Entwicklung von größeren Wohnprojekten fokussieren. Leerstehende Grundstücke, beispielsweise mit einem sanierungsbedürftigen Bauernhaus und freien Bauflächen sollen mit den modularen Wohnprojekten nachhaltig belebt werden.

„Wir brauchen eine Architektur, die auch gesellschaftliche Verantwortung übernimmt und sinnvolle Gesamtprojekte gestaltet. Es geht um das Denken in Ökosystemen: Soziales Miteinander, Treffpunkte in der Nachbarschaft, gemeinsam genutzte Ressourcen, Raum für Rückzug und Privatsphäre, integrierte Wirtschaftsmodelle und autarke Versorgung – so müssen Wohnkonzepte der Zukunft aussehen. Bodenaufbau inklusive. Für die Entwicklung lebendiger, autarker Nachbarschaften können wir mit unserer Erfahrung aus zehn Jahren einen wertvollen Beitrag leisten und sehen hier eine große Chance“, sagt Frantal.

Wohnwagon entwickelt Grundstücksbörse

In Zukunft möchte das Unternehmen autarke Nachbarschaften entwickeln, hat eine Grundstücksbörse ins Leben gerufen, kooperiert mit Gemeinden, bietet erste Angebote für Immobilieninvestoren und sucht aktiv nach strategischen Partnerschaften für Projekte, wie es aus der Aussendung hervorgeht.

„Für mich ist jedes Projekt eine Keimzelle, von der aus man Kraft und Inspiration schöpfen kann“, so Mai abschließend. „Wir möchten vor allem zeigen, dass es möglich ist, dass es konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit gibt und gemeinsam ins Tun kommen.“

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Beim S&B Award 2026 wurden vielversprechende Spinoffs prämiert | (c) Hannes Winkler
Beim S&B Award 2026 wurden vielversprechende Spinoffs prämiert | (c) Hannes Winkler

„Nächstes Jahr haben wir die 100 voll“, sagt Elisabeth Mayerhofer. Sie moderierte auch dieses Jahr die Vergabe des S&B Awards des Rudolf Sallinger Fonds – gemeinsam mit Philipp Horvath. Mit 100 meint Mayerhofer Finalisten-Spinoffs, die beim Award gegeneinander antreten. Stand 2026 gab es bislang nämlich 99 davon – der Award wurde nun zum zehnten Mal vergeben.

Prominente Alumni

Welchen Impact der S&B Award hat, erläuterte nicht nur die frühere Casinos-Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner, die als langjährige Vorsitzende des Kuratoriums des Rudolf Sallinger Fonds im vorigen Jahrzehnt den entscheidenden Anstoß zu dessen Schaffung gegeben hatte. Auch prominente Alumni kamen bei der Award Ceremony zu Wort.

Bettina Glatz-Kremsner (m.) erzählte Moderatorin Elisabeth Mayerhofer (r.), wie alles begann | (c) Hannes Winkler

„Das Preisgeld hat uns damals die Finanzierung eines entscheidenden Patents ermöglicht und die Aufmerksamkeit, die wir bekommen haben, war gerade in der Anfangsphase enorm wichtig“, erzählt Cubicure-Gründer Robert Gmeiner, der mit seinem Spinoff im 3D-Druck-Bereich die erste Ausgabe des Awards gewonnen hat und mittlerweile auf einen 79 Millionen Euro schweren Exit zurückblickt.

Das auf Lieferketten-Monitoring spezialisierte KI-Unternehmen Prewave, das mittlerweile zu den größten Scaleups des Landes zählt, holte sich beim Antritt 2018 zwar nicht den Sieg. Profitiert habe man aber dennoch sehr – sowohl von der Sichtbarkeit als auch von der Nachschärfung des eigenen Modells und Pitchs im Rahmen der Bewerbung, erzählt Co-Founder und CEO Harald Nitschinger. Sein Tipp an die aktuellen Finalist:innen: „Think big!“

Die Alumni Harald Nitschinger (l.) und Robert Gmeiner (m.) gaben den Finalist:innen Tipps aus ihrer Erfahrung | (c) Hannes Winkler

Es ist ein Ratschlag, den sich die Forscher:innen hinter den zehn diesjährigen Finalisten-Projekten – brutkasten berichtete im Vorfeld – gewiss zu Herzen nehmen. Denn zwar sind sie mit ihren Spinoffs mitunter noch in einer sehr frühen Phase, doch die forschungsbasierten Produkte haben denkbar großes Potenzial.

„Furchtbare“ Auswahl aufgrund durchwegs hoher Qualität

Entsprechend schwer war die Auswahl für die Jury, bei der Ceremony vertreten durch Rudolf Dömötör (WU Wien), Gertraud Leimüller (winnovation) und Josef Glössl (BOKU). Juryvorsitzender Dömötör verriet mit einem Augenzwinkern: „Es war furchtbar! Also nicht die Projekte, sondern bei dieser enormen Qualität einen Sieger zu ermitteln,“ und doch habe es, wie immer, nur einen geben können.

