04.08.2020

Wirecard-Tochter Boon wird im Oktober endgültig zusperren

Wirecard stellt nach den Ereignissen der vergangenen Wochen seine Payment-App boon endgültig ein.
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boon - apple pay
(c) boon: Werbe-Sujet der Payment-App (Ausschnitt)

Ursprünglich sollte die Bezahl-App Boon laut dem ehemaligen Wirecard-Vorstandsvorsitzenden Markus Braun bis 2025 auf bis zu 100 Millionen Kunden kommen – nun wird die App per 3. Oktober 2020 eingestellt, wie unter anderem die FAZ berichtet.

Wirecard beerdigt Boon

„Boon verabschiedet sich von dir“, zitiert das Medium eine Email an die Userinnen und User: „Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorkommnisse der letzten Wochen können wir den Service leider nicht länger aufrechthalten.“ Am Ende soll die App bloß rund 10.000 Nutzer gehabt haben, somit lag das von Markus Braun formulierte Ziel noch in weiter Ferne. Für die verbliebenen Boon-Kunden besteht kein Risiko, heißt es im Bericht der FAZ, denn ihre Gelder seien durch die Einlagensicherung geschützt.

Sinn und Zweck von Boon

Die Wirecard-App Boon hatte in Österreich zu den ersten Services gehört, die auch die Payment-Technologie von Apple Pay unterstützten. Damit wollte man das Überleben der App sichern, deren Aus ursprünglich bereits für das Jahr 2019 angekündigt worden war.

Im Oktober versuchte man auch im Interview mit dem brutkasten, die Positionierung der Wirecard-App neu auszurichten und sich weg von der Darstellung als N26-Konkurrent, hin zu einem B2B2C-Usecase zu bewegen: „Wir wollen zeigen, wie das Bezahlen mit dem Smartphone, der Smart Watch und verschiedenen anderen Wearables eine großartige Customer Experience bieten kann. Und vor allem wollen wir damit unseren B2B-Kunden präsentieren, was mit der Wirecard-Plattform alles möglich ist“, hieß es im Interview: „Mit boon möchten wir im Markt zeigen, was technologisch möglich ist und verfolgen eher einen B2B2C-Gedanken: Andere Unternehmen können auf unsere boon Mobile Payment Plattform zurückgreifen, um selbst eine App auf den Markt zu bringen.“

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Mit Ignite Ventures ist die WU eine von fünf Hochschulen, die im Rahmen von Modul 1 der Spin-off Initiative eigene Beteiligungsstrukturen aufgebaut haben. | (c) BOAnet_LC

Österreichs Hochschulen sollen als Quelle neuer Unternehmen an Schlagkraft gewinnen. Im Rahmen von Modul 1 der Spin-off Initiative unterstützt das Austria Wirtschaftsservice (aws) dafür ausgewählte Hochschulen mit einer Anschubförderung von insgesamt 1,5 Millionen Euro beim Auf- und Ausbau professioneller Ausgründungs- und Beteiligungsstrukturen, die internationalen Standards entsprechen.

Finanziert wird die Förderung aus Mitteln der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung (Fonds Zukunft Österreich), die Projektlaufzeit beträgt rund drei Jahre. Ziel ist es, akademische Spin-offs frühzeitig auf Gründungs- und Skalierungstauglichkeit vorzubereiten und damit jene strukturelle Lücke zu schließen, die Österreich im internationalen Vergleich seit Jahren aufweist.

Was die einzelnen Häuser vorweisen

Die BOKU University begleitet mit der hundertprozentigen Tochter Connective Base GmbH Spin-offs und Startups aus dem universitären Umfeld vom ersten Prototyp bis zum Exit. Im ersten Jahr wurden gemeinsam mit internationalen Expert:innen die rechtlichen und strukturellen Grundlagen für einen professionellen und raschen Ausgründungs- und Investmentprozess geschaffen. Erste Beteiligungen und Spin-offs befinden sich laut Aussendung bereits in Umsetzung.

An der JKU wurde im September 2025 die JKU Technology Transfer GmbH (TTG) gegründet. Als Teil des House of Research and Innovation (HoRI) entwickelt sie Schutzrechts- und Verwertungsstrategien, initiiert Kooperationen mit Unternehmen und begleitet Forschende auf dem Weg zum Spin-off.

Das 2024 gegründete MedLifeLab der Medizinischen Universität Innsbruck begleitet Wissenschaftler:innen und Gründer:innen in den Bereichen Life Sciences, MedTech und BioTech von der Idee bis zur marktreifen Lösung, von Technologietransfer und IP-Management bis zu Unternehmensgründung und Finanzierung. Über Bildungsangebote und Community Building soll ein Ökosystem entstehen, das Tirol regional und international vernetzt.

Die TU Wien hat mit NOCTUA Science Ventures gemeinsam mit Speedinvest einen eigenen Spin-off-VC-Fonds aufgebaut. Er soll mehr als 40 österreichische Spin-offs finanzieren und bis Ende 2026 ein Zielvolumen von bis zu 25 Mio. Euro erreichen. Bis dato wurden über 200 österreichische Spin-offs gesichtet und evaluiert. Über die technischen Hochschulen der TU Austria als Gesellschafter und Partner soll eine tiefe Verankerung in den Universitäten sichergestellt werden.

WU Ignite Ventures setzt bereits am sogenannten „Ignite Moment“ an. Gründer:innen erhalten bis zu 50.000 Euro Pre-Seed-Kapital in zwei Tranchen über ein gründerfreundliches SAFE-Instrument, dazu Zugang zum WU-Netzwerk und eine Alumni-Co-Investment-Plattform. Drei Investments wurden bereits getätigt, zudem startete gemeinsam mit VC-Partnern ein VC Analyst Program für WU-Studierende.

Tipp der Redaktion

brutkasten hat sich dem Thema akademische Ausgründungen im vergangenen Jahr in der Serie From Science to Business gewidmet und dabei beleuchtet, wie aus Forschung heraus Unternehmen entstehen und welche Strukturen es dafür braucht.

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AI Summaries

Wirecard-Tochter Boon wird im Oktober endgültig zusperren

  • Ursprünglich sollte die Bezahl-App Boon laut dem ehemaligen Wirecard-Vorstandsvorsitzenden Markus Braun bis 2025 auf bis zu 100 Millionen Kunden kommen – nun wird die App per 3. Oktober 2020 eingestellt, wie unter anderem die FAZ berichtet.
  • „Boon verabschiedet sich von dir“, zitiert das Medium eine Email an die Userinnen und User: „Aufgrund der aktuellen Situation und der Vorkommnisse der letzten Wochen können wir den Service leider nicht länger aufrechthalten.“
  • Am Ende soll die App bloß rund 10.000 Nutzer gehabt haben, somit lag das von Markus Braun formulierte Ziel noch in weiter Ferne.
  • Für die verbliebenen Boon-Kunden besteht kein Risiko, heißt es im Bericht der FAZ, denn ihre Gelder seien durch die Einlagensicherung geschützt.

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