Rudolf Dömötör fungierte als Juryvorsitzender | (c) Hannes Winkler

Hauptpreis für Diamens

Den Hauptsieg und damit ein Preisgeld von 20.000 Euro holte sich schließlich das JKU-Linz-Spinoff Diamens (brutkasten berichtete bereits mehrmals). Das HealthTech-Startup entwickelt eine neue, nicht-invasive Diagnose-Methode für Endometriose, an der weltweit rund 190 Millionen Frauen leiden. Der Weg zum Award-Sieg sei ein spannender Prozess gewesen, sagt Co-Founderin und CEO Marlene Rezk-Füreder gegenüber brutkasten: „Die Jury war sehr kompetent und hat nicht die Fragen gestellt, die man sonst immer bekommt.“ Mit dem Preisgeld habe man bereits einen konkreten Plan: „Wir werden damit unser zweites Patent einreichen, um unsere Technologie weiter schützen zu können.“

Das Gründerinnen-Team von Diamens (v.l.n.r.): Clara Ganhör, Angelika Lackner, Marlene Rezk-Füreder und Eva Scharnagl | (c) Hannes Winkler

brutkasten-Sonderpreis für Duramea

Auch dieses Jahr vergab brutkasten einen Sonderpreis über 5.000 Euro Medienvolumen, dessen Sieger per Online-Voting ermittelt wurde. Diesen holte sich das TU-Graz-Spinoff Duramea, das eine Membran-Technologie für die effiziente Erzeugung von grünem Wasserstoff entwickelt. „Wir wollen damit grünen Wasserstoff günstiger machen, als Wasserstoff, der aus Erdöl produziert wird“, erklärt Gründer Sebastian Rohde. Vom S&B Award habe man sich vor allem Sichtbarkeit versprochen. Auch wie man die zusätzliche Sichtbarkeit über das brutkasten-Medienvolumen einsetzen wolle, verrät Rohde bereits: „Wir sind aktuell noch sehr gut durch Förderungen finanziert. Aber mit der weiteren Entwicklung werden wir früher oder später auch auf Investorensuche gehen.“

Duramea vertreten durch Jean Claude Koffi (2.v.l.) und Sebastian Rohde (2.v.r.) holte sich den brutkasten-Sonderpreis | (c) Hannes Winkler

Sonderpreis von Onsight Ventures für Cairos

Und noch ein weiterer Sonderpreis wurde dieses Jahr vergeben – von Onsight Ventures rund um Tech-Pionier und Investor Hermann Hauser. Das Siegerteam erhält ein Ticket für das Hermann Hauser Frontier Lab im Oktober in Graz. Den Preis holte sich das Montanuniversität-Leoben-Spinoff Cairos, das ein Verfahren zur Herstellung von erneuerbarem synthetischen Erdgas entwickelt. „Unser nächstes großes strategisches Ziel ist die erste kommerzielle Anlage und dafür werden wir Kapital brauchen. Da wird uns die Teilnahme am Hermann Hauser Frontier Lab definitiv weiterhelfen“, kommentiert Co-Founder Martin Peham gegenüber brutkasten.

Cairos von Andreas Krammer (2.v.l.) und Martin Peham (2.v.r.) sicherte sich den Sonderpreis von Onsight Ventures | (c) Hannes Winkler
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Der Inhalt des Artikels zeigt, dass das Unternehmen Wohnwagon sich nicht nur auf die Entwicklung von nachhaltigen modularen Wohnkonzepten konzentriert, sondern auch größere Wohnprojekte in Angriff nimmt. Diese Projekte sollen leerstehende Grundstücke beleben und nachhaltige Nachbarschaften schaffen. Dies hat gesellschaftspolitische Auswirkungen, da es darauf abzielt, soziales Miteinander, gemeinschaftliche Ressourcennutzung und autarke Versorgung in den Wohnkonzepten der Zukunft zu fördern. Durch die Schaffung von lebendigen, autarken Nachbarschaften wird auch das Zusammenleben gestärkt und es entsteht Raum für Rückzug und Privatsphäre. Zudem können durch solche Projekte auch ökologische Aspekte berücksichtigt und nachhaltige Lebensweisen gefördert werden.

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Der Artikel zeigt, dass das Unternehmen Wohnwagon in den letzten zehn Jahren ein erfolgreiches modulares Wohnkonzept entwickelt hat und nun neue Produkte und Dienstleistungen anbietet. Das Unternehmen hat über 150 Projekte realisiert und konnte in Deutschland, Österreich und der Schweiz expandieren. Mit dem Fokus auf größere Wohnprojekte und der Entwicklung von autarken Nachbarschaften plant Wohnwagon, weitere wirtschaftliche Chancen zu nutzen. Durch die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Immobilieninvestoren und strategischen Partnern sowie die Einführung einer Grundstücksbörse strebt das Unternehmen eine weitere Expansion an und möchte zeigen, dass es konkrete Lösungen für die Herausforderungen des Wohnens in der Zukunft gibt. Diese Entwicklungen könnten sowohl für das Unternehmen selbst als auch für die Regionen, in denen die Projekte umgesetzt werden, wirtschaftliche Vorteile bringen.

